Texas-Rig: Die Erfolgsmontage mit dem Klick

Hechtangeln mit dem Texas-Rig: Hängerfrei an Hindernissen

Dichter Pflanzen-Dschungel und Äste im Wasser bieten den Räubern Schutz und Nahrung. Für uns ist es eine echte Herausforderung, hier einen Köder tief anzubieten, ohne dass der Haken dabei als Krautharke fungiert. Dalien Vignjevic hat eine Möglichkeit gefunden, sich hängerfrei durch den Urwald zu kämpfen: Das Hechtangeln mit dem Texas-Rig.

Das Hechtangeln mit dem Texas-Rig ist eine gute Möglichkeit, hängerfrei an Hindernissen zu angeln. Fotos: D.Vignjevic

Das Hechtangeln mit dem Texas-Rig ist eine gute Möglichkeit, hängerfrei an Hindernissen zu angeln. Fotos: D.Vignjevic

Hechtangeln mit dem Texas-Rig – Angeln in der Hechtstube

Bereits als Kind hatte ich gelernt, dass sich Hechte aller Größen tagsüber häufig in extrem flachem Wasser aufhalten. Befindet sich dann noch ein überhängender, schattenspendender Baum am Gewässer, kann man fast sicher sein, eine „Hechtstube“ gefunden zu haben. Hier finden die Räuber Beutefische und kleine Krebse – und genau hier muss auch unser Köder angeboten werden.Eine Köderpräsentation direkt in Hindernissen und an kleinen Stellen ist allerdings recht anspruchsvoll. Das Hechtangeln mit dem Texas-Rig ist hier die ideale Methode. Man kann man bis ins Wohnzimmer der Hechte vordringen und selbst kleinste Einstände beangeln.

Hier riecht es nach Fisch! Das Hechtangeln mit dem Texas-Rig ist an solchen Gewässern die perfekte Methode, um hängerfrei fischen zu können. Foto: D.Vignjevic

Hier riecht es nach Fisch! Das Hechtangeln mit dem Texas-Rig ist an solchen Gewässern die perfekte Methode, um hängerfrei fischen zu können. Foto: D.Vignjevic

Baitcaster hilft

Obwohl man bei dieser Art der Angelei nicht unbedingt eine Baitcaster braucht, ist eine solche Rolle doch viel effizienter und präziser als eine Stationärrolle. Bei einer Baitcaster kann man mit dem Daumen die Wurfbahn des Köders und die Distanz des Wurfes sensibel steuern und kontrollieren. Außerdem sind exakte Würfe auf kurze Entfernungen damit viel leichter auszuführen. Das ist beim Hechtangeln mit dem Texas-Rig entscheidend. Die Basis-Würfe sind das Pitching – ein Unterhandwurf – und das Flipping. Bei Letzterem nimmt man die Schnur mit der linken Hand auf und lässt den Köder zum Beispiel in Krautlücken fallen, ohne die Rolle zu betätigen.

Dazu passt eine kräftige Rute, um große Fische an kurzer Leine und in starkem Kraut ausdrillen zu können. Ich rate aber von Ruten mit einer „Besenstiel-Aktion“ ab, da die Fische schnell ausschlitzen. Ich bevorzuge Modelle mit einem Wurfgewicht von 70 Gramm bei 2,20 Meter Länge.

Eine Baitcaster erleichtert das zielgenaue Auswerfen beim Hechtangeln mit dem Texas-Rig. Foto: D.Vignjevic

Eine Baitcaster erleichtert das zielgenaue Auswerfen beim Hechtangeln mit dem Texas-Rig. Foto: D.Vignjevic

Die Montage: Bissfestes Texas-Rig

Eine der größten Herausforderungen beim Hechtangeln mit dem Texas-Rig ist es, ein bissfestes Vorfach möglichst dezent mit der geflochtenen Hauptschnur zu verbinden. Das gelingt am besten mit einem Knoten, da ein Wirbel zu viel Kraut aufsammelt. Mit dem FG-Knoten verbinde ich meinen weichen, thermobehandelten Stahldraht mit 0,48 Millimetern Durchmesser und meine 20 Kilogramm tragende Hauptschnur. Die Geflochtene wähle ich deshalb so dick, weil ich mit ihr auch große Fische auf kurze Distanz im Pflanzendickicht bändigen kann. Außerdem schneidet sie durch den Dschungel wie ein Stahlseil.

Beim Hechtangeln mit dem Texas-Rig muss die Montage bissfest sein.

Beim Hechtangeln mit dem Texas-Rig muss die Montage bissfest sein.

Das richtige Gewicht

Das Gewicht des Bullet Weights der Texas-Montage richtet sich nach der Dichte des Bewuchses. In flachem Wasser verzichte ich auf ein Gewicht. Wenn ich dichte Krautmatten durchdringen muss, verwende ich Geschossbleie von 25 Gramm oder sogar noch schwerer. Gewöhnlich reicht ein Gewicht von sieben Gramm für offenes Wasser, in dem sich nur einige Krautklumpen und Seerosen befinden. Bei schweren Gewichten braucht man hinter dem Gewicht einen Posenstopper, damit Köder und Blei eng zusammenliegen.

