Barschangeln im Winter: So findest und fängst du die Räuber

Makellos gezeichnet und kugelrund wie ein prall gefüllter Luftballon – im Winter zeigen sich Barsche oft von ihrer schönsten Seite. Der holländische Raubfisch-Experte Simon Torenbeek verrät, wo und wie er beim Barschangeln im Winter die prächtigen Stachelflosser an den Haken bekommt.

Wenn es beim Barschangeln im Winter mit aktionsreichen Gummis mit Schaufelschwanz nicht wie gewünscht läuft und die Bisse ausbleiben, wechselt Simon Torenbeek zu Ködern mit weniger Aktion. Der Griff in die Köderkiste geht dann zu Gummifischen mit dünneren Schwänzen wie V-Tails oder Pin-Tails. Fotos: Simon Torenbeek

Wenn es beim Barschangeln im Winter mit aktionsreichen Gummis mit Schaufelschwanz nicht wie gewünscht läuft und die Bisse ausbleiben, wechselt Simon Torenbeek zu Ködern mit weniger Aktion. Der Griff in die Köderkiste geht dann zu Gummifischen mit dünneren Schwänzen wie V-Tails oder Pin-Tails. Foto: Simon Torenbeek

Im Winter besitzen Barsche oft ein wunderschönes Schuppenkleid. Es ist unversehrt, weil sich die Räuber wesentlich ruhiger verhalten als in den warmen Monaten. Wenn sie sich nun die notwendigen Energiereserven für die anstehende Laichzeit im Frühjahr anfressen, ähneln sie eher einem aufgeblasenen Luftballon als einem Fisch. Dass man beim Barschangeln im Winter diese prächtigen Fische auch in den kalten Monaten sehr gut fangen kann, ist natürlich eine tolle Sache. Wenn Ihr die richtigen Stellen effektiv abfischt, könnt Ihr herzerwärmende Angeltage erleben – vor allem wenn es bitterkalt ist.

Als passionierter Hechtangler konzentriere ich mich im Winter immer auf die Stellen, an denen es reichlich Beutefische gibt. Beim Barschangeln im Winter ist das nicht viel anders. Hat man erst die Futterfischschwärme gefunden, dann sind die Barsche nicht weit. Das Barschangeln erfordert zwar eine etwas andere Herangehensweise, aber mit ein paar einfachen Techniken könnt Ihr in den meisten Situationen hervorragende Ergebnisse erzielen.

Der Autor mit einem dicken Winterbarsch, den er im ruhigen Wasser mit einem Gummifisch fangen konnte. Foto: Simon Torenbeek

Der Autor mit einem dicken Winterbarsch, den er im ruhigen Wasser mit einem Gummifisch fangen konnte. Foto: Simon Torenbeek

Heiße Stellen beim Barschangeln im Winter

Plätze, die ich im Winter nie links liegen lassen würde:

  • Einmündungen von Yachthäfen
  • Bootsstege
  • kurze Nebenarme
  • Brücken
  • tiefere Stellen eines Gewässers.

Manchmal kostet es einige Mühen, den richtigen Platz zu finden. Aber dafür kann man hier oft auch gleich mehrere große Barsche fangen. Die Stellen müssen tatsächlich nicht super tief sein. Bereits ab etwa zweieinhalb Metern kann man die Futterfischschwärme und somit auch die Barsche antreffen. Aber wie angelt man nun effektiv auf die besonders dicken Räuber?

Auch in Yachthäfen kann man größere Barsche fangen. Die gestreiften Räuber lauern zwischen den Booten auf Beute. Foto: Simon Torenbeek

Auch in Yachthäfen kann man größere Barsche fangen. Die gestreiften Räuber lauern zwischen den Booten auf Beute. Foto: Simon Torenbeek

Mit der richtigen Methode zum Fisch

Ich gehe die Sache gerne werfend an – am liebsten mit einem Gummifisch am Bleikopf, den ich dicht am Boden führe. Im Winter darf es ruhig ein anständiger Happen in einer Größe von neun bis zwölf Zentimetern sein, denn für die oft trägen Barsche muss sich die Mühe einer Attacke schon lohnen. Außerdem hat der durchschnittliche Futterfisch ebenfalls diese Größe erreicht.

