Bissanzeiger richtig nutzen und mehr fangen

Besonders in der kalten Jahreszeit, wenn die Fische in den tieferen Regionen der Gewässer auf Nahrungssuche gehen, lohnen sich feine Bissanzeiger, die jeden noch so kleinsten Zupfer anzeigen. Dieter Schröder stellt Euch sieben einfache, aber effektive Bissanzeiger vor.

Bissanzeiger sind nicht nur in der Nacht ein unabdingbares Hilfsmittel, um Bisse zuverlässiger zu erkennen. Auch am Tag zeigen sie uns selbst die vorsichtigsten Anfasser an. Foto: BLINKER/Krause

Bissanzeiger sind nicht nur in der Nacht ein unabdingbares Hilfsmittel, um Bisse zuverlässiger zu erkennen. Auch am Tag zeigen sie uns selbst die vorsichtigsten Anfasser an. Foto: BLINKER/Krause

Bissanzeiger, damit war früher die Pose gemeint. Heute denken schon die meisten an elektro­nische Vorrichtungen, die beim Biss piepen und leuchten. Die Auswahl an Bissanzeigern ist in den letzten Jahren immer größer geworden. Gleichzeitig hat damit die Technisierung des Angelns zugenommen. Für Karpfenangler sind die elektronischen Bissanzeiger am Rodpod nicht mehr wegzudenken. Es gibt aber auch kleine, feine Bissanzeiger, die am Rutenblank oder an der Rollenspule befestigt werden. In dem reichen Sortiment guter Angelläden oder Versandhändler findet Ihr sicherlich genau den Bissanzeiger, der zu Ihnen und Ihrer Angelmethode passt. Bei allen Bissanzeigern wichtig: Eine sensible Einstellung, denn sonst löst kein Fisch das Signal aus.

  1. Feederspitze als Bissanzeiger

    Eine sehr sensible Bissanzeige, die sich auch bei Wind gut einsetzen lässt, befindet sich an der Spitze einer Feederrute. Zur Bissanzeige sollte beim Feederangeln die Schnur zwischen Grundgewicht und Spitze leicht gespannt sein. So könnet Ihr auch einen Biss erkennen, wenn der Fisch nach dem Anbiss auf Euch zu schwimmt, also einen so genannten Fallbiss. Die Spitzen in den genannten Gewichtsklassen sind so sensibel, dass sie auch kleinste Zupfer anzeigen. Feederruten haben noch einen weiteren ganz entscheidenden Vorteil: Man kann mit ihnen sowohl passiv angeln als auch aktiv langsam schleppen.

    Leichte Feederruten haben sensible Spitzen, die jeden Zupfer anzeigern. Foto: BLINKER/D. Schröter

    Leichte Feederruten haben sensible Spitzen, die jeden Zupfer anzeigern. Foto: BLINKER/D. Schröder

  1. Kletteraffe

    Bei den Karpfenanglern ist der gute alte Kletteraffe (engl. monkey climber) von elektronischen Bissanzeiger und Swingern verdrängt worden. Beim Grundangeln stellt der Kletteraffe weiterhin aber eine sehr gute (und stumme) Bissanzeige dar. Seinen Namen verdankt der bunte Bissanzeiger der Tatsache, dass er auf seinem Metallstab nach oben klettert (und manchmal saust…), sobald Schnur abgezogen wird. Am Ende der Kletterstange kippt das Plastikteil ab und gibt die Schnur frei. Das ist ebenso einfach wie effektiv.

