Offset-Haken: Hängerfrei Spinnfischen

Reden wir Klartext: In Kraut und Holz stehen die meisten Räuber. Aber das herkömmliche Spinnfischen mit offenliegenden Drillingen ist dort aussichtslos. Dann sind Offset-Haken die einzige Waffe. Wir erklären euch, worauf es dabei ankommt.

Mithilfe des Offset-Haken konnte dieser Barsch hängerfrei direkt im Kraut gefangen werden. Foto: Blinker/Christopher Görg

Bild: BLINKER/Christopher Görg

Mithilfe des Offset-Haken konnte dieser Barsch hängerfrei direkt im Kraut gefangen werden.

Das Krautproblem ist so alt wie das Spinnangeln selbst. Häufig wird angenommen, dass das oft zitierte „Sommerloch“ beim Raubfischangeln nur darauf zurückgeht, dass die Angler vor dem Krautwuchs im Sommer kapitulierten. Denn Hecht und Co. beißen im Sommer sehr gut, das Problem ist und bleibt das Kraut. Doch auch versunkenes Holz, Schilf oder Seerosen können einen Köder unlösbar „festnageln“. Diese Hindernisse sind wohl für die meisten Köderverluste überhaupt verantwortlich. Doch es gibt eine Möglichkeit, auch an hindernisreichen Spots erfolgreich zu angeln: Offset-Haken!

Offset-Haken – was ist das überhaupt?

Das man mit Offset-Haken in Holz und Kraut angeln kann, ist den meisten Spinnanglern mittlerweile grundsätzlich bekannt. Denn mit diesen speziellen Haken ist es möglich, einen Gummi so anzuködern, dass man die Hakenspitze ganz oder teilweise im Weichplastik verstecken kann und deswegen weniger Hänger bekommt. Dennoch werden oft Fehler beim Einsatz der Offset-Haken gemacht. Denn so ausgebufft diese Haken grundsätzlich sind, so viele verschiedene Modelle für verschiedenste Einsatzzwecke gibt es auch. Mit anderen Worten: Offset-Haken ist nicht gleich Offset-Haken!

Der Offset-haken hat sicher im Zandermaul gefasst. Foto: Blinker/Steve Kaufmann

Bild: Blinker/Steve Kaufmann

Der Offset-haken hat sicher im Zandermaul gefasst.

Offset-Haken: Auf diese Eigenschaften solltet ihr achten

  1. Drahtstärke des Offset-Hakens

    Die Drahtstärke (und damit verbunden auch das Hakengewicht) ist eine der wichtigsten Eigenschaften eines Offset-Hakens. Einerseits braucht man starke Haken, die auch dann nicht aufbiegen, wenn man große Fische aus schweren Hindernissen wie Holz oder Seerosen mit Gewalt herauszwingen muss. Andererseits beeinflusst das Hakengewicht die Präsentation des Köders. Insbesondere bei Finesse-Techniken, wo es auf ein langsames Schweben oder Absinken des Köders ankommt sowie bei feinen, filigranen Gummiködern sind zu starkdrähtige Haken schlecht für den Fangerfolg.

    Der Offset-Haken mit der Kennzeichnung 3x strong ist sehr dickdrähtig. Foto: Blinker/Sven Halletz

    Bild: Blinker

    Der Offset-Haken mit der Kennzeichnung 3x strong ist sehr dickdrähtig.

  2. Schränkung der Hakenspitze

    Die Schränkung ist die seitliche Auslenkung der Hakenspitze aus der Längsrichtung des Hakens. Üblich sind bei Offset-Haken ca. 3 Winkelgrade. Die Schränkung verringert die Fehlbissrate deutlich, wenn die Hakenspitze nicht im Köder versenkt wurde, sondern nur eng am Köder anliegt. Der Nachteil geschränkter Haken liegt darin, dass die minimale seitliche Auslage der Hakenspitze eine leichte „Unwucht“ in den Köder bringt und insbesondere empfindliche, filigrane Köder in ihrem Lauf nachteilig beeinflussen kann.

    Dieser Haken hat eine Schränkung von 3 Grad- Foto: Blinker/Sven Halletz

    Bild: Blinker

    Dieser Haken hat eine Schränkung von 3 Grad.

  3. Breite des Hakenbogens

    Die Breite eines Hakenbogens entscheidet darüber, wie „breit“ der Köder sein darf, mit dem der Haken bestückt wird. Faustregel dabei: Je schlanker der Hakenbogen, umso schlanker der Köder – und je breiter der Köder, umso weiter sollte auch der Hakenbogen sein. Offset-Haken mit weitem Hakenbogen werden als Wide Gap-Haken bezeichnet. Offset-Haken, die einen engen Hakenbogen haben und deswegen eher einem Aalhaken ähneln, sind ausschließlich für dünne, wurmartige Köder gedacht. Die WideGap-Modelle dagegen werden für breitflankige Softjerks und Swimbaits eingesetzt.

    Die Bezeichnung „Wide Gap” bezeichnet einen großen Hakenbogen. Foto: Blinker/Sven Halletz

    Bild: Blinker

    Die Bezeichnung „Wide Gap” bezeichnet einen großen Hakenbogen.

