Angeln in Schweden: So fängst Du Hecht, Dorsch & Co. zielsicher

Beim Angeln in Schweden hat die fischreiche Schärenküste Südschwedens einiges zu bieten. Neben kräftigen Hechten und feisten Barschen gehen dort Dorsche und Meerforellen regelmäßig an die Haken. Sebastian Rose stellt Euch ein Angelrevier der Extraklasse vor und gibt praktische Tipps, damit Ihr dort auch fangt.

Bei kurzen Würfen an die abfallenden Schärenkanten kommen die Attacken oft direkt nach dem Aufklatschen des Köders. Foto: BLINKER/J. Radtke

Bei kurzen Würfen an die abfallenden Schärenkanten kommen die Attacken oft direkt nach dem Aufklatschen des Köders. Foto: BLINKER/J. Radtke

Die am häufigsten beangelte Fischart ist beim Angeln in Schweden eindeutig der Hecht. Die Schärenküste bietet den Räubern hervorragende Lebensbedingungen, folglich sind die Bestände in vielen Bereichen gigantisch, Tagesfänge von 30, 40 Hechten pro Angler nicht ungewöhnlich. Wer jedoch gezielt auf kapitale Exemplare angeln möchte, sollte zur richtigen Zeit hierher kommen.

  • Im Frühjahr bricht beim Angeln in Schweden in den Schären ein regelrechtes Hechtfieber aus. Auch immer mehr Deutsche lassen sich davon „infizieren“. Insider wundert das nicht, denn gute Angler mit Revierkenntnis können dann täglich mit mehreren gewichtigen „Schärenkrokodilen“ rechnen. Freund Esox steht nach dem Laichgeschäft noch in den flacheren Wasserbereichen der küstennahen Schären und ist damit relativ einfach zu finden.
  • Ab Mai ziehen große Heringsschwärme in den Abendstunden zum Laichen weit in die Schären hinein. In ihrem Schlepptau folgen oft besonders große Hechte. Mit einem Echolot lassen sich erfolgversprechende Stellen gezielt anfahren und selektiv abfischen.
  • In den Sommermonaten verteilt sich die Population der Schärenhechte wieder auf die gesamte Wasserfläche. Suchen heißt jetzt die Devise. Vielversprechende Angelstellen sind Plätze mit Blasentang, wo die Hechte jetzt auf Beute lauern. Bei sehr klarem Wasser jagen die Räuber vorwiegend in den späten Abendstunden und am zeitigen Morgen.
  • Ab Ende September, wenn das Kraut unter Wasser langsam zurückgeht, bestehen sehr gute Chancen auf Meterfische. Diese großen Räuber stehen dann aber an den tiefer abfallenden Kanten und Buchten der äußersten Schären im Uferbereich und hinter den Laichzügen der Herbstheringe.
Morgendliche Idylle und spannende Drills: Das ist Angeln in Schweden. Foto: BLINKER/ S. Rose

Morgendliche Idylle und spannende Drills: Das ist Angeln in Schweden. Foto: BLINKER/ S. Rose

Drei Köder für alle Fälle beim Angeln in Schweden

In Südschwedens Schärengebiet haben sich vor allem Wobbler, Jerks und Gummifische für das gezielte Hechtangeln durchgesetzt. Die richtige Farbe, Form und Größe spielen dabei eine wichtige Rolle, denn die Vorlieben der Hechte ändern sich im Jahresverlauf. Die Hauptbeute der Schärenhechte besteht aus Heringen, Barsche und Forellen. Dementsprechend sind Wobbler und Jerks in blauen und blausilbernen Tönen mit ein bisschen Rot um den Kopfbereich sowie Forellen- und Barschdekors genau der richtige Happen für einen fetten Schärenhecht.

Hier hat sich ein mittlerer Hecht gleich zwei Forellen einverleibt. Foto: BLINKER/S. Halletz

Hier hat sich ein mittlerer Schweden-Hecht gleich zwei Forellen einverleibt. Foto: BLINKER/S. Halletz

Im Frühjahr können große und flacher laufende Modelle um die 15 Zentimeter eingesetzt werden. Ab dem Sommer geht es mit tiefer laufenden, kleineren Wobblern und Jerks um die 10 Zentimeter besser. Ein paar Kugeln im Inneren des Köders reizen dann zusätzlich.

Entscheidend für einen guten Fangerfolg sind die Laufeigenschaften der angebotenen Kunstköder. Dabei ist Bewegung, Verdrängung und möglichst viel Spiel angesagt, denn damit lassen sich die Hechte in den Schären zum Anbiss verführen. Ebenfalls sind kurze Würfe, ob vom Boot oder Ufer, gefragt. Zu 90 Prozent attackieren die Räuber den Köder kurz nach einem möglichst lauten Aufschlag auf dem Wasser!

Gerade in den Sommer- und Herbstmonaten, wenn die Hechte tiefer stehen, sind Gummiköder beim Angeln in Schweden sehr gefragt. Bietet einen silbernen, weißen oder schwarzroten Gummifisch ab 10 Zentimeter an einem 5 bis 20 Gramm schweren Jigkopf mit einem großen Einzelhaken an den tiefen Kanten der äußeren Schären im Mittelwasser an, dann wird das erste „Schärenkrokodil“ nicht lange auf sich warten lassen.