    Ihr könnt den Kletteraffen an jeder Grundrute einsetzen, allerdings nur, wenn der Köder passiv angeboten wird. Er ist auch an windigen Tagen ohne Einschränkung nutzbar und zeigt selbstverständlich auch Fallbisse an. Damit ist er für mich nach der Feederspitze die Nummer 2 unter den einfachen Bissanzeigern. In bestimmten Situationen, zum Beispiel wenn  Forellen, damit sie den Köder schlucken, nach dem Biss erst etwas freie Schnur gegeben werden muss, kombiniere ich die Feederrute sogar mit dem Kletteraffen. So sehe ich an der Rutenspitze den Biss, und der Fisch kann dennoch ohne Probleme ein Stück „freie Schnur“, nämlich das Stück aus dem Kletteraffen, abziehen und den Köder nehmen, bevor ich den Anschlag setze.

    Der Kletteraffe wird beim Biss nach oben gezogen und gibt am Ende der Stange die Schnur frei. Foto: BLINKER/D. Schröder

    Der Kletteraffe wird beim Biss nach oben gezogen und gibt am Ende der Stange die Schnur frei. Foto: BLINKER/D. Schröder

  1. Einhänge-Ring

    Der schlichte Plastikring ist ein Klassiker unter den Bissanzeigern beim Grundangeln. Er lässt sich öffnen und wird einfach zwischen zwei Rutenringen in die Schnur gehängt. Je nach Art des Bisses wird er nach oben gezogen oder sackt ab. Sein Nachteil. Während des Drills bleibt er auf der Schnur. Aus diesem Grund sollten Sie ihn an Ruten mit empfindlichen Ringen nicht benutze, da er sie beschädigen kann. Außerdem ist er recht windanfällig. Für das Angeln mit etwas stabileren Ruten an ruhigen Tagen bleibt er durchaus eine Alternative. Er ist in der Anschaffung sehr preisgünstig und an selbstgebauten Ringen aus Plastikschlauch kann man sogar ein Knicklicht einsetzen.

    Der Einhänge-Ring ist ebenso preiswerter wie sensibler Bissanzeiger. Foto: BLINKER/D. Schröder

    Der Einhänge-Ring ist ebenso preiswerter wie sensibler Bissanzeiger. Foto: BLINKER/D. Schröder

  1. Wasserkugel

    Bei der Wasserkugel denkt man eher an deren Einsatz als Pose (den wir in der letzten Ausgabe ausführlich vorgestellt haben). Sie lässt sich aber auch durchaus als Bissanzeiger zwischen zwei Ringe in die Schnur hängen. Hierzu wird einfach eine Büroklammer in der Mitte umgebogen. Die eine Öse kommt an die Wasserkugel, die freie obere in die Schnur. Bei einem Biss fällt die Kugel in der Regel ab. Wasserkugeln sind in unterschiedlichen Größen und somit verschiedenen Gewichten erhältlich, wobei ich den kleineren Kugeln den Vorrang gebe. An windigen Tagen kann man sie zur Beschwerung mit Wasser füllen.

    Mit Hilfe einer simplen Büroklammer lässt sich aus einer Wasserkugel ein Bissanzeiger basteln. Foto: BLINKER/D. Schröder

    Mit Hilfe einer simplen Büroklammer lässt sich aus einer Wasserkugel ein Bissanzeiger basteln. Foto: BLINKER/D. Schröder

  1. Ü-Ei

    Die Plastikkapsel aus dem Überraschungs-Ei für Kinder ist ein Bissanzeiger Marke Eigenbau und somit sehr billig. In die Kapsel wird in die obere Seite ein kleines Loch gestochen und darin eine aufgebogene Büroklammer gesteckt. Diese wird in der Kapsel so verbogen, dass sie fest sitzt. Mit dem anderen Ende wird die Büroklammer, genau wie bei der Wasserkugel, zwischen zwei Ringe in die Schnur gehängt. So zeigt sie ebenfalls Hebe- und Fallbisse an. Beim Anhieb fällt sie ab. An windigen Tagen lässt auch sie sich mit Wasser oder mit Schrotblei beschweren. In der Nacht kann man in das Innere des Bissanzeigers zusätzlich ein Knicklicht hineinlegen. So sieht man auch im Dunkeln die vorsichtigsten Bisse.

