Spinnangeln: Mit Crankbaits auf Barsche

Barsche mögen schnell geführte Köder – mehr als viele Angler glauben. Der Sommer und frühe Herbst zeigen, dass warmes Wasser die Räuber schneller macht. Gunnar Schade hat sich von ihrer Gier und Aggressivität anstecken lassen. Der Kunstköder-Experte drückt bei der Präsentation seiner Crankbaits jetzt kräftig aufs Gaspedal.

Geschwindigkeit zählt

Meine Vorstellung vom Begriff „schnelle Köderführung“ hat sich deutlich geändert. Im Sommer durfte ich einen Tag mit dem spanischen Schwarzbarsch-Profi David Espax Palau am Riba Roja angeln. Er hatte die Angewohnheit, seine Crankbaits enorm schnell einzuholen. Das war zwar spannend anzuschauen, aber für mich nicht wirklich neu, denn in den USA ist das schon lange Methode. Da wir aber in Spanien waren und dort neben dem Schwarzbarsch auch unser Flussbarsch vorkommt, wunderte ich mich, dass David auch diesen Stachelflosser in großen Stückzahlen fing.

Wenn das Wasser kocht

Wieder in Deutschland angekommen, wollte ich diese Methode sofort an unseren heimischen Barschen testen und stellte ernüchtert fest, dass dies nicht so einfach war, wie ich erhofft hatte. In den ersten vier bis fünf Teststunden fing ich nicht einen einzigen Barsch, sondern nur einen Trosthecht. Um meine Frustration darüber in Grenzen zu halten, verfiel ich in alte Verhaltensmuster. Ich brach das Experiment ab und twitchte mir mit Minnows noch ein paar Barsche, um das Gewässer zumindest mit einem Lächeln zu verlassen. Zwei Wochen später wollte ich es dann aber noch einmal wissen und besuchte dasselbe Gewässer. Die Wassertemperaturen waren inzwischen weiter angestiegen, so dass es auch die ersten Barschjagden an der Oberfläche gab. Als dann plötzlich ein paar hundert kleine Futterfische direkt neben meinem Boot das Wasser förmlich zum Kochen brachten, war es endlich soweit: Ich fing den ersten Highspeed-Barsch. Von da an schenkte ich der rasanten Köderführung von Crankbaits noch mehr Vertrauen, sodass ich im heißen Wasser noch viele heiße Drills erlebte.

 

 

 

 

 

 

 

Mehr als nur Barsche


Bei meinen Speed-Crank-Ausflügen habe ich nicht nur Barsche, sondern auch Hechte und Zander mit dieser Methode gefangen. Obwohl der Hechtanteil deutlich höher lag, glaube ich, dass die Zander keine Zufallsfänge waren. Zanderfänge sind stark von perfekt abgestimmten Lauftiefen des Köders abhängig, die nicht immer problemlos einzuhalten sind. Deshalb glaube ich, dass es nicht so viele Zanderattacken gegeben hat. Wer es mit einer schnellen Köderführung gezielt auf Zander versuchen möchte, der sollte die Lauftiefe so wählen, dass der Köder gelegentlich Grundkontakt hat. Das Phänomenale beim schnellen Cranken auf Barsche ist die Aggressivität und Gier der Stachelflosser. Wenn sie sich erstmal entschlossen haben, einen schnellen Köder zu nehmen, gibt es kein Halten mehr. Während Barsche langsam präsentierte Köder gerne beäugen, bevor sie sie attackieren oder sich abwenden, verhalten sie sich bei schnellen Crankbaits etwas anders. Wenn Barsche aktiv auf Futterschau sind und sich ihnen ein schnell geführter Köder nähert, entsteht fast jedes Mal eine Konkurrenzsituation unter den Räubern. Barsche sind selten allein auf der Jagd. Im Schwarm gilt das Motto „Wer zuerst frisst, ist zuerst satt“. Das ist mir bei einigen Dubletten aufgefallen, die ich drillen und teilweise auch landen konnte. Entweder war es so, dass ein Barsch dem anderen die Beute entreißen wollte oder beide Räuber gleichzeitig zugefasst haben. Gelegentlich kam es vor, dass mir ein Barsch im Drill wieder ausgestiegen war und im nächsten Augenblick bereits der nächste am Haken hing. Manchmal schwimmt sogar ein Barsch einfach mit seinem Artgenossen mit, während dieser gedrillt wird. Die Gier aktiver Barsche ist unerreicht – das macht ihnen oft ein genaues Betrachten schneller Köder unmöglich. Nun könnte man annehmen, dass alle Cranks fangen, weil kein Barsch genau hinschaut – sobald der Köder nur schnell genug ist. Irrtum! Geräusche, Druckwellen, Frequenzen, Amplituden, Schwimmverhalten und vieles mehr können immer noch fangentscheidend sein. Der Barsch entscheidet schon lange bevor der Köder in Sicht kommt, ob er ihn attackiert oder nicht. Erst ganz zum Schluss und abhängig von der Wassertrübung hat dann noch die Farbe Einfluss auf das Beißverhalten.