Solche Hechte sind beim Angeln in Schweden an der Tagesordnung. Dennoch darf man natürlich nicht davon ausgehen, dass einem die fische hier in den Kescher springen. Foto: BLINKER

Solche Hechte sind beim Angeln in Schweden an der Tagesordnung. Dennoch darf man natürlich nicht davon ausgehen, dass einem die fische hier in den Kescher springen. Foto: BLINKER

Wenn gar nichts geht

Auch in einem Hecht-Paradies wie den schwedischen Schären gibt es jene verflixten Tage, an denen gar nichts zu gehen scheint. Auch wir haben uns an solchen Tagen schon stundenlang gemüht, ohne auch nur einen kleinsten Kontakt zu der ersehnten Beute zu erlangen. Gerade im Sommer und in den frühen Herbstmonaten liegen oft die bekannten „Hundstage“. Mit ein wenig Tricksen läuft dann aber doch noch etwas! Köderfisch ist eines der Zauberwörtchen.

Am besten eignen sich dazu Heringe, Rotaugen und Barsche, die an der klassischen Posenmontage im Mittelwasser über tieferem Grund, an Schilf- und Uferkanten sowie um Unterwassererhebungen mit möglichst strömungsreichem Wasser.

Angelt vom verankerten Boot oder mit der Stellangel vom Ufer vielversprechende Plätze ab. Tut sich nach 20 Minuten nichts, geht es zur nächsten Angelstelle weiter. Ebenfalls sind schwarze Wobbler, Jerks und Gummifische einen Versuch wert, um einen launischen Schärenhecht doch noch zum Anbiss zu verführen.

Strategie geändert, erfolgreich gekeschert. Wer seine Taktik auch in schwierigen Phasen anpasst, wird mit tollen Fängen belohnt. Foto: BLINKER/J. Radtke

Strategie geändert, erfolgreich gekeschert. Wer seine Taktik auch in schwierigen Phasen anpasst, wird mit tollen Fängen belohnt. Foto: BLINKER/J. Radtke

Der Dorsch ruft

Bei ruhigem Wetter geht es mit dem Boot hinaus auf die offene Ostsee. Nach einer Anfahrtszeit von bis zu einer halben Stunde fällt kurz hinter den äußersten Schären der Grund schnell bis zu 30 Meter ab. Gerade an diesen Kanten stehen immer ein paar Dorsche. Ebenfalls einen Versuch wert sind einige Unterwasserberge in der tiefen Zone.

Die besten Chancen, Dorsche anzulanden, bestehen im Frühjahr und in den Herbstmonaten. Vor allem ist das Stückgewicht in diesen Jahreszeiten am höchsten. Mit etwas Glück sind Dorsche bis zu 10 Pfund drin, meistens liegt der Schnitt allerdings zwischen zwei und vier Pfund. Die beste Tageszeit liegt eindeutig in den Morgen- und Abendstunden, denn dann werden die marmorierten Räuber aktiv und jagen vorwiegend den Heringsschwärmen hinterher. Ein Echolot ist hilfreich, um Kanten, Unterwasserberge und Heringsschwärme zu finden, und beschert einen deutlich besseren Fangerfolg.

Wenn die See ruhig ist, kann man vor den äußeren Schären Dorsche in guter Küchengröße fangen. Beste Beißzeit sind die Morgen- und Abendstunden. Foto: BLINKER/S. Rose

Wenn die See ruhig ist, kann man vor den äußeren Schären Dorsche in guter Küchengröße fangen. Beste Beißzeit sind die Morgen- und Abendstunden. Foto: BLINKER/S. Rose

Als Köder können Pilker eingesetzt werden. Modelle zwischen 50 und 100 Gramm in blauen, silbernen und roten Tönen sind angesagt. Bietet Euren Pilker nicht am Grund, sondern eher einen Meter darüber oder direkt unter einem Heringsschwarm an. Wer gern mit Beifängern angeln möchte, sollte maximal einen leichten Jigkopf um die zwei Gramm mit schwarzen oder roten Twistern etwa 30 Zentimeter über dem Pilker an einer kurzen Mundschnur anbieten.

Die größeren Dorsche werden allerdings oft nur noch mit Pilker oder Gummifisch gefangen. Gummifische um 10 Zentimeter in roten, silbernen und dunklen Tönen auf einem 50 bis 80 Gramm Jigkopf mit großen Einzelhaken aufgezogen, verleiten meist größere Dorsche zum Anbiss.

Forellenangeln in Schweden

Die Chancen, eine richtig fette Meerforelle in südschwedens Schären an den Haken zu bekommen, stehen außerordentlich gut. Ob vom Boot oder Ufer: Silberbarren bis zu 10 Pfund sind möglich. Die Saison läuft vom 1. Januar bis zum 15. September, der Rest des Jahres ist Schonzeit.