In den kalten Monaten verwende ich möglichst leichte Bleiköpfe, sodass sich der Köder so ruhig wie möglich durchs Wasser bewegt. Mit Bleikopf-Gewichten zwischen sieben und 18 Gramm ist man praktisch für alle Situationen gerüstet. Ich versuche immer, meinen Köder so nah wie möglich an den eventuellen Verstecken der Räuber anzubieten. Wenn es mir gelingt, ganz nah an Booten, Anlegestellen und Kaimauern zu angeln, bringt das häufig noch zusätzliche Bisse.

In der Kunstköderbox des holländischen Barsch-Experten befinden sich weitere fängige Alternativen, so zum Beispiel auch Gummifische mit Twisterschwanz (Mitte). Sie geben feine, aber hochfrequente Schwingungen ab, die die Barsche bereits aus größerer Entfernung gut wahrnehmen können. Foto: Simon Torenbeek

In der Kunstköderbox des holländischen Barsch-Experten befinden sich weitere fängige Alternativen, so zum Beispiel auch Gummifische mit Twisterschwanz (Mitte). Sie geben feine, aber hochfrequente Schwingungen ab, die die Barsche bereits aus größerer Entfernung gut wahrnehmen können. Foto: Simon Torenbeek

Viel Aktion zu Beginn

Einmal auf so einem Platz, beginne ich immer mit einem Gummi mit Schaufelschwanz. Durch den Widerstand, den solch ein Köder im Wasser bietet, könnt Ihr ihn sogar noch langsamer führen als zum Beispiel einen Shad mit schlankem Gabelschwanz. Nach meiner Erfahrung kann ein kräftiger, stark arbeitender Schaufelschwanz auch noch passive Fische zum Zupacken reizen, was mit feineren Gummis eigentlich nicht funktioniert.

Beim Barschangeln im Winter setzte ich gerne Gummiköder ein, die bereits von Hause aus mit einem Haken und einem Bleigewicht im Körperinneren ausgestattet sind, sodass man nicht noch einen zusätzlichen Bleikopf montieren muss. Mit ihm könnt Ihr optimal in stehenden Gewässern in einer Tiefe von dreieinhalb bis vier Metern angeln. In solchen Situationen ist so ein Köder häufig ein wahrer Killer für Winterbarsche.

Durch das Bleigewicht im Körper­inneren hat der „Grubby Free“ ein anderes Laufverhalten als herkömmliche Gummis am Jigkopf. Er sinkt nicht mit dem Kopf voran, sondern landet gedämpfter und sanfter mit seinem gesamten Körper auf dem Grund. Foto: Simon Torenbeek

Durch das Bleigewicht im Körper­inneren hat der „Grubby Free“ ein anderes Laufverhalten als herkömmliche Gummis am Jigkopf. Er sinkt nicht mit dem Kopf voran, sondern landet gedämpfter und sanfter mit seinem gesamten Körper auf dem Grund. Foto: Simon Torenbeek

Wenn ich mit Action-Shads keine Bisse bekomme, wechsele ich zu Ködern mit langsameren Bewegungen. Neben Gummis mit V- und Pin-Tail funktionieren auch Shads mit Twisterschwanz sehr gut. Doch an manchen Tagen bekommt man mit Gummis am Bleikopf keinen Biss. Zum Glück gibt es noch viele andere Techniken, mit denen man seinen Köder erfolgreich anbieten kann.

Das Dropshot-Angeln ist eine sehr beliebte Technik – und das nicht ohne Grund. Mit einer Dropshot-Montage kann man den Köder extrem langsam und knapp über dem Boden anbieten. Vor allem an klaren und lichtstarken Wintertagen, wenn die Fische oft passiv sind, hat es sich als sehr effektive Methode erwiesen.

Obwohl ich in den Wintermonaten am liebsten mit Gummiködern angle, möchte ich auch in den kalten Monaten ab und zu mit Hardbaits fischen. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, jetzt mit schnell geführten Wobblern zu fangen. Dafür funktionieren aber Hardbaits ohne Tauchschaufel wie Rassel- und Vibrationsköder sowie Zikaden oder kleine Blinker, die man recht langsam am Gewässergrund entlangführen kann. Einige dieser „Vibrationsköder“ gibt es auch in Versionen ohne Rassel, sodass sie wesentlich leiser laufen und natürlicher wirken.

