Der Atlantische Lachs (Salmo salar) gehört zu den anadromen Wanderfischen, die vom Meer zum Laichen in ihre Geburtsflüsse aufsteigen. Sein Verbreitungsgebiet ist der Atlantische Ozean. Salmo salar kann eine Länge von bis zu 1,5 m erreichen.
Merkmale und Lebensweise
Der Atlantische Lachs verfügt über einen langgestreckten, spindelförmigen Körper mit einem grün-gräulichen Rücken und einem weißlichen Bauch. Er erreicht eine Maximallänge von 150 cm, ein Maximalgewicht von 45 kg und ein Höchstalter von 13 Jahren.
Süßwasser-Phase des Atlantischen Lachses
Nach dem Schlüpfen verbleiben die Jungtiere meist zwei bis drei Jahre (manche auch länger) in ihrem Geburtsfluss. Nachdem der Dottersack aufgebraucht ist, ernähren sie sich von Planktonorganismen und Insekten, wie Köcherfliegen und Kriebelmücken, Eintags- und Steinfliegen. Später kommen auch noch andere Wirbellose dazu.
In dieser Zeit werden die Lachse aber auch schnell selbst zu Futter. Sowohl Raubfische als auch Vögel sind in diesem Stadium eine große Bedrohung. Fast 40% der Jungtiere werden allein von Lachsartigen gefressen.
Mit etwa 15 cm Länge ziehen die Lachse zum weiteren Aufwachsen ins Meer. Dabei verändert sich auch ihre Färbung: Währen die Junglachse im Süßwasser noch eine Schutzfärbung mit großen grau-braunen Punkten haben, nehmen sie in der Reifephase einen metallisch-silbrigen Schimmer an.

Bild: Lorenz Seebauer
Unauffällig unterwegs: Junglachse sind im Fluss gut getarnt.
Der Lachs in der Salzwasser-Phase
Der adulte Atlantische Lachs ist an seinen schwarzen Punkten zu erkennen, die mehrheitlich oberhalb des Seitenlinienorgans liegen. Sein bevorzugter Lebensraum sind die gemäßigten bis arktischen küstennahen Gebiete des Atlantiks.
Mit Krebsen, Tintenfischen und Garnelen, Schnecken, Sandaalen und anderen Fischen, wie Heringen, nimmt die Beutegröße im Meer stark zu und mit ihr auch die Größe der Lachse. Robben und Grönlandhaie, Dorsch, Heilbutt und natürlich der Mensch sind jetzt ihre Hauptfeinde.
| Spezialfall Ouananiche: Die reine Süßwasserform des Atlantischen Lachses kommt in Kanada und dem Nordosten der USA vor und hat keinen Salzwasserzugang, lebt „landlocked“ (vom Land eingeschlossen). Ouananiche sind für ihre große Sprungkraft bekannt und werden nur etwa zwischen 3-5 kg schwer. |
Atlantischer Lachs – Die Fortpflanzung
Nach etwa zwei Jahren im Meer steigt der Lachs wieder in seinen Heimatfluss auf. Während der Laichzeit nehmen die Männchen eine leicht grüne oder orangerote Färbung an und bilden am Unterkiefer einen Laichhaken aus. Für die Fortpflanzung bevorzugt der Atlantische Lachs kiesigen Untergrund. Ein Weibchen legt bis zu 30.000 Eier in eine Laichgrube. Diese werden dann von mehreren Männchen befruchtet.
Während der Pazifische Lachs generell nach dem Laichen stirbt, kann sein Verwandter aus dem Atlantik theoretisch mehrere Laichwanderungen machen. Da die Wanderung und der Laichakt sehr kräftezehrend sind, sterben dennoch auch die meisten Atlantischen Lachse, bevor sie wieder das Meer erreichen.
Beinamen des Lachses
- Parr/Sälmling: höchstens zwei Jahre alt, mit dunklen senkrechten Streifen an den Seiten
- Smolt: junge Lachse (auch Meerforellen) auf ihrer ersten Reise ins Meer
- Grilse steigen das erste Mal wieder in die Flüsse auf
- Blanklachs: hat noch keine Laichfärbung
- Hakenlachs: mit bereits ausgebildetem Laichhaken

