Angeln mit Wurm: Tipps und Tricks für den fängigen Naturköder

Würmer gehören zu den besten Ködern überhaupt. Der Grund: Sie werden von fast allen Fischarten geschätzt und lassen sich meistens leicht ausbuddeln oder kaufen. Wir zeigen Euch, wie vielseitig das Angeln mit Wurm ist und wie man die Naturköder am besten einsetzt.

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Bild: Blinker/W.Krause

Der Wurm ist der Klassiker unter den Naturködern schlecht hin. Mit ihm lassen sich sowohl Fried- und Raubfische fangen und er kann dabei aktiv oder passiv eingesetzt werden. Das macht das Angeln mit Wurm so spannend.

Aale, Schleien, Karpfen, Brassen aber auch Barsche, Döbel und Alande haben einen Wurm zum Fressen gern. Selbst Zander sind einem Tauwurm nicht abgeneigt. Nur wenige Fische können den Reizen beim Angeln mit Wurm widerstehen. Doch welche Faktoren machen einen Wurm zum Superköder?

Zuerst einmal ist es sein Ringeln, das die Fische auf den Happen aufmerksam macht. Außerdem verströmt der Wurm einen für die Flossenträger attraktiven Geruch, vor allem wenn er zerschnitten oder in vielen kleinen Stücken angeködert wird. Die Fische beißen beim Wurm häufig auf das Ende, aus dem der Geruch strömt.

Und letztendlich kennen die Fische Würmer aus ihrer natürlichen Nahrung, weil nach starken Regenfällen oft Würmer mit ins Gewässer gespült werden und so den Speiseplan der Fische bereichern. Kein Wunder, dass Würmer bei trübem, aufgewühltem Wasser daher am besten fangen.

2. Aller guten Dinge sind drei: Tauwurm, Mistwurm und Dendrobena (im Uhrzeigersinn).

Bild: Blinker/E.Hartwich

Aller guten Dinge sind drei: Tauwurm, Mistwurm und Dendrobena

Angeln mit Wurm – Übersicht:

  1. 5 fängige Wurmarten
  2. Die richtige Anköderung beim Angeln mit Wurm
  3. Würmer locken enorm – nicht nur am Haken, sondern auch beim Anfüttern
  4. Angeln mit Wurm – Natürlich Lockstoff punktet beim Fangen
  5. Länger fangen mit Kunstwürmern
  6. Wurm kombinieren, Fängigkeit erhöhen
  7. Angeln mit Wurm – Auf die Relation kommt es an!
  8. Wurmsuche

5 fängige Wurmarten

Laien sprechen vom Regenwurm, den die Angler „baden“, wenn sie ans ­Angeln denken. Doch Wurm ist nicht gleich Wurm. Und bestimmte ­Wurm­arten eignen sich auch besser zum Fang mancher Fischarten als ­andere. Unter den Würmern unterscheidet man fünf Arten:

  1. Tauwurm
  2. Erdwurm
  3. Riesen Rotwurm
  4. Laubwurm
  5. Mistwurm

1. Tauwurm

Der größte unter den Würmern ist der Tauwurm. Man findet diesen Wurm in warmen, feuchten Nächten auf frisch gemähten Rasenflächen oder in Beeten. Mit einer Kopflampe mit Rotlicht leuchtet man den Wurm an und greift ihn hinter dem Kopf. Nun hält man ihn unter leichtem Zug fest, damit sich das borstige Wurmende aus der Erde löst. Ist das Licht der Taschenlampe zu grell, zieht sich der Wurm blitzschnell wieder in seine Erdhöhle zurück.

In nassen Sommernächten, zum Beispiel nach Gewittern, lassen sich auf diese Weise bis zu 100 Würmer in einer knappen Stunde sammeln. Viele Angler, vor allem in Ballungsgebieten, kaufen Tauwürmer auch bei ihrem Gerätehändler. Diese – häufig aus Kanada importierten –Würmer sind meist in der 10er-Dose zu haben. Allerdings scheinen die Importe mit Konservierungsmitteln behandelt worden zu sein, um ihre Haltbarkeitsdauer zu verlängern.

