Steckbrief Zander – Wissenswertes zu den Glasaugen

Der Zander hat sich bei uns in den vergangenen Jahren zu einem Leitfisch gemausert, und vielleicht sollte man die Brackwasserregion nach ihm benennen. Hier erfahrt ihr Wissenswertes über den Raubfisch mit den Glasaugen!

Der Zander verfügt über eine sehr gute Sehleistung – den großen „Glasaugen“ sei Dank! Foto: Fotolia

Der Zander verfügt über eine sehr gute Sehleistung – den großen „Glasaugen“ sei Dank! Foto: Fotolia

Wissenswertes rund um den Zander

  • Max. Körperlänge: Weibliche Zander können Längen bis zu 120 cm und Gewichte von mehr als 15 kg erreichen, männliche Tiere bleiben meist etwas kleiner. Die Fische werden rund 15 Jahre alt.
  • Lebensraum: Seen, Flüsse, Kanäle mit relativ trübem Wasser und Bereichen, die eine feste Bodenstruktur aufweisen. Bei nicht allzu hohem Salzgehalt kommen sie auch im Brackwasser vor.
  • Herkunft: Ursprünglich stammen sie aus Osteuropa, inzwischen sind sie in ganz Europa verbreitet.
  • Fortpflanzung:  Weibliche und männliche Tiere sind nach 3 bis 5 Jahren geschlechtsreif. Sie laichen bei einer Wassertemperatur von 12 bis 15 Grad an flachen, hartgründigen Stellen. Pro Fisch werden bis zu 200.000 Eier abgelegt; die Larven schlüpfen nach einer Woche. Die männlichen Elterntiere betreiben Brutpflege und verlassen das Laichnest zwei Wochen nach dem Schlupf.
  • Nahrung: Anfangs ernähren sich die Fische von Zooplankton, bereits nach wenigen Monaten stellen sie Kleinfischen nach.
Wolgazander im Drill. Diese Fischart sollte unseren Gewässern entnommen werden. Sie unterscheidet sich vom heimischen Zander durch deutlich ausgeprägte Seitenstreifen, die bis zum Bauch reichen. Foto: O. Portrat

Wolgazander im Drill. Diese Fischart sollte unseren Gewässern entnommen werden. Sie unterscheidet sich vom heimischen Zander durch deutlich ausgeprägte Seitenstreifen, die bis zum Bauch reichen. Foto: O. Portrat

Zander fangen

Im Tidenbereich der großen Flüsse, aber auch in deren Mittellauf, ist der Zander zu einem der häufigsten und für Angler beliebtesten Fische geworden. Selbst in kleinen Flüssen und Seen ist er mittlerweile zu finden. Als vorzüglicher Speisefisch wird der Zander gern besetzt und paßt sich den unterschiedlichsten Bedingungen an. Durch Verschmutzungen und Überdüngung getrübtes Wasser stört den Nachträuber weniger als viele andere Fische – Hauptsache, es gibt viel Kleinfisch (z. B. Ukelei oder Stint). Zander leben und jagen im Schwarm, besser gesagt in kleinen Rudeln. Wo einer ist, sind die anderen oft nicht weit. Allerdings ist der Zander weit weniger an Unterstände gebunden als sein engster Nahrungskonkurrent, der Hecht. Er jagt gern im Freiwasser und fühlt sich im Gegensatz zum Hecht auch über glattem Sandgrund wohl. Vor allem an gr0ßen, stehenden Gewässern sind sie daher nicht immer leicht zu finden.

Die besten Fangplätze für Zander

Die besten Fangplätze im Fluß sind Vertiefungen in Buhnenkesseln, die Absätze der Steinschüttungen, Spundwände und Strömungskanten. In Seen muß man die üblichen fangträchtigen Plätze absuchen: Sandbänke, Unterwasserberge, versunkene Bäume und Felskanten. Unterholz braucht der Zander auch zum Ablaichen. Wo es nicht von Natur aus vorkommt, kann man durch versenkte Reisigbündel oder ähnliches Laichgründe schaffen und so für kostenlosen Zandernachwuchs sorgen. Bevor die Zander sich zum Laichen sammeln (April/Mai), kommt man als Angler selten zum Zug, weil die Gewässer noch zu kalt sind. Erst nach der Schonzeit (bis Mitte/Ende Mai) beginnt die Fangzeit, die über den Sommer und bis in den Spätherbst andauert. Je trüber der Tag, desto glänzender die Aussichten. Zander sind die richtigen Fische für Nacht- und Nebel-Aktionen, im wahrsten Sinne des Wortes: Das Nachtangeln auf die Fische ist immer einen Versuch wert!

Der lateinische Name für Zander lautet Sander lucioperca. Grafik: BLINKER

Der lateinische Name für Zander lautet Sander lucioperca. Grafik: BLINKER

Wie und womit auf Zander?

