Hechtangeln im Herbst: Tipps vom Experten!

Beim Hechtangeln im Herbst die Fische zu finden, ist in der goldenen Jahreszeit häufig nicht einfach, wenn sich unter Wasser alles im Umbruch befindet. Bertus Rozemeijer erklärt Euch, was Ihr im Herbst bei der Hechtsuche beachten müsst.

Auch Oberflächenköder punkten noch beim Hechtangeln im Herbst. Foto: O. Portrat

Auch Oberflächenköder punkten noch beim Hechtangeln im Herbst. Foto: O. Portrat

Die wichtigsten Punkte, die man beim Hechtangeln im Herbst beachten sollte:

  • flache Bereiche aufsuchen
  • grundnahe Köderführung
  • Jerk-, Twicht-, Spinnerbaits, Streamer, Spinner, Oberflächenköder sowie Köderfische verwenden
  • flexible Köderführung beim Hechtangeln im Herbst

Abwechslung aus der Köderbox

  • Köderfisch
    Köderfisch funktioniert immer! Man kann sich den Wind in der goldenen Zeit zu nutze machen und die Köderfischmontage mit Hilfe einer Segelpose über das Wasser treiben lassen. Aber auch flach abgelegte Rotaugen, Güstern und kleine Brassen am Grund sollte man nicht verachten. Daher immer auf einen guten Köderfischvorrat achten.
  • Jerk und Twitchbaits:
    Natürlich behalte ich dabei ständig die noch stehenden Pflanzen im Auge. Meinen Twitchbait führe ich am liebsten langsam links und rechts an ihnen vorbei. Auch Jerkbaits kann man gut an den Pflanzen entlang- und über sie hinwegführen. Um mit einem sinkenden Jerk über den Pflanzen zu angeln, muß man kein Künstler sein. Sobald man mit der Rute seitwärts oder nach oben schlägt, strebt der Jerk zur Oberfläche. Bedenkt aber, dass selbst gute Köder nur in den Händen eines kreativen Anglers effektiv laufen und fangen. Nutzt die Möglichkeit, Eure Köder möglichst abwechslungsreich zu führen.
  • Gummifisch:
    Ich angle auch gerne mit kleinen Gummifischen – mit der Betonung auf klein, denn Hechte konzentrieren sich bei der Herbstjagd auf die in Massen vorkommenden kleineren Beutefische. Mit den Shads angle ich am liebsten die Kanten ab. Viele Angler montieren einen zusätzlichen Drilling. Mir reicht der Einzelhaken am Bleikopf. Mit einem Einzelhaken sammle ich wesentlich weniger Grünzeug ein als mit einem Zusatzdrilling.
  • Streamer:
    Der letzte, aber von mir momentan am häufigsten verwendete Köder, ist der Streamer. An meine Schwimmschnur Klasse 10 kommt ein beschwerter Streamer, der aber ebenfalls nicht zu groß sein sollte. Das zusätzliche Gewicht am Kopf verleiht ihm eine Aktion, die mich ans Angeln mit Shads erinnert.
  • Drillinge sammeln viel Kraut ein und sorgen für viele Hänger. Deshalb ist es besser, mit Ködern zu angeln, an denen sich weniger Haken befinden. Spinner und Spinnerbaits sind ideal, aber auch ein Oberflächenköder funktioniert an milden, ruhigen Herbsttagen oft noch erstaunlich gut.
Hechtangeln Herbst Köder

Bertus Rozemeijer empfiehlt, die Herbstköder nicht zu groß zu wählen. Sein Hecht hat einen Gummifisch in mittlerer Größe genommen. Foto: B. Rozemeijer

Hechte im Herbst finden

Entgegen dem früher verbreiteten Aberglaube beim Hechtangeln sind die Räuber ziemlich rastlos – und genau darin liegt jetzt im Herbst auch unser Problem: Sind die Fische nämlich plötzlich nicht mehr an den gewohnten Plätzen, können wir sie auch nicht fangen. Aber wo stecken sie dann?

Auslöser aller „Probleme“ ist der Wechsel der Jahreszeiten: Zum Herbstanfang gibt es die ersten Stürme. Sie sorgen für die komplette Durchmischung des Wassers – auch in den wirklich tiefen Seen. Die Sprungschicht, die den ganzen Sommer hindurch für stabile Verhältnisse gesorgt hat, löst sich dadurch auf. Dieses Naturphänomen stellt für uns Angler einiges auf den Kopf, denn unter Wasser werden jetzt die Karten neu gemischt.

