Insiderwissen zum Angeln im August

Der August ist ein exzellenter Monat zum Angeln. Zander und Aale, Rotfedern und Karpfen lassen sich jetzt beispielsweise erbeuten. Außerdem lohnt sich im Hochsommer immer ein Angelurlaub in Norwegen!

Aal an einer Laufbleimontage mit Futterkorb

Bild: Christian Wienecke

Die Laufbleimontage kann man auch mit einem Futterkorb kombinieren. Mit Fischstückchen befüllt ergibt sich so eine enorme Duftwolke, die dem Aal den Weg zum Köder weist.

Es ist Hochsommer! Doch obwohl man sich manchen heißen Tagen am liebsten ein schattiges Plätzchen sucht, lohnt es sich, im August zum Angeln zu gehen. Einige heimische Fischarten, wie zum Beispiel Döbel, Graskarpfen oder Zander lassen sich in diesem Monat besonders gut fangen. Wer der Hitze entkommen will, verbringt den August dagegen lieber im Norden, zum Beispiel in Norwegen. Wir stellen die Highlights des Angelmonats vor.

Das geht im August

  1. Zander: Hundszähne an Hundstagen
  2. Köder-Tipp des Monats: Mit Fetzen erfolgreich!
  3. Rotfedern beißen im Hochsommer
  4. Unterschätztes Karpfenangeln im August
  5. In Norwegen auf Leng und Pollack

Zander: Hundszähne an Hundstagen

Im August herrscht in vielen Gewässern oft eine Fangflaute. Doch wer sein Angeln in die Nacht verlegt, darf mit tollen Zandern rechnen. Es gibt für mich kaum etwas Schöneres, als den Zandern in lauen Augustnächten nachzustellen.

Zander auf Wobbler beim Angeln im August gefangen

Bild: Blinker

Zander lassen sich von August bis November hervorragend fangen!

Flach und gemächlich zu den Stachelrittern

Die Außentemperaturen sind angenehm und die Zander kommen im Schutze der Dunkelheit bis in 50 cm flaches Wasser, wo sie in die Kleinfischschwärme einbrechen. Hier lassen sie sich mit flachlaufenden Wobblern beim Nachtangeln fangen. Oft beißen sie direkt unter der Rutenspitze und jagen einem Einsteiger einen enormen Schrecken ein.

Das Schöne an den nur maximal ein Meter tief laufenden Wobblern: Man kann die Wobbler auch über der Steinpackung fischen, wo die Zander Köderfische, wie zum Beispiel Grundeln jagen, und hat so beste Chancen, gleich mehrere der Räuber zu erwischen. Wichtig ist, dass man Wobblermodelle verwendet, die keinen allzu aggressiven Lauf haben. Die Köder sollten möglichst gleichförmig durchs Wasser gleiten.

Weißer Wobbler an einer Spinnrute

Bild: Florian Pippardt

Flachlaufende Wobbler, die schon bei geringstem Zug anfangen zu spielen, sind das Mittel der Wahl. Die Ruten dürfen auch gerne etwas weicher und kürzer ausfallen als beim Jiggen – viele Gummifischruten können aber beides.

Im August über der Packung angeln

Ohne Licht können die Fische den Köder fast ausschließlich über ihre Seitenlinie orten. Harte Twitchbewegungen sind deshalb fehl am Platz. Auch die Einholgeschwindigkeit sollte sehr gemächlich ausfallen. Eine so unaufgeregte Führung mögen die Zander, die dann den Wobbler von unten attackieren. Wenn der Köder mit drei Drillingen bestückt ist, hängen die Zander in der Regel am Bauchdrilling. Alternativ zum Wobbler funktionieren auch Jerkbaits sehr gut. Das sollten aber Modelle sein, die man einfach nur einkurbelt, wie der Westin Swim.

Noch ein Rat: Gehen Sie nachts nie alleine ans Wasser, sondern immer mit einem Kollegen. Auch sollten Sie immer eine Kopflampe und griffige Schuhe tragen – insbesondere glitschige Steinpackungen werden nachts schnell zu echten „Knöchelbrechern“.

Köder-Tipp beim Angeln im August: Fetzen fetzt!

