Diese 7 Fehler beim Karpfenangeln sollten Neueinsteiger vermeiden

Modernes Karpfenangeln ist kein Hexenwerk. Wer sich auf ein paar grundlegende Sachen konzentriert, wird früher oder später seinen Zielfisch fangen. Jürgen Proske nennt sieben Fehler beim Karpfenangeln, die man auf keinen Fall als Neueinsteiger aber auch als „alter Hase“ begehen sollte.

Wer als Einsteiger ein paar grundlegende Dinge beachtet und entscheidende Fehler beim Karpfenangeln vermeidet, wird mit gewichtigen Karpfenfängen belohnt. Foto: O. Portrat

Wer als Einsteiger ein paar grundlegende Dinge beachtet und entscheidende Fehler beim Karpfenangeln vermeidet, wird mit gewichtigen Karpfenfängen belohnt. Foto: O. Portrat

Das moderne Karpfenangeln ist für viele Angler ein Buch mit sieben Siegeln. Bei der Flut an Informationen aus dem Internet und aus Magazinen verlieren vor allem Neueinsteiger schnell den Überblick. Häufig sind die vielen Tipps und Kniffe sogar widersprüchlich und verwirren mehr als dass sie helfen. Dabei ist der Fang eines Rüsslers gar nicht so schwer. Wenn wir die größten Fehler beim Karpfenangeln vermeiden werden können, sind wir dem Erfolg schon ein großes Stück näher.

1. Fehler beim Karpfenangeln: Stumpfe Haken

Viele Angler zerbrechen sich den Kopf über ihre Montagen. Sie basteln und experimentieren und vergessen dabei doch das Wichtigste: Die Selbsthak-Montage funktioniert nur mit einem absolut scharfen Haken einwandfrei. Die Schärfe des Hakens ist für mich das wichtigste Kriterium meiner Montagen. Alles andere wie Vorfachlänge, Hakenform oder Bleigewicht kommt später. Du solltest Deine Haken jedoch nicht nur vor dem Angeln überprüfen. Vergiss bitte auch nie, die Schärfe der Haken während des Angelns zu kontrollieren. Muscheln, Steine und andere Unterwasserhindernisse mindern die Schärfe erheblich.

Deshalb gilt: Vor jedem Wurf unbedingt ganz genau anschauen. Im Zweifelsfall rate ich dringend dazu, den Haken auszutauschen. Vom Nachschärfen halte ich nicht viel, denn dafür benötigt man eine Menge Feingefühl und Gründlichkeit, um dies einwandfrei hinzukriegen. Das ist nichts für mich – erst recht nicht am Wasser. Ich wechsle den Haken lieber direkt aus und verwende ein neues (bereits zu Hause vorgebundenes) Vorfach.

Scharfe Haken sind ein Schlüssel zum Erfolg. Fotos: J. Proske

Scharfe Haken sind ein Schlüssel zum Erfolg. Fotos: J. Proske

2. Mangelnde Flexibilität

Ich wage die Behauptung, dass viele Karpfenangler zu faul am Wasser sind. Sie stecken zwar viel Zeit und Geld in die Vorbereitung ihres Angeltrips und fahren oft hunderte von Kilometern, um sündhaft teure Köder ins Wasser zu werfen. Am Gewässer angekommen, sind sie jedoch nur auf ihren angelegten Futterplatz fixiert und vergessen alles andere um sie herum. Wenn das Zelt steht, erscheint ohnehin alles zu spät. Da können die Fische am anderen Ufer des Sees noch so aufreizend springen – ein Platzwechsel kommt für diese Angler häufig nicht in Frage. Denn dazu war schließlich das Futter zu teuer, und außerdem steht schon das schicke Zwei-Mann-Zelt auf seinem Platz.

Ich versuche am Wasser immer so flexibel  wie möglich zu bleiben. Und dazu zählt für mich auch eine Reduzierung des Angelgerätes auf ein Minimum. Nur so bin ich in der Lage, schnell und flexibel auf das aktuelle Verhalten der Fische zu reagieren. Ich bin mir auch nicht zu schade, den Angelplatz zwei oder drei Mal am Tag zu wechseln, wenn es die Bedingungen erfordern. Natürlich ist das Ganze auch immer eine Gradwanderung und man muss aufpassen, nicht in blinden Aktionismus zu verfallen. Steckt jedoch ein wohldurchdachter Plan hinter meinen Handlungen, halte ich diese Art des Angelns für wesentlich produktiver als das sture Ausharren auf einem (derzeit offensichtlich) unproduktiven Platz.

