Mit den kühlen Temperaturen und kurzen Tagen im November bleibt so mancher gern zu Hause, doch das Angeln hat im November immer noch Hochkonjunktur! Ich selbst beangle jetzt besonders gern Döbel und Rotaugen. Doch auch das Fischen auf Meerforellen an der Küste und auf Plattfische im Brackwasser kann in diesem Monat tolle Erfolge bescheren!
Platte angeln im November
Plattfische ziehen im November in die brackigen Unterläufe unser großen Flüsse. Hier lassen sie sich bestens mit der Grundangel fangen. Angler, die nun unter den Plattfischen aufräumen wollen, sollten eine schwere Federrute oder eine Brandungsrute ihr eigen nennen. An ersterer lassen sich die feinen Bisse der Butte besser sehen als an der Brandungsrute. Mit letzterer lassen sich die Fische, die nun vor der Laichzeit in guter Verfassung stehen, allerdings leichter von höheren Spundwänden hochheben.
Kurzes Vorfach mit Wattwurm
Die Montage ist recht einfach. Sie besteht aus einem kurzen Buttvorfach mit ein oder zwei Lockperlen sowie einem langschenkligen Butthaken, der mit einem Wattwurm beködert wird. Der Wurm wird über den Schenkel bis aufs Vorfach gezogen, damit er nicht in den Hakenbogen zurückgleitet.

Bild: Johannes Arlt
Die Wattwürmer werden mit der Ködernadel auf den langschenkligen Haken gezogen.
Wer will, kann den Wurm auch noch mit Lockstoffen tunen, mit der Wattwurmtunke (Vertrieb über Jenzi) oder Krabbenöl (Balzer) zum Beispiel. Dazu spritzt man dem Wurm die Lockstoffe mit einer Spritze ein. Durch die Duftwolke, die der Köder verströmt, werden die Platten schneller auf den Leckerbissen aufmerksam.
Schneller Anhieb
Hat eine Flunder den Köder erst einmal gepackt, wird dieser schnell verschlungen, sodass kleinere Exemplare leider oft verangelt werden. Deshalb sollte man sofort anschlagen, sobald man einen Biss bemerkt. Was die Wahl des Bleigewichtes angeht, richtet sich diese nach der Strömung. Wenn man im Elbstrom angelt, braucht man mindestens 150 Gramm.
Zeit für dicke Döbel
Döbel lassen sich eigentlich das ganze Jahr über fangen, doch im Herbst lassen sie sich besonders gut befischen. Die gezielte Winterangelei auf kapitale Döbel beginnt Mitte November! Als Köder kommen Frühstücksfleisch oder Hähnchenleber-Teig zum Einsatz. Die fleischige Kost bringt jetzt viel bessere Fänge als zum Beispiel Maden, weil sie viel selektiver auf Döbel wirkt. Am besten lassen sich die „Dickköpfe“ bei leicht vom Regen angetrübtem Hochwasser fangen. Je klarer das Wasser, desto scheuer die Fische.

Bild: Tobias Steinbrück
Angeln im November: Das bedeutet Döbelzeit! Bis weit in den Winter hinein hat man jetzt sehr gute Chancen.
Drop-Shot: DIE Barsch-Methode fürs Angeln im November
Wenn man sich für eine Methode zum Barschangeln für den Rest seines Lebens entscheiden müsste, wäre das für viele Angler die Drop-Shot-Montage. Wir zeigen Ihnen, wie sie funktioniert.
Die Montage zu binden, ist eigentlich sehr einfach. In ein feines Fluorocarbon-Vorfach in einer Stärke von 0,20-0,25 mm und ca. 1 oder 1,2 m Länge wird ein Dropshothaken in die Schnur gebunden, der möglichst im rechten Winkel absteht. Nur so ist garantiert, dass möglichst viele Barsche gehakt werden. Wahlweise kann auch ein kleiner Seitenarm eingebunden werden, der dem Köder dann noch mehr Spielraum verleiht. Feine und sehr scharfe Haken aus dem Finesse-Bereich sind für dieses Rig ideal, denn sie greifen schnell im Barschmaul.

Bild: BLINKER
Beim Drop-Shot-Rig gibt es zwei Optionen: Direkt den Haken in die Schnur einbinden, oder via kurzem Seitenarm, gegebenenfalls mit zusätzlichem Wirbel.
Hindernisse? Kein Problem!
Am unteren Ende des Vorfachs wird ein Blei angebunden oder eingehängt. Dabei unterscheidet man zwischen runden oder schlanken Drop-Shot-Bleien. Letztere kommen vor allem an hindernisreichen Stellen zum Einsatz. Selbst über Steinpackungen lässt sich die Montage damit vorsichtig führen. Mit dem Drop-Shot lassen sich so Fische an Stellen fangen, die von anderen Anglern wegen zu hoher Hängergefahr gemieden werden.
Der größte Vorteil an der Drop-Shot-Montage ist aber wohl die vollständige Entkoppelung von Blei und Köder. Mit dieser Montage lässt sich wie mit kaum einer anderen ein Spot perfekt ausfischen, und der Köder kann in Zeitlupe geführt, lange auf der Stelle gehalten und nur mit leichtem Zittern animiert werden. Perfekt im kalten Novemberwasser!
Ködervielfalt, langsam geführt mit Drop-Shot
Als Köder beim Dropshotten lassen sich Naturköder aber auch Kunstköder verführerisch anbieten. Bei den Naturködern hat man die Wahl zwischen Würmern oder kleinen Fischchen. Beide werden nur einmal im Kopf gehakt und sind dann bereit zum Einsatz. Ein Tauwurm, dem man den Schwanz abgeschnitten hat, verströmt ein so starkes Wurmaroma, dass davon eine Menge an Fischen angelockt wird. Hat man keine Naturköder zur Hand, kann man auch mit Kunstködern die Stachelritter austricksen. Hier bietet der Handel eine breite Auswahl geeigneter Kandidaten: Twister, Pintails und Creaturebaits machen alle am Drop-Shot-Rig eine tolle Figur!