Im Vergleich mit frisch gesuchten Tauwürmern blieben die Fänge mit denen vom Fachhändler deutlich zurück. Deshalb gilt beim Tauwurm die Regel: Frische fängt. Eine Dose Tauwürmer kostet im Fachhandel mittlerweile zirka 2,50 Euro, das sind mehr als 20 Cent pro Tauwurm.

Der größte unter den Würmern ist der Tauwurm. Man findet diesen Wurm in warmen, feuchten Nächten auf frisch gemähten Rasenflächen oder in Beeten. Mit einer Kopflampe mit Rotlicht leuchtet man den Wurm an und greift ihn hinter dem Kopf. Nun hält man ihn unter leichtem Zug fest, damit sich das borstige Wurmende aus der Erde löst. Ist das Licht der Taschenlampe zu grell, zieht sich der Wurm blitzschnell wieder in seine Erdhöhle zurück.

Bild: Blinker/E.Hartwich

2. Erdwurm

Der Erdwurm hat eine gräuliche Farbe, die manchmal sogar einen bläulichen Schimmer besitzt. Er kommt vor allem in sandigen und lehmigen Böden vor. Erdwürmer haben eine besonders feste Haut und halten daher bestens am Haken. Manche Angler schätzen den Erdwurm deshalb mehr als den Tauwurm, vor allem beim Aalangeln. Auch beim Angeln auf Barben funktionieren Erdwürmer als Köder hervorragend, ebenso auf Güstern.

Der Erdwurm hat eine gräuliche Farbe, die manchmal sogar einen bläulichen Schimmer besitzt. Er kommt vor allem in sandigen und lehmigen Böden vor. Erdwürmer haben eine besonders feste Haut und halten daher bestens am Haken. Manche Angler schätzen den Erdwurm deshalb mehr als den Tauwurm, vor allem beim Aalangeln. Auch beim Angeln auf Barben funktionieren Erdwürmer als Köder hervorragend, ebenso auf Güstern.

Bild: Blinker/E.Hartwich

3. Riesenrotwurm

Der Riesenrotwurm, auch Dendrobena genannt, ist in unterschiedlichen Größen erhältlich. Er ist relativ unempfindlich gegen Kälte und Hitze, wobei man ihn nicht stundenlang bei Temperaturen um die 30 Grad im Auto lagern sollte. Dendrobenas kann man in jedem Angelladen kaufen. Größere Wurmmengen bekommt man bei Wurmzuchten wie Superwurm oder Terravita. Der Dendrobena eignet sich auch hervorragend zum Anfüttern.

Der Riesenrotwurm, auch Dendrobena genannt, ist in unterschiedlichen Größen erhältlich. Er ist relativ unempfindlich gegen Kälte und Hitze, wobei man ihn nicht stundenlang bei Temperaturen um die 30 Grad im Auto lagern sollte. Dendrobenas kann man in jedem Angelladen kaufen. Größere Wurmmengen bekommt man bei Wurmzuchten wie Superwurm oder Terravita. Der Dendrobena eignet sich auch hervorragend zum Anfüttern.

Bild: Blinker/W.Krause

4. Laubwurm

Laubwürmer findet man, wie der Name schon sagt, zwischen leicht feuchten Laubschichten. Diese Wurm­art zeichnet sich durch ihre kräftige rote Farbe aus. An Gewässern, die von vielen Laubbäumen umgeben sind, lassen sich mit dem Laubwurm beste Fänge machen.

Laubwürmer findet man, wie der Name schon sagt, zwischen leicht feuchten Laubschichten. Diese Wurm­art zeichnet sich durch ihre kräftige rote Farbe aus. An Gewässern, die von vielen Laubbäumen umgeben sind, lassen sich mit dem Laubwurm beste Fänge machen.