Nur wer mit wenig Gepäck unterwegs ist, kann am Wasser schnell und flexibel reagieren. Fotos: J. Proske

Nur wer mit wenig Gepäck unterwegs ist, kann am Wasser schnell und flexibel reagieren. Fotos: J. Proske

3. Fehler beim Karpfenangeln ist Wesentliches zu vernachlässigen

Ich kenne einige Angler, die in der Lage sind, ganze  Katalogseiten renommierter Angelfirmen auswendig aufzusagen. Sie verbringen Tage mit der Auswahl ihres Geräts, rennen jedem Trend hinterher und benötigen immer das neueste (und vermeintlich) beste Material. Am Wasser wird das schwere und teure Rod Pod als Statussymbol in einer aufwendigen Prozedur mühsam errichtet. Die frisch geputzten Ruten werden akkurat ausgerichtet und abgelegt. Das Rig wurde in tagelanger Heimarbeit mühsam gebunden und landet dann  schlussendlich doch auf einem völlig unproduktiven Spot.

Punktum: Viele Angler verbringen zu viel Zeit mit Unwichtigem. Und sie vergessen dabei das Wesentliche: Den Aufenthaltsort der Fische zu lokaliseren, vernünftige Köder und zweckmäßiges Angelgerät zu verwenden. Dazu zählen für mich insbesondere abriebfeste Schnüre und Vorfachmaterialien. Wer Spaß an „Tackle-Fetischismus“ hat, der sollte diesen ruhig ausleben. Mehr Fische wird er aber dadurch nicht fangen!

Bei der Gerätewahl sollte man sich auf Wesentliches konzentrieren. Fotos: J. Proske

Bei der Gerätewahl sollte man sich auf Wesentliches konzentrieren. Fotos: J. Proske

4. Zuviel Futter beim Karpfenangeln

Futter ist Macht – zu viel Futter macht viel kaputt! Wenn im zeitigen Frühjahr die ersten warmen Sonnenstrahlen die Angler aus ihrem Winterlager locken, sind viele von ihnen häufig übermotiviert. Auch wenn es über Wasser schon nach Frühling riecht – unter der Wasseroberfläche herrscht häufig noch Winter. Und da sind große Futtermengen völlig fehl am Platz.

Ein einzelner Neon-Pop-Up, gerne mit ein paar Pellets oder Boilies beigefüttert, ist da die bessere Wahl, als unbedarft etliche Kilogramm Futter ins Wasser zu katapultieren. Mit steigender Wassertemperatur darf man die Futtermenge erhöhen – ohne dabei den Fischbestand, die Gewässergröße und das Futter der Mitangler außer Acht zu lassen. Große Futtermengen können zu spektakulären Fängen führen. Zur falschen Zeit oder in falschen Händen macht man damit aber häufig mehr kaputt.

Kleinere Futtermengen verbessern im Frühjahr die Fangaussichten. Fotos: J. Proske

Kleinere Futtermengen verbessern im Frühjahr die Fangaussichten. Fotos: J. Proske

1 Kommentar0 Antworten

  1. Profilbild von Paul Johansen

    Echt ein super Artikel! Vor allem mit dem 2. Punkte, der mangelnden Flexibilität, sprichst du mir aus der Seele. Genau diesen Fehler habe ich zu Beginn auch jedes mal wieder gemacht.. Das lag aber großteils daran, dass der Auf- & Abbau meines Bivvys viel zu viel Zeit in Anspruch genommen hatte. Mittlerweile habe ich mich bei angelzelt.info genauer über die verschiedenen Zelte informiert. Meiner Meinung empfiehlt es sich, um beim Karpfenangeln erfolgreich zu sein, für ein schnell aufbaubares Zelt wie ich Brolly zu entscheiden. Denn die meisten davon sind in kürzester Zeit aufgebaut im Gegensatz einem großen Bivvy.. Wenn man sich deine Tipps zu Herzen nimmt, dann wird man beim nächsten Ansitz sicher erfolgreicher sein 😉


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