Ostsee: Angelverbot in Naturschutzzonen

Statt einem Nationalpark Ostsee wird es Naturschutzzonen mit einem Angelverbot für Bootsangler geben. Was kommt genau auf uns Angler zu?

Plattfischangeln in der Flensburger Förde vom Belly Boot

Bild: J. Radtke

Plattfischangeln in der Flensburger Förde vom Belly Boot würde nach den Plänen der Landesregierung Schleswig-Holstein der Vergangenheit angehören. Doch LSFV und DAFV kämpfen weiter.

Die gute Nachricht zuerst: Es wird keinen Nationalpark Ostsee geben! Dafür allerdings Naturschutzzonen, in denen die Nutzung, u.a. auch das Angeln verboten sein wird. Darauf einigte sich die Landesregierung aus CDU und Grünen in der vergangenen Woche.

Der bessere Schutz der Ostsee soll durch einen 16-Punkte-Plan erreicht werden. Ein wichtiger Punkt ist die Einrichtung neuer, umfangreicher Naturschutzgebiete. In diesen darf nichts aus dem Ökosystem entnommen werden – auch keine Fische – was zunächst einem Verbot der Angelei gleichkäme.

Allerdings werden das Angeln vom Ufer aus und das Watangeln nicht eingeschränkt, auch wenn die Naturschutzzonen bis ans Ufer heranreichen. Das war eine zentrale Forderung des Landesangelverbands Schleswig-Holstein (LAV-SH) in den Verhandlungen mit der Politik, die dankenswerter Weise berücksichtigt wurde.

Ostsee-Fischer von Naturschutzzonen betroffen

In den Verhandlungen hatte man sich geeinigt, 12,5 Prozent der schleswig-holsteinischen Ostseefläche unter Schutz zu stellen. Sieht man sich die Lage dieser Gebiete an (siehe Karte unten), wird deutlich, dass viele Angler und Fischer betroffen sind. Unter Schutz gestellt werden sollen

  1. die Flensburger Außenförde bis Schleimünde,
  2. der Stoller Grund,
  3. der Küstenbereich in der Hohwachter Bucht,
  4. Westfehmarn und
  5. die Sargasbank

Für die kommerzielle Fischerei bedeutet die Einrichtung der Schutzgebiete ein existenzielles Problem. Die Versorgung mit lokal gefangenem Fisch aus den Fischereihäfen Maasholm und Heiligenhafen wird vermutlich deutlich einbrechen. Noch stärker aber trifft die Fischer die Ausweisung aus den Zonen nördlich von Schleimünde, dem westlichen Fehmarn und der Sargasbank. Diese „sind ein Todesstoß für zahlreiche ohnehin auf wackligen Beinen stehenden Fischereibetriebe“, so der Landesverband.

Karte Naturschutzzonen in der Ostsee

Bild: LAV-SH

Die unterschiedlichen Naturschutzzonen in der Ostsee.

Angelverbot in Naturschutzzonen: Angelei nicht gleich kommerzielle Fischerei

Allerdings ist noch nicht alles verloren: Um Schutzgebiete einzurichten, müssen Fachgutachten vorliegen, die eine Sinnhaftigkeit zeigen und es müssen Schutzgüter sowie -ziele definiert werden. Der LAV-SH und der DAFV, der seinen Landesverband im Norden massiv unterstützt, werden in diesem Prozess nicht einfach hinnehmen, dass Angelei und kommerzielle Fischerei gleichgestellt und als pauschal schädlich betrachtet werden.

Bootsangler auszuschließen, weil sie Fische entnehmen, ist weder nachvollziehbar noch verhältnismäßig – weshalb sich die Verbände gegen das Angelverbot in Naturschutzzonen wehren werden. Johannes Radke vom LAV-SH äußert sich wie folgt:

„Unserer Ansicht nach macht es einen Unterschied, ob ein kilometerlanges Stellnetz für den Fang von Schollen ausgelegt wird oder eine Angel zum Einsatz kommt. In den allermeisten Fällen hat die Bootsangelei für die schützenswerten Güter der Ostsee den gleichen Effekt wie ein Boot ohne Angel an Bord. Dies kann im Falle von rastenden Enten im Winter eine Störung des Schutzgutes bedeuten, einem Seegrasfeld ist es hingegen recht egal, ob ein Boot darüber hinwegfährt. Wo wir als Bootsangler keinem Schutzgut schaden, dürfen wir auch nicht einfach pauschal ausgeschlossen werden.“

Teilerfolg muss ausgebaut werden

„Auch wenn die genannten Gebiete anglerisch wichtig sind und den Betroffenen wehtun, hätte es erstens sehr viel schlimmer kommen können, ist zweitens nicht gesagt, dass sich in allen Bereichen ein Angelverbot durchsetzen lässt und ist drittens die Uferangelei überall ohne Einschränkungen weiterhin möglich. Wir werten dies durchaus als einen Teilerfolg, auf dem wir aufbauen und für den Ostseeschutz weiter kämpfen werden.“

Weitere Details auf lsfv-sh.de


12x BLINKER

+ BLACK MAGIC FEEDERSET

Die neue AngelWoche 09/2024 – am Kiosk und online erhältlich!

AngelWoche

AngelWoche ist die aktuellste und meist verkaufte Angelzeitung auf dem deutschen Markt. News aus der Industrie, aktuelles von den Angelgewässern, reich bebilderte, kurz und verständlich gehaltene Artikel, verbunden mit einer großen Themenvielfalt charakterisieren die AngelWoche.

Ihre FliegenFischen Ausgaben

in einem einzigartigen Nachschlagewerk

JETZT SAMMELN!

 

Sammeln Sie Ihre Ausgaben zu einem einzigartigen Nachschlagewerk!

Der neue KARPFEN 02/2024 – am Kiosk und online erhältlich!

Internationales Karpfenmagazin

ANGELSEE aktuell 02/2024 – am Kiosk und online erhältlich!

Das Magazin für Forellenangler

ANGELSEE aktuell ist das einzige Magazin im deutschsprachigen Raum für die stetig wachsende Zahl der Angler, die an Angelseen, auch Forellenteiche genannt, ihre Köder auswerfen.
Next Prev
Blinker
AngelWoche
FliegenFischen
Kutter & Küste
karpfen
ANGELSEE aktuell