Die richtige Köderfarbe

Die Köderfarbe ist zwar nicht unbedingt entscheidend, aber ich mag helle Köder, zum Beispiel in Weiß oder Chartreuse. Zu meinen Lieblingsködern gehört ein Kunstkrebs in Weiß. Er hat sogar eine Rassel im Körper, die zusätzlich für Aufmerksamkeit sorgt.

Der richtige Haken zum Hechtangeln mit dem Texas-Rig

Du solltest besonderen Wert auf den Offset-Haken legen. Er muss unbedingt dickdrähtig sein! Durch seinen weiten Bogen biegt er bei den enormen Kräften, die auf der kurzen Distanz auftreten, nicht so schnell auf.

Die Montage – Bissfestes Texas-Rig selbst bauen

Die Liste der benötigten Zutaten ist überschaubar:
• geflochtene Hauptschnur • dickes, 49-fädiges Stahlvorfach • Offset-Haken in Größe 5/0 • Tungsten- oder Bleigewicht •Posenstopper

  1. Als erstes zieht man den Schnurstopper mit ein wenig Kraft auf den weichen Stahldraht.Als erstes zieht man den Schnurstopper mit ein wenig Kraft auf den weichen Stahldraht.
  2. Nun das Geschossblei aus Tungsten auf das Stahlvorfach fädeln, die breite Seite zeigt später in Richtung Haken.Nun das Geschossblei aus Tungsten auf das Stahlvorfach fädeln, die breite Seite zeigt später in Richtung Haken.
  3. Nun führt man das Ende des Stahlvorfachs durch das Hakenöhr.Nun führt man das Ende des Stahlvorfachs durch das Hakenöhr.
  4. Der Fat- Mono-Knoteneignet sich bestens zum Anknoten des Hakens. Zuerst zwei Schlaufen durch das Öhr führen…

    Der Fat- Mono-Knoten eignet sich bestens zum Anknoten des Hakens. Zuerst zwei Schlaufen durch das Öhr führen...

    Der Fat- Mono-Knoten
    eignet sich bestens zum Anknoten des Hakens. Zuerst zwei Schlaufen durch das Öhr führen…

  5. … und das freistehende Ende doppelt durch beide Schlaufen ziehen.

    ... und das freistehende Ende doppelt durch beide Schlaufen ziehen.

    … und das freistehende
    Ende doppelt durch beide Schlaufen ziehen.

  6. Man zieht die Schlaufen fest und erhält so einen sowohl einfachen, als auch starken Knoten.

    Man zieht die Schlaufen fest und erhält so einen sowohl einfachen, als auch starken Knoten.

    Man zieht die Schlaufen fest und erhält so einen sowohl einfachen, als auch starken Knoten.

  7. Zum Abschluss des Knotenbindens wird das überstehende Ende der Vorfachschnur abgeschnitten.

    Zum Abschluss des Knotenbindens wird das überstehende Ende der Vorfachschnur abgeschnitten.

    Zum Abschluss des Knotenbindens wird das überstehende Ende der Vorfachschnur abgeschnitten.

  8. Nun wird der Köder auf den Haken gezogen. Dabei verbirgt man die Hakenspitze im Gummi.

    Nun wird der Köder auf den Haken gezogen. Dabei verbirgt man die Hakenspitze im Gummi.

    Nun wird der Köder auf den Haken gezogen. Dabei verbirgt man die Hakenspitze im Gummi.

Die richtige Köderführung

Am Wasser gehe ich beim Hechtangeln mit dem Texas-Rig langsam vor und lege erst einmal eine Pause ein, wenn der Köder ins Wasser eingetaucht ist. Der Hecht spürt eine Bewegung und wird neugierig. Daher lasse ich meinen Köder oft bis zu sieben Sekunden ruhen, ehe ich ihn kurz über den Grund springen lasse. Wenn der Einstand wirklich „hechtig“ aussieht, pausiere ich sogar noch länger. Danach jigge ich den Köder kurz an und lege erneut eine Pause ein.

Heftige Bisse!

Die Bisse spürt man durch einen heftigen Schlag in der Rutenspitze. Vielleicht sieht man auch eine Bugwelle im Wasser oder eine Bewegung im Kraut. Ich setze den Anhieb immer mit etwas Verzögerung. Manchmal ziehe ich den Köder auch zunächst ein wenig, um sicher zu sein, dass der Fisch ihn vollständig im Maul hat – die Räuber lassen ihn nicht so schnell wieder los.

Es hat geklappt! Nach einem heftigen Biss und einem spannenden Drill kann ein schöner Hecht in die Kamera gehalten werden!

Es hat geklappt! Nach einem heftigen Biss und einem spannenden Drill kann ein schöner Hecht in die Kamera gehalten werden!

Dieser Artikel wurde im ESOX-Magazin 07-08/18 veröffentlicht.


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