Einer der besten Köder, die man im August anbieten sollte, ist ganz klar der Köderfisch. Ob Ukelei, Rotauge oder auch ein kleiner Barsch: Vor allem Zander und Aal freuen sich über jedes Angebot! Als Köfi-Angler darf man jetzt mit spannenden Bissen und leckeren Fängen rechnen. Fischfetzen sind dabei oft noch wirkungsvoller, da besonders viel Geruch von ihnen ausgeht.

Wer sich mit Aalen und Zandern gleichzeitig anlegen will, braucht nur eine einzige Montage. Mit ihr lassen sich Fetzenköder verlockend anbieten. Die Meisten beangeln Aale und Zander mit Wurm bzw. ganzen kleinen Köderfischen. Vielfach in Vergessenheit geraten ist allerdings der Fischfetzen, der von beiden Räubern gern genommen wird. Einen solchen kann man sich auch aus einem größeren Weißfisch schneiden, wenn man keine geeigneten kleinen Köderfische zur Hand hat.

Zander auf Fischfetzen

Bild: M. Wehrle

Auch für Zander muss es kein ganzer Köfi sein – Fetzen fangen mindestens genauso gut!

Was macht den Fetzenköder so erfolgreich? Vor allem ist es sein Geschmack, der Aal und Zander mundet. Deshalb wird er auch meist vehement genommen, solange die Räuber keinen Widerstand spüren. Des weiteren spielt ein Fischfetzen schön in der Strömung und gibt eine solide Wolke an Aminosäuren ab. Allerdings wird ein Fetzen auch schnell ausgespült, sodass man ihn jede Stunde austauschen sollte, um seine Fängigkeit optimal zu erhalten. Ein weiterer Vorteil: Ein Fetzen hält gut am Haken und kann sofort fassen, weil die Hakenspitze freisteht.

DIE Montage für Zander UND Aal

Die Montage ist ganz einfach. Man zieht ein Anti-Tangle-Röhrchen als Abstandhalter auf die Hauptschnur, dann folgt auch schon ein Wirbel. Ganz wichtig: Die längere Seite des Röhrchens weist zur Hauptschnur, die kürzere, auf der sich auch der Einhänger für das Blei befindet, zum Wirbel. In den Wirbel wird am unteren Ende das rund 50 bis 70 Zentimeter lange Vorfach eingehängt.

Am Vorfach befindet sich ein Einzelhaken, der so zweimal durch den Fetzen gestochen wird, dass die Hakenspitze oben aus dem Fetzen herausschaut. So kann man schnell anschlagen, sobald der Bissanzeiger einen Anfasser signalisiert. Was die Bebleiung angeht, nimmt man am besten ein Kugelblei, welches für die Situation geeignet ist. Im Stillwasser kommt man manchmal schon mit einer 15-Gramm-Kugel zurecht. In großen Flüssen muss man hingegen auch mal mit Bleien bis 80 Gramm fischen, damit die Laufbleimontage am Platz liegen bleibt.

Laufbleimontage mit Fischfetzen

Bild: W. Krause

Simpel und gleich doppelt effektiv: Einem Fetzen an der Laufbleimontage können weder Aale noch Zander widerstehen.

Wer mit noch mehr Fischgeruch arbeiten möchte, kann auch einen Futterkorb statt eines Bleis einsetzen. Dieser wird dann mit zerhacktem Fisch gefüllt. So geht von dieser „Geruchsbombe“ eine enorme Lockwirkung aus, welche die eines einzelnen Fetzens weit übersteigt.

Übrigens: Auch im Salzwasser kann man den Fetzenköder an der Laufbleimontage gut auf Plattfische und alle möglichen anderen Meeresräuber einsetzen.

Rotfedern beißen beim Angeln im August

Sie ist einer unserer schönsten Fische, die Rotfeder mit ihrem oberständigen Maul und dem goldenen Schuppenkleid. Wie die Maulstellung schon andeutet, nimmt die Rotfeder vor allem Nahrung in dem oberen Drittel der Wassersäule auf. Entsprechend lassen sich Rotfedern ebenfalls mit Brotflocken an der Oberfläche fangen. Als Wurfgewicht dient ein schwimmender Sbirolino, unter den im Abstand von 1,50 m der Köder geschaltet wird.

Angler mit Rotfeder

Bild: André Pawlitzki

Rotfedern sind wunderschöne Fische. Als Köder sind Brot und Maden eine gute Wahl.

