Insiderwissen zum Angeln im April

Der April ist ein Top-Monat zum Angeln! Wir zeigen Dir, welche Fische jetzt besonders gut zu fangen sind – und mit welchen Methoden Du Erfolg hast.

Florian Pippardt mit dickem Spiegelkarpfen beim Angeln im April

Bild: Florian Pippardt

Mal einen richtig schweren Karpfen zu fangen, wie Florian Pippardt hier zeigt – das ist beim Angeln im April sehr gut machbar!

Im April erleben wir oft die ersten warmen Tage im Jahr, und auch unter Wasser tut sich jetzt einiges. Viele Fischarten werden mit den steigenden Temperaturen aktiv! Auf manche Fische lohnt sich das Angeln im April aber ganz besonders. Teils, weil sie gut beißen – und teils, weil es Spaß macht sie zu beangeln!

Das geht im April:

  1. Renke, Maräne, Felchen
  2. Schleie vor den Füßen
  3. Große April-Brassen fangen
  4. Auf starke Bachforellen
  5. Top-Zielfisch: Karpfen!
  6. Im April auf Wels angeln

Renke, Maräne oder Felchen

Im April und im Mai zieht es viele Felchen in Ufernähe. Die Wassertemperatur behagt ihnen und der Tisch ist reich gedeckt. Intensive Schlüpfe von Zuckmücken, Eintags- und Köcherfliegen und Flohkrebse bieten ein üppiges Buffet.

Das gäbe es hier eigentlich während des ganzen Sommerhalbjahrs, doch sobald die magische Grenze von 16 Grad bis 17 Grad erreicht wird, fühlen sich die Fische unwohl und ziehen sich in kühlere Tiefen zurück. Solange die Felchen in 2 bis 5 m Wassertiefe unterwegs sind und gierig fressen, ist das ein Rezept für exquisite Fischerfreuden beim Angeln im April!

Felchen in einem Kescher

Bild: D. Suter

Felchen (bzw. Renken oder Maränen) sind im Frühling so flach zu fangen wie sonst das ganze Jahr lang nicht.

Sie reagieren in der Regel gut auf überzeugende Imitationen an der Hegene. Im flachen Wasser wehren sich die kraftstrotzenden Silberlinge mit furiosen langen Fluchten. Manchmal springen sie sogar! In dieser Situation ist der Felchenzapfen (eine spezielle Pose) mit deutlichem Abstand zum Boot oft erfolgreicher als das vertikale Zupfen.

Schleie: Mit der Pose vor den Füßen

Schleien ziehen oft näher am Ufer entlang als man denkt. Vor allem an Stellen mit Baumwurzeln, Seerosen oder Schilf patrouillieren die hübschen Fische mit den roten Augen auf der Suche nach Nahrung entlang. Wer hier ein paar zerschnittene Würmer und ein wenig Maulwurfserde einwirft, muss beim Angeln im April meist nicht lange auf einen Biss warten.

Schleie am Haken

Bild: O. Portrat

Schleien bevorzugen Bereiche mit Seerosen oder Baumwurzeln.

Ein guter Köder ist dann ein Mistwurm, den man einmal in der Mitte durchsticht. Als Bissanzeiger kommt eine feine, transparente Pose mit roter Antenne zum Einsatz. Auch beim Posenangeln auf Schleie eignet sich ein feines, weiches, geflochtenes Vorfach, weil dieses im Wasser natürlicher wirkt als steiferes Monofil und weniger bei der Köderaufnahme stört.

Große Brassen beim Angeln im April

Zu keiner Zeit kann man so große Brassen fangen wie im April. Der Grund: Die Kapitalen stehen kurz vor der Laichzeit und kommen nur zu dieser Zeit in Ufernähe. Mit Mais und kleinen Pellets lassen sich die Fische an einen Futterplatz locken, wo man sie mit der Match- oder Posenrute beangeln kann. Bitte verwenden Sie kein zu leichtes Gerät, denn die großen „Schlachtschiffe“ wissen sich kräftig zu wehren.

Angler mit schönem großem Brassen

Bild: W. Krause

Dicke „Vor-Laich-Brassen“ sind so schwer wie sonst nie im Jahr.

Da nicht alle Fische eines Gewässers zur gleichen Zeit ablaichen, besteht jederzeit die Chance, eines der kapitalen Exemplare an den Haken zu bekommen. Dieser wird in Größe 6 mit drei Maiskörnern beködert. Wundern Sie sich nicht, wenn der Fisch bei seinen ersten Fluchten Schnur von der Rolle nimmt, denn der Fortpflanzungstrieb verleiht den Fischen Bärenkräfte. Entsprechend habe ich beim Angeln auf Brassen im April eine 0,25er Hauptschnur auf der Rolle.

