Als Barschangler kommt man beim Angeln im September wirklich voll auf seine Kosten. Doch auch Aale Renken und einige weitere Flossenträger lassen sich zu dieser Zeit hervorragend fangen! Wer seine Fangaussichten maximieren will, muss dabei gar nicht tief in die Trickkiste greifen.
Das geht im September
Im September mit schwarzen Ködern angeln: Werde zum Schwarzangler!
Schwarze Kunstköder werden von vielen Anglern unterschätzt. Die Farbe Schwarz ist bei Kunstködern generell nicht sehr beliebt – meist hängen Köder in dieser Farbe unbeachtet in der hintersten Ecke des Regals im Angelladen und fristen ein Schattendasein. Doch aus diesem befreien sie einzelne Angler, die die Fängigkeit der schwarzen Köder für sich entdeckt haben.

Bild: Johannes Müller
Schwarz geht immer: Vor allem aber bei klarem Wasser und nachts kann dieser Farbton starke, jedoch nicht zu aufdringliche Kontraste schaffen!
Der Black Fury macht Räuber verrückt
Ein Klassiker in Schwarz ist der Black Fury-Spinner von Mepps. Dieser besitzt neben der schwarzen Farbe des Spinnerblatts kleine gelbe Punkte. So ähnelt er einem ins Wasser gefallenen Käfer, also einem kleinen Snack für Forelle, Barsch und Co. Vor allem, wenn im Sommer das Wasser sehr klar ist und die Sonne vom Himmel scheint, ist der Black Fury fast schon eine Garantie für gute Fänge – besonders, wenn man damit übers Wasser ragende Büsche und unterspülte Ufer befischt.
Am erfolgreichsten sind die Spinnergrößen 0 bis 3.Was macht den Köder so erfolgreich? Wahrscheinlich ist es seine schwarze Silhouette, die sich deutlich auch an Sonnentagen vorm Himmel abhebt. Das schwarze Blatt liefert einen starken Kontrast, ohne zu aufdringlich zu sein.
Nachts auf der Steinpackung
Auch Zander mögen schwarze Köder – vor allem flachlaufende Wobbler, mit denen man nachts die Steinpackungen von Buhnen abangelt. Schwarze Köder in der Nacht zu verwenden, klingt erstmal unlogisch – doch schwarze Ködermodelle sind nachts gegen den immer etwas erleuchteten Himmel gut zu sehen und heben sich stark vom etwas helleren Horizont ab. Die Wobbler werden nach dem Auswerfen einfach nur gleichmäßig und langsam eingeholt, ohne irgendwelche Zupfer und Schläge mit der Rute. Die Eigenbewegung der schwarzen Wobbler reicht aus, um die Zander zum Biss zu animieren.

Bild: Johannes Müller
Nachts mit schwarzen Ködern auf Zander wobbeln? Klingt erstmal unlogisch, ist aber in jedem Fall einen Versuch wert, denn die Farbe hebt sich gegen den etwas helleren Nachthimmel sehr gut ab.
Mefo auf der dunklen Seite
Eine andere Fischart, bei der ebenfalls Köder in einer schwarzen Farbe punkten, ist die Meerforelle. In hellen Vollmondnächten hebt sich die schwarze Farbe eines Blinkers oder Streamers – wie beim Zanderwobbeln – deutlich gegen das Mondlicht ab, und täuscht den Meerforellen eine leichte Beute vor. Übrigens: Wer keinen Köder in Schwarz in seiner Box hat, aber diese Farbe gerne einmal am Wasser testen möchte, der kann sich einfach mit Plakatfarbe behelfen und einen beliebigen Kunstköder wie Wobbler, Blinker oder Spinner damit schwarz einfärben.
Angeln im September heißt Barsch
Anfang September drehen die Barsche durch. Die Weißfischbrut desselben Jahres hat eine Größe erreicht, die sie für Barsche häufig zur Nahrungsquelle Nummer 1 werden lässt. Entsprechend gut fangen Beutefischmuster, welche der natürlichen Nahrung stark ähneln – doch sicher beißen die Barsche auch noch auf andere Köder. Krebsmuster zum Beispiel, recht schnell mit kleinen Sprüngen über den Boden geführt, reizen den Futterneid im Schwarm.

Bild: Waldemar Krause
Gute Barsche von 30 cm aufwärts sind beim Angeln im September manchmal der Durchschnitt!
Beim Angeln im September fängt man die Barsche nicht nur morgens und abends, sondern auch tagsüber. Besonders große Naturseen mit guten Barschbeständen versprechen nun eine kurzweilige Angelei. Wo erlaubt, kann man mit mehreren Anbissstellen echte Massenfänge erleben.
Erfolg mit dem Carolina-Rig
Aus den USA schwappen immer wieder tolle Montagen zu uns nach Deutschland, besonders für Barschangler. Neben dem Texas-Rig lassen sich vor allem mit der Carolina-Montage dicke Barsche fangen. Wenn Kleinfische schnell zu Boden sinken, schnappen die Räuber nur dann zu, wenn sie wirklich hungrig sind. Wenn jedoch ein Fischchen ganz langsam zu Boden „rieselt“ und damit längere Zeit im Gesichtsfeld des Räubers verbleibt, kennt der Räuber kein Pardon und schlägt gnadenlos zu.
Das passiert beim Angeln mit der Carolina-Montage, an der ein 40 bis 60 cm langes Vorfach hinter dem Geschossblei („Bullet-Weight“) den Köder langsam hinterhertrudeln lässt. Der Köder sinkt am Offset-Haken ganz langsam ab, während das Blei zuerst auf dem Grund aufschlägt.