Doch auch mit Maden lässt sich ein Rotfederschwarm erfolgreich „lichten“, vor allem, wenn die ausgemachten Fische erst einmal daran gewöhnt sind. Dazu werden in regelmäßigem Abstand mit der Futterschleuder Maden ins Wasser geschossen. Die Rotfedern werden darauf reagieren und futterneidisch hin- und herschießen. Jetzt konsequent sein und weiterfüttern.

Wer jetzt bereits anfängt zu angeln, fängt vielleicht ein oder zwei Fische, bevor der Schwarm Verdacht schöpft. Manchmal muss man eine ganze Stunde lang Maden einschießen, denn je futterneidischer die Rotfedern, desto eher lassen sie sich fangen. Erst nachdem man die Fische mit 1,5 Litern Maden „scharf“ gemacht hat, kommt ein Haken, beködert mit einer oder zwei Maden ins Wasser. Oft wird der Köder schon im Absinken genommen, was man daran erkennt, dass die Pose sich gar nicht mehr aufstellt.

Unterschätztes Karpfenangeln

Der August, insbesondere das Ende des Monats, ist eine oft unterschätzte Zeit für gute Karpfenfänge. Wieso das Ende? Weil sich dann häufig schon der nahende Herbst ankündigt, die Temperaturen fallen langsam, und das merken Karpfen schnell. Sie werden aktiv und fressen, was das Zeug hält.

Angler mit goldenem Schuppenkarpfen

Bild: Florian Pippardt

Je kühler es im August wird, desto besser stehen die Chancen auf Karpfen.

Nicht so gut hingegen sind hochsommerliche Temperaturen; man sollte seine Erwartungen also an die Temperaturen im August anknüpfen. Je kühler, desto „karpfiger“. Nun fängt man Karpfen eher in etwas tieferem Wasser (3 bis 6 m). Füttere ruhig etwas mehr an; ein Karpfen vertilgt locker 500 g Boilies oder Partikel pro Tag.

Angeln in Norwegen: Der August ist ein Top-Monat!

Der August ist ein klassischer Urlaubsmonat. Während mancher sich aber am Strand durchbraten lässt, geht es für Angler in den Norden! Der August ist eine exzellente Zeit, um in Norwegen zu angeln. Hier fängt man alles, was das Anglerherz begehrt. In der Tiefe lassen sich zum Beispiel Heilbutt und Leng fangen, während in den flachen Uferzonen Makrele und Pollack beißen. Norwegen „fischt“ im August einfach klasse. Für großartige Fänge muss man übrigens nicht allzu weit in den Norden des Landes fahren: Auch in Südnorwegen liegen tolle Reviere, die eine Angelreise absolut wert sind.

Angler mit großem Leng

Bild: D. Figge

Lengs können zu echten Kolossen heranwachsen, kleinere Exemplare kommen auch flacher vor, die guten Fische aber in der Regel eher (weit) unterhalb der 100-Meter-Marke.

Leng: Sommer in der Tiefsee

Besonders zum Tiefseeangeln ist der August prädestiniert. Besonders in Süd- und Mittelnorwegen lauert in der Tiefe ein mächtiger Räuber: der Leng. Dieser Fisch erreicht bis zu 1,80 m und ca. 40 kg Gewicht. Wer es auf die besseren Exemplare abgesehen hat, sollte ab Tiefen von 100 Metern und tiefer angreifen. Besonders aussichtsreich sind dabei strukturierte Gründe, Abbruchkanten und Tiefsee-Korallenfelder.

Montage für das Angeln auf Leng im August: Stabpilker mit Doppelhaken-System

Bild: W. Krause

Weniger ist mehr: Ein schwerer Stabpilker mit kurzem Doppelhaken-System ist top für die Tiefseeräuber!

Wer sich mit großem Leng anlegen möchte, sollte die Ausrüstung nicht zu leicht wählen. Um auch mit schweren Blei-Gewichten angeln zu können, und, um große Fisch zu parieren, darf es ruhig eine 30-50 lbs-Rute sein. Auf der dazu passenden, robusten Multirolle sollten nicht weniger als 300 m Schnur sein – besser sind 400-600 m einer 0,20-0,30 mm Geflochtenen (ca. 15 kg Tragkraft). Wichtig ist, eine abriebfeste monofile Vorfachschnur nicht unter 0,90 mm (besser 1,0–1,2 mm) zu verwenden, denn der Leng hat scharfe Zähne. Mit großen Einzelhaken von 6/0–9/0 oder entsprechenden Circle-Hooks haben Lengs keinerlei Probleme.

