Insiderwissen zum Angeln im März

Was das Angeln angeht, ist der März der wahre Anfang des Jahres! Wir zeigen Ihnen, welche Fische im zeitigen Frühjahr besonders im Fokus stehen und wie Sie sie am besten überlisten können.

Barsch beim Angeln im März gefangen

Bild: Julian Wurziger

Beliebter Zielfisch beim Angeln im März ist der Barsch: Zu dieser Jahreszeit werden die Stachelritter oft richtig dick!

Angeln kann man das ganze Jahr – und in fast jedem Monat gibt es einige Fischarten, die gut (oder sogar besonders gut!) beißen. Doch aufgrund ungemütlicher Temperaturen und auch zugefrorener Gewässer, beginnt das neue Angel-Jahr für viele erst im März so richtig. Die langsam steigenden Temperaturen treiben uns Angler jetzt wieder ans Wasser. Aber auf welche Fische lohnt sich der Ansitz im März besonders?

Top-Zielfisch im März: Der Barsch!

Die Temperaturen im März sorgen dafür, dass die Barsche nun in Laichstimmung sind. Kurz bevor sie ablaichen, beißen die gestreiften Räuber besonders gut auf Naturköder (außerdem herrscht häufig ein Kunstköderverbot). Ein halber Tauwurm am 8er Haken ist nun ein Topköder für große Barsche, sofern das Gewässer keinen übermäßigen Weißfischbestand hat.

Barsch auf Wurm im Kescher

Bild: André Pawlitzki

Halbiert fängt oft am besten: Ein halber Tauwurm ist im Frühjahr auf Barsch eine Bank.

Alternativ funktionieren auch Garnelen, die weniger attraktiv für Beifang sind. Geeignete Methoden sind die Posenmontage oder das Dropshot-Rig. Weil die Barsche direkt am Grund stehen, beträgt mein Abstand zwischen Haken und Blei nur rund 5 cm. Mein Dropshot-Blei hat beim Angeln auf Barsch im März ein Gewicht von nur 3,5 g.

Methode des Monats: Chebu mit Wurm

Geben Sie Barschen doch auch einfach mal die Kugel! Gemeint ist der Cheburashka-Bleikopf, der nicht fest mit dem Haken verbunden ist, sondern bei dem der Haken sich in einer kleinen Öse hin und her bewegen kann. Die kleinen Kugeln haben aber noch eine zweite Öse, in die der Snap am Ende des Fluorocarbon-Vorfachs eingehängt wird. So lassen sich die Kugeln sehr gut werfen und das selbst bei niedrigen Gewichten zwischen 3 und 10 Gramm.

Doppelt hält besser, doch halbiert fängt oft mehr. Und das bezieht sich auf dem Tauwurm. Diesen zertrennen Sie besser einmal in der Mitte und ziehen dann das Kopfstück auf den Haken. Dabei darauf achten, dass der Wurm möglichst gerade auf dem Haken sitzt und sich nicht verdreht. Je gerader der halbe Wurm auf den Haken kommt, desto weniger Verdacht schöpfen die Fische.

Wurm auf dem Cheburashka-Haken

Bild: Rolf Schwarzer

So kommt der Wurm auf den Haken, damit werden auch feine Bisse sicher verwandelt.

Angriffspunkt einbauen

Die Cheburashka-Kugeln sind bei dieser Angelei nicht nur das Wurfgewicht, sie dienen auch als optischer Reiz, denn es gibt sie in diversen Farben. Das Angebot reicht vom schlichten Grau bis zu Neonfarben wie Orange, Rosa, Hellgrün und Gold.

Zusammen mit dem Tauwurm kann man sich so Montagen bauen, bei denen die Kugelfarbe zum „Target Point“, also zum Angriffspunkt für die Attacken der Fische wird. Das übrige Gerät besteht aus einer Finesse-Barschrute mitsamt passender Rolle, bespult mit feinem 0,08er Geflecht und einem 0,20er Fluorocarbon-Vorfach.

Die Heringe sind da!

