Steckbrief Schleie

Vor allem in sehr flachen Torfstichen werden sie von frühlingshaften

Schleien lieben Wärme. Ein Ansitz ist daher im Frühjahr, Sommer und Herbst am erfolgversprechendsten. Trotzdem werden manchmal im Winter Schleien erbeutet.

Aber die richtige Schleienzeit beginnt erst mit den Frühlingstagen. Wenn tags die Sonne heizt und ein leichter Wind das warme Oberflächenwasser in eine flache Bucht drückt, darf man dort ab Mittag bis in den frühen Abend hinein mit Schleien rechnen.  Sobald keine Nachtfröste mehr drohen, sind die Schleien nach warmen Tagen bis tief in die Nacht hinein und am nächsten Morgen schon weit vor Sonnenaufgang aktiv. Bevorzugte Freßplätze finden sich in flachen Buchten mit aufkommendem Krautwuchs, an Mündungen kleiner Wiesengräben und an Schilfkanten.
Ist im Mai oder Juni das Wasser 18 bis 20 Grad Celsius warm, beginnen die Schleien in mehreren Etappen zu laichen. Sie ziehen in kleinen Trupps durchs Flachwasser, reagieren auf Störungen oft überhaupt nicht und scheinen auch kein Futter aufzunehmen. Das Gute daran aus Anglersicht: Man bekommt einen Einblick in die Größe seines Schleienbestandes. In kalten Sommern kann sich das Ablaichen bis Juli, manchmal sogar in den August hinziehen.
Danach sind die Schleien im sommerwarmen Wasser wieder gut an den Haken zu bringen. Das Problem: Inzwischen haben sich die Kraut- und Seerosenbetten voll entwickelt. Es gibt Gewässer, in denen die Schleien zu dieser Zeit praktisch nicht zu fangen sind, weil sie nur im dicksten Kraut fressen und das Freiwasser höchstens zum Stellungswechsel aufsuchen. Wo es erlaubt ist, sollte sich der Angler zu dieser Zeit im Kraut kleine Futterplätze freijäten. Geht das nicht, sind natürliche Lücken im Kraut oder der Rand von Seerosenfeldern die allererste Wahl.
Die Schleien sind im Sommer vor allem während der Morgen- und Abenddämmerung an den Haken zu bringen. An verhangenen, warmen Regentagen beißen Schleien jedoch nicht selten ganztägig und bescheren dem Angler dann Traumfänge. Der Herbst ist die Zeit der schweren Schleien. Mit sinkenden Temperaturen beginnen die Fische nochmals intensiv zu fressen. Jetzt lohnen Angelversuche mitunter an den tiefsten Stellen des Gewässers überhaupt. Vor allem im Altweibersommer trifft man die Fische noch bei verspäteten Visiten in absterbenden Krautbetten oder an Schilfkanten.

Wetterumschwüngen aus ihrer Winterruhe geweckt; in Fließgewässern hat

Wetterumschwüngen aus ihrer Winterruhe geweckt; in Fließgewässern hat

Wie und womit Schleien sind schwierig. Das sprichwörtliche minutenlange Zuppeln an der Pose hat schon manchen Angler zur Verzweiflung gebracht. Dagegen helfen in flachen, klaren Gewässern durchsichtige Posen (engl. Crystals) und das Hochschieben der Bebleiung bis an den Schwimmer. Wer einen dicken Tauwurm als Köder und ein Pilotkügelchen als Bißanzeiger einsetzt, kann auf Blei auch ganz verzichten.
Überraschend effektiv sind Bibberspitze und Schwingspitze in Kombination mit leichten Grund- oder Stehaufbleien, die in ein Laufröhrchen eingehängt werden. Dieses Gerät erlaubt kleine Köder vorausgesetzt einen Sofortanschlag, und das beim Posenangeln nervende Nibbeln entfällt. Wer feinste Bibberspitzen einsetzt, wird anfangs sogar überrascht sein, zu welch brutalen Bissen die angeblich so vorsichtigen Schleien fähig sind.
Bei der Auswahl der Köder sollte die Fleischeslust der Schleien berücksichtigt werden. Ein Bündel kleiner, quicklebendiger Mistwürmer auf einem kurzschenkligen 10er Haken ist beinahe unfehlbar. In Gewässern mit großen Schleien fängt ein dicker Tauwurm aber oft besser, weil er für weniger Kleinfischbisse sorgt. Wichtig bei der Wurmangelei ist das gelegentliche Bewegen (Zupfen) des Köders. Zum einen läßt sich so manche Schleie zu einer unvorsichtigen Attacke hinreißen, zum anderen können sich vor allem Rotwürmer dann nicht auf Nimmerwiedersehen im Schlamm verkriechen. Gibt es nicht allzuviele Weißfische, sind auch Maden ein exzellenter Köder vor allem im Sommer, wenn den Schleien die Hitze auf den Magen schlägt. Nicht zu vergessen: Schleien mögen Wasserschnecken. So hat sogar eine den Namen Schleischnecke (Bythinia tentaculata) erhalten.
Neben diesen Standardködern sollte aber eines nicht vergessen werden: Schleien sind Überlebenskünstler und deshalb immer in der Lage, neue Nahrungsquellen zu erkennen und zu erschließen. In Gewässern, in denen viel auf Karpfen geangelt wird, werden auch die Schleien gezielt mit Boilies gefangen. Allerdings empfehlen Spezialisten dafür ein wesentlich längeres Vorfach als beim Karpfenfang.

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