Bild: Blinker/W.Krause

5. Mistwurm

Der Mistwurm lebt im Komposthaufen. Auch im Schweinemist ist dieser Wurm zu finden. Wenn man ihn am Haken anködert, sondert er eine stark riechende, gelbe Flüssigkeit ab. Und diese sorgt für die besondere Fängigkeit des Mistwurms. Vor allem im Winter und Frühjahr gehören Mistwürmer so zu den besten Ködern überhaupt. Kleine Mistwürmer eignen sich auch optimal zur Imitation von Zuckmückenlarven.

Der Mistwurm lebt im Komposthaufen. Auch im Schweinemist ist dieser Wurm zu finden. Wenn man ihn am Haken anködert, sondert er eine stark riechende, gelbe Flüssigkeit ab. Und diese sorgt für die besondere Fängigkeit des Mistwurms. Vor allem im Winter und Frühjahr gehören Mistwürmer so zu den besten Ködern überhaupt. Kleine Mistwürmer eignen sich auch optimal zur Imitation von Zuckmückenlarven.

Bild: Blinker/E.Hartwich

Die richtige Anköderung beim Angeln mit Wurm

Würmer lassen sich unterschiedlich ­anködern. Wir zeigen Euch acht Möglichkeiten:

  1. Kopfköderung
  2. Durch die Mitte
  3. Am Haar
  4. Für den schnellen Anhieb
  5. Aufgepoppt
  6. Schaschlik
  7. Wallerzopf
  8. Pödder

1. Kopfköderung

Würmer lassen sich auf unterschiedliche Weise anködern. Anfänger schieben beim Angeln mit Wurm den Erdbewohner oft komplett auf den Haken und manchmal bis auf das Vorfach. Allerdings wirkt der Wurm so unnatürlich und gekrümmt. Viel besser ist es, wenn man dem Wurm den Haken nur einmal durch den Kopf sticht. Auf diese Weise wirkt der Köder extrem natürlich und wird von den Fischen besser akzeptiert.

Einziger Nachteil: Man muss lange warten, bis ihn der Fisch geschluckt hat. Und wenn nur kleine Barsche beißen, muss man auch den einen oder anderen Fehlbiss in Kauf nehmen. Ist das der Fall, sollte man den Wurm einmal in der Mitte teilen, bis man die Fische auch hakt. Auch beim aktiven Angeln auf große Barsche wird der Tauwurm nur im Kopf gehakt.

Würmer lassen sich auf unterschiedliche Weise anködern. Anfänger schieben beim Angeln mit Wurm eden Erdbewohner oft komplett auf den Haken und manchmal bis auf das Vorfach. Allerdings wirkt der Wurm so unnatürlich und gekrümmt. Viel besser ist es, wenn man dem Wurm den Haken nur einmal durch den Kopf sticht. Auf diese Weise wirkt der Köder extrem natürlich und wird von den Fischen besser akzeptiert.

Bild: Blinker/W.Krause

2. Durch die Mitte

Am besten ködert man einen Wurm so an, dass man den Haken einmal durch die Mitte des Ringlers zieht. Auf diese Weise kann der Fisch den Wurm ansaugen und wird dann sicher gehakt. Auch Fische, die an jedem Wurmende anfangen zu nagen, stoßen früher oder später auf den Haken. Ein in der Mitte gehakter Wurm lässt sich extrem natürlich präsentieren. Und Fische wie Barsche und Zander inhalieren den Wurm ohnehin in einer Saugbewegung und hängen dann sicher am Haken.

Am besten ködert man einen Wurm so an, dass man den Haken einmal durch die Mitte des Ringlers zieht. Auf diese Weise kann der Fisch den Wurm ansaugen und wird dann sicher gehakt. Auch Fische, die an jedem Wurmende anfangen zu nagen, stoßen früher oder später auf den Haken. Ein in der Mitte gehakter Wurm lässt sich extrem natürlich präsentieren. Und Fische wie Barsche und Zander inhalieren den Wurm ohnehin in einer Saugbewegung und hängen dann sicher am Haken.

