Forellenrute: Entscheidende Faktoren für die richtige Rutenwahl

Kann man auch mit einer Allround-Rute am Forellensee fischen? Ja, man kann, aber mit modernen Ruten macht das Angeln einfach mehr Spaß und man ist erfolgreicher. Hier zeigt Ihnen Carsten Neumann, was eine moderne Forellenrute kann und worin sich die verschiedenen Modelle unterscheiden.

Carsten Neumann erklärt, wie man moderne Forellenruten unterscheidet und das richtige Modell findet.

Bild: Blinker/Carsten Neumann

Carsten Neumann erklärt, wie man moderne Forellenruten unterscheidet und das richtige Modell findet.

Noch bis vor wenigen Jahren waren am Forellensee meist Angler mit ziemlich robuster Ausrüstung beim Forellenangeln zu sehen. Schwere Grund- oder Hechtruten lagen in den Rutenhaltern, so mancher Petri-Jünger rückte den Salmoniden sogar mit seiner Meeresrute auf die Schuppen. Wer etwas auf sich hielt und nicht mit grobem Gerät angreifen wollte, hatte eine Match- oder Zanderrute dabei. Diese Ruten waren an das Forellenangeln, das häufig Feinfühligkeit erfordert, schon besser angepasst. Aber eine spezielle Forellenrute für das sensible, aktive Angeln am Forellensee gab es nicht.

Die „italienische Revolution” der Forellenrute

Mittlerweile hat sich das Bild gewandelt: Mit der „italienischen Revolu­tion“, also der Einführung extrem feiner Angeltechniken, kamen auch moderne Forellenruten über die Alpen nach Deutschland. Denn wer versucht, eine 2 Gramm leichte Posenmontage an der Meeresrute zittern zu lassen, wird schnell die Flinte ins Korn werfen. Da muss angepasstes Gerät her.

Zu erkennen sind sie zumeist daran, dass sie ziemlich farbenfroh ausfallen und teleskopierbar sind. Die modernen Ruten haben sich mittlerweile durchgesetzt – und das aus gutem Grund. Denn mit ihnen macht das Angeln einfach mehr Spaß und man fängt mehr Fische.

Eine moderne Forellenrute erkennt man oft an der auffälligen Farbe. Foto: Gregor Bradler

Bild: Blinker/Gregor Bradler

Eine moderne Forellenrute erkennt man oft an der auffälligen Farbe.

Unbegründete Skepsis

Dennoch gibt es immer noch einige Angler, die den Ruten skeptisch gegenüberstehen. Woran das liegt, könnte mehrere Gründe haben. Zum einen genießen Teleskopruten immer noch einen zweifelhaften Ruf, sie werden als zu schwer und unsensibel angesehen. Für die Forellenruten der neuesten Generation trifft das aber nicht zu. Wer so eine Rute in die Hand nimmt, wird schnell merken, wie herrlich leicht sie ist. Man kann sie einen ganzen Angeltag lang in der Hand halten und ermüdungsfrei angeln.

Einige Angler sehen Teleruten zu unrecht mit Skepsis. Foto: Blinker/Carsten Neumann

Bild: Blinker/Carsten Neumann

Einige Angler sehen Teleruten zu unrecht mit Skepsis.

Das zeichnet eine Forellenrute aus

Ausgestattet sind die Ruten mit einem funktionalem Klapprollenhalter, der dazu beiträgt, Gewicht zu sparen. An einigen Rutenmodellen findet man neben herkömmlichen, fixierten Ringen auch Schieberinge. Durch Verwendung dieses Ringtyps ist es möglich, mehr Ringe zu verbauen. Das garantiert einen sauberen Schnurverlauf – für weite und zielgenaue Würfe.
Der Blank der modernen Ruten ist so feinfühlig, dass man beim Angeln mit dem Sbirolino oder dem Solo-Blei jeden Zupfer erspüren kann. Und die äußerst sensible Spitze ermöglicht eine optimale Köderführung, etwa beim Angeln mit der Tremarella-Technik, und eine sehr gute Biss-Erkennung. Teleskopruten bieten darüber hinaus den Vorteil eines geringen Transportmaßes. Denn Forellenruten können schon einmal über vier Meter lang sein. Eine Steckrute wäre da ziemlich unpraktisch.

Klapprollenhalter sind sehr leicht und eignen sich daher super für feine Forellenruten. Foto: AngelWoche/Frank Schlichting

Bild: Blinker/ Frank Schlichting

Klapprollenhalter sind sehr leicht und eignen sich daher super für feine Forellenruten.