Bachforellen stehen gut im Futter

Normalerweise beginnt die Saison für Bachforellen am 15. März, doch erst im April haben die Fische einen guten Konditionsfaktor erreicht und sehen im sich nun erwärmenden Wasser nicht mehr so mager wie „Feuerwehrschläuche“ aus. Im Bach kann man ihnen mit Miniwobblern, aber auch mit Spoons nachstellen. Damit untermaßige Fische nicht verangelt werden, sollte man die Drillinge von den Ködern entfernen und sie durch Einzelhaken ersetzen. Auch das Hakenlösen funktioniert so am besten.

Spoons in freier Wildbahn

Spoons, also leichte Löffelblinker, die eigentlich zum Angeln im Forellensee gedacht sind, lassen sich jetzt zu Beginn der Forellensaison im April auch bestens beim Angeln in kleinen Forellenbächen einsetzen. Die Forellen haben abgelaicht und sind nun in bester Beißlaune, um sich die verbrauchten Energiereserven wieder anzufressen. Sie attackieren den kleinen sich hin- und herbewegenden Löffel in den ersten zwei Wochen nach Saison-Öffnung (15. März oder 1. April) vehement und man braucht häufig keinen Anhieb zu setzen, wenn man den Fisch einfach in die weiche Rute laufen lässt.

Spoons und Bachforelle

Bild: E. Hartwich

Auch fernab des Angelsees, in freier Wildbahn, sind Spoons erstklassige Forellenverführer.

Zum Angeln mit Spoons kommen typischerweise leichte (UL-) Spinnruten mit Wurfgewichten von 3 bis 6 Gramm zum Einsatz, kombiniert mit einer kleinen 500er bis 1000er Rolle. Vor die 0,06 bis 0,08er geflochtene Hauptschnur wird ein mindestens ein Meter langes Fluorocarbonvorfach geschaltet (z.B. mit einem Slim Beauty oder doppelter Grinner), an dessen unterem Ende ein kleiner Snap angeknotet wird. In diesen wird dann der Spoon eingehängt.

Die Köderführung ist übrigens einfach: Nach dem Auswerfen beginnt man bei nach unten gehaltener Rute mit dem gleichmäßigen Einholen, wobei der Blinker verführerisch hin und her wackelt. Da Spoons meist nicht mehr als 5 Gramm wiegen, lohnt es sich nicht, den Blinker stromab zu werfen und gegen die Strömung einzuholen. Durch die Strömung wird der Spoon bis kurz unter die Wasseroberfläche hochgedrückt und läuft nicht mehr im Sichtfeld der Fische. Wo möglich, sollte man watend stromauf werfen und den Köder auf sich zu taumeln lassen. Wenn Sie ein Erschlaffen der Schnur, oder einen deutlichen Ruck spüren, wird es Zeit für den Anhieb.

Fliegenfischen auf Bachforellen

Wer mit der Fliege auf die Bachforellen angelt, kommt mit Woolly Buggern bestens zurecht. Herausfinden muss man nur, auf welches Farbmuster die Forellen aktuell stehen. Daumenregel: Bei klarem Wasser grau/hellbraun, bei trübem Wasser schwarz mit Fluo-Akzenten.

Angeln im April: Es ist Karpfenzeit!

Im April kann man die ersten Ansitze auf Karpfen planen. Ideal ist, wenn die Temperaturen ein paar Tage gleichbleibend über der 10°C-Grenze liegen, damit die Karpfen sicher Futter aufnehmen. Ab 8°C Wassertemperatur geht es wieder los – noch besser werden die Chancen bei Erreichen der 10°C oder gar 12°C-Marke.

Angler präsentiert einen Spiegelkarpfen

Bild: Florian Pippardt

Beim Angeln im April erwacht das Gewässer. Karpfen lassen sich nun mit verschiedenen Montagen fangen.

Sobald die Sonne ein paar Tage warm vom Himmel scheint, zieht es die Karpfen ins flachere Uferwasser auf der Suche nach Nahrung. Das können wir uns zunutze machen und die hungrigen Fische mit der Posenrute oder dem Method-Futterkorb in Tiefen bis einem Meter beangeln. Am einfachsten geschieht dies mit einem Stück Bifi oder einem Micropellet am Haken. Gute Stellen sind vor flachen Schilfkanten oder vor aufkommenden Seerosenfeldern.

Im Frühjahr maßvoll füttern

Wichtig ist nun, dass man nicht zu viel Futter im Gewässer verteilt, sondern auf möglichst kleinem Raum seine Futtergaben ausbringt. Die bestehen aus kleinen 2mm Pellets, ein wenig Hanf und ein paar Maiskörnern, die von einem dunkelfarbigen Futter nach Zugabe von Wasser zusammengehalten werden. Zwei bis drei Futterballen dieser Mischung genügen für eine Rute. Das reicht, um die Karpfen zu locken – und damit sie, wenn sie erst ins Fressen gekommen sind, auch unseren Köder nehmen. Der besteht aus einem 6-Millimeter-Pellet, der mit einem Pelletspeer an der Method-Feeder-Montage angeboten wird.

Micropellets fürs Angeln im April

Bild: André Pawlitzki

Früh in der Saison darf es gerne ein wenig auffälliger hergehen. Probieren Sie ruhig einmal verschiedene Farben bei den Ködern.