Jahrelang galt der Zander als besonders schwer zu fangen. Nur kleinste Köderfische, lebend an langen dünnen Posen angeboten, versprachen Aussicht auf Erfolg, nach langer Wartezeit und vielen Fehlbissen. Selbst in bekannten, guten Zandergewässern – und davon gab es bis weit in die 80er Jahre nur wenige in Deutschland – schien der Fisch zwischenzeitlich für Jahre verschwunden.

Das hat sich gründlich geändert, seit mit Twistern gefischt wird. Die Weichplastikköder, bei uns seit Anfang der 80er Jahre auf dem Markt, haben die Spinnfischerei zur Zandermethode Nr. 1 gemacht und den Nimbus vom unfangbaren Zander zerstört. Weiße und gelbe Einzel- und Doppelschwanz-Twister am roten Bleikopf machten den Anfang, später folgten größere Schaufelschwanz-Fischchen und moderne Farbmuster wie chartreuse (grüngelb fluoreszierend) oder rauchgrau mit feinen ­Silbersprengseln. Allgemein ist das Angeln mit Gummifisch jedoch zum Inbegriff des Zanderangelns geworden.

Zanderangeln bei Nacht verspricht aufregende Momente und erfolgreiche Fangaussichten. Foto: BLINKER/O. Portrat

Zanderangeln bei Nacht verspricht aufregende Momente und erfolgreiche Fangaussichten. Foto: BLINKER/O. Portrat

Ausgeklügelte Montagen zum Zanderangeln

Auch die Montagen wurden schnell komplizierter. Fischte man anfangs noch den Köder gefühlvoll, aber direkt an ca. 0,22er Hauptschnur über den Grund hüpfend, gab es bald spezielle Grundbleie und Bodentaster (Bottom Bouncer), die den Fangerfolg vor allem beim Bootsangeln steigerten. Dabei bewiesen Schleppangler in Dänemark und Holland, dass Zander beileibe nicht nur kleine Köder nehmen. Große, grellfarbene Schwimmwobbler an der Schleppangel haben sich als einer der besten Zanderköder erwiesen.

Nicht nur Köderfische sind mit der Plastikwelle ein wenig aus der Mode gekommen (aber nicht weniger fängig), auch der erfolgreiche Fischfetzen wird kaum noch benutzt. Nur am Spinnsystem (zum Beispiel dem Drachkovitch-System) hat sich der echte Fisch als Zanderköder behaupten können. Einen Zander erkennt man im Drill schnell an den charakteristischen Stößen, ähnlich denen des Barsches. Von kapitalen Exemplaren abgesehen kämpft der Fisch eher träge und ermüdet schneller als ein Hecht. Aber Vorsicht nach der Landung: Zander sind stachlig, nicht nur am Rücken, sondern auch an den Kiemendeckeln und auf den Schuppen.

Feingefühl ist gefragt!

Beim Fischen selbst verlangt der Zander ebenso viel Fingerspitzengefühl wie beim Abhaken. Der Biss ist vor allem in der kalten Jahreszeit oft schwer zu spüren. Experten fischen mit dehnungsarmen geflochtenen Schnüren. Muss man mit Hechtbissen rechnen, kann man eine Stahl-Spitze vorschalten. Das ist unauffällig genug, um keinen Zander zu verschrecken und hält einem Hechtbiss stand.

 Info zum Gerät für Zander

  • Die Rute zum Zanderangeln hat beim Spinnfischen meist eine Länge von 2,40 bis 2,70 Meter. Üblicherweise wird eine Rute mit einer Spitzenaktion verwendet, da der Jigkopf häufig nur bei Ruten mit starkem Rückgrat in das harte Zandermaul eindringt. Das Wurfgewicht unterscheidet sich je nach Strömung des Gewässers. Leichte Zanderruten haben üblicherweise ein Wurfgewicht von ca. 7-21 Gramm und schwere Ruten ein Wurfgewicht von ca. 30-100 Gramm.
  • Die Rolle sollte bestenfalls eine Stationärrolle mit Frontbremse sein und eine Größe von 2500 bis 4000 aufweisen. Beim Vertikalangeln eignet sich bei einer kürzeren Rute eher eine Baitcastrolle (kleine Multirolle).
  • Als Hauptschnur ist zum Spinnfischen eine geflochtene Schnur in einer Leuchtfarbe mit einem Durchmesser zwischen 0,12 bis 0,16 empfehlenswert (Tragkraft von ca. 9 Kilo). Eine Schlagschnur aus Fluorocarbon mit einer länge von 1-2 Metern sollte man ebenfalls in Erwägung ziehen, um bei einem Hänger für weniger Abrieb an Steinen zu sorgen.

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