Das Angeln mit der Schlepprute auf Hechte hat am Chiemsee eine lange Tradition. Das hängt mit dem Fischbestand des Sees zusammen: Die Hechte jagen nämlich hinter den Renken her, weshalb sich die Raubfische nur selten in den Uferbereichen aufhalten, sondern eben im Freiwasser.
Auch Nikolai Kasakov weiß das und fuhr mit dem gut bestückten Angelboot auf den See hinaus. Die riesige Wasserfläche darf mit dem E-Motor befahren werden, zum Schleppangeln ist der Motor allerdings gut sichtbar aus dem Wasser zu klappen – denn der Köder darf hierfür nur mit Muskelkraft angetrieben werden (Ruderboot oder Tretboot). Nikolai hatte als Köder einen Gummifisch hinter dem Boot laufen, einen „3 D River Roach“ (12 cm) von Savage Gear.

Sehr markant im Chiemsee ist die Fraueninsel.
Man angelt gewöhnlich mit zwei Ruten, die man entweder beide hinter dem Boot im Abstand von 20 bis 30 m herzieht, wobei man die Köder in unterschiedlichen Tiefen laufen lässt. Oder man führt die Köder mit Side-Planern (Scherbrettern) seitlich links und rechts vom Boot.
Es dauerte eine Weile, aber dann kam der Einschlag: Eine Rute machte eine ordentliche Verbeugung, die Rollenbremse ratschte los und gab Schnur frei: Ein Hecht hatte das Rotaugen-Imitat genommen! Ganz cool hatte Nikolai einen 85 cm langen Renkenräuber abgeschleppt und konnte ihn nach kurzem Drill einnetzen.
Was kann man im Chiemsee (noch) angeln?
Was Nikolai beweist: Viele Fische halten sich im Freiwasser auf. Wer am Chiemsee angeln will, muss sich dessen bewusst sein. Neben Hecht und Zander haben auch Salmoniden ihren festen Platz in der „Wasserwüste“. Seeforelle und Seesaibling gelten als besonders begehrte Zielfische, die beim Schleppen an den Haken gehen. Daneben ist die Renke der wohl typischste Fisch des Chiemsee-Freiwassers. Barsche ebenso.
Im Weißfischspektrum finden sich Arten wie Rotauge, Rotfeder, Brachse, Schleie und Karpfen. Vor allem Schleien und Karpfen bieten in den warmen Monaten spannende Ansitze in den flacheren Zonen. Ergänzt wird der Fischbestand zudem durch Aal und Wels.

Bild: A. Suter
Maränen sind zugleich Beute für viele Raubfische, aber auch Angler.
Wie darf man im Chiemsee angeln?
Der drittgrößte deutsche See wird auch „Bayerisches Meer“ genannt. Der See ist maximal gute 74 m tief, mit einer mittleren Tiefe von etwas über 25 m. Von den 4 Inseln sind die Herren- und Fraueninsel die bekanntesten.
- Angelscheine bekommt man über www.hejfish.com ab 17 €.
- Weitere Infos, Preis und Angelbedingungen unter www.chiemsee-alpenland.de oder www.chiemseefischerei.de
Auf dem See ist Schleppangeln erlaubt, zudem wird auch häufig auf die Renken geangelt. Die Angelsaison geht vom 1. Mai bis zum 31. Oktober.
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