Schleienangeln im Frühjahr: Die richtigen Köder und Methoden

Zum Saisonstart hat sich Holger Aderkaß gleich eine ganz harte Nuss ausgesucht: die Schleie. Warum er sich das antut? Weil die grünen Schönheiten im Frühjahr besonders gut beißen. Da­mit auch Sie das Beste gleich zu Beginn bekommen, verrät er seine Erfolgsmethoden für das Schleienangeln im Frühjahr.

Schleienangeln im Frühjahr: Ein Auftakt nach Maß. Holger Aderkaß darf sich über eine schöne Frühjahrsschleie freuen. Foto: BLINKER/Aderkaß

Ein Auftakt nach Maß. Holger Aderkaß darf sich über eine schöne Frühjahrsschleie freuen. Foto: BLINKER/Aderkaß

Der Winter ist vorbei. Ein paar Tage Sonnenschein haben das Wasser erwärmt. Jetzt beginnt die Friedfischsaison und damit das Schleienangeln im Frühjahr. Der Frühling ist die beste Zeit, um eine den begehrten Friedfisch­ an den Haken zu bekommen. Die grünen Schönheiten werden nämlich schon zeitig im Jahr aktiv und gehen auf Futtersuche. Ab einer Wassertemperatur von mehr als 10 Grad geht es dann richtig rund und die Fische ziehen aktiv umher.

Zu den besten Gewässern für den Schleienfang gehören kleinere Seen und flache Teiche. Dort durchwühlen  die Fische den Schlamm am Gewässergrund nach Zuckmückenlarven, Würmern und Muscheln. Bei diesen Erdarbeiten steigen kleine Blasen an die Wasseroberfläche. Diese Blasen ermöglichen es dem Angler, die Schleien ausfindig zu machen. Einige Angler werden jetzt vielleicht einwenden, dass nicht nur Schleien beim Gründeln Blasenteppiche erzeugen. Stimmt! Auch dort, wo Karpfen den Boden durchwühlen, perlt es an der Wasseroberfläche.

Tut sich was beim Schleienangeln im Frühjahr? Holger hat die Hand schon an der Rute. Foto: BLINKER/Aderkaß

Tut sich was beim Schleienangeln im Frühjahr? Holger hat die Hand schon an der Rute. Foto: BLINKER/Aderkaß

Schleienangeln im Frühjahr: Blasen weisen den Weg

Aber wer genau hinguckt, kann unterscheiden, ob sich Karpfen oder Schleien am Platz aufhalten:

  • Blasen, die von gründelnden Karpfen erzeugt werden, sind mit einem Durchmesser von einem Zentimeter relativ groß. Die Fressblasen der Schleien fallen deutlich kleiner aus. Da­rüber hinaus fressen Karpfen großflächiger. Dabei entstehen ausgedehnte Blasenteppiche.
  • Schleien nehmen ihre Nahrung meist an eng umrissenen Plätzen auf. Daraus resultieren kleinere Blasenteppiche.

Wenn man die Bereiche gefunden hat, in denen die Schleien auf Futtersuche gehen, heißt das aber noch lange nicht, dass einem die Fische in den Kescher springen. Diese Fische sind berüchtigt für ihr vorsichtiges Beißverhalten. Man muss also eine besonders sensible Methode einsetzen.

Durch die Blasen an der Wasseroberfläche verraten die Fische ihren Standort. Foto: BLINKER

Durch die Blasen an der Wasseroberfläche verraten die Fische ihren Standort. Foto: BLINKER

Beim Grundangeln setze ich auf die Schwingspitze, auch Swing Tip genannt. Erfunden wurde die Schwingspitze vor über 50 Jahren in England. Das Prinzip hat sich seitdem kaum verändert. Das bedeutet aber nicht, dass diese Methode von gestern ist. Sie gehört nach wie vor zum Feinsten, was die Friedfischangelei zu bieten hat und hat sich besonders zum Schleienangeln im Frühjahr bewährt.

Swing Tip-Ruten sind zwischen 9 und 11 ft (2,70 Meter und 3,30 Meter) lang und besitzen am Spitzenring ein Gewinde. Am hinteren Ende der Schwingspitze befindet sich ein Stück Silikonschlauch mit eingelassener Schraube. Darüber werden Rute und Spitze miteinander verbunden. Die Schwingspitze hängt frei von der Rute herab. Dadurch werden Bisse besser angezeigt als bei einem Winkelpicker oder einer Feederrute.

Schleienangeln mit einer Schwingspitze ist eine sehr spannende Methode, die Moosgrünen zu fangen. Foto: BLINKER/Pawalitzki

Schleienangeln mit einer Schwingspitze ist eine sehr spannende Methode, die Moosgrünen zu fangen. Foto: BLINKER/Pawalitzki

Winkelspiele beim Angeln auf Schleie

Nach dem Auswerfen wird die Rute waagerecht auf zwei Rutenhaltern abgelegt. Vor dem Spannen der Schnur bilden Rute und Schwingspitze einen rechten Winkel. Durch ein paar Kurbelumdrehungen bringt man die Schnur auf Spannung, bis die Schwingspitze in einem stumpfen Winkel (110 bis 120 Grad) von der Rutenspitze absteht. In dieser Position werden auch Fallbisse angezeigt, bei denen der Fisch auf den Angler zuschwimmt. Dann fällt die Schwingspitze in die 90 Grad-Position zurück. Schwimmt der Fisch vom Angler weg, wird die Spitze nach oben gerissen.