Im Winter funktionieren auch Hardbaits. Nach dem Auswerfen lässt man sie zum Boden sinken und holt sie sehr langsam ein. So bleibt der Köder beim Einholen ständig knapp über dem Boden, und man hat ein geringeres Hänger-Risiko, als wenn man ihn permanent anheben und wieder auf den Boden absacken lassen würde. Foto: Simon Torenbeek

Im Winter funktionieren auch Hardbaits. Nach dem Auswerfen lässt man sie zum Boden sinken und holt sie sehr langsam ein. So bleibt der Köder beim Einholen ständig knapp über dem Boden, und man hat ein geringeres Hänger-Risiko, als wenn man ihn permanent anheben und wieder auf den Boden absacken lassen würde. Foto: Simon Torenbeek

Sicherheit geht beim Barschangeln im Winter vor

Ich kann mich noch gut an einen Tag im vergangenen Winter erinnern, an dem ich mit Köderfisch auf Hecht angeln wollte. Am Abend zuvor besprach ich mit meinem Kumpel, welches Gerät wir dafür in meinem kleinen Boot mitnehmen würden. Wir beschlossen, neben dem Zeug für das Angeln mit der Pose, jeweils auch eine leichte Spinnrute und eine kleine Box mit Gummis mitzunehmen – eine weise Entscheidung. Nach sechs Stunden ohne Hechtbiss habe ich beinahe aus Langeweile begonnen, mit einem Gummi am Bleikopf die Stelle abzuwerfen – mit Erfolg. Eine halbe Stunde später holten wir die Köderfisch-Montagen ein und angelten fortan erfolgreich mit den Shads weiter.

Am Ende des Tages blickten wir auf einen erfolgreichen Angelausflug zurück. Wir fingen mehrere Barsche über 40 Zentimeter, zwei schöne Zander und eine Handvoll kleinerer Barsche. Und das Verblüffende: Ich landete auch noch zwei Hechte. Sie hatten aber kein Interesse an den stationär angebotenen, frischen Rotaugen, sondern entschieden sich für meinen schnell geführten Shad, der eigentlich für Barsche vorgesehen war.

Deshalb verwende ich auch beim Barsch­angeln immer ein dünnes und flexibles Stück Stahl als Vorfach. Man angelt meist an Plätzen, an denen die Beutefische dicht an dicht in Schwärmen vorkommen. Diese Stellen ziehen nicht nur Barsche, sondern auch alle anderen Räuber an. Wenn Sie mit der Dropshot-Montage angeln oder kein Stahlvorfach dabei haben, sollten Sie ein Fluorocarbon-Vorfach in einer Stärke von mindestens 0,40 Millimeter verwenden. Ein schöner Hecht als Beifang an einer leichten Spinnrute ist einfach cool.

Schöner Beifang: Wenn auch mit Hechtbissen zu rechnen ist, verwendet Simon Torenbeek ein dünnes und flexibles Stahlvorfach. Foto: Simon Torenbeek

Schöner Beifang: Wenn auch mit Hechtbissen zu rechnen ist, verwendet Simon Torenbeek ein dünnes und flexibles Stahlvorfach. Foto: Simon Torenbeek

Angeln mit Suchtpotenzial

Beim Barschangeln im Winter ist Geduld und des Ausprobieren verschiedener Techniken sowie Ködergrößen und -farben ein wichtiger Faktor. Bedenkt auch immer, dass Barsche im Winter häufig bestimmte Fresszeiten haben. So ist es durchaus möglich, dass an einer bestimmten Stelle morgens überhaupt nichts beißt, während man am gleichen Platz nachmittags plötzlich mehrere schöne Barsche fängt.

Ich glaube fest daran, dass die Barsche auch schon morgens anwesend sind, nur dass sie dann passiv an einem geheimen Platz liegen. An kalten Tagen ist es dann oft so, dass sie in den wärmsten Momenten des Tages ihr Versteck verlassen, um nach einem Snack zu suchen. Wenn Ihr nun einen Barsch fangt, ist es oft nicht der einzige. Geht sicher, dass Ihr die Stelle gründlich ausfischt.

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