Bild: Blinker/W.Krause

 

3. Wurm am Haar

Auch am Haar lässt sich ein einzelner Wurm ­anbieten: ­Dazu führt man eine Ködernadel in einen Haken mit Haar und sogenanntem ­Push-Stop, sticht diesen durch den Wurm und zieht die Ködernadel zurück. Der Push-Stop stellt sich quer und der Wurm befindet sich am Haar. Auf diese Weise angeködert, übersteht der Wurm sogar Weitwürfe.

Auch am Haar lässt sich ein einzelner Wurm ­anbieten: ­Dazu führt man eine Ködernadel in einen Haken mit Haar und sogenanntem ­Push-Stop, sticht diesen durch den Wurm und zieht die Ködernadel zurück. Der Push-Stop stellt sich quer und der Wurm befindet sich am Haar. Auf diese Weise angeködert, übersteht der Wurm sogar Weitwürfe.

Bild: Blinker/W.Krause

So kommt der Wurm auf’s Haar:

4. Für den schnellen Anhieb

Angelt man mit Wurm zwischen Hindernissen, wie zum Beispiel versunkenen Bäumen oder über Steinpackungen, muss der Anhieb schnellstens erfolgen, damit sich der Fisch nicht ins Hindernis zurückziehen kann. Dann zieht man einen Tauwurmkopf auf den Haken und lässt die Hakenspitze unten herausschauen. So kann man anschlagen, sobald Pose oder elektronischer Bissanzeiger die Köderaufnahme signalisieren. Reagiert man zu spät, hat sich der Fisch oft schon festgesetzt und lässt sich nicht mehr aus dem Hindernis lösen. Steht die Hakenspitze unten aus dem Wurm, muss man also äußerst schnell reagieren.

Angelt man mit Wurm zwischen Hindernissen, wie zum Beispiel versunkenen Bäumen oder über Steinpackungen, muss der Anhieb schnellstens erfolgen, damit sich der Fisch nicht ins Hindernis zurückziehen kann. Dann zieht man einen Tauwurmkopf auf den Haken und lässt die Hakenspitze unten herausschauen. So kann man anschlagen, sobald Pose oder elektronischer Bissanzeiger die Köderaufnahme signalisieren. Reagiert man zu spät, hat sich der Fisch oft schon festgesetzt und lässt sich nicht mehr aus dem Hindernis lösen. Steht die Hakenspitze unten aus dem Wurm, muss man also äußerst schnell reagieren.

Bild: Blinker/W.Krause

5. Aufgepoppt

Würmer können sich relativ schnell und einfach in weichen Schlammböden verkriechen. Unter solchen Bedingungen muss man sie deshalb leicht auftreibend anbieten. Am besten funktioniert das mit einem Stück farbigem Schaumstoff, das man mit den Würmern auf den Haken schiebt.

Würmer können sich relativ schnell und einfach in weichen Schlammböden verkriechen. Unter solchen Bedingungen muss man sie deshalb leicht auftreibend anbieten. Am besten funktioniert das mit einem Stück farbigem Schaumstoff, das man mit den Würmern auf den Haken schiebt.

Bild: Blinker/W.Krause

6. Schaschlik

Wer möglichst viel Geruch ins Wasser bringen will, setzt ein Wurmschaschlik ein. Dazu wird ein Wurm in möglichst kleine, maximal zwei Zentimeter lange Stücke geschnitten. Diese werden dann wie Schaschlikstücke übereinander auf dem Haken angeködert. An den Schnittenden tritt viel Wurmsaft aus, der eine breite Duftspur im Wasser verbreitet. Eine ideale Möglichkeit, um die Fische schnell auf den Köder aufmerksam zu machen.

Wer möglichst viel Geruch ins Wasser bringen will, setzt ein Wurmschaschlik ein. Dazu wird ein Wurm in möglichst kleine, maximal zwei Zentimeter lange Stücke geschnitten. Diese werden dann wie Schaschlikstücke übereinander auf dem Haken angeködert. An den Schnittenden tritt viel Wurmsaft aus, der eine breite Duftspur im Wasser verbreitet. Eine ideale Möglichkeit, um die Fische schnell auf den Köder aufmerksam zu machen.