Unruhig ist nicht unsauber

Oftmals fängt ein suboptimal gewählter und schnell präsentierter Crankbait an einem guten Platz nur einen oder zwei Fische, während ein passend gewählter Crank durchweg Fische ans Band bringt. Wer glaubt, mit einem oder zwei Modellen an vielen Gewässern oder lange Zeit an einem Spot erfolgreich sein zu können, irrt häufig. Manchmal kehrt die Intelligenz der Barsche recht schnell zurück. Dann heißt es, flexibel zu angeln und unter anderem auch den Crankbait zu wechseln. Cranks sind für mich schon lange keine reinen Suchköder mehr, die nur zum Absuchen großer Gewässerflächen geeignet sind. Heute angle ich mit ihnen bei hohen Wassertemperaturen auch gezielt an bekannten Spots. Eine schnelle Führung entlarvt häufig mangelhafte Crankbait-Modelle. Wenn ein Crankbait aufhört zu laufen, seine Wobbling-Aktion gänzlich erlischt, nur weil er mal etwas schneller geführt wird, dann ist er für diese Führungsweise nicht geeignet. Die meisten Crankbaits sind Floating-Modelle. Sie tauchen schnell wieder auf, wenn sie nicht aktiv geführt werden. Einige Cranks reagieren aber auch auf hohe Geschwindigkeiten damit, dass sie wieder auftauchen. Gute Cranks verlassen nicht ohne weiteres ihre Schwimmbahn. Es gibt nur wenige Ausnahmen wie z.B. den Waddle Bat von Imakatsu, der gewollt immer wieder seitlich ausbricht. Fortgeschrittenen Crankbait-Anglern empfehle ich, gelegentlich schnelle Intervalle in die Köderführung mit einzubauen. Dies sollte man eher über die Rute praktizieren als über die Rolle. Gerade bei den Lipless Crankbaits, die auch als Vibrationbaits bezeichnet werden, gibt es bei extrem unruhiger Führung immer wieder Glücksmomente mit tollen Fischen im Drill.

Tipps für schnelle Cranks

Wer gezielt große Barsche mit Crankbaits fangen will, sollte in Gewässern mit gutem Fischbestand über die Ködergröße selektieren. Entgegen der intuitiven Vermutung, sind die dicken Barsche oft langsamer als die kleineren. Beim Angeln mit Cranks gibt es nicht selten Aussteiger im Drill. Diese können mit einigen Tricks reduziert werden. Häufig ist die Ruten- und Schnurkombination daran schuld, dass man den Fisch verliert. Wer mit dehnungsfreiem Geflecht und extrem straffer Rute zu Werke geht, muss mit einer sensiblen Bremseinstellung angeln oder sein Gerät optimieren. Wenn Sie viel Zeit des Tages mit Crankbaits angeln wollen, empfehle ich Ihnen, eine Rute mit durchgängiger Aktion oder monofile Schnüre zu verwenden. Durch diese eher „elastische“ Schnur- bzw. Ruten-Wahl wird dem Barsch die Köderaufnahme deutlich erleichtert, denn Barsche beißen nicht in einen Köder hinein, sondern saugen diesen an. Somit kommt es zu etwas weniger Fehlbissen. Auch für den Angler ist diese Geräte-Kombination sehr angenehm, da eine parabolische Rute die Vibrationen gut abfedert, die Schulter geschont wird und abends nicht schmerzt.

Seidenglatt ist besser!

Viele Angler präsentieren Kunstköder lieber an geflochtener Schnur. Wer auch mit Cranks unbedingt Geflochtene einsetzen will, sollte solche mit wenig Reibung verwenden. Beim Cranken wird viel geworfen und gekurbelt. Rauhe Schnüre verlieren dabei durch die auftretende Reibung sehr schnell ihre Farbe. Außerdem ist man vom Gerappel in den Ringen nicht so schnell genervt. Wer viel mit Crankbaits angelt, stille Cranks bevorzugt oder seine Köder generell lieber geräuschlos fischt, dem empfehle ich Avani Seabass Max Power PE und Pezon & Michel Slide Braid Fluo Green Hyper PE. Beide Schnüre sind seidenglatt und somit für ein Geflecht sehr leise. Außerdem sind mit ihnen aufgrund der geringen Reibung in den Ringen auch bei Verwendung sehr leichter Köder extrem weite Würfe möglich. [box_image_title imageurl=“/content/uploads/13898/Cormoran-Team-Cormoran-Iwashi-Minnow-crash-gill-6.5cm-4g-12071.L.jpg“ title=“Unsere angeln.de-Kaufempfehlung“]Wobbler in klassischer Minnow Form für die oberen Wasserschichten. Der IWASHI MINNOW ist ein echtes Allround-Talent, das sowohl im Süss- wie auch im Salzwasser gefischt werden kann. Die Körperform vollführt flankende Bewegungen und sendet starke Schallwellen aus. Da nur 2 Geräuschkugeln verwendet werden, ist dieser Köder relativ leise im Wasser. Geeignet für alle modernen Führungsmethoden sowie zum Schleppfischen. Ausgestattet mit OWNER Drillingen.

Jetzt kommentieren: Wie sind Eure Erfahrungen und wie angelt Ihr mit Crankbaits? 

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