Der Lough Neagh in Nordirland ist weltweit für seinen Aal bekannt. Als erstes Produkt Nordirlands erhielt der Lough-Neagh-Aal den EU-Status der geschützten geografischen Angabe (g.g.A./PGI). Dennoch wird die Fischerei auf Aal in den kommenden zwei Jahren vollständig eingestellt. Lediglich 25 Tonnen ausgewachsener Blankaale dürfen von der Lough Neagh Fishermen’s Co-operative gefangen werden. Viele Berufsfischer, die einen Großteil ihres Einkommens mit dem Aal erzielen, warten nun auf finanzielle Unterstützung der Regierung.

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Mit 383 Quadratkilometern ist der Lough Neagh in Nordirland ein großes Gewässer, dennoch wird hier der Aalfang nun massiv eingeschränkt.
Faszinierender Lebenszyklus des Aals
Der europäische Aal zählt zu den außergewöhnlichsten Fischarten überhaupt. Seine Reise beginnt in der Sargassosee vor der Ostküste der USA. Von dort treiben die Larven über Jahre mit den Meeresströmungen nach Europa und entwickeln sich zunächst zum Glasaal, später zum Jungaal und schließlich zum Gelbaal, wie wir ihn in unseren Gewässern finden.
Nach bis zu 20 Jahren im Süßwasser beginnt eine spektakuläre Verwandlung zum Blankaal. Laut Professor Derek Evans vom Agri-Food and Biosciences Institute verändern sich dabei Körperfarbe, Augen und Flossen erheblich. Selbst der Verdauungstrakt stellt seine Funktion ein, sodass der Aal auf seiner Rückwanderung in die Sargassosee keine Nahrung mehr aufnimmt. Stattdessen investiert er seine Energiereserven vollständig in die Entwicklung der Geschlechtsorgane.
Forschungsergebnisse deuten zudem darauf hin, dass spezielle Strukturen in den Augen das Erdmagnetfeld wahrnehmen und den Tieren die Orientierung auf ihrer einmaligen Reise ermöglichen. Nach dem Laichen sterben die Tiere. Aale können als de facto nicht in Gefangenschaft gezüchtet werden und besetzte Aale sind nichts anderes als Wildfänge, die anderorts wieder ausgesetzt werden.

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Aale können zwar besetzt, aber nicht in Gefangenschaft gezüchtet werden. Alle Aale werden in der Sargassosee geboren.
Warum der Aal unter Druck steht
Bereits in den 1980er-Jahren brach der Nachwuchs des europäischen Aals dramatisch ein. Die Zahl der Jungaale sank von jährlich 14 bis 16 Millionen auf nur noch etwas über 200.000. Wissenschaftler sehen den Menschen als Hauptverursacher. Klimawandel, Wasserkraftanlagen, Gewässerverschmutzung, eingeschleppte Parasiten, Überfischung sowie der illegale Handel setzen dem Bestand massiv zu.

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Eines der größten Probleme für den Aal ist die Gewässerverbauung. Viele Fische sterben qualvoll in den Turbinen der Wasserkraftwerke.
Seit 2009 gelten europaweit Bewirtschaftungspläne und Exportbeschränkungen. In mehreren Ländern wurde die Freizeit- und Berufsfischerei auf den Aal bereits vollständig eingestellt. Auch die jüngsten Maßnahmen am Lough Neagh folgen wissenschaftlichen Empfehlungen. Ziel ist es, den vom Aussterben bedrohten europäischen Aal langfristig zu schützen und eine Erholung der Bestände zu ermöglichen.
Hoffnung für den Aal
Trotz der Krise bleibt Professor Evans vorsichtig optimistisch: Der Aal habe Millionen Jahre überlebt und sei eine äußerst widerstandsfähige Art. Mit den richtigen Schutzmaßnahmen könne er auch weiterhin bestehen. Für die Fischer am Lough Neagh bleibt jedoch die Sorge, ob ihre jahrhundertealte Tradition eine Zukunft hat.
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Quelle: BBC