Die Mefos bevorzugen die äußeren Schären und halten sich gern an den tieferen, strömungsreichen Kanten auf. Mit steigender Wassertemperatur im Frühjahr jagen die silbernen Räuber gern in den flacheren Bereichen über Mischgrund nach kleinen Fischen, Garnelen und Tangflöhen.

Wenn sich das Wasser im Frühjahr erwärmt, haben Angler in Schweden gute Chancen auf Meerforellen. Foto: BLINKER/S. Rose

Wenn sich das Wasser im Frühjahr erwärmt, haben Angler in Schweden gute Chancen auf Meerforellen. Foto: BLINKER/S. Rose

Besonders Fliegenfischer können in dieser Zeit mit sehr guten Fängen vom Ufer aus rechnen. Vom Boot läuft es mit Spiro und Streamer oder schlanken Blinkern und Wobblern am besten. Das Schonmaß für Meerforelle liegt in Südschwedens Schären bei 50 Zentimetern. Regenbogenforellen, im Salzwasser auch Stealheads genannt, tri t man vor allem im zeitigen Frühjahr an, dazu kommen noch einige Ausreißer aus Zuchtanlagen. Im Gegensatz zu Mefos können Regenbogner auch sehr weit innerhalb der Schären gefangen werden. Löffelblinker und Wobbler in orangen oder silbernen, hellen Tönen fangen am besten. Strömungsreiche, tiefe Kanten sind die Hotspots.

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Bonus: Barsch bis Flunder beim Angeln in Schweden

Neben Hecht und Meerforelle gibt es beim Angeln in Schweden noch mehr zu fangen. Barsche sind beispielsweise reichlich vertreten. Die größten Stachelritter finden sich das gesamte Jahr hindurch in tieferen Bereiche ein, wo ihnen Tiefen um 20 Meter zur Verfügung stehen. Fische von über 50 Zentimeter sind durchaus möglich, der Schnitt liegt bei eineinhalb bis zwei Pfund. Dropshot-Rig und Jigs mit hellen Twistern vom Grund bis ins Mittelwasser gefischt, bringen die ersehnten Bisse. Kleinere Barsche sind von Mai bis in den Herbst hinein mit Spinnern und kleinen Wobblern vielerorts am Schilf zu fangen.

Beim Angeln in Schweden sollte eine Wathose nicht fehlen. So kann man auch in den Küstenregionen tolle Angelplätze erreichen und seine Fangchancen steigern. Foto: BLINKER/J. Radtke

Beim Angeln in Schweden sollte eine Wathose nicht fehlen. So kann man auch in den Küstenregionen tolle Angelplätze erreichen und seine Fangchancen steigern. Foto: BLINKER/J. Radtke

Heringe ziehen im Frühjahr und Herbst zum Laichen in die Schären und sind in den Abendstunden leichte Beute, vorausgesetzt Ihr sucht die Schwärme mit einem Echolot. Plattfische von Flundern bis Steinbutt sind über den sandigen Flächen vor den äußeren Schären in guten Mengen vertreten. Weißfische gibt es in den küstennahen Bereichen ebenfalls: neben Rotaugen und Brassen vor allem auch sehr große Alande.

Rechtliches zum Angeln in Schweden

Die ostschwedischen Schären gelten größtenteils als Küstengewässer. Daher ist dort keine Angelerlaubnis nötig. Allerdings gibt es einige Regeln, an die man sich als Angler halten sollte. So gilt seit einigen Jahren in Schwedens Küstengewässern eine Entnahmeregelung für Hechte. Pro Tag dürfen maximal drei Exemplare entnommen werden. Das Mindestmaß beträgt 40 Zentimeter, das Höchstmaß 75 Zentimeter. Exemplare, die kleiner oder größer sind, müssen also umgehend und schonend zurückgesetzt werden. Allerdings wird es gerne gesehen, wenn Angler das Tageslimit nicht voll ausschöpfen, sondern Catch & Release betreiben.

Alles beachtet? Dann kann einen erfolgreichen Angelurlaub in Schweden erleben. Foto: BLINKER/J. Radtke

Alles beachtet? Dann kann einen erfolgreichen Angelurlaub in Schweden erleben. Foto: BLINKER/J. Radtke

Geräte-Tipps

  • Spinnfischen auf Hecht: Spinnrute +/- 2,70 Meter, WG ab 40 g, 4000er-Stationärrolle oder Baitcaster, monofile Schnur 0,35 bis 0,45 mm bzw. geflochtene Schnur 0,12 bis 0,17 mm. Köder: Blinker, Spinner, Wobbler, Köderfisch am System.
  • Spinnfischen auf Barsch: Spinnrute +/- 2,40 Meter, WG bis 20 g, kleine Stationärrolle oder Baitcaster, monofile Schnur 0,20 bis 0,25 mm bzw. geflochtene Schnur 0,06 bis 0,10 mm. Köder: Wobbler bis 8 cm Länge, kleine Blinker und Spinner.
  • Köder-Tipp: da das Wasser der Schärenküste meist sehr klar ist, fangen Kunstköder in natürlichen bzw. gedecketen Farben am besten. Schockfarben sind vor allem dann zu empfehlen, wenn das Wasser eingetrübt und/oder sehr kalt ist.

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