Ende März/Anfang April kommt der Hering zum Laichen in die Ostsee. In Jahren mit einem warmen Frühjahr beißen die Heringe schon im März auf die mit Fliegen bestückten Paternoster mit dem trapezförmigen Blei. Und überall an den bekannten Stellen stehen die Angler, um sich das Ostsee-Silber zu sichern. Gute Stellen für Heringe sind die Trave vor Lübeck, die Schwentine-Mündung in Kiel, der Einlauf des Nord-Ostsee Kanals, der Neustädter Hafen, die Schlei bei Kappeln und andere mehr.

Wenn es beim Heringsangeln so richtig zur Sache geht und die Fische beißen, als gäbe es kein Morgen, verlieren manche Angler völlig jedes Maß und geraten regelrecht in einen Fangrausch. Doch wer will schon über 100 Heringe ausnehmen, geschweige denn essen? Gewissenhaftes Angeln nach Augenmaß heißt hier die Devise, damit dann nicht zu Hause die Hälfte der Beute in der Mülltonne landet.

Wer beim Heringsangeln im März vom Boot fischt, ist gegenüber den Uferanglern klar im Vorteil.

Bild: F. Pippardt

Wer beim Heringsangeln im März vom Boot fischt, ist gegenüber den Uferanglern klar im Vorteil.

Meerforellen haben Hochbetrieb

An der Küste herrscht von März bis Ende April Hochbetrieb auf Meerforellen. Vor allem sind es die kräftigen, silber gefärbten Meerforellen, die nach dem Laichen im Süßwasser ihre braune Laichfärbung abgelegt haben und zu Beginn des Jahres ins Meer zurückgekehrt sind, die nun den Meerforellenblinker nehmen.

Je kälter das Wasser beim Angeln im März, desto kleiner und dezenter sollte der Köder gewählt werden. Bei nächtlichen Minustemperaturen fischt man am besten mit kleinen Fliegen hinter dem schwimmenden Sbirolino, die im Zeitlupentempo geschleppt werden.

Angler mit Meerforelle

Bild: J. Radtke

Angeln im März: An der Ostsee bedeutet das Meerforelle!

Bachforellen sind beim Angeln im März frei

Es gibt kaum schönere Fische bei uns als die Bachforelle. Ihre tiefroten, bis ins braun reichenden Tupfer, machen sie zu einer echten Augenweide. Und je nach Region darf man den schönen Fischen ab dem 1. März, dem 15. März oder dem 1. April nach der Schonzeit wieder nachstellen.

Und die Fische sind hungrig, sodass man beim Angeln im März keine ausgefallenen Köder braucht, um sie zu fangen. Ein Spinner fängt, genauso wie ein Streamer, ein Softbait oder eine kleine Goldkopfnymphe. Letztere bringt auch noch in extrem kaltem Wasser die Forellen an den Haken.

Bachforelle in der Hand eines Anglers

Bild: A. Volz

Beim Angeln im März sind an vielen Gewässern die Bachforellen wieder frei.

Seeforelle in den Alpenseen

Wie auch den Meer- und Bachforellen ergeht es ihren verwandten Forellenfreunden im Süden des Landes. Der Stoffwechsel der Seeforellen läuft nun bei Wassertemperaturen von 8 bis 12 Grad auf Hochtouren und sie starten das Fressen. Auflandiger Wind, ein wenig Trübung und Futterfisch in unmittelbarer Umgebung machen somit auch einen Versuch vom Ufer beim Angeln im März zu einer lohnenswerten Tour. Außerdem sinkt der Angeldruck, weil zeitgleich an vielen Seen die Renken-/Felchensaison beginnt.

Eine Seeforelle vom Ufer zu fangen, das ist im März durchaus möglich! Foto: D. Luther / Petri-Heil

Bild: D. Luther

Eine Seeforelle vom Ufer zu fangen, das ist im März durchaus möglich!

Angeln im März: Frühe Friedfische fangen

Ende Februar/Anfang März sind je nach Witterung schon gute Weißfischfänge möglich. Allerdings muss das Gerät fein aufeinander abgestimmt sein. Was braucht man? Kleine Matchrollen, z.B. mit der Stroft ABR von Waku bespult als Hauptschnur, sind jetzt perfekt. Die 0,18er Monofile ist sehr weich, hat eine perfekte Tragkraft und ist äußerst abriebfest.

