Angeln mit der Segelpose: Mit Windkraft zum Hecht

Beim Angeln mit der Segel­pose nutzt Martin Wehrle den Wind. Denn so gelangt der Köderfisch an den Platz unserer Wünsche – direkt vors Hechtmaul.

Mit der Segelpose kann man große Gewässerabschnitte nach hungrigen Räubern absuchen. Foto: BLINKER/S. Rowley

Mit der Segelpose kann man große Gewässerabschnitte nach hungrigen Räubern absuchen. Foto: BLINKER/S. Rowley

Kennt Ihr das: An den bekannten Hecht-Plätzen im See beißen, je weiter das Jahr voranschreitet, immer weniger Hechte. Weil diese vermeintlichen Hotspots jeder kennt und befischt, werden die Räuber misstrauisch und halten sich in sicherer Distanz zum Angler auf. Es muss also eine Methode her, mit der man an die Räuber herankommt. Die Angelei mit der Segelpose ist für diese Situation bestens geeignet. Der Wind sorgt dafür, dass die Montage durch das Gewässer treibt. So kann man nicht nur weit entfernt liegende Stellen befischen, sondern auch eine große Wasserfläche absuchen.

Die Vorteile der Segelpose im Überblick

  • Eigenschaften: Befördert den Köderfisch überall dort hin, wo man ansonsten außerhalb der Wurfweite keinerlei Chance hätte, den Köder zu präsentieren.
  • Einsatzgebiete: Bei Wind besonders in größeren stehenden Gewässern. Auch bei extremen Uferüberhängen einsetzbar (anhängig von Windrichtung).
  • Fischarten: Hecht
  • Besonderheiten: Relativ hohe Tragkraft, dadurch auch Präsentation größerer Köderfische möglich. Aber: Größerer Widerstand beim Biss als die anderen Montagen. Daher gehen Zander und Barsche eher selten auf Ködern an der Segelpose.

Unterschiedliche Segelposen

Es gibt unterschiedliche Segelposen: Modelle mit Kreuz- oder Blattsegel. Das Blatt kann allerdings wechselnden Wind nicht optimal verwerten. Das Kreuzsegel dagegen nimmt den Wind von vier Seiten auf und erzielt gerade bei wechselndem und schwachem Wind deutlich bessere Driftergebnisse. Die Montage des Köderfisches ist abhängig von der Windstärke.

Bei geringen und mittleren Windstärken solltet Ihr das Köderfischchen mit dem ersten Drilling im Rücken und mit dem zweiten im Bereich der Brustflosse anködern. Der Rückendrilling sorgt dafür, dass der Fisch im Wasser eine natürliche Schwimmhaltung einnimmt. Bei extrem schneller Drift würde sich ein auf diese Art montierter Köderfisch quer stellen. Dann ist eine andere Anköderung angesagt: Stecht den ersten Drilling ins Maul und den zweiten in die Flanke.

So sollte der Köderfisch an der Segelpose befestigt werden. Foto: BLINKER/M. Wehrle

So sollte der Köderfisch an der Segelpose bei geringem Wind angeködert werden. Foto: BLINKER/M. Wehrle

Große Köder an der feinen Segelpose

Als Köder haben sich Rotaugen und wenn erlaubt Barsche bewährt. Scheut nicht vor 15 bis 20 Zentimeter langen Fischen zurück. Diese Größe ist optimal – auch für mittlere Hechte. Vor dem Angeln muss die Schwimmblase mit der Ködernadel mehrmals durchstochen werden. So treibt der Fisch im Wasser nicht auf. Stellt  im Herbst oder im frühen Winter die Montage so ein, dass der Köderfisch ein Stück über dem Grund dahingleitet. Im Sommer gehen die Hechte im Freiwasser auf Beutezug, dann muss der Köderfisch auch dort angeboten werden.

Bei der Platzwahl solltet Ihr als „Segler“ auf zweierlei achten: Natürlich brauchen Ihr Rücken- oder zumindest Seitenwind. Außerdem solltet Ihr eine Driftstrecke wählen, die möglichst abwechslungsreichen Grund bietet, etwa Scharkanten, Löcher oder Barschberge. Nach dem Auswerfen wird Schnur gegeben, indem man den Rollenbügel öffnet und die Rute nach hinten führt. Bei starkem Wind lässt man den Bügel geöffnet. Die Pose driftet von alleine übers Wasser. Falls die Schnur zwischendurch mal festhängt, wird mit der Hand nachgeholfen. Bei schwachem Wind schließt man den Rollenbügel und gibt in regelmäßigen Abständen durch die erwähnte Rutenbewegung Schnur frei. Mit dieser Technik dauert es bestimmt nicht lange, bis die Segelpose ihre Rückfahrt in den Hafen antritt – mit einem Hecht im Schlepptau.

Alte, erfahrene Hechte stehen in vielen Vereinsgewässern außer Wurfreichweite. Mit der Segelpose werden sie „rangeholt“ - so wie dieser Kapitale. Foto: BLINKER/S. Rowley

Alte, erfahrene Hechte stehen in vielen Vereinsgewässern außer Wurfreichweite. Mit der Segelpose werden sie „rangeholt“ – so wie dieser Kapitale. Foto: BLINKER/S. Rowley

Auf der nächsten Seite erfahrt Ihr, wie Schritt-für-Schritt die perfekte Segelposen-Montage gebunden wird.

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