Bild: André Pawlitzki
Das Carolina-Rig besteht aus einem Patronenblei, das von einer Gummiperle gestoppt wird, einem Wirbel und einem Creaturebait am Fluorocarbonvorfach (hier am Offset-Haken).
Damit sich Hauptschnur und Vorfach nicht miteinander verwickeln, bremst man den Wurf ab, damit der Köder vorausfliegen kann. Er soll möglichst gestreckt hinter dem Blei ins Wasser fallen. Mit sanften Schlägen der Rutenspitze wird der Köder animiert und zum Leben erweckt. Zum Angeln mit der Carolina-Montage eignen sich vor allem „Creatures“ wie Krebs- und Wurmimitate, die von denBarschen höchst geschätzt werden.
Vielfalt am Haken garantiert: Würmer baden!
Es gibt wohl kaum einen Köder, der so vielen Fischarten mundet, wie ein Wurm. Vielleicht liegt es daran, dass Würmer als Teil der natürlichen Nahrung fast überall vorkommen? Fakt ist in jedem Fall: Friedfische aller Art und selbst viele „gestandene“ Räuber lassen sich den guten alten Wurm gerne schmecken. Wer für ein paar Überraschungen an der Rute bereit ist, sollte einmal ganz klassisch einen Wurm an der Laufbleimontage anbieten.

Bild: W. Krause
Tauwürmer sind absolute Allesfänger, kaum eine Fischart in unseren Breiten kann ihnen widerstehen. Noch dazu kann man diese Köder recht einfach selbst sammeln.
Die letzten Aale des Jahres
Ende September lohnt es sich noch einmal den letzten Aalen nachzustellen. Nun hat man die Chance, einen wirklich großen Aal zu erwischen, weil sich die Aale auf ihrer Abwanderung in die Sargassosee befinden. Diese sogenannten „Blankaale“ erkennt man an ihren vergrößerten Augen und dem silberfarbenen Bauch.
Je weiter sie in ihrem geschlechtsreifen Stadium fortgeschritten sind, desto weniger nehmen sie an Nahrung auf. Entsprechend sollte man die Köder nicht zu üppig wählen. Statt anderhalb Tauwürmern am Haken, reichen im Herbst ein oder zwei Rotwürmer aus, um die Schlängler an den Haken zu bekommen.

Bild: Johannes Müller
So eine simple Laufbleimontage, ohne irgendwelchen „magischen“ Bauteile entfaltet eine große Wirkung auf allerlei Zielfische.
Schwer oder leicht angeln im September?
Den Köder haben wir bereits ausgewählt, nun fehlt noch die passende Montage. Je nachdem, ob man eher kleinere Fische (Barsch, Schleie, Brassen, Forelle etc.) auf dem Zettel hat, oder größere (Aal, Wels), wird die Wurm-Montage feiner oder kräftiger gebunden. Die Basis bildet immer ein Anti-Tangle-Tube, das Verhedderungen durch Wurf und Strömung verhindert. Am besten ist es, wenn das Röhrchen frei auf der Schnur gleitet und dem Fisch so möglichst wenig Widerstand bei der Köderaufnahme entgegenbringt.
Das Bleigewicht richtet sich nach den Bedingungen. Im Stillwasser oder bei leichter Strömung reichen 10-30 g Gewicht, im starken Strom muss man aber auch mal etwas höher gehen, damit die Montage am Platz bleibt. Als Knotenschutz kommt eine kleine Gummiperle auf die Schnur, dann folgt an einem Wirbel das ca. 50–70 cm lange Vorfach. Für das feinere Angeln reicht ein Vorfach um die 0,25 mm Durchmesser mit einem Haken der Größe 6-8, der mit einem Tauwurm oder ein paar Dendrobenas beködert wird.

Bild: Magic Trout Team
Das Spannende beim Angeln mit Wurm ist auch der „Glücksspielfaktor“: Man weiß nie, welcher Fisch als nächstes darauf einsteigt – ob Fried- oder Raubfisch, alles ist möglich!
Soll es auf größere Fische gehen, ist Hakengröße 4–1/0 eher das Mittel der Wahl. Als Vorfach eignet sich dann auch abriebfestes Geflecht (z.B. aus der Karpfenabteilung) mit ca. 30-40 lb Tragkraft perfekt, welches auch den Raspelzähnen von Wels oder Aal etwas entgegensetzen kann.
Renken mit der Hegene
Nun ist auch eine gute Zeit, um Renken (bzw. Felchen oder Maränen) mit der Hegene nachzustellen. An der Hegene befinden sich bis zu 5 kleine Nymphen, welche Zuckmückenlarven imitieren. Diese werden über einem Blei in Grundnähe angeboten. An einer feinen Renkenrute mit weicher Spitze werden die feinen Bisse deutlich angezeigt. Man lässt das Blei zum Grund ab, hebt es 10 cm an, hält es einen Augenblick und stellt es dann wieder kontrolliert am Boden ab. Man fischt tiefer als im Frühling, zum Beispiel im April.
Mit der Hegene fängt man beim Angeln im September Barsche und Felchen en masse! Wo erlaubt, sind mehrere Anbissstellen jetzt eimerfüllend. Für Barsch wird die Hegene mit kleinen Gummiködern bestückt, für Felchen mit unscheinbaren Nymphen.

Bild: Marvin Schwarz
Am Bodensee winken mit dem Ende des Sommers zwei Dinge: ein Sonnenbrand und Felchen satt!
Reisetipp beim Angeln im September: Mecklenburg-Vorpommern
Auf an die großen Naturseen im Osten unserer Republik; hier kann man nun gute Barsche ohne Ende fangen! Nebenbei gesellt sich immer ein Hecht als Beifang hinzu, der die Brutfischchen ebenso gern frisst. Eine willkommene Abwechslung! Außerdem ist der Sportbootverkehr und Freizeittourismus nach den Sommerferien geringer als noch im August.
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