Nationalpark Ostsee: Was bedeutet er fürs Angeln?

Der Nationalpark Ostsee in Schleswig-Holstein ist beschlossen, aber wird man noch angeln dürfen? Eine Übersicht zum aktuellen Stand.

Jedes Jahr fahren zahlreiche Angler an die Küste, um in der Ostsee auf Meerforelle und Plattfisch zu angeln. Foto: Frank Schlichting

Bild: Frank Schlichting

Jedes Jahr fahren zahlreiche Angler an die Küste, um in der Ostsee auf Meerforelle und Plattfisch zu angeln.

Die Angler in Schleswig-Holstein beschäftigt im Moment vor allem ein Thema. Der Nationalpark Ostsee soll kommen – doch was das fürs Angeln bedeutet, ist noch unklar. Müssen wir mit Verboten rechnen? Bisher sind nur wenige Fakten dazu bekannt.

Nationalpark Ostsee: Angeln wäre nur in einer Zone möglich

Der Nationalpark Ostsee ist für das Umweltministerium Schleswig-Holsteins ein Prestigeobjekt. Umweltminister Goldschmidt präsentierte am 21. März die möglichen Gebiete für den geplanten Nationalpark. Diese Gebiete sind dabei in drei verschiedene „Zonen“ eingeteilt, für die unterschiedliche Vorgaben gelten. Es gibt zunächst die „Kernzone“, dann die „Entwicklungszone“ und schließlich die „Pflegezone“. Das Angeln wäre im Nationalpark Ostsee nur in der Pflegezone möglich, ebenso wie Naturschutzmaßnahmen.

Die Pläne des Umweltministeriums von Schleswig-Holstein sehen eine Einteilung in drei Zonen vor. Bild: MEKUN

Bild: MEKUN

Die Pläne des Umweltministeriums von Schleswig-Holstein sehen eine Einteilung in drei Zonen vor.

Wie groß die Pflegezone sein soll, ist bisher noch nicht geklärt. Laut dem Landessportfischerverband Schleswig-Holstein „ist jedoch jetzt schon abzusehen, dass 50 Prozent der späteren Nationalparksfläche zur Nullnutzungszone gehören sollen, das wäre, je nach Ausdehnung des Parks, ein heftiger Einschnitt in die Nutzung der Ostsee.“

Die auf der Karte zu sehenden Gebiete zeigen nur den möglichen Raum, in dem der Nationalpark Ostsee liegen kann. Dass er letztendlich so groß wird, ist nicht gesagt. Wie viel der angepeilten 160.000 Hektar schlussendlich zum Park gehören, bleibt also abzuwarten. Dasselbe gilt für die Fläche, die noch zum Angeln übrig bleibt.

Auf dieser Grafik ist das größtmögliche Gebiet sichtbar, dass der Nationalpark Ostsee umfassen könnte. Bild: MEKUN

Bild: MEKUN

Auf dieser Grafik ist das größtmögliche Gebiet sichtbar, dass der Nationalpark Ostsee umfassen könnte.

Ein „Kontaktverbot“ hätte Folgen

Sollte das Angeln im geplanten Nationalpark Ostsee stark eingeschränkt sein, wird das an der Region nicht folgenlos vorbeigehen. So tragen Angler zum Beispiel zum Tourismus an der Küste bei. Wer Meerforellen und Plattfische fangen möchte, sorgt auch außerhalb der Urlaubssaison für belegte Ferienhäuser – darauf werden die Betreiber nicht gern verzichten wollen.

Besonders wichtig ist jedoch: Es sind Angler, die sich für den Schutz der Ostsee verantwortlich fühlen. Ihnen den Nutzen des Gewässers zu verbieten, würde einen Rückgang von Schutzmaßnahmen nach sich ziehen. Dasselbe gilt übrigens für jeden Menschen, dem die Natur am Herzen liegt. „Null Kontakt“ heißt, dass man den Bezug zu ihr verliert. Warum schützen, was man kaum noch kennt?

Die Politik erhofft sich durch den Nationalpark Ostsee, dass es dem Meer „zukünftig wieder besser gehen“ soll, wie das Ministerium in der Präsentation angab. Dabei liegen die Probleme in der Ostsee nicht in der Hand der Angler. Viel eher ist sie durch fehlenden Wasseraustausch und eine dauerhafte Nährstoffbelastung bedroht. Was ein Nationalpark dazu beitragen soll, um diese Probleme anzugehen? Das sei dahingestellt.

Quelle: LSFV-SH, MEKUN

Die neuesten Kommentare

01.04.2023 15:18:48
Moin aus Neumünster an alle Board-Nutzer!!Mich nervt diese Idee total, aber es wird sicherlich nicht zum Angelverbot kommen, da die Nordsee ja auch den Nationalpark Wattenmeer hat und an der Küste ja auch geangelt wird......
01.04.2023 12:39:43
@Olaf: 100% Zustimmung!Ich werde dieses Jahr aufgrund der Bootsituation (und eines geschlossenen Reitstalls) auf Fehmarn dann zum ersten Mal den Bereich Ostsee um Rostock herum antesten. Und wenn sich die Pläne um Fehmarn tatsächlich so darstellen, dann war das es 2022 das letzte Mal für mich&Familie das wir dort waren, Schade!Da merkt man einfach wieder das uns Anglern eine starke Lobby fe...
01.04.2023 00:00:37
So ein Blödsinn!Sollte z.B. das Angeln rund um Fehmarn verboten oder stark eingegrenzt werden so bin ich als "Angeltourist" natürlich raus. Und als Angeltourist sorge ich auch dafür dass Kohle eingenommen wird, d.h. z.B. wenn wir mit drei oder vier Personen einen Tagesausflug zum Angeln unternehmen dann kaufen wir Köder, Küstenkarten und gehen nach dem Angeln irgendwo noch lecker was Essen.Be...
31.03.2023 06:07:31
Sieht man sich die Potenzialkulisse an, steht zu befürchten, dass das "Meisterwerk" unser damaligen glorreichen Umweltministerin Hendricks, mit einer Kenrzone rings um Fehmarn vollendet werden könnte.
30.03.2023 13:54:00
Damit hat sich dann höchstwahrscheinlich das Angeln an der Ostsee für mich erledigt. Mal wieder typisch, man sperrt den Menschen aus. Das hat weitreichende Folgen, bin gespannt wie die Diskussion letztlich ausgeht.
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