Bild: W. Krause; C. Chew
Ob Natur- oder Kunstköder, beide fangen Fische am Drop-Shot-Rig!
Glücklicherweise würgen die Barsche am Drop-Shot-System oft Teile ihrer zuvor gefressenen Nahrung hervor. Die kann helfen, die richtige Köderfarbe für die gestreiften Räuber zu finden. Meist sind das eher gedeckte Farben statt Schockfarben, die bei den Räubern Anklang finden. Was die Dropshot-Bleie angeht, muss man diese der Situation am Gewässer anpassen. Im Stillwasser kommen vielleicht nur 3g zum Einsatz, in tiefen Seen dürfen es bis zu 35g sein. Auch in großen Flüssen muss das Dropshot-Blei vom Gewicht her an die Strömung angepasst werden.
Rotaugen beißen beim Angeln im November
Friedfischangler freuen sich auf den Herbst, denn wer schwere Rotaugen fangen will, sollte genau jetzt sein Glück probieren. Mit fortschreitendem Monat und damit kühlerem Wasser werden die Fische etwas beißfauler und lethargischer, größere Partikel im Futter gilt es zu vermeiden. Spezielle „Winter“-Futtermischungen erledigen den Job, am Haken haben sich Maden bezahlt gemacht. Pellets und andere ölige Köder sind nun nicht geeignet, da Öl bei kaltem Wasser schlecht arbeitet. Am besten verwendet man eine Match- oder Bolognerute, damit man noch Schnurreserven auf der Rolle hat, wenn doch mal ein Karpfen einsteigt.

Bild: Florian Pippardt
Solche Rotaugen lassen sich ausgezeichnet sauer einlegen. Schmeckt!
Was die Verwertung angeht, verwende ich einen Teil der gefangenen Rotaugen zum „Deadbaiten“ auf Hecht, den Rest verwehrte ich in der Küche. Gebratenes Rotaugenfilet in Sauer eingelegt mag zwar nach „alter Küche“ klingen, schmeckt auch heute noch sehr gut!
Angeln im November auf Meerforelle
Der November verspricht zwar nicht dieselbe Meerforellenangelei wie das Frühjahr, aber trotzdem hat man gute Chancen, einen schönen Fisch zu fangen. Viele Forellen sind nun braun gefärbt, da sie sich zum Laichen vorbereiten. Fängt man eine solche braune Meerforelle, sollte man sie behutsam zurücksetzen. Aber nicht alle Forellen sind braun, da auch nicht alle Forellen in jedem Jahr laichen – und so ist ein dicker, blanker, silberner Fisch (ein sogenannter „Überspringer“) immer im Bereich des Möglichen.

Bild: Florian Pippardt
Braun eingefärbte Meerforellen sind in Laichstimmung. Man sollte sie daher unbedingt zurücksetzen.
November-Reisetipp: Vielseitigkeitsprüfung am Ebro!
Der November ist eine gute Zeit für einen Urlaub im Süden, um dem tristen Herbstwetter bei uns zu entkommen. Dabei muss man nicht einmal teure Fernreisen in exotische Gefilde antreten: Der Ebro in Spanien verspricht neben guten Fängen diverser Arten selbst im November noch einiges an Sonnenschein. Die Hauptzielfische, denen man am Ebro nachstellen kann, sind:
Wels, Karpfen und Zander – das Ebro-Triple
Die Welse lassen sich nun mit der Reißleinen-Montage fangen. Die Ruten stehen steil nach oben, um möglichst viel Schnur aus dem Wasser zu halten. Die Reißleine hält die Pose am Platz. Bei einem Biss zerreißt diese und der Angler kann ungehindert und frei den Wels ausdrillen.

Bild: Frank Schlichting (2); G. Brader
Hierzulande ist der Wels ein klassischer Sommerfisch, doch am Ebro erstreckt sich die Beißzeit fast über das ganze Jahr! Der Fluss bietet zudem auch Schuppis vom Feinsten, die im November voll in Fresslaune sind, während bei uns wegen des kalten Wassers die Bisse meist schon deutlich nachgelassen haben. Große Zander beißen ab Ebro übrigens auch gerne auf geschleppte Wobbler, so kann man viel Strecke machen, bis man die aktiven Fische gefunden hat.
Auch Karpfenangler kommen im November am Ebro voll auf ihre Kosten. Allerdings sollte man genügend Futter mitbringen, denn auch die spanischen Schuppis schlagen sich vor dem Winter noch einmal die Mägen voll – wenn auch um zwei Monate zeitversetzt. Bewährt haben sich bei den Ködern große Boilies. Die werden gelegentlich auch mal von einem Wels genommen, denn auch die Welse haben die Futtergaben der Karpfenangler zu schätzen gelernt. Nicht zuletzt kann man auch mit Pellets gezielt auf Wels angeln.
Nebenbei beißen im November auch die Zander hervorragend am Ebro. Man fängt die Stachelritter mit toten Köderfischen, sie gehen aber auch beim Schleppangeln an die Wobbler und beim Jiggen auf klassische Gummiköder.
Auch interessant
- Angeln allgemeinDie perfekte Reiserute für den Angelurlaub: Tipps vom Rutenbauer
- RaubfischangelnSpinnfischen auf Wels: Drills für Draufgänger!
- Angeln allgemeinWelche Fische beißen beim Angeln im Dezember?