Bild: Blinker/W.Krause

7. Wallerzopf

Für Welse braucht man beim Angeln mit Wurm größere Köder, in Form von einem ganzen Tauwurmbündel, einem sogenannten Wallerzopf. Die Würmer werden auf ein System aus Einzel- und darunter hängendem Drillingshaken gezogen und schlängeln sich wie das schlangenumkränzte Haupt der Medusa verführerisch im Wasser.

Ein Trugschluss ist es aber, wenn man glaubt, dass der Wels das komplette Wurmbündel einfach inhaliert. Vielmehr zupfen auch große Welse oft nur ganz zart an einem oder zwei Würmern.

Für Welse braucht man größere Köder, in Form von einem ganzen Tauwurmbündel, einem sogenannten Wallerzopf. Die Würmer werden auf ein System aus Einzel- und darunter hängendem Drillingshaken gezogen und schlängeln sich wie das schlangenumkränzte Haupt der Medusa verführerisch im Wasser. Ein Trugschluss ist es aber, wenn man glaubt, dass der Wels das komplette Wurmbündel einfach inhaliert. Vielmehr zupfen auch große Welse oft nur ganz zart an einem oder zwei Würmern.

Bild: Blinker/W.Krause

8. Pödder

Beim Aalangeln mit dem Pödder braucht man keinen Haken. Um einen Pödder zu binden, werden mit einer Ködernadel bis zu 20 Tauwürmer längs auf einen starken Wollfaden gezogen. Dann wickelt man sich die Wurmkette um die Hand und verknotet die Enden des Wollfadens über den Würmern.

Als Nächstes bindet man das Wurmbündel unter einem speziell geformten Pödderblei an. Die Aale verbeißen sich im Tauwurmbündel und bleiben mit ihren Zähnen an den feinen Wollfasern hängen. Man hebt den Fisch an einem Pödderstab an und schüttelt ihn über einer Senke oder einem kleinen Kinderplanschbecken ab.

Beim Aalangeln mit dem Pödder braucht man keinen Haken. Um einen Pödder zu binden, werden mit einer Ködernadel bis zu 20 Tauwürmer längs auf einen starken Wollfaden gezogen. Dann wickelt man sich die Wurmkette um die Hand und verknotet die Enden des Wollfadens über den Würmern. Als Nächstes bindet man das Wurmbündel unter einem speziell geformten Pödderblei an. Die Aale verbeißen sich im Tauwurmbündel und bleiben mit ihren Zähnen an den feinen Wollfasern hängen. Man hebt den Fisch an einem Pödderstab an und schüttelt ihn über einer Senke oder einem kleinen Kinderplanschbecken ab.

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Würmer locken enorm – nicht nur am Haken, sondern auch beim Anfüttern

Zerschnittene Würmer gehören zu den besten Lockstoffen für Fische überhaupt. Doch damit die Würmer einsatzbereit sind, muss man sie erst einmal vorbereiten: Dazu gibt man sie auf ein Madensieb und reinigt sie am Wasser von Erdklumpen und kleinen Wurzeln.

Die Schere mit den drei Klingen gibt es im Angelbedarf für Stipp­angler.

Bild: Blinker/W.Krause

Die Schere mit den drei Klingen gibt es im Angelbedarf für Stipp­angler.

Friedfisch-­Profis zerschneiden danach entweder Dendrobenas aber auch Tauwürmer mit einer Dreifachschere in etwa zwei Zentimeter lange Wurmstücke. Diese verwenden sie pur oder reichern sie mit verpuppten Maden, auch Caster genannt, an. Diese geballte Lock-Mischung wird entweder mit dem Pole-Cup an der unberingten Kopfrute ausgebracht.

Ein punktgenaues ­Anfüttern der Wurmstücke funktioniert am besten mit dem Pole-Cup.