Dann fehlt nur noch eine kleine Pose, ein paar kleine Schrotbleie und ein 0,14er Vorfach (auch gern ebenfalls aus der Monofilen von Stroft). Das Vorfach sollte im klaren, kalten Frühjahrswasser möglichst nicht zu sehen sein. Bleibt nur noch der Haken, zum Beispiel der „Kaizen“ von Guru.

Einzelteile der Friedfischmontage zum Angeln im März

Bild: André Pawlitzki

Das braucht man für die Posenmontage: 0,18er Hauptschnur, Posenadapter, Pose, Bleischrote und Haken. Der Posenadapter ist ein besonders praktisches Hilfsmittel, das das Wechseln der Pose schnell und ohne Zerschneiden der Schnur ermöglicht.

So läuft der Ansitz

Die Pose wird in einem Posenadapter zwischen zwei Gummistoppern auf der Hauptschnur gehalten. So kann man die Pose mit nur einem Handgriff auf eine schwerere oder auch leichtere Version wechseln. Als Gewässer kommen kleine, flache Altarme von Flüssen infrage, in denen schon die ersten Sonnenstrahlen das Wasser so weit erwärmen, dass die Fische wieder fressen. Als Köder kommen Maden, Teig, kleine Rotwürmer und Dosenmais zum Einsatz – und zwar genau in dieser Reihenfolge.

Die Pose wird so austariert, dass das Vorfach 5 cm am Grund aufliegt. Jetzt im frühen Frühjahr ziehen die Flossenträger nämlich einen stationären Köder einem bewegten vor. Ohne Anfüttern läuft beim Friedfischangeln nichts. Ende Februar ist das Wasser aber noch kalt und die Fische sind schnell gesättigt. Entsprechend wenig darf gefüttert werden: Zwei Hände voll Futter reichen als Eingangsfütterung völlig aus.

Angler mit Rotauge im März

Bild: Thomas Pruss

Solche fetten Rotaugen versilbern einem buchstäblich den Angeltag.

Angeln auf Aland im März

Wenn man Maden ins Futter gibt und eine Futterspur legt, die man mit der Bolorute und der treibenden Pose abangelt, lassen sich große Alande an den Haken bringen. Lassen Sie die Montage bis über den Futterplatz treiben, denn gerade die großen Alande stehen oft am Ende der Futterspur und lassen sich die freigespülten Maden schmecken. Man könnte also sagen: Je weiter die Pose abgetrieben ist, desto eher besteht die Chance auf einen großen Aland.

Schöner Aland im Kescher

Bild: Waldemar Krause

Am Ende der Futterspur warten die dicksten Alande.

Was ist der beste Köder fürs Angeln im März?

Köder des Monats März ist auf jeden Fall der Wurm! Dicke Barsche, Alande, Döbel, Karpfen oder sogar schon eine Schleie: Im März fängt der Wurm viele verschiedene Fische.

Reisetipp für Angler: Norwegen!

Angeln in Norwegen? Und das im März? Ganz genau! Nun zieht nämlich der Skrei, eine Großdorsch-Art, in Küstennähe. Wagemutige Angler versuchen ihr Glück mit großen Gummifischen, was sich mehr als auszahlt. Das Angeln auf Skrei ist ein Abenteuer, das ich nur empfehlen kann.

Großer Köder, großer Fisch. Diese Rechnung geht beim Skrei in der Regel auf, denn diese großen Dorsch jagen im Freiwasser andere Fischarten. Foto: M. Arnham

Bild: M. Arnham

Großer Köder, großer Fisch. Diese Rechnung geht beim Skrei in der Regel auf, denn diese großen Dorsch jagen im Freiwasser andere Fischarten.

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Die neuesten Kommentare

17.03.2023 09:28:09
..........mal sehen, was heute geht....... gruß degl
zu den Kommentaren

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+ BLACK MAGIC FEEDERSET

Cover der AngelWoche 07/2026: Auf die Satzis, fertig, los!

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