Hitzetote Flossenträger: Fischsterben im Dechsendorfer Weiher

Im Dechsendorfer Weiher sterben momentan Fische am akuten Sauerstoffmangel im Gewässer. Es ist nicht das erste Fischsterben in diesem Jahr. Damals war der Grund jedoch ein anderer.

Toter Hecht am Schilfrand eines Sees

Bild: Adobe Stock / Enrico Obergefäll

Hechte sind besonders gefährdet, wenn der Sauerstoffgehalt eines Gewässers im Sommer sinkt. (Symbolbild)

Kürzlich berichteten wir über ein großes Hecht-Sterben am Steinhuder Meer, die momentane Hitze belastet aber natürlich auch Gewässer im Süden des Landes. Seit einigen Tagen ist nun am Dechsendorfer Weiher bei Erlangen ein Fischsterben zu beobachten.

Erst die Zwergwelse, jetzt die Hechte

Seit Mai werden immer wieder tote Zwergwelse am Großen Bischofsweiher (wie das Gewässer offiziell heißt) entdeckt. Anders als beim aktuellen Fischsterben ist das jedoch auf eine Pilzinfektion zurückzuführen. Da diese ausschließlich die invasive Art befällt, besteht keine Gefahr für andere Tiere und Menschen, wie das städtische Amt für Umweltschutz bekanntgab.

Jetzt im Juli sind wieder vor allem Hechte betroffen, die mit dem akuten Sauerstoffmangel aufgrund der anhaltenden hohen Temperaturen nicht zurechtkommen. „Hinweise auf einen chemischen Eintrag oder Gewässerverunreinigung liegen nicht vor“, gibt die Stadt Erlangen bekannt.

Temperaturen steigen, Sauerstoffanteil sinkt

Der Dechsendorfer Weiher ist mit 35 Hektar der größte von etwa 60 Weihern in der Umgebung. Mit einer maximalen Tiefe von gerade mal 2,5 Metern ist er aber relativ flach – das Wasser erhitzt sich dementsprechend schnell. Aktuell liegt die Wassertemperatur bei über 30 Grad.

Die Hitze ist ein Faktor, der zum Sauerstoffmangel beiträgt, der andere sind ausbleibende Niederschläge. Durch Regen würde zum einen das Wasser abgekühlt werden. Dadurch steigt rein physikalisch bereits die mögliche Sauerstoffkonzentration. Zum anderen führen die Tropfen auf der Wasseroberfläche zu einem direkten Eintrag von Sauerstoff ins Gewässer.

Häufig wird Regen zudem von Wind begleitet, der die Gewässerschichten durchmischt. So gelangt auch wieder sauerstoffreicheres Wasser in die Tiefe.

Zusätzlichen Nährstoffeintrag vermeiden: Bitte nicht füttern!

Das Amt für Umweltschutz und Energiefragen bittet darum, das Füttern von Wasservögeln zu unterlassen. Futterreste und Kot im Gewässer erhöhen die Nährstoffbelastung zusätzlich und übermäßige Nährstoffeinträge fördern Algenblüte, die wiederum den Sauerstoffhaushalt belastet.

Ähnliches gilt für Angler: Was Anfutter angeht, ist gerade im Sommer weniger mehr. Auch wenn es etwas pathetisch klingt, unsere Sparsamkeit kann Fischleben retten!

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