Insiderwissen zum Angeln im Februar

Oft sind es die kleinen Dinge, die beim Angeln im Februar den Unterschied zwischen Fangen und Nichtfangen ausmachen. Die Bisse sind meist noch zögerlich, wir zeigen aber, welche Fische Du auch in der vielleicht kältesten Zeit des Jahres fangen kannst.

Regenbogenforelle mit Wacky beim Angeln im Februar gefangen

Bild: André Pawlitzki

Die Wacky-Anköderung hat mal wieder gezeigt, was sie kann und diese schöne Forelle überzeugt.

Die Tage werden im Februar bereits deutlich länger. Jetzt, nach den ganz kurzen Wintertagen, ist man sowohl an der Küste als auch im Süßwasser manchmal schon erfolgreich. Doch auch mit ein paar Stunden mehr Sonnenlicht sind die Fische noch lange nicht wieder voll auf Zack. Es geht daher auch beim Angeln im Februar darum, fein zu fischen und den richtigen Platz zu finden. Dann steht einem erfolgreichen frühen Saisonstart jedoch nichts im Wege. In diesem Beitrag erfährst Du, welche Fische Du beim Angeln im Februar besonders gut fangen kannst!

Das geht im Februar:

  1. Meerforellen angeln im Februar
  2. Zögerliche Winter-Karpfen überlisten
  3. Jetzt Rotaugen, Brassen und Alande fangen
  4. Forellen fangen: Wacky durch den Winter
  5. Rogen: Geheimwaffe am Forellensee!
  6. Im Februar auf Großbarsch-Jagd
Meerforellen kehren im Februar an die Küste zurück und lassen sich mit kleinen Ködern fangen.

Bild: F. Pippardt

Meerforellen kehren im Februar an die Küste zurück und lassen sich mit kleinen Ködern fangen.

Meerforellen angeln im Februar

An warmen Februartagen sieht man an der Küste die ersten Meerforellenangler. Nach den Frosttemperaturen im Januar und nach dem Ablaichen sind die Meerforellen von ihren Laichplätzen im Süßwasser zurückgekehrt und kleinen Mahlzeiten nicht abgeneigt. Was die Köderwahl angeht, kommen jetzt eher kleine Fliegen wie Tangläufer oder Gammaruskrebse zum Einsatz.

Diese bietet man an der Fliegenrute oder auch hinter einem Sbirolino an der Spinnrute an. Den braucht man, um mit den kleinen, leichten Ködern die erforderlichen Wurfweiten zu erreichen. Fisch-Imitationen in Form von schlanken Blinkern und Wobblern laufen im Februar noch nicht so richtig rund, sondern fangen eher, sobald wieder kleine Fischchen im Wasser zu finden sind.

Die Meerforellen stehen beim Angeln im Februar an der Küste eher auf kleine Nahrung wie Gammaruskrebse und Tangläufer.

Bild: E. Hartwich

Die Meerforellen stehen beim Angeln im Februar an der Küste eher auf kleine Nahrung wie Gammaruskrebse und Tangläufer.

Viele Angler möchten natürlich gerne ihren Fang verwerten (siehe auch: Fischrezepte) und für die Küche mit nach Hause nehmen. Das sollte man aber erst tun, wenn die gefangene Meerforelle ein deutlich silbernes Schuppenkleid aufweist. Ansonsten fängt man im Februar oft graubraun gefärbte Fische, die dünn wie Gartenschläuche sind und keinen Wert für die Küche haben. Solche Fische solltest Du unbedingt vorsichtig zurücksetzen!

Nach dem Ablaichen sind die Meerforellen von ihren Laichplätzen im Süßwasser zurückgekehrt und finden sich langsam wieder im Salzwasser ein. Tipp: Kommt es zu einer Kaltwetterfront mit starken Minustemperaturen, meidest Du am besten die offene Küste und befischst (wo erlaubt) die Umgebung von ins Meer einmündenden Süßwasserbächen. Hier im Brackwasser fängt man nicht nur Meerforellen, sondern auch „Steelheads“ – das sind aus Netzanlagen ausgebüxte Regenbogenforellen.

Ein herrlicher Sonnenaufgang an der Küste. Beim Angeln im Februar braucht man unbedingt warme Kleidung unter der Wathose, damit man nicht auskühlt.

Bild: M. Wendt

Ein herrlicher Sonnenaufgang an der Küste. Beim Angeln im Februar braucht man unbedingt warme Kleidung unter der Wathose, damit man nicht auskühlt.

