Der Saltstraumen: Angeln am stärksten Mahlstrom der Welt

Wer zum Angeln an den Saltstraumen fährt, bekommt es mit starken Gezeitenströmen zu tun. Doch gerade diese machen ihn zu einem exzellenten Angelrevier!

Der Saltstraumen ist ein exzellentes Revier und zurecht ein Traumziel für viele Norwegenangler.

Bild: Petri-Heil / R. Rod

Der Saltstraumen ist ein exzellentes Revier und zurecht ein Traumziel für viele Norwegenangler.

Weit nördlich auf dem 67. Breitengrad, nahe der norwegischen Stadt Bodø, liegt ein Angelrevier der Superlative: der Saltstraumen. Dieser etwa 2,5 Kilometer lange und nur 150 Meter breite Sund ist der stärkste Gezeitenstrom der Welt. Das Wasser erreicht hier während des Tideshubs eine Geschwindigkeit von bis zu 40 km/h! Die Ströme und Strudel machen den Saltstraumen aber nicht nur zu einer Touristenattraktion, sondern auch zu einem exzellenten Revier für das Angeln in Norwegen.

Die Gezeiten am Saltstraumen

Der Saltstraumen verbindet den Saltfjord am Meer mit dem Skjerstadtfjord weiter im Landesinneren. Er befindet sich zwischen der Insel Straumøy im Süden und der nördlichen Halbinsel Knaplundsoya. Während Ebbe und Flut werden unglaubliche 400 Millionen Kubikmeter Wasser durch den Sund gepresst. Damit gelangen auch viele Nährstoffe in den Saltstraumen. Kein Wunder also, dass er ein Revier für große Fische ist! Er steht daher zurecht auf der Reiseliste vieler Angler.

Die Strömung am Saltstraumen ist so stark, dass die Strudel deutlich an der Oberfläche zu sehen sind.

Bild: Petri-Heil / R. Hrovatic

Die Strömung am Saltstraumen ist so stark, dass die Strudel deutlich an der Oberfläche zu sehen sind.

Die Gezeiten sind aber nicht ungefährlich. Die stärksten Strömungen und Strudel bilden sich etwa 3 Stunden nach Beginn von Ebbe beziehungsweise Flut. Am deutlichsten ausgeprägt sind sie bei Vollmond und Neumond. Die unwahrscheinlichen Kräfte, die das Wasser während dieser Zeit ausübt, können für Ruderer und Paddler Lebensgefahr bedeuten! Bevor man sich also auf den Saltstraumen begibt, sollte man den Hinweisen des örtlichen Angelguides folgen. Eine Gezeitentabelle ist außerdem im Netz und vor Ort einsehbar.

Anreise für Angler

Als Angelurlauber aus Deutschland erreicht man den Saltstraumen am besten über den Flughafen von Bodø, der von Oslo angeflogen wird. Alternativ ist die Hafenstadt im Norden des Landes auch über die Fähre zu erreichen. Von Bodø aus sind es nur 30 Minuten mit dem Auto über die Küstenstraße Fv17 bis zum Saltstraumen. Für Angler empfiehlt sich eine Anlage direkt am Sund, zum Beispiel Saltstraumen Brygge (8056 Saltstraumen, Norwegen).

Ein Anblick wie dieser lässt das Angeln fast zur Nebensache werden. Aber eben nur fast!

Bild: Petri-Heil / R. Rod

Ein Anblick wie dieser lässt das Angeln fast zur Nebensache werden. Aber eben nur fast!

Ein Angelrevier der Extraklasse

Der Saltstraumen selbst zeichnet sich neben seiner enormen Strömung vor allem durch abwechslungsreiche Strukturen am Grund aus. Durch den großen Nährstoffreichtum bietet er sowohl am Ufer als auch auf dem offenen Wasser gute Angelplätze. Hier lassen sich unter anderem Heilbutte in Rekordgröße, aber auch kapitale Köhler und Dorsche fangen.

Der Saltstraumen ist ein bekanntes Revier für das Angeln auf Heilbutt. Dieser Fisch biss auf Sicht und war knapp einen Meter lang.

Bild: Petri-Heil / R. Rod

Der Saltstraumen ist ein bekanntes Revier für das Angeln auf Heilbutt. Dieser Fisch biss auf Sicht und war knapp einen Meter lang.

Dem Saltstraumen vorgelagert ist der Saltfjord, der ins offene Meer übergeht. Von dort aus sind weitere Inseln und vielversprechende Spots mit dem Boot erreichbar.