Bild: Blinker/W.Krause

Ein punktgenaues ­Anfüttern der Wurmstücke funktioniert am besten mit dem Pole-Cup.

Oder man bietet die Wurm-Caster-Mischung mit dem Futterkorb an, indem man sie zwischen zwei Futterpfropfen platziert. Diese Art des Anfütterns nennt man Sandwich-Fütterung, weil die Wurmladung zwischen den zwei Futterpropfen wie der Belag zwischen zwei Brötchenhälften ausgebracht wird.

So entsteht das „Futtersandwich“: Futterpropfen in den Korb geben, mit Würmern auffüllen und mit zweitem Propfen von oben sichern.

Bild: Blinker/W.Krause

So entsteht das „Futtersandwich“: Futterpropfen in den Korb geben, mit Würmern auffüllen und mit zweitem Propfen von oben sichern.

Angeln mit Wurm – Natürlich Lockstoff punktet beim Fangen

Um Köder noch fängiger zu machen, gibt es von verschiedenen Firmen flüssiges Wurmextrakt, das man entweder mit ins Futter geben kann oder über die zerschnittenen Würmer schüttet. So wird der Wurmduft noch gesteigert. Vor allem Brassen und Schleien, aber auch Barsche werden von einer solchen „Stinkbombe“ magisch angelockt. Selbst bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, vor allem im frühen Frühjahr, lassen sich mit dem Wurmmus im Futterkorb meist noch einige Fische fangen, wenn Pulverfutter versagt.

Im Handel sind zahlreiche Lockstoffe erhältlich, welche man direkt über die Wurmstücke oder ins Futter mischt.

Bild: Blinker/W.Krause

Im Handel sind zahlreiche Lockstoffe erhältlich, welche man direkt über die Wurmstücke oder ins Futter mischt.

Länger fangen mit Kunstwürmern

Mittlerweile werden auch Kunstwürmer auf dem Markt angeboten. Diese reichen von den Berkley Gulp-Würmern („Earthworms“ sind besonders zu empfehlen) bis zu denen der ungarischen Firma Energofish (Vertrieb Ernö Rötter). Die Kunstwürmer kommen vor allen dort zum Einsatz, wo viele Kleinfische einen echten Wurm schnell vom Haken zupfen. Die Kunstwürmer halten dagegen den Attacken der kleinen Plagegeister stand.

Außerdem halten die Kunstwürmer fest am Haken, sodass man nie befürchten muss, dass sie beim Wurf abfallen. Auch beim Angeln mit modernen Spinnangelmontagen wie Dropshot-, Texas- oder Carolina-Rig lassen sich Würmer aus Weichplastik einsetzen.

Würmer gibt es auch aus Weichplastik. Sie halten länger am Haken.

Bild: Blinker/W.Krause

Würmer gibt es auch aus Weichplastik. Sie halten länger am Haken.

Wurm kombinieren, Fängigkeit erhöhen

Würmer lassen sich gut mit anderen Ködern kombinieren. Ein einzelner Mist- oder Laubwurm flankiert von zwei Maden ist ein hervorragender Köder zum Brassenangeln. Zieht man ein Maiskorn auf den Haken und hängt zwei kleine Würmer an, erhält man einen Köder, dem vor allem Schleien kaum widerstehen können.

Ein halber Tauwurm mit einem Fischschwänzchen kombiniert, bringt vor allem Aale an den Haken. Halbe Tauwürmer, denen man ein Spinnerblatt vorschaltet, fangen zum Beispiel sehr gut am Forellensee. Auch beim Barschangeln kann diese Kombination durch gute Fänge punkten. Kaum ein anderer Köder bietet so viele Kombinationsmöglichkeiten wie das Angeln mit Wurm.

Kein Köder lässt sich vielfältiger kombinieren als der Wurm.

Bild: Blinker/W.Krause

Kein Köder lässt sich vielfältiger kombinieren als der Wurm.

Angeln mit Wurm – Auf die Relation kommt es an!