Bild: AdobeStock / Paul Abrahams
Der Atlantische Lachs ist ein Athlet. Doch auch für ihn ist der Aufstieg in seinen Heimatfluss äußerst kräftezehrend.
Der Lachs in Deutschland
Früher stieg der Atlantische Lachs in solchen Mengen in die deutschen Flüsse auf, dass er auch wirtschaftlich von Bedeutung war. Berühmt war der „Rhein-Salm“, der den Berufsfischern reiche Erträge brachte. Der Straßburger Fischer Leonhard Baldner berichtet in seinem „Vogel-, Fisch- und Thierbuch“, dass 1647 zu Straßburg an einem Tag nicht weniger als 143 Lachse verkauft wurden.
Bis in das 20. Jahrhundert galt der Rhein als wichtigster Lachsfluss Europas. Durch zivilisatorische Eingriffe wie Flusskorrekturen und damit einhergehender Zerstörung der Laichplätze, den Fang mit sogenannten „Lachsfallen“, Wehrbauten ohne oder mit falsch angelegten Fischtreppen, Verschmutzung und Vergiftung des Wassers (z. B. durch Kalisalze) sowie zunehmenden Schiffsverkehr, verschwand der Lachs bis 1950 aus deutschen Flüssen.
Wiederansiedlungsversuche des Atlantischen Lachses
Das Lachs-2000-Projekt der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins verbesserte die Wasserqualität erheblich und gab den Startschuss zur Entfernung von Wanderhindernissen im Fluss. Heute sind im Rhein und der Elbe aufgrund von Besatzmaßnahmen wieder vereinzelt Lachse anzutreffen, es gibt jedoch noch keine sich selbst erhaltende Population.
Mit dem geplanten Lachszentrum Weser möchte der SFV Bremen die Rückkehr des Lachses in Weser und Wümme unterstützen. Bis zu eine Million Junglachse sollen hier jährlich aufgezogen und ausgesetzt werden.
Lachsangeln: Wie und wo?
In Deutschland ist das Angeln auf Lachse in der Ostsee, beispielsweise in den Revieren um Rügen möglich. Hier werden Lachse oft beim Schleppangeln (Trolling) gefangen, doch auch von der Ostseeküste aus kann man erfolgreich sein.
Klassischerweise denkt man beim Lachangeln jedoch an die Flüsse, die Verbindung zum Nordatlantik haben. In Dänemark gibt es zum Beispiel mit Skjern Å und Varde Å tolle Lachsreviere. Wenn es etwas weiter sein darf, gehören Norwegen und Island definitiv zu den Top-Adressen, auch in Schottland und Irland sind gute Lachsfänge möglich.

Bild: Johannes Radtke
Da ist die Freude groß: Schöner Lachs, gefangen beim Spinnfischen in Norwegen.
Die erfolgreichsten Methoden zum Lachsangeln sich das Schleppen, Spinnfischen und Fliegenfischen.
- Schleppen: An mehreren Ruten werden unterschiedliche Köder (Blinker, Wobbler oder Fliegen) in unterschiedlichen Tiefen hinter einem Boot hergezogen. Mit dieser Methode lassen sich große Flächen nach Lachsen absuchen. Verwendet werden Bootsruten zwischen 2,10 m und 2,70 m, in der Regel bestückt mit Multirollen.
- Spinnfischen: Beim Spinnfischen auf Lachs kommen Ruten um die 2,70 m mit einem Wurfgewicht von 40 bis 80 Gramm zum Einsatz. Dazu passt eine 4000-Stationärrolle, unter 0,35er Mono sollte man nicht gehen. Als Köder empfehlen sich Blinker und Spinner, das „Flying Condom“, Wobbler oder auch Tubenfliegen.
- Fliegenfischen: Bei der Königsdisziplin reichen meist 9-Fuß-Einhandruten der Klasse #7/8 aus, an großen Flüssen sind aber auch 14-Fuß-Zweihandruten der Klasse #9/10 nicht unüblich. Dazu eine schwimmende Runningline, Sinkvorfächer und monofiles Vorfachmaterial ab 0,35 mm. Lachsfliegen, Tubenfliegen und Streamer locken dann den Atlantischen Lachs zum Anbiss.

Bild: E. Hartwich
Solche Lachsfliegen haben die Silberbarren zum Fressen gern.
Wirtschaftliche Bedeutung
Der Lachs steht beim Fischkonsum in Deutschland seit 2019 auf Platz 1 (24% des Fischkonsums in 2024). Als Wildlachs wird bei uns jedoch meist der Pazifische Lachs angeboten, der Atlantische stammt meist aus Farmen in Norwegen, Schottland, Irland oder Chile.
Das Thünen-Institut hat zudem errechnet, dass 2022 pro entnommenem Ostseelachs rund 1.000 Euro ausgegeben wurden. Die Lachsangelei stellt damit einen nicht zu vernachlässigenden Wirtschaftsfaktor für die Region dar.
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