Weiter im Inland liegt der Skjerstadtfjord, der sich auf 40 Kilometern Länge erstreckt. In seinen hinteren Bereichen ist der Tidenhub am Straumen kaum noch zu spüren. Durch sogenanntes „Tidal Choking“ verzögern sich die Gezeiten in diesem Gewässer außerdem stark. Da das Wasser den Saltstraumen passieren müssen, um den Skjerstadfjord zu erreichen, ist die Tide dort um ca. 1 Stunde und 40 Minuten versetzt. „Man wähnt sich auf einem verwinkelten, riesigen Bergsee mit vielen Buchten und Inselchen“, schreiben unsere Kollegen vom Schweizer Fischereimagazin Petri-Heil über das Gewässer.

Der verwinkelte Skjerstadfjord lässt sich mit dem Boot schnell erkunden.

Bild: Petri-Heil / R. Rod

Der verwinkelte Skjerstadfjord lässt sich mit dem Boot schnell erkunden.

Saison: Wann am besten am Saltstraumen angeln?

Grundsätzlich gilt für den Saltstraumen dieselbe Saison wie für viele andere Gewässer im Norden von Norwegen. Die ideale Zeit liegt zwischen Frühjahr und Herbst – die Angelunterkünfte sind zwischen April und Oktober regelmäßig ausgebucht.

Dennoch gelten für den Saltstraumen andere Regeln als für zum Beispiel das offene Meer. Er liegt sehr geschützt, weshalb schlechtes Wetter den Sund nicht so stark trifft wie das Umland. Auch bei Regen und Wind ist hier daher noch gutes Angeln möglich. Und selbst im Winter sollte man den Saltstraumen nicht „abschreiben“: Auch wenn die Hauptsaison vorbei ist, lassen sich vom Ufer noch gute Fänge machen.

Fischarten am Saltstraumen

Wer zum Angeln an den Saltstraumen fährt, dürfte es vor allem auf drei Zielfische abgesehen haben: Heilbutt, Köhler und Dorsch. Alle drei erreichen in diesem Gewässer wahrhaft kapitale Größen. Beispiele gefällig? Im Juni 2023 fing ein 12-jähriger Angler gemeinsam mit seinem Vater einen Heilbutt von 2,40 m! Die großen Plattfische folgen den Ködern teils bis zum Boot und fordern im Drill vollen Einsatz. Weiterhin stammt von hier auch der Köhler-Weltrekord: Ein 22,7 kg schwerer Fisch, der vom Ufer aus gefangen wurde.

Köhler wie dieser sind am Salstraumen keine Seltenheit!

Bild: Petri-Heil / R. Rod

Köhler wie dieser sind am Salstraumen keine Seltenheit!

Weitere interessante Fischarten am Saltstraumen sind zum Beispiel Rotbarsch, Leng und Schellfisch. Wenig beangelt, aber dafür umso kampfstärker ist der Steinbeißer (oder Seewolf), der hier ebenfalls gute Bedingungen vorfindet und abwachsen kann. Zuletzt ist auch die Meerforelle hier zu finden. In Richtung Skjerstadfjord, wo das Wasser ruhiger wird, bietet sie spannendes Uferangeln für ambitionierte Spinn- und Fliegenfischer.

Oft kommen die Bisse der Heilbutte direkt unterm Boot.

Bild: Petri-Heil / R. Rod

Oft kommen die Bisse der Heilbutte direkt unterm Boot.

Gerät und Angelmethoden

Trotz der unbändigen Kräfte, die das Wasser am Saltstraumen entwickelt, ist das Angeln hier im Prinzip recht einfach. Vom Boot aus kommen kurze Ruten mit ca. 300 g Wurfgewicht zum Einsatz, dazu eine stabile 6000er Rolle mit 0,20-0,25er Geflecht. Mit dieser Ausrüstung ist man so gut wie jedem Heilbutt und Großdorsch gewachsen. Aufgrund der starken Strömungen sind Pilker mit Gewichten von 150 bis zu teilweise 500 g notwendig. Daneben kann die Angelei, besonders in den flacheren Bereichen, auch mit großen Gummifischen sehr erfolgreich sein.

Wer es schafft, die 80 bis 150 g schweren Pilker möglichst weit in den Mahlstrom zu werfen, kann mit großen Köhlern rechnen.

Bild: Petri-Heil / R. Rod

Wer es schafft, die 80 bis 150 g schweren Pilker möglichst weit in den Mahlstrom zu werfen, kann mit großen Köhlern rechnen.

Für das Spinnangeln auf Pollack, Seelachs und Dorsch vom Ufer eignen sich kräftige Spinnruten um 100 g Wurfgewicht in Kombination mit einer 4000er Rolle und 0,15-0,20er Geflecht. Die Köderauswahl umfasst hier Meerforellenblinker, sowie Gummifische und Pilker zwischen 30 und 100 g. An manchen Stellen ist sogar schweres Brandungsangeln auf Heilbutt möglich!

 

 


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