Zögerliche Winter-Karpfen überlisten

Einen echten Winterschlaf halten Karpfen nicht. Richtig ist aber: Karpfen nehmen im harten Winter kaum noch Nahrung auf. Das kann so weit gehen, dass sie über Tage oder gar Wochen fast überhaupt nichts fressen. Sie verhalten sich passiv, vergraben sich manchmal sogar ein Stück im Schlamm beziehungsweise liegen auf dem Boden. Das kann man durchaus mit einem Winterschlaf vergleichen.

Dass Karpfen lange Zeit inaktiv auf dem Gewässerboden verbringen, sieht man am oft starken Befall mit Fischegeln, wenn die Fische gefangen werden. Dieser Zustand tritt besonders oft ein, wenn Karpfen kaum noch Fressbares finden.

Karpfen im Winter unter Wasser

Bild: P. Munziger

Auch wenn es kein echter Winterschlaf ist: Der Februar ist oft der schlechteste Karpfenmonat im Jahr, und die Fische liegen manchmal tage- oder wochenlang regungslos am Grund.

Die Karpfen beißen jetzt natürlich noch nicht so gut wie in den Monaten April und Mai. Nach mehreren Nächten ohne Nachtfrost kann man trotzdem auch beim Angeln im Februar die ersten Karpfenansitze wagen! Auch wenn die Fische jetzt Boilies (oft) noch verschmähen, lassen sie sich nun teilweise schon mit Dosenmais oder Brotflocke fangen.

Wichtig ist auch, dass man in Maßen füttert und das Futter möglichst in direkter Nähe zum Haken anbietet. Am besten funktioniert das mit einem PVA-Beutel, gefüllt mit Partikeln wie Boilie-Crush, getrocknetem Hanf, kleinen Pellets und Pulverfutter. Dann verschnürt man den Beutel oben. Die Festbleimontage kann mit in den Beutel, das Vorfach guckt aus einer abgeschnittenen Ecke seitlich raus und wird von dann außen ins PVA eingehängt. Als netten Nebeneffekt gibt es so garantiert keine Verwicklungen.

Nach einer Reihe frostfreier Tage darf man mancherorts auch schon mit den ersten Karpfen rechnen.

Bild: AngelWoche

Nach einer Reihe frostfreier Tage darf man mancherorts auch schon mit den ersten Karpfen rechnen.

Rotaugen, Brassen und Alande fangen

Ende Februar zieht es im Fluss viele Weißfischarten zum Laichen. Fürs Angeln im Februar ist dabei besonders der Aland interessant! Er erreicht Gewichte über 3 Kilo und lässt sich gut mit der Matchrute und der Bolorute fangen. Man füttert mit einem dunklen Futter an, das größere Fische im noch klaren, kalten Winterwasser nicht scheu macht. Das Futter sollte gut binden und Maden enthalten, die in einer Spur wegtreiben, sobald der Futterballen  beim Einwerfen auf die Wasseroberfläche aufbricht.

In der entstehenden Futterspur bildet sich eine ganz klare Rangfolge. Zuerst beißen ein paar kleine Rotaugen, dann folgen vereinzelte dicke Brassen und am Ende der Futterspur stehen meist die Alande, die eine besondere Vorliebe für einzelne Maden entwickeln und die ausgeschwemmten Krabbler Stück für Stück einsammeln. Im Drill würgen sie dann oft ganze Wolken von Maden wieder aus.

Ein Kescher voll Aland beim Angeln im Februar – Anglerherz, was willst Du mehr?

Bild: E. Hartwich

Ein Kescher voll Aland beim Angeln im Februar – Anglerherz, was willst Du mehr?

Bei Alanden darf sich der Köder (2 Maden am 14er Haken) ruhig mehr bewegen als bei den behäbigen Brassen. Deshalb sollte der Köder eher mit der treibenden Pose als an der Grundmontage angeboten werden. Fein fischt hier eindeutig besser: Mit einem 0,12er Vorfach im Vergleich zu einer 0,16er Leine, bekommt man erfahrungsgemäß ca. ein Drittel mehr an Bissen. Um schwere Fische trotzdem landen zu können, muss man manchmal den Fisch umlaufen und ihn von stromab keschern. Außerdem wird auf diese Weise der Strömungsdruck aus der Schnur genommen.

Forellen fangen: Wacky durch den Winter

Die „Wacky-Montage“ ist vor allem bekannt vom Barschangeln. Der entscheidende Faktor bei dieser Form der Anköderung ist, dass der Köder quer anstatt längs durchstochen wird, wodurch er ganz anders spielt als bei einer herkömmlichen Montage. Die freien Enden des Köders schlagen wild aus, wenn der Köder angezupft wird. Auch auf Forellen hat sich die Barschmontage bewährt – vor allem im Winter. Es können so fast alle Arten von Gummiködern montiert werden – am besten jedoch längliche Modelle wie Gummiwürmer oder Sticks.