Welche Farbe am besten fängt, muss man ausprobieren. Generell liegt man mit Gelb und Orange selten falsch, weil die Fische im Frühjahr oft gut auf grelle Farben reagieren. Hat sich nach einigen Wochen der Angeldruck auf die Karpfen erhöht, nehmen die Fische eher gedeckte Farben wie Dunkelrot, Braun aber auch Schwarz oder Weiß. An der Posenrute machen sich auch Maiskörner, Teig oder Maden als Köder gut.

Ob Method-Feeder oder Pose: Ganz wichtig ist es im Frühjahr, dass man sich am Wasser leise verhält und sich bietende Deckung nutzt, damit man nicht die im Flachwasser fressenden Karpfen verscheucht.

Zwei Schuppenkarpfen und eine Pose

Bild: H. Jagusch

Auch mit der Pose lassen sich die halbstarken Karpfen überlisten. So früh im Jahr schon ein paar Drills erleben – Anglerherz, was willst du mehr?

Dicke Frühjahreskarpfen

Die Chancen sind jetzt auch sehr gut, mal einen richtig großen und schweren Karpfen zu erwischen. Das gelingt gezielt mit auffälligen Pop-Ups mit einer Handvoll Futter im flachen Wasser. Wer es auf die größeren Karpfen im See abgesehen hat, greift besser zu klassischen Festbleimontagen. Insbesondere bunte Pop-Ups, angeboten ohne Beifutter (um keine Brassen anzulocken und um keine Unruhe zu schaffen), sollten Sie nun im Flachwasser platzieren.

Am besten, wenn Sie die Karpfen vorher entdecken konnten. An ruhigen Tagen sieht man ihre Rückenflosse und ihren Buckel aus dem Wasser ragen, manchmal rollen oder springen sie sogar. Kurze Vorfächer von 10-15 cm Länge sind im Frühling, wo die Fische sich noch nicht schnell bewegen oder fressen, empfehlenswert, um Fehlbisse zu vermeiden.

Methode des Monats: Mit Chod-Rig angeln im April

Das Chod-Rig hat die Karpfenszene revolutioniert: Es fliegt im Wurf bis zum Horizont, ist verwicklungssicher und ideal, um Pop-Ups für neugierige Frühjahrskarpfen zu präsentieren. Selbst bei weichem Untergrund oder etwas Bodenkraut. Das Frühjahr hat so seine Tücken. Auch, wenn die Wasserfläche nun wieder eisfrei ist und erste Sonnenstrahlen Frühlingsgefühle aufkommen lassen: Die Wassertemperaturen liegen oft noch im ein- oder niedrigen zweistelligen Bereich. Das bedeutet, dass die Karpfen noch nicht wieder ihren vollen Appetit entwickelt haben. Weniger ist mehr – besonders aktuell!

Chod-Rig über Krautfeld

Bild: BLINKER/M. Ziegler

Beim angeln in und über Krautfeldern ist ein Chod-Rig mit einem Pop-Up-Boilie unschlagbar – egal ob auf Schleien oder Karpfen.

„Weniger ist mehr“ bezieht sich hierbei allerdings nur auf die Futtermenge. Ein paar einzelne Boilies, rund um die Montage per Wurfrohr eingebracht, oder ein kleiner PVA-Beutel genügen. Es geht auch ganz ohne Beifutter und nur mit Single-Hookbait. Was allerdings immer einen Versuch wert ist, ist der Einsatz bunter Pop-Ups. Mit einem auffälligen 15er „Poppy“ machen Sie nur selten etwas falsch. Nach dem langen Winter sind die Fische wenig Angeldruck ausgesetzt gewesen und reagieren oft neugierig auf die farbenfrohe Gabe. Perfekt präsentiert wird das Ganze mit dem Chod-Rig.

Auf Wels angeln im April: Giganten auf Nahrungssuche

Der April gehört, wie das Frühjahr allgemein, zu den guten Monaten zum Welsangeln. Die Wasser- und Lufttemperaturen klettern langsam an die 10-Grad-Marke heran und die Welse müssen sich nach dem Winter wieder Futterreserven für die vor ihnen liegende Laichzeit anfressen. Im April kann es also schon vorragend laufen!

Die Welse folgen nun den Weißfischen ins Flachwasser, das sich schon nach einigen Sonnentagen erwärmt. Auch bei Frühjahrshochwasser kommen die großen Welse in die Uferzone, um hier auf Beute zu warten. Beste Köder sind Tauwurmbündel und Tintenfische. Wer keine Schonzeiten beachten muss, kann (besonders bei Hochwasser) auch einmal einen Versuch mit Spinnködern wagen.

Solche Welse beißen bestens im April. Da die Fische gut auf Würmer ansprechen, spielt auch die Raubfisch-Schonzeit keine große Rolle.

Bild: M. Müller

Solche Welse beißen bestens im April. Da die Fische gut auf Würmer ansprechen, spielt auch die Raubfisch-Schonzeit keine große Rolle.

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