Köderfische, unter anderem Gründlinge und kleine Rotaugen, lassen sich mit kleinsten Wurmstückchen fangen. Dazu verwendet man am einfachsten kleinste Dendrobenas oder Mistwürmer von einem Zentimeter Länge. Längere Würmer von drei bis vier Zentimeter Länge eignen sich hervorragend zum Brassenfang.

Etwas größere Würmer von sieben bis acht Zentimeter Länge sind im Frühjahr genau der richtige Happen für eine Schleie oder einen Karpfen. Zehn bis zwölf Zentimeter lange Tauwürmer eignen sich bestens zum Aalangeln. Auch (kleinere) Welse lassen sich mit einem solchen Köder fangen. Wie man sieht, muss man die Köderlänge und damit seine Größe auf den Zielfisch abstimmen, um erfolgreich zu sein.

3. Zwei ­Tauwürmer auf einem großen Haken sind nicht nur ein Top-Aalköder, sondern bringen auch manchen ­(kleineren) Wels an den Greifer.

Bild: Blinker/W.Krause

1. Würmer gibt es in unterschiedlichen Größen: Im Bild sieht man einen Tauwurm, einen Riesen-Rotwurm (Dendrobena) und einen kleinen Mistwurm.
2. Mit kleinsten Mistwürmern lassen sich Zuckmücken imitieren und am 20er Häkchen anködern. Außerdem lockt der ­Mistwurm noch durch seinen starken Geruch und Geschmack.
3. Zwei ­Tauwürmer auf einem großen Haken sind nicht nur ein Top-Aalköder, sondern bringen auch manchen ­(kleineren) Wels an den Greifer.

Wurmlänge in cmVorgeschlagen Methode
1 bis 3Köderfischeangeln (z. B. Rotaugen und Lauben)
3 bis 6Brassenangeln
6 bis 10Schleien- und Karpfenangeln
10 bis 12Aal – und Welsangeln

Wurmsuche

Würmer lassen sich durch Vibrationen aus der Erde locken. Zum Beispiel kann man eine Mistforke in den Boden rammen und regelmäßig auf den Griff schlagen. Macht man das ein oder zwei Minuten lang ohne Unterbrechung, kommen die Würmer aus dem Erdreich gekrochen. Nun muss man sie nur noch einsammeln. Warum ist das so? Die Regenwürmer halten die Vibrationen für einen grabenden Maulwurf, ihren Erzfeind. Deshalb flüchten sie aus der Erde.

Wer auf der Jagd nach Tauwürmern ist, der sollte sich im Dunkeln mit einer Kopflampe auf Jagd begeben. Die besten Bedingungen hat man, wenn es vorher geregnet hat oder sich viel Tau auf den Wiesen abgelegt hat.

Einfach und ökologisch: Wer an einer in den Boden gerammten Mist­gabel rüttelt, scheucht die Würmer aus dem Boden.

Bild: Blinker/W.Krause

Einfach und ökologisch: Wer an einer in den Boden gerammten Mist­gabel rüttelt, scheucht die Würmer aus dem Boden.

Doch es gibt noch weitere einfache Möglichkeiten, an die Würmer heranzukommen: Dazu gibt man in einen mit Wasser gefüllten Eimer einige, wenige Tropfen eines Spülmittels. Dieses gießt man auf den Rasen. Und bereits nach wenigen Minuten kommen die ersten Würmer aus dem Boden gekrabbelt.

Von lebensgefährlichen Experimenten, die Würmer mit Strom zu suchen, ist absolut abzuraten. Bei dieser Methode, die früher häufiger praktiziert wurde, erleiden die Würmer innere Verbrennungen und sind anschließend selbst bei korrekter Hälterung innerhalb von wenigen Tagen tot.

Eine weiter Möglichkeit um sich seine eigenen Würmer zu beschaffen, ist die Wurmzucht. Dazu haben wir einen extra Artikel, in dem ihr eine Schritt-für-Schritt Anleitung findet.

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