Wacky weckt beim Angeln im Februar die Neugierde

Was macht die Wacky-Montage am Forellensee so fängig? Wahrscheinlich ist es die Tatsache, dass kaum ein Angler mit dieser Montage auf Forellen fischt. Und weil Forellen recht neugierig sind, bekommt man am See oft mehrere Fische in Folge. Oft sind es sogenannte „Reaction Bites“, bei denen die Fische den Köder nicht schlucken, sondern nur anstubsen wollen. Damit auch diese Anfasser gehakt werden, braucht man geeignetes Gerät.

Beim Angeln im Februar mit der Wacky-Montage auf Forelle

Bild: André Pawlitzki

Quer fängt mehr: Probieren Sie einfach mal aus, ob die Wacky-Montage auch an ihrem Forellensee abräumt!

Dabei ist die Montage recht einfach: Ans Ende eines Fluorocarbon-Vorfachs kommt ein Snap, in den wird ein „Wacky Rubber Jig Haken“ (Lieferung Gamakatsu) eingeschlauft. Dieser hat ein Gewicht von 3,5 g und dient als Wurfgewicht. Außerdem spielen die Fransen hinter dem Bleikopf verführerisch im Wasser und stellen einen zusätzlichen Reiz dar. Um dem Köder noch mehr Spiel zu verleihen, ist die entsprechende „Wacky-Anköderung“ wichtig. Durchstechen Sie den Gummiwurm einmal in der Mitte. Fertig ist die Montage. Eigentlich ganz einfach, oder?

Rute und Führung beim Wacky am Forellensee

Geführt wird der Wacky-Köder an einer leichten Forellenrute mit jedoch eher straffer Aktion, damit der Haken sicher im Forellenmaul fassen kann. In den Wintermonaten führt man den Köder dicht am Grund und kann ihm mit der Rutenspitze immer wieder Leben einhauchen. Ist das Wasser wärmer, kann man ihn auch wie einen Spinner einholen. Auf jeden Fall lohnt es sich, am Forellensee mit der Wacky-Montage zu experimentieren.

Rogen: Geheimwaffe am Forellensee!

Vor allem im Winter und im zeitigen Frühjahr gibt es einen Köder, ohne den man nicht ans Wasser gehen sollte: Rogen. Die proteinhaltigen Fischeier locken nicht nur Salmoniden wie Regenbogenforellen und Saiblinge, sondern auch Barsche und sogar vorwitzige Weißfische an den Haken. Selbst Aale sind den Fischeiern nicht abgeneigt. Trotzdem ist im Zeitalter der Gummiwürmer und Spoons dieser Köder ein wenig in Vergessenheit geraten – und das, obwohl man damit am Angelsee richtig abräumen kann.

Regenbogenforelle auf Rogen gefangen

Bild: Frank Schlichting

Dieser Regenbogner hatte Appetit auf Fischeier.

Eier, wir brauchen Eier – besonders beim Angeln im Februar!

Was macht Rogen so attaktraktiv? Zum einen ist es seine auffällige lachsrote Farbe, die den Fischen einen schnellen Zwischensnack vorgaukelt, zum anderen ist es sein fischiger Geruch und Geschmack. Doch wie kommt man an diesen Superköder heran? Am besten fängt man sich einen Forellenrogner und entfernt vorsichtig die beiden Laichstränge aus der Bauchhöhle.

Der Rogen wird von Rogenhäutchen zusammengehalten und wenn man diese zerstört, fallen die Fischeier einfach vom Strang. Unbehandelt lässt Rogen sich aber nicht am Haken anködern ohne abzufallen. Daher salzt man die Stränge ein und gibt sie dann in eine Köderdose, diese kommt dann in die Gefriertruhe. Das Salz entzieht dem Rogen Wasser, wodurch er härter bzw. elastischer wird und sich besser auf den Haken ziehen lässt. Borax aus dem Chemiehandel hat eine ähnliche Wirkung, ist jedoch teurer als Salz.

Rogen als Angelköder am Haken

Bild: André Pawlitzki

Rogen am Haken. Ein solches, fingernagelgroßes Stück bringt neben Forellen auch schöne Saiblinge.