    Nicht wegwerfen: Die Plastikkapsel aus dem Ü-Ei eignet sich auch als Einhänge-Bissanzeiger. Foto: BLINKER/D. Schröder

    Nicht wegwerfen: Die Plastikkapsel aus dem Ü-Ei eignet sich auch als Einhänge-Bissanzeiger. Foto: BLINKER/D. Schröder

  2. Aalglocke

    Als Bissanzeiger lässt sich auch heute noch das altbekannte Aalglöckchen einsetzen, allerdings in Verbindung mit biegsamen Feederspitzen, die doch sensibler auf einen Biss reagieren als die alten“Prügel“ aus Großvaters Zeiten. Im Fluss werden die Ruten steil nach oben gestellt, damit möglichst viel Schnur dem Strömungsdruck entzogen wird. Wann angeschlagen wird, richtet sich nach der Ködergröße. Im Stillwasser sind Bissanzeiger-Posen mit Knicklichtaufsatz ideal. Dabei wird die Pose so leicht wie möglich gewählt, damit der Fisch ungehindert abziehen kann. Bei einem Biss sollte der Fisch solange abziehen, bis er das erste Mal stehen bleibt. Zieht er danach wieder ab, kommt der Anhieb.

    Aalglocken werden an der Rutenspitze befestigt und regieren sehr sensibel - und das nicht nur bei Aalen. Foto: BLINKER

    Bild: Blinker

    Aalglocken werden an der Rutenspitze befestigt und regieren sehr sensibel – und das nicht nur bei Aalen. Foto: BLINKER

  3. Elektronischer Bissanzeiger

    Piiiiiiieeeeeeeeep“ – elektronische Bissanzeiger reißen heutzutage nicht nur Karpfenangler aus dem Schlaf, sondern auch andere Grundangler.
    Anfang der 50er Jahre wurde der erste Karpfenangler durch das schrille Kreischen eines elektronischen Bissanzeigers auf einen Biss aufmerksam gemacht. Sein Name war Richard Walker, ein Engländer aus Redmire. Richard war nicht nur begeisterter Angler, sondern auch ein fleißiger Tüftler und gilt als Erfinder des elektronischen Bissanzeigers. Allerdings dauerte es etwas, bis man die Elektro-Pieper erfolgreich vermarkten konnte. Genauer gesagt, war es 1976, als die englische Firma „Delkim“ den „Optonic“ auf den Markt brachte. Dieser Pieper kostete damals bereits rund 120 DM, wurde von Karpfenanglern begeistert angenommen und diese Angelei revolutioniert.

    Elektronische Bissanzeiger sind besonders beim Karpfenangeln ein unverzichtbares Hilfsmittel. Foto: BLINKER/O. Portrat

    Elektronische Bissanzeiger sind besonders beim Karpfenangeln ein unverzichtbares Hilfsmittel. Foto: BLINKER/O. Portrat

    Heutzutage werden Elektro-Bissanzeiger mehr von normalen Ansitzanglern verwendet, als von reinen Karpfenanglern. Logisch, denn die Dinger zeigen ja nicht nur Karpfenbisse hervorragend an. Außerdem sind sie inzwischen auch deutlich günstiger zu haben. Elektronische Bissanzeiger werden zum Brassen-, Schleien-, Aal-, Forellen-, Hecht- und Zanderangeln verwendet. Auffällig dabei ist, dass Ansitzangler die akustischen Bissanzeiger mit fast allen optischen Bissanzeigern kombinieren. Erst dadurch ergibt sich nämlich eine optimale Bissanzeige. Einhänger und so genannte Kletteraffen dienen aber nicht nur zur besseren optischen Bisserkennung, sondern vor allen Dingen dazu, die Hauptschnur immer auf Spannung zu halten. Denn nur so erkennt man feinste Zupfer und die sogenannte Fallbisse, bei denen die Fische auf die Rute zu schwimmen.

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