Zanderköder: Mit diesen Tipps mehr fangen

Wer mehr fangen will, sollte seine Zanderköder dem Fressverhalten der Fische anpassen. Was für Fliegenfischer die normalste Sache der Welt ist, wird leider häufig von vielen Raubfischanglern ignoriert. Roy Vanstreels gibt Tipps für die richtige Wahl der Köder und mehr Zanderfänge.

Form, Farbe und Gewicht: Raubfisch-Experte Roy Vanstreels achtet bei der Köderwahl auf Feinheiten und passt sie dem Fress­verhalten der Zander an. Foto: BLINKER/ Roy Vanstreels

Form, Farbe und Gewicht: Raubfisch-Experte Roy Vanstreels achtet bei der Köderwahl auf Feinheiten und passt sie dem Fress­verhalten der Zander an. Foto: BLINKER/ Roy Vanstreels

Was die besten Zanderköder angeht, da hat jeder Angler so seine Meinung. Der eine schwört auf Gummi, der andere auf Hardbaits und der dritte hat mit Köderfischen Erfolg. Von den „sonstigen“ einmal abgesehen. Doch welche Farbe fängt wann am besten? Spielt die Ködergröße eine wichtige Rolle beim Zanderangeln? Diese und noch weitere Fragen möchten wir hier für Euch beantworten, damit dem Zanderfang nichts mehr im Wege steht.

  1. Zanderköder – Die Farben der Nacht

    Bei Einbruch der Dunkelheit gibt es häufig eine Phase, in der die Zander ihre Passivität ablegen und zur aktiven Jagd übergehen – dies geschieht oft innerhalb einer halben Stunde.  Mir ist aufgefallen, dass im Dunkeln tatsächlich die Farbe des Köders einen Unterschied macht. Beim Streetfishing sowie beim Angeln an Kanälen und Flüssen mit künstlich angelegten Ufern gibt es immer auch zumindest schwache Lichtquellen – Laternen, Brücken, Fähren, Arbeitsboote oder Schleusen. In den Abendstunden gibt es oft mehr Licht als wir annehmen.Ich weiß nicht, ob dies eine wasserdichte Erklärung ist. Aber ich weiß, dass die Farben der Zanderköder tatsächlich einen Unterschied ausmachen. Wo ich tagsüber oft mit Gelb- und Grüntönen fangen konnte, waren in der Dunkelheit plötzlich rosafarbene und rote Zanderköder erstklassige Fänger. Aber auch sie müssen im Dunkeln nicht immer die besten Farben sein. Die Moral von der Geschichte: Achtet in der Dunkelheit nicht nur auf die Größe und Aktion des Köders, sondern auch auf seine Farbe – vor allem, wenn irgendeine Form von Licht in der Nähe ist.

    Im Dunkeln kommt es nicht nur auf die Form und Größe des Zanderköders, sondern auch auf seine Farbe an. Foto: BLINKER/ Roy Vanstreels

    Im Dunkeln kommt es nicht nur auf die Form und Größe des Zanderköders, sondern auch auf seine Farbe an. Foto: BLINKER/ Roy Vanstreels

  2. Teuflische Invasion

    Es wurde schon viel über sie gesprochen, und auch hier kommen wir nicht drum herum: die Grundel. Einige Flüsse und Kanäle in Europa sind voll mit diesen kleinen Tyrannen. Vor allem Friedfischangler klagen über die Zustände an Fließgewässern. Kaum haben sie ihre Montage eingeworfen und der Köder den Grund erreicht, machen sich die kleinen Plagegeister über ihn her. Während andere Fischarten oft einen bevorzugten Standplatz im Fluss haben, ist die Grundel hingegen nahezu überall anzutreffen. Im Hinblick auf kleine Weißfische sind diese Fische große Nahrungskonkurrenten, aber unter Wasser gilt immer noch das Gesetz vom Fressen und gefressen werden. Es ist kein Geheimnis, dass Zander Grundeln fressen. Ich denke sogar, dass sich das starke Grundel-Aufkommen in einigen Flüssen positiv auf die Zanderpopulation ausgewirkt hat.

    Mit dem Aufkommen neuer Beutefische gibt es natürlich auch neue Kunstköder. Bei der großen Beliebtheit des Zanderangelns gibt es aber verhältnismäßig noch relativ wenig solcher Zanderköder. Mit solchen Imitaten kann man nicht nur in typischen Grundel-Gewässern angeln. Aber hier fängt man mit ihnen besonders gut.

    Ich angle mit diesen Ködern gerne an einem Jigkopf werfend vom Ufer und kann sie permanent dort präsentieren, wo sich auch ihre natürlichen Vorbilder aufhalten und sie der Zander erwartet – dicht am Gewässergrund. Anders als beim klassischen Jiggen, bei dem der Köder weiter aufsteigt und dann wieder am Boden aufschlägt, hebe ich ihn mit ein paar Rollenumdrehungen nur leicht vom Boden ab und lasse ihn in der anschließenden Schwebephase sanft absinken. Die Bisse sind knallhart! Ob es an der Masse des Köders liegt oder aber Zander die Grundeln grundsätzlich heftig attackieren, weiß ich leider nicht. Ich vermute es aber, da Grundeln die Eigenschaft haben, sich am Grund festzuhalten, sodass eine harte Attacke nahezu notwendig ist.