Knapp über Grund und dann schnell anschlagen

Angeködert werden kleine Rogenstückchen von der Größe eines Daumennagels. Sie können sich solche Stücke mit einer Nagelschere aus dem Rogen schneiden, wobei darauf zu achten ist, die Laichhäutchen zu erhalten. Führen Sie den Haken einmal durch den Rogen, drehen Sie ihn und führe ihn wieder zurück.

Da die Fischeier bei Weitwürfen vom Haken fallen würden, bietet man sie am besten an der Posenmontage an und es ist auch eher ein Köder für die Nahdistanz. Die Pose wird so austariert, dass das Rogenstück knapp überm Grund schwebt. So befindet es sich auf Augenhöhe der Forellen und wird besser gesehen, als wenn man es am Grund ablegt. Genaues Ausloten führt also zu mehr Bissen.

Zwei Forellen im Winter auf Rogen gefangen

Bild: André Pawlitzki

Vor allem die dickeren Forellen haben eine Vorliebe für Rogen.

Da Rogen ein sehr weicher Köder ist, kann man schon anschlagen, sobald die Pose deutlich zur Seite gezogen wird, oder sogar abtaucht. Andernfalls kann es sein, dass die Forelle tief schluckt. Was macht den Rogen so erfolgreich vor allem in den Wintermonaten? Regenbogenforellen gehören zu den Winterlaichern und pflanzen sich in der kalten Jahreszeit fort. Dabei versuchen die Fische die Eier ihrer Konkurrenten zu fressen, damit diese ihre Gene nicht weitergeben können und sie selber zum Zug kommen. Dass die Fischeier dazu noch Proteinbomben sind und gut schmecken, tut ein Übriges.

Extra-Tipp: Eier einsacken

Wenn in einem See die Fischeier ständig von Kleinfischen oder Krebsen attackiert werden, sollte man die Eier in einen Gazebeutel einsacken. Dazu schneidet man sich ein Gazestück von 4×4 Zentimeter Kantenlänge. Dann legt man den Rogen darauf und bindet die vier Enden der Gaze nach oben. Ein rotes Stück Wolle reicht, um den Rogenball in der Gaze zu sichern und bringt nebenbei noch einen weiteren Farbakzent ins Spiel.

Rogenball herstellen

Bild: André Pawlitzki

Zuerst gibt man ein Stück Rogen auf die Gaze. Dann alles einfach mit roter Wolle verschnüren. Damit ist der Rogenball fertig. Nun noch die überstehende Gaze trimmen, und der Köder ist bereit für den Einsatz.

Angeln im Februar: Große Barsche sind unterwegs!

Ein weiterer beliebter Zielfisch beim Angeln im Februar ist der Barsch. Gerade die großen Laichbarsche suchen nun Stellen auf, an denen sie ihren Laich abstreifen können. Meist sind das am Grund liegende Äste, aber auch Schilfkanten und selbst ins Wasser geworfener Zivilisationsmüll wie Fahrräder und Mopeds.

Je näher die Laichzeit kommt, desto weniger fressen die Barsche. Kunstköder werden nun kaum mehr genommen, ein halber Tauwurm (oder zwei bis drei Mistwürmer) allerdings bringt die laichschweren Fische an den Haken. Die Bisse sind sehr zögerlich – sobald der Barsch Widerstand spürt, spuckt er den Köder blitzschnell wieder aus. Deshalb sollten Posen so penibel wie möglich ausgebleit sein. Nur die Antenne darf noch aus dem Wasser schauen. Und keine Posenmodelle mit Tragkräften über 5 Gramm einsetzen! An vielen Stellen kommt man mit höchstens der Hälfte aus.

Die dicken Februarbarsche sind „Naturburschen“ und fressen eher Würmer, als dass sie einem Kunstköder hinterher jagen.

Bild: O. Portrat

Die dicken Februarbarsche sind „Naturburschen“ und fressen eher Würmer, als dass sie einem Kunstköder hinterher jagen.

Übrigens biete ich selbst den Köder beim Angeln im Februar möglichst stationär an, denn die graviden Räuber sind nicht mehr bereit, einen Köder über längere Strecken zu verfolgen. Stattdessen platziert man den Wurm direkt bei den Barschen. Damit das gewährt ist, sollte man sich etwas mehr Zeit für die richtige Platzwahl lassen.

Der Februar ist ein Übergangsmonat vom Winter zum Frühling, deutlich auch an den zwei fehlenden Tagen im Vergleich zu den übrigen Monaten. Und Angler, die im Winter ihr Gerät eingemottet haben, freuen sich im Februar auf den März, wenn dann die Angelei wieder mehr Fahrt aufnimmt.

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