Angeln mit Spekulatius: Leckerei aus der Weihnachtsbäckerei

Spekulatius schmeckt nicht nur dem Angler, sondern auch dem Fisch! Vor allem Karpfen können der süßen Versuchung nur schwer widerstehen. André Pawlitzki funktioniert die Kekse daher gern zu Angelteig um.

Was haben Angler und Karpfen gemeinsam? Beide mögen Spekulatius! Foto: BLINKER / A. Pawlitzki

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Was haben Angler und Karpfen gemeinsam? Beide mögen Spekulatius!

Spekulatius-Kekse gehören in der Weihnachtszeit zu den beliebtesten Naschereien. Doch das aromatische Gebäck schmeckt nicht nur uns Menschen, sondern auch den Fischen – vor allem, wenn Spekulatius in Form von Teig angeboten wird. Und den kann man sich sehr einfach herstellen!

Spekulatius schmeckt nicht nur uns, sondern auch den Karpfen! Mit wenig Aufwand wird aus den Keksen ein fängiger Teig. Foto: BLINKER / A. Pawlitzki

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Spekulatius schmeckt nicht nur uns, sondern auch den Karpfen! Mit wenig Aufwand wird aus den Keksen ein fängiger Teig.

Teig werde zu Keks, Keks werde zu Teig …

Dafür besorgt man sich im Supermarkt eine Tüte Spekulatius-Kekse und zermahlt sie in einer Korn- oder Kaffeemühle. Es entsteht ein leicht fettiger Spekulatiusstaub – die Basis für unseren Angelteig. Als nächstes gibt man das Mahlgut in einen Plastikbeutel. Zur besseren Teigbindung kommt noch ein Ei hinzu. Danach wird das Ganze in der Plastiktüte solange geknetet, bis ein Angelteig entsteht, der sich am Haken anködern lässt.

Der Spekulatius wird in einer Mühle zerbröselt. Alternativ kann man ihn auch zu feinen Krümeln zerstoßen. Foto: BLINKER / A. Pawlitzki

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Der Spekulatius wird in einer Mühle zerbröselt. Alternativ kann man ihn auch zu feinen Krümeln zerstoßen.

Das „Spekulatius-Mehl“ gibt man dann in eine Plastiktüte und schlägt ein frisches Ei dazu. Foto: BLINKER / A. Pawlitzki

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Das „Spekulatius-Mehl“ gibt man dann in eine Plastiktüte und schlägt ein frisches Ei dazu.

Beide Zutaten werden so lange in der Tüte geknetet, bis ein gleichmäßig weicher Teig entsteht. Foto: BLINKER / A. Pawlitzki

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Beide Zutaten werden so lange in der Tüte geknetet, bis ein gleichmäßig weicher Teig entsteht.

Der fertige Teig aus Spekulatius hat eine dunkle Farbe und somit im winterklaren Wasser wenig Scheuchwirkung auf Fische. Foto: BLINKER / A. Pawlitzki

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Der fertige Teig aus Spekulatius hat eine dunkle Farbe und somit im winterklaren Wasser wenig Scheuchwirkung auf Fische.

Heller oder dunkler Spekulatius? Der Untergrund entscheidet!

Teig aus normalen Spekulatius hat eine angenehme braune Farbe, Teig aus Butterspekulatius ist wesentlich heller. Durch die unterschiedlichen Färbungen kann man den Köder sogar dem Gewässergrund anpassen. In moorigen Gewässern mit dunklem Grund fängt der dunkle Teig am besten, auf Kies- und Sandgrund ist man mit der hellen Paste besser bedient. Beide Teige haben einen intensiv süßen Geruch.

Am liebsten biete ich den Teig an der Posenrute an. Um die feinen Karpfenbisse im oft schon kalten Winterwasser Anfang Dezember überhaupt sehen zu können, setze ich auf eine Posenmontage an der Matchrute. Die Waggler-Pose wird über einen Adapter, in dem der Posenfuß verankert wird, auf der Hauptschnur befestigt. Ans Schnurende binde ich einen Micro-Wirbel. Über den Wirbel klemme ich zwei bis drei kleine Bleischrote.