    Zander sind als Bodenräuber mit blitzschnellen Attacken prädestiniert dafür, ­Grundeln zu fressen. Foto: BLINKER/ Roy Vanstreels

    Zander sind
    als Bodenräuber mit blitzschnellen Attacken prädestiniert dafür, ­Grundeln zu fressen. Foto: BLINKER/ Roy Vanstreels

  3. Große ­Happen im Frühjahr

    Wenn das Frühjahr in die Gänge kommt und die Wassertemperatur steigt, verändert sich das Temperament unserer Glasaugen. Sie sind nun leichter reizbar. Vor und nach der Schonzeit lohnt es sich, den Köder eine Nummer größer zu wählen. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Der große Köder wird von den Zandern zu dieser Jahreszeit als Konkurrent gesehen und schonungslos attackiert.

    Ein solcher Frühjahrsplatz hat oft einen festen Untergrund und ist im Durchschnitt flacher als drei Meter. Sucht nach Muschelbänken oder strukturreichen Plateaus mit steinigem Grund. Eine gute Technik für die Suche ist das Schleppangeln – am besten mit größeren, schlanken Wobblern. Schlank vor allem, um den Räuber optimal haken zu können und ihn nach Möglichkeit nicht zu verlieren. Sobald man einen so guten Bereich gefunden hat, kann man ihn vom driftenden Boot aus abangeln. Crankbaits und Gummiköder bis zu einer Länge von etwa 20 Zentimetern sind super Köder, um die Zander aus ihren Verstecken zu locken.

    Zander stehen besonders vor und nach der Schonzeit auf große Köder. Foto: BLINKER/ Roy Vanstreels

    Zander stehen besonders vor und nach der Schonzeit auf große Köder. Foto: BLINKER/ Roy Vanstreels

  4. Kleine Crankbaits

    Beim Ansehen alter Fotos im Internet hat mich ein Bild von „Barsch­könig“ Mark Hoeben nachdenklich gemacht. Auf ihm ist ein schöner Zander zu sehen – gefangen beim Schleppen mit einem älteren, kleinen, tieflaufenden Wobbler. Neben dem Bild steht: „Warum machen wir das heute nicht mehr?“

    Trends kommen und gehen. Wir wollen immer hip und auf dem neuesten Stand der Technik sein. Auf diese Weise geraten einige Methoden leider schnell in Vergessenheit. So funktioniert es zum Beispiel auch heute immer noch prima, werfend oder schleppend mit einem tieflaufenden Crankbait auf Zander zu angeln – vor allem in den wärmeren Perioden des Jahres, in denen die Fische aktiver jagen. Flüsse mit Buhnen sind wie geschaffen dafür. Die Zander stehen hier oft dicht am Ufer. Die Stellen, an denen die Steinpackungen in sandigen Boden übergehen, eignen sich perfekt, um sie mit Tiefläufern abzufischen. Dabei kratzen sie am Boden und wirbeln Sediment auf. Das reizt die Räuber zusätzlich. Das Werfen mit Wobblern ist zwar anstrengender als das Schleppen, aber dafür entschädigen die knallharten Bisse für die Mühen umso mehr.

    Dieser Zander biss auf einen Crankbait nahe der Steinschüttung am Ufer. Foto: BLINKER/ Roy Vanstreels

    Dieser Zander biss auf einen Crankbait nahe der Steinschüttung am Ufer. Foto: BLINKER/ Roy Vanstreels

  5. Zanderköder eine Nummer kleiner

    Einer der wichtigsten Zeitpunkte zum Anpassen des Köders für Zander ist die Brutfischzeit. Was normalerweise die Tage im Sommer sind, ist heute manchmal schwer einzuschätzen. Ich den vergangenen Jahren habe ich zu den ungewöhnlichsten Zeiten Brutfische angetroffen. Dies ist auch in jedem Gewässer unterschiedlich. Das oft unbeständige Wetter beeinflusst den Beginn und das Ende der Laichzeit. Ich fürchte, dass wir mit dieser Entwicklung leben müssen.

    Ob es Brutfische gibt oder nicht, hat großen Einfluss auf unser Angeln. In Zeiten, in denen sich die Räuber auf die Minifisch-Schwärme eingeschossen haben, lassen sie andere Beute häufig links liegen. Brauchen wir dann exakte Nachbildungen der Beutefische, auf die sie nun jagen? Ich denke nicht. Wichtig ist aber, dass zumindest Größe und Proportionen stimmen. Die Köder sollten mehr oder weniger den Futterfischen entsprechen, die aktuell vorhanden sind.

    In der Brutfischzeit angelt der Autor gerne mit Mini-Ködern. Foto: BLINKER/ Roy Vanstreels

    In der Brutfischzeit angelt der Autor gerne mit Mini-Ködern. Foto: BLINKER/ Roy Vanstreels

    Brutfische kann man am besten mit Gummiködern imitieren. Diese können sowohl am Dropshot-Rig als auch am Bleikopf gefischt werden. Strömt das Wasser zu schnell oder ist es zu tief, ist man schon fast dazu gezwungen, den traditionellen Jigkopf links liegen zu lassen, da das Verhältnis zwischen schwerem Bleikopf und kleinem Gummi nicht mehr stimmt und zu plump erscheint. In solchen Situationen können Dropshot- oder Carolina-Rigs die Lösung sein. Mit beiden habt Ihr ausreichend Gewicht und gleichzeitig eine sichere Köderpräsentation.

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