  4. Durchmesser des Hakenöhrs

    Der Durchmesser des Hakenöhrs definiert, wie dick die Schnur sein darf, mit der diese Haken gefischt werden. Der Teufel steckt hier im Detail: Wer Haken mit großen Öhren an feinen Schnüren fischt, kann im Extremfall erleben, dass sich die feine Schnur in der Ritze verfängt, die das Hakenöhr schließt. Das ist wie eine Sollbruchstelle: Sobald dann durch einen Fisch Druck auf die Schnur kommt, reißt sie an dieser Stelle wie mit der Schere geschnitten ab!

    Sehr feine Schnüre können leicht in die „Schnittstelle” am Hakenöhr rutschen. Zum Finesse-Angeln sind daher Haken mit einem geschlossenen Öhr von Vorteil. Blinker/F. Schlichting

    Bild: Blinker/F. Schlichting

    Sehr feine Schnüre können leicht in die „Schnittstelle” am Hakenöhr rutschen. Zum Finesse-Angeln sind daher Haken mit einem geschlossenen Öhr von Vorteil.

  5. Hakenbeschichtung

    Die Hakenbeschichtung entscheidet darüber, wie langlebig ein Offset-Haken ist. Unbeschichtete Haken rosten sehr schnell. Unter Umständen reicht dazu schon ein wenig Kondenswasser in der Hakenbox nach einem Angeltag mit hoher Luftfeuchtigkeit aus. Black Nickel-Beschichtungen kann man als Standard für hochwertige Haken betrachten.

    Diese Beschichtung mit Schwarzmetallic-Effekt verhindert unter normalen Bedingungen Flugrostbildung sehr wirkungsvoll. Wenn gesalzene oder aromatisierte Kunstköder benutzt werden oder im Brack- bzw. Salzwasser geangelt wird, kann aufgrund der stärkeren Korrosionskraft von Salzwasser und organischen Säuren in den Duftstoffen jedoch eine silberne Zinn-Beschichtung die noch bessere Alternative sein. Wichtig: Um das Verrosten der Haken so lange wie möglich herauszuzögern, solltet Ihr Eure Hakenboxen nach jedem Angeltag in einem trockenen Raum für mindestens 24 Stunden zum Austrocknen offen hinstellen.

    Dieser Offset-Haken hat eine Zinn-Beschichtung. Gerade im Brack- oder Salzwasser verhindert diese Beschichtung das Verrosten des Hakens. Foto: Blinker/Sven Halletz

    Bild: Blinker

    Dieser Offset-Haken hat eine Zinn-Beschichtung. Gerade im Brack- oder Salzwasser verhindert diese Beschichtung das Verrosten des Hakens.

  6. Länge des vorderen Z-Schenkels

    Der z-förmig geknickte Hakenschenkel hinter dem Öhr ist das typische Kennzeichen aller Offset-Haken. Entscheidende Unterschiede ergeben sich in der Länge dieser Z-Biegung. Kurze Krümmungen sind meist für kleine Standard-Finesse-Gummis gedacht. Offset-Haken mit einem besonders langen Abstand zwischen Hakenöhr und Z-Krümmung sind dagegen für Gummiköder mit massiv verstärktem „Gummikopf“ wie etwa Fransentuben und Hollow Belly-Swimbaits gedacht. Auch beim Finesse-Angeln mit natürlichem Tauwurm sind solche Haken von Vorteil, da der lange Schaft vor der Z-Krümmung dem Tauwurm extrem guten Halt gibt.

    Der Abstand zwischen Hakenöhr und Z-Krümmung ist bei diesem Offset-Haken recht groß. Das ist vor allem beim Angeln mit Gummiködern mit massiv verstärktem „Gummikopf” von Vorteil. Foto: Blinker/Sven Halletz

    Bild: Blinker

    Der Abstand zwischen Hakenöhr und Z-Krümmung ist bei diesem Offset-Haken recht groß. Das ist vor allem beim Angeln mit Gummiködern mit massiv verstärktem „Gummikopf” von Vorteil.

  7. Blei oder nicht Blei beim Offset-Haken?

    In der Regel werden Offset-Haken ohne Bleibeschwerung hergestellt. Es gibt jedoch auch Offset-Haken, bei denen auf dem Hakenschenkel eine Bleiplombe sitzt. Diese Haken sind für Texas-, Dropshot- oder Carolina-Rig natürlich nicht geeignet. Die bebleiten Offset-Haken sind ausschließlich dazu da, Swim- und Jerkbaits mit etwas mehr Gewicht auszustatten.

    Anders als beim Jiggen dient das Blei jedoch nicht dazu, diese Köder auf Tiefe zu bringen. Stattdessen sollen die Köder schwerer werden, damit sie schneller durchgekurbelt werden können, ohne zur Oberfläche aufzusteigen. Daneben lassen sich mit bebleiten Offset-Haken auch Gummikrebse und Gummi-Tuben auf verschiedenste Art und Weise dicht am Grund präsentieren. Für Jig- angler gibt es außerdem Jigköpfe, die mit Offset-Haken bestückt sind.

    Bebleite Offset-Haken wie dieser sind dazu da, Swimbaits mit etwas mehr Gewicht auszustatten. Foto: Blinker/Sven Halletz

    Bild: Blinker

    Bebleite Offset-Haken wie dieser sind dazu da, Swimbaits mit etwas mehr Gewicht auszustatten.

    https://youtu.be/7xmpPzEpYU4

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