Köder für das Angeln auf Leng im August

Die Haken werden am besten mit aromatischen Fischfetzen von Makrele oder Hering bestückt, als Alternative funktioniert aber auch Seelachs als Köder gut. Ein wenig selbstleuchtende Deko vor den Haken kann auch nicht schaden.

Makrele als Köder am Lengsystem

Bild: Rainer Korn

Makrelen sind durch ihr öliges Fleisch sehr aromatisch und daher die perfekten Köderfische in der Tiefe.

Übertreiben Sie es mit den Bauteilen aber auch nicht, denn Spinnerblätter, Schläuche usw. bieten Widerstand in der Strömung und dann sind schwerere Gewichte nötig, um die Montage unten zu halten. Eine einfache und sehr effektive Leng-Montage ist ein einfacher Stabpilker mit kurzem Doppelhaken-Vorfach und einem kleinen Leucht-Oktopus.

Pollacks von der Kante kitzeln

Lust auf leichtes und aktives Angeln? Gerade auf Pollack kann man mit einer gewöhnlichen Spinnausrüstung richtige Sternstunden und feiste Drills erleben! Süd-, West- und Mittelnorwegen sind die besten Ziele für diejenigen, die sich gerne mal mit dem Pollack anlegen möchten.

Der Steilkanten-Torpedo mit dem markanten Überbiss und der bronzefarbenen Flanke ist häufig ufernah zu finden – oft sogar nur zwischen 10 und 40 m Tiefe und am liebsten zwischen Tangbewuchs und überall dort, wo das Ufer steil abfällt, sowie an Unterwasserbergen. Pollackangeln geht also selbst ohne Boot, vom Ufer aus hervorragend. Und gerade an diesen genannten Spots punktet die Spinnrute.

Pollack beim Angeln im August in Norwegen gefangen

Bild: S. Uhl

Pollacks patrouillieren gerne an steilen Uferkanten entlang, ob man diese Spots lieber vom Boot oder vom Ufer beangelt, bleibt einem selbst überlassen.

Köder, Technik und Gerät für August-Pollacks

Was die Köder angeht, bleibt zu sagen: Pollacks lieben Gummi! Aber auch kleine Pilker sind oft mal einen Versuch wert. Die Technik ist dabei – sowohl mit dem Pilker als auch mit dem Gummifisch – angenehm einfach: Köder auswerfen, zum Grund sinken lassen und dann einfach in mittlerem Tempo wieder einkurbeln. Manchmal packen die Pollacks den Köder erst nur leicht, fassen dann aber auch häufig noch ein zweites oder drittes Mal zu. Angeschlagen wird erst, wenn die Rute sich ordentlich krümmt.

  • Jigköpfe zwischen 20 und 50 g
  • Pilker zwischen 30 und 70 g
  • ein, zwei Meerforellenblinker
  • schlanke Gummifische und Twister zwischen 9 und maximal 15 cm

Viele heimische Zandergummis sind auch auf Pollack top. Bei der Ausrüstung geht es auch ansonsten eher filigran her: Je nach Gewicht der Köder sind Spinnruten ab 50 g Wurfgewicht geeignet. Komplettiert wird das Pollack-Besteck mit einer Stationärrolle der Größe 3000-4000, die mit einer ca. 8-10 kg tragenden Geflochtenen bespult wird.

Köder Pollack Norwegen

Bild: W. Krause

Schlanke Gummifische, kleine Pilker oder auch mal ein Mefo-Blinker: Die Köderauswahl für Pollack bleibt recht überschaubar.

Als Schutz gegen Abrieb kommt noch ein langes Vorfach aus FC oder Mono von 0,40-0,50 mm mit einem Einhänger zum Köderwechseln vorneweg. Mit einem FG-Knoten wird die Verbindung von Geflecht zu Mono besonders schlank, sodass das Vorfach auch gerne mehrere Meter lang gebunden werden kann und man so immer gut vor unliebsamen Steinkontakten geschützt ist.

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