Fein aber robust

Außerdem ist eine Teleskoprute im Ernstfall leichter zu reparieren als eine Steckrute: Ist das Spitzenteil zu Bruch gegangen, wird bei der Teleskoprute einfach das betroffene Rutenelement ausgetauscht. Allerdings sollte man nicht allzu große Bedenken haben, dass die Ruten zu schnell den Geist aufgeben würden: Die sensiblen Teile können einiges ab, wenn man einigermaßen vorsichtig zu Werke geht.

Die meisten Beschädigungen passieren übrigens nicht beim Angeln selbst oder beim Drill, sondern beim Auf- und Abbauen oder beim Transport. Deshalb lautet die Devise: Nach dem Angeln muss die mitgelieferte Schutzhülle über die Beringung geschoben werden. Nur so ist garantiert, dass man auch am nächsten Angeltag noch Freude an seiner Rute hat.

Die Ruten sind zwar trotz ihrer Feinheit sehr robust, damit nichts zu Bruch geht, sollten sie aber nach dem Angeln gut verpackt werden. Foto: Blinker/ Carsten Neumann

Bild: Blinker/Carsten Neumann

Die Ruten sind zwar trotz ihrer Feinheit sehr robust, damit nichts zu Bruch geht, sollten sie aber nach dem Angeln gut verpackt werden.

So findet Ihr die richtige Forellenrute

Ein weiterer Grund für Berührungsängste mit modernen Forellenruten könnte sein, dass man auf manchen Ruten keine Wurfgewichtsangaben findet, sondern lediglich eine Zahl. Was hat diese Zahl zu bedeuten? Je höher die aufgedruckte Zahl, desto höher das Wurfgewicht. Die Rutenserien umfassen je nach Hersteller Modelle in den Wurfklassen 0 bis 9. Eine Rute der Klasse 0 eignet sich also für extrem leichte Montagen wie etwa beim Angeln mit der Glas- oder Bleifederkette bzw. Solo-Blei und Glas.

Wann nimmt man welche Forellenrute

Rutenklasse01234
Glas- und Bleifederkette✔️✔️
Solo-Blei/Solo-Glas✔️✔️✔️
Tremarella-Posenmontage✔️✔️✔️✔️
Sbirolinos✔️✔️

Ein Modell der Klasse 7 bis 9 kommt erst beim Distanzangeln mit schweren Sbirolinos an großen Gewässern zum Einsatz. Ambitionierte Forellenangler rücken häufig mit einem Ständer voller Ruten am Gewässer an. Das muss nicht unbedingt sein, aber wer mehrere Ruten mit unterschiedlichen Montagen dabei hat, angelt flexibler, ist experimentierfreudiger – und fängt mehr Fisch. Da es moderne Forellenruten auch in günstigen Varianten gibt, kann man sich auch unterschiedliche Modelle zulegen, ohne gleich ein riesiges Loch in sein Portemonnaie zu reißen.

Die Wurfklasse der Forellenrute wird auf dem Blank angegeben. Foto: Blinker/Carsten Neumann

Bild: Blinker/Carsten Neumann

Die Wurfklasse der Forellenrute wird auf dem Blank angegeben.

Das sind die verschiedenen Forellenruten-Klassen

WurfklasseEigenschaftenMethode
1Länge: 3,90 m

Wurfgewicht: 0 bis 4 g

Leichtes Forellenangeln mit Solo-Blei, Solo-Glas, und der Bleifeder bzw. Glasfederkette
2Länge: 3,90 m

Wurfgewicht: 2 bis 6 Gramm

Schleppen mit Teig und Bienenmade, Tremarella-Angeln mit der Posenmontage
3Länge: 3,90 m

Wurfgewicht: 4 bis 10 g

Schleppen mit Teig und Bienenmade, Tremarella-Angeln mit der Posenmontage
4Länge: 4,10 m

Wurfgewicht: 8 bis 15 g

Schleppen mit schweren Posenmontagen,Sbirolino-Angeln auf mittleren Distanzen
5Länge: 4,20 m

Wurfgewicht: 12 bis 20 g

Schleppen mit schweren Posenmontagen, Sbirolino-Angeln auf mittleren Distanzen
6 und schwererLänge: 4,30 m

Wurfgewicht: 15 bis 30 g

Angeln mit schweren Sbirolinos auf großen Distanzen

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