Friedfischangeln im Winter: klein & deftig!

Wer beim Friedfischangeln im Winter auf die falschen Köder setzt, wird lange ohne Biss bleiben. Kleine Köder bringen jetzt mehr Bisse als große Happen, wie unser Experte André Pawlitzki weiß!

Selbst bei eiskalten Temperaturen lassen sich beim Friedfischangeln im Winter noch Rotaugen unter dem Eis fangen. Foto: A. Pawlitzki

Bild: A. Pawlitzki

Selbst bei eiskalten Temperaturen lassen sich beim Friedfischangeln im Winter noch Rotaugen unter dem Eis fangen.

Fische sind wechselwarme Tiere. Das heißt, ihr Stoffwechsel hängt stark von der Wassertemperatur ab. Je kälter das Wasser, desto geringer ist auch der Appetit der Flossenträger. Dem muss man als Angler Rechnung tragen, wenn man beim Friedfischangeln im Winter noch fangen will.

Fleischige Kost beim Friedfischangeln im Winter

Vor allem kleinste Happen bringen im Winter die meisten Bisse. Statt drei oder vier Maden am 12 Haken, kommen nun ein oder maximal zwei Maden auf einen 16er Haken. Bei extremer Kälte ködere ich nun einen einzelnen Pinkie an einem 18er oder sogar 20er Häkchen an.

Überhaupt sind Pinkies für mich beim Angeln im Winter die erste Wahl. Die kleinen Krabbler sind oft nur halb so groß wie eine Made, haben im Gegensatz zu Maden aber den Vorteil, dass sie sich nicht so schnell verpuppen. Pinkies kann man daher über einen Monat hältern, wenn man sie nach dem Angeln wieder im Gefrierfach des Kühlschranks lagert.

Ein einzelner Pinky, an einem roten 18er oder 20er Häcken angeködert, bringt auch im kältesten Winter noch Bisse. Foto: F. Schlichting

Bild: F. Schlichting

Ein einzelner Pinky, an einem roten 18er oder 20er Häcken angeködert, bringt auch im kältesten Winter noch Bisse.

Ein zweiter Köder, der vor allem in den Wintermonaten bei den Fischen gut punktet, ist die Zuckmücke. Diese lässt sich aber im Gegenteil zu Pinkies nur wenige Tage hältern. Allerdings fängt die Zuckmücke ebenfalls extrem gut, vor allem in kleinen sumpfigen Gewässern, wo sie auch natürlich vorkommt.

Ein dritter Köder, dem ich im Winter vertraue, ist ein kleines Wurmstück. Es wird einfach nur am Kopf angeködert, genau wie der Pinkie. Die Zuckmücke durchsteche ich im zweiten Segment hinter dem Kopf.

Hier hat ein Rotauge eine Zuckmücke attackiert – man sieht die Reste des Köders noch im Maulwinkel. Zuckmücken durchsticht man am besten einmal unterhalb des Kopfgliedes. Foto: A. Pawlitzki

Bild: A. Pawlitzki

Hier hat ein Rotauge eine Zuckmücke attackiert – man sieht die Reste des Köders noch im Maulwinkel. Zuckmücken durchsticht man am besten einmal unterhalb des Kopfgliedes.

Lock-Haken sind im Winter meine Geheimwaffe!

Ein weiterer kleiner Trick: In Verbindung mit Pinkies verwende ich gerne einen rot gefärbten Haken. Dieser bildet einen Kontrast zur hell gefärbten Madenvariante und erinnert die Fische vielleicht an eine Zuckmückenlarve. Warum die Fische einen Pinkie am roten Haken eher nehmen als an einem dunkel gefärbten Modell, weiß ich auch nicht, aber Tests mit verschiedenen Hakenfarben haben eindeutig gezeigt, dass die Fische beim Angeln im Winter rot gefärbte Haken bevorzugen.

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Doch nicht nur bei den Ködern stehen fleischige Happen im Winter ganz vorn, sondern auch bei den Lockstoffen, in die man die Köder dippt, beziehungsweise die man auch dem Futter untermischt. Flüssiglockstoffe wie Leber, Wurm, Knoblauch (Garlic) aber auch verschiedene Fischdüfte wie zum Beispiel „Stinky Fish“ punkten nun bei den Weißfischen. Man kann die Köder sowohl in die stark riechenden Flüssigkeiten dippen oder auch besprayen. Ein Sprühstoss aus der Flasche auf den gefüllten Futterkorb sorgt ebenfalls für eine Attacke auf die Geruchsnerven der Fische.

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Beim Friedfischangeln im Winter setze ich auf wenig Lebendfutter

Damit ich die Fische in den Wintermonaten nicht zu schnell sättige, gebe ich nur ganz wenige Lebendköder ins Futter. Einige wenige Pinkies sorgen dafür, dass die Fische neugierig werden und auch meinen Köder nehmen, zu viele Pinkies machen die Fische satt, die Bisse bleiben aus. Bei der Zugabe von Lebendködern gilt für mich: Lieber ein paar Lebendköder zu wenig, als zu viele, was übrigens auch fürs Futter gilt. Denn Futter, was einmal eingeworfen wurde, kann man nicht mehr zurückholen.

Wurmaroma ist ein Magnet für alle Weißfische. Anstatt allerdings geschnittene Würmer ins Futter zu mischen, wie ich es im Sommer gerne tue, behelfe ich mich beim Angeln im Winter mit Flüssigwurmaromen, wie man es unter anderem von den Firmen Superwurm, van den Eynde und Quantum kaufen kann. Diese locken durch ihren Geruch, ohne die Fische zu sättigen.

Wurmfutter mit Fischmehl fängt optimal!

Einige Futtersorten wie das Worm-Fishmeal-Futter von Sonubaits beeinhaltet bereits zerstoßene Würmer und wirkt daher bestens zum Anlocken beim Friedfischangeln im Winter. Das Futter hat zudem eine dunkelbraune, rötliche Farbe, die die Fische schnell aufmerksam macht, sie aber nicht abschreckt wie es bei hellerem Futter der Fall wäre.

Übrigens: Hier zeigt Euch Frank Schlichting von der AngelWoche, wie er im Winter auf Brassen fischt – das geht gut mit Maden, ist aber auch ein guter Einsatzbereich für Würmer aus der eigenen Zucht.

 

 

 

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