Damit man den Teig aus Spekulatius in der Nähe des Hakens präsentieren kann, knetet man ihn um eine Gummiperle am Haar. Foto: BLINKER / A. Pawlitzki

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Damit man den Teig aus Spekulatius in der Nähe des Hakens präsentieren kann, knetet man ihn um eine Gummiperle am Haar.

Sinking Braid wirft keine Schlaufen

Als Vorfach dient ein dünnes Geflecht, Sinking Braid von Drennan, mit einer Tragkraft von 8 lb (3,6 Kilogramm). Dieses besondere Vorfach garantiert, dass die Schnur auf dem Gewässergrund aufliegt und nicht – wie andere Geflochtene  – Schlaufen wirft, die die Fische scheu machen. Zirka 7 Zentimeter vor den Haken klemme ich ein SSG-Schrot (1,89 Gramm), die Hauptbebleiung, auf das Sinking Braid.

Es ist entscheidend für die Bisserkennung, dass die Pose leicht überbleit wird. Den 6er Haken binde ich mit einer No-Knot-Verbindung an das Geflecht. Die erlaubt mir, ein Stück Sinking Braid als Haar überstehen zu lassen, damit ich den Teig nicht direkt auf dem Haken, sondern ihn wie einen Boilie anbieten kann. Ans Ende dieses Haars binde ich eine Kunststoff-Perle. Die dient als Fixpunkt, um den ich den Teig kneten kann.

Der Teig aus Spekulatius lässt sich so zäh kneten, dass er manchmal sogar noch nach dem Drill am Haken hängt. Foto: BLINKER / A. Pawlitzki

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Der Teig aus Spekulatius lässt sich so zäh kneten, dass er manchmal sogar noch nach dem Drill am Haken hängt.

Freistehende Haken fassen besser im Maul!

Das Angeln mit freistehendem Haken hat den Vorteil, dass dieser besser fassen kann, sobald ein Karpfen den leckeren Teig einsaugt. Je kälter das Wasser, desto kleiner sollte die Teigkugel sein, die um die Kunststoff-Perle geknetet wird. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt reicht oft ein Haselnuss-großes Teigstück aus, um die Karpfen anzulocken.

Natürlich läuft beim Posenangeln auf Karpfen auch nichts ohne Anfüttern. Am liebsten verwende ich ein nur leicht bindendes Karpfenfutter ohne einen hohen Partikelanteil, weil die Karpfen ja nicht die Partikel, sondern meinen Köder fressen sollen. Nach dem vorsichtigen Anfeuchten kommt als nächstes noch eine weitere Zutat aus der Weihnachtsbäckerei zum Einsatz. Entweder mischt man dem Futter noch Spekulatius- oder auch Lebkuchengewürz bei, das man unter anderem auf vielen Weihnachtsmärkten kaufen kann. Oder ich gebe noch eine halbe Flasche Flüssig-Anis (Vertrieb über Sensas) ins Futter.

Maden auf der Hakenspitze machen den Spekulatius noch fängiger: Die Bewegung der kleinen Krabbler reizt die Karpfen zustätzlich zum Biss. Foto: BLINKER / A. Pawlitzki

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Maden auf der Hakenspitze machen den Spekulatius noch fängiger: Die Bewegung der kleinen Krabbler reizt die Karpfen zustätzlich zum Biss.

Was riecht hier so weihnachtlich?

Sowohl Spekulatius- und Lebkuchengewürz als auch Anis haben ein sehr attraktives Aroma. Sie haben ihre Anziehungskraft auf Friedfische in kaltem Winterwasser in vielen Jahren unter Beweis gestellt. Im Winter sollte man nicht zu viel Futter ausbringen, um die Fische nicht zu sättigen. Ein bis zwei apfelsinengroße Futterbälle reichen aus.

Habe ich einen Karpfen gefangen, lege ich eine kleine Futterkugel nach. Nach dem Auswerfen der Pose lege ich die Matchrute auf zwei Rutenständern ab und kurble so viel Schnur ein, dass ich die Spitze der Pose gerade noch erkennen kann. Sobald sich ein Karpfen am süßen Teig zu schaffen macht, kommt die Pose aus dem Wasser oder taucht ganz ab. In den meisten Fällen allerdings steigt sie aus dem Wasser. Sobald dies der Fall ist, muss der Anhieb gesetzt werden – denn dann hat der Karpfen den Köder voll im Maul!

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