In flacheren Seen spielt die Sprungschicht hingegen keine Rolle, der Übergang der Jahreszeiten geschieht daher nicht ganz so abrupt. Das heißt aber nicht, dass hier alles beim Alten bleibt! In flachen Gewässern wie Torfstichen, Kanälen und Poldern ist zunächst äußerlich vieles unverändert: Pflanzen gibt es hier auch im Herbst immer noch in Hülle und Fülle. Zwischen ihnen zu angeln, ist nicht einfach. Ich freue mich dann immer besonders auf die Zeit der ersten Nachtfröste, weil die Pflanzen dann nicht mehr so ein großes Hindernis sind. Die Blätter und Stiele sind nun so weich, dass man zwischen ihnen einen Hecht sicher ausdrillen kann.

In großen, klaren und tiefen Gewässern findet man kapitalere Fische häufig im Freiwasser, beispielsweise in den Stauseen der Talsperren. Auf solchen Gewässern habe ich mich immer über die vielen Haubentaucher gewundert, obwohl das Echolot eine Tiefe von mehr als 40 Metern anzeigte. Haubentaucher sind Fischfresser, die nicht besonders tief tauchen. Damit war klar, dass die Fische nicht am Grund stehen konnten. Folgerichtig zeigte das Echolot in der Nähe der Haubentaucher viele Kleinfische und fette Signale im freien Wasser an.

Im Frühherbst hingegen sieht man Haubentaucher eher in den flacheren Bereichen der Gewässer jagen. Nun steht also auch der Hecht relativ flach. Wenn es eine Chance gibt, große Fische in relativ flachem Wasser zu fangen, dann ist jetzt die beste Zeit dafür! Schon vor einigen Jahren habe ich im schwedischen Västervik viele Hechte in sehr flachem Wasser gefangen. Bei guten Lichtverhältnissen konnte ich die Räuber dabei beobachten, wie sie sich vom Boden in Bewegung setzten und meinem Kunstköder hinterherjagten.

Auffällig war, dass ich die Hechte nicht auf den Laichplätzen des Frühjahrs fand, sondern an anderen flachen Stellen – als würden sie den Laichplatz meiden, um nicht ihren eigenen Nachwuchs aufzufressen. Wie auch immer, ich versuche mein Glück im Oktober und November im flachen Wasser. Flach heißt für mich eine Wassertiefe zwischen einem halben und drei Metern. Selbst wenn sich in Wurfweite bis zu zehn Meter tiefes Wasser befand, habe ich immer wieder festgestellt, dass ich die meisten Fische in den flacheren Bereichen gefangen habe.

Die Ursache dafür ist schnell erklärt: Im Oktober gibt es im Flachwasser immer noch viele Pflanzen als Deckung, gleichzeitig ist es den größeren Hechte hier nicht mehr zu warm wie im Sommer. In großen Gewässern dominieren dabei unter den Wasserpflanzen die Laichkräuter. Sie gehen zwar langsam zurück, bieten den Hechten aber immer noch attraktive Versteckmöglichkeiten. Auch etwas weiter auseinanderstehende Schilfhalme sind ein guter Herbstplatz. Sucht nach solchen Plätzen!

Hechtangeln Herbst See

Beim Hechtangeln im Herbst, sollten flache Uferstellen nicht links liegen gelassen werden. Foto: blinker

0 Kommentare0 Antworten


    Blinker Prämien-Paket inkl. Sportex Curve Spin PS2402

    12x BLINKER

    + SPORTEX CURVE SPIN PS 2402

    + 1 JAHR ANGELNplus

    AngelWoche Prämien-Paket inkl. Daiwa Exceler Rolle

    26x ANGELWOCHE

    + DAIWA EXCELER LT SPINNROLLE

    + 1 Jahr ANGELNplus

    FliegenFischen Sammelordner

    Ihre FliegenFischen Ausgaben

    in einem einzigartigen Nachschlagewerk

    JETZT SAMMELN!

     
    Kutter&Küste Sammelordner

    Sammeln Sie Ihre Ausgaben zu einem einzigartigen Nachschlagewerk!

    KARPFEN Prämien-Paket inkl. 2x Chub RS-Plus

    5x KARPFEN

    + 2x Chub RS-Plus

    + 1 Jahr ANGELNplus

    angelsee aktuell magazin 05 2019

    Das Magazin für Forellenangler

    ANGELSEE aktuell ist das einzige Magazin im deutschsprachigen Raum für die stetig wachsende Zahl der Angler, die an Angelseen, auch Forellenteiche genannt, ihre Köder auswerfen.
    Next Prev
    Blinker
    AngelWoche
    FliegenFischen
    Kutter & Küste
    karpfen
    ANGELSEE aktuell