Bei Windstille befindet sich die Schwingspitze ein kleines Stück oberhalb der Wasseroberfläche. Bei Wind würde die Spitze ständig hin- und herwackeln. Deshalb taucht man sie auf einer Länge von 5 bis 10 Zentimeter ins Wasser ein. Dadurch ist die Spitze nicht mehr dem störenden Wind ausgesetzt, Bisse werden aber trotzdem zuverlässig angezeigt. Wer lieber mit der Pose auf Schleien angelt, sollte die Lift-Methode ausprobieren. Bei dieser Technik werden vorbebleite Waggler verwendet. Etwa zwei Drittel der Gesamtbebleiung befinden sich im Fuß des Wagglers, das restliche Drittel wird in Form eines einzelnen Schrots oder einer Olive ca. 30 Zentimeter oberhalb des Hakens auf dem Vorfach befestigt.

Die Schwingspitze zeigt selbst sensibelste Bisse zuverlässig an. Foto: BLINKER/Berding

Die Schwingspitze zeigt selbst sensibelste Bisse zuverlässig an. Foto: BLINKER/Berding

Die Montage wird so eingestellt, dass dieses Blei gerade eben auf dem Boden liegt. Damit es beim Auswerfen nicht zu Verhedderungen kommt, wird etwa einen halben Meter oberhalb des Bleis ein zwei Zentimeter langes Stück Silikonschlauch mit einem Durchmesser von 0,5 bis 1 Millimeter eingeschlauft. Das Schlauchstück dient als Abstandhalter, der verhindert, dass der Waggler bis zum Blei rutscht. Bei einem Biss hebt die Schleie das Blei an, und der Waggler schießt aus dem Wasser und legt sich auf die Oberfläche. Solch ein Biss ist unübersehbar und muss mit einem sofortigen Anhieb quittiert werden.

Wird der Waggler hingegen ein paar Mal ruckartig unter Wasser gerissen, muss man ruhig bleiben. Wahrscheinlich stehen die Schleien gerade mit nach unten gerichtetem Kopf am Platz und wedeln mit ihren Flossen, um das Gleichgewicht halten zu können. Dabei kommen sie mit der Schnur in Berührung. Setzt man nun den Anhieb, werden die Fische verscheucht.

Futterstrategie beim Schleienangeln im Frühjahr

Ob man nun mit der Schwingspitze oder der Liftmethode angelt –- bei beiden Strategien steigert Anfüttern die Fangaussichten. Grundfutter mit einem hohen Fischmehl- und Algenanteil hat sich als echter Schleienmagnet erwiesen. Es wird im Verhältnis 1:1 gemischt. Damit der Mix besser bindet, kommt noch etwas Paniermehl hinzu. Das Futter fällt relativ dunkel aus. Das ist gerade beim Schleienangeln im Frühjahr ein großer Vorteil. Denn die grünen Schönheiten sind scheu und meiden helle Futterteppiche, auf denen sie von Raubfischen sehr gut wahrgenommen werden können. Gequollener Hanf, Mais, Würmer, Maden und Mückenlarven erhöhen die Attraktivität des Futters.

Ziehen lassen

Nach dem Anfeuchten lasse ich das fertig gemischte Futter etwa 15 Minuten ziehen. Anschließend wird es gesiebt, um Klumpenbildung zu vermeiden. Außerdem löst sich das lockere Futter am Grund besser auf.

Vor dem Schleienangeln sollte man das Futter sieben, damit sich keine Klumpen bilden. Foto: BLINKER

Vor dem Schleienangeln sollte man das Futter sieben, damit sich keine Klumpen bilden. Foto: BLINKER

Ein Kardinalfehler, den man bei vielen Anglern beobachten kann, liegt darin, dass sie nach den ersten Bissen großzügig nachfüttern, um die Fische bei Fresslaune zu halten. Allerdings passiert dabei genau das Gegenteil: Durch das Geräusch der auf die Wasseroberfläche klatschenden Futterbälle werden die Schleien nicht zum Fressen animiert, sondern verscheucht. Um trotzdem etwas Futter nachlegen zu können, befördere ich gequollenen Hanf und kleine Pellets mit hohem Proteinanteil an die Futterstelle. Die sind beim Eintauchen deutlich leiser als schwere Grundfutterbälle.

Der Haken wird mit Maden oder einem Kombiköder aus Maden oder Würmern und Mais bestückt. Um die Krabbler noch attraktiver zu machen, kann man sie mit Aroma-Sprays behandeln, die normalerweise beim Karpfenangeln verwendet werden.

Mit einem duftenden Aromaspray schafft man zusätzliche Anreize. Foto: BLINKER/Aderkaß

Mit einem duftenden Aromaspray schafft man zusätzliche Anreize. Foto: BLINKER/Aderkaß

Nutzen Sie das Frühjahr doch für einen Ansitz auf Schleien. Vielleicht ist das erste Exemplar gleich das größte der gesamten Saison!


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ANGELSEE-aktuell 01/19

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