Raubfischjagd im Ettlinger Horbachsee: Viel Tamtam um nichts

Zwei Schwanenküken verschwinden plötzlich aus einem Parksee. Daraufhin wird eine groß angelegte Raubfischjagd im Etllinger Horbachsee eingeleitet, die am Ende eher einen Unterhaltungsfaktor hat.

Über 500 Schaulustige, zahlreiche Vertreter aus Rundfunk und Fernsehen sowie Politiker wollten sich die Raubfischjagd im Ettlinger Horbachsee in Baden-Württemberg nicht entgehen lassen. Vorausgegangen war eine Meldung über zwei verschwundene Schwanenbabys, die vermutlich von einem großen Raubfisch gefressen worden waren. Eine ältere Dame bemerkte den Verlust der beiden Jungvögel und informierte die Stadt Ettlingen über den Vorfall. Die Meldung verbreitete sich rasend schnell in der Umgebung und setzte die Verantwortlichen der Stadt unter Druck, um den Verursacher ausfindig zu machen. Diese beauftragten daraufhin einen Fischer aus Karlsruhe, der den kompletten See mit Strom und Netzen abfischen sollte. Außerdem veranlasste die Stadt, den Horbachsee abzulassen, um dem Übeltäter den Garaus zu machen.

Wo ist das Monster aus dem Horbachsee?

Gespannt warteten die Schaulustigen und Pressevertreter darauf, was der Fischer ans Tageslicht befördern würde. Immer und immer wieder tauchte er die Anode ins flache Wasser. Von weitem war zu erkennen, dass die Helfer prall gefüllte Kescher aus dem Wasser zogen. Doch vom gefährlichen „Monster“ fehlte jede Spur. Denn in den Netzen tummelten sich zahlreiche Rotaugen und für den Fischer war damit sofort klar, dass für das Verschwinden kein Raubfisch verantwortlich sein konnte. „Als ich die vielen Rotaugen gesehen habe, war mir sofort klar, dass hier kein großer Raubfisch sein Unwesen treiben kann. Denn dann wäre der Bestand der vielen Weißfische gar nicht möglich„, so der Fischer gegenüber Blinker.de.

Auch im weiteren Verlauf der Aktion zeigte sich kein großer Räuber, der für das Verschwinden der Schwanenküken verantwortlich sein könnte. Lediglich ein paar kleine Zander und zwei Barsche wurden gefangen. Der größte Fisch dieser Aktion war ein 7 Kilogramm schwerer Schuppenkarpfen, der jedoch mit großer Sicherheit wohl kaum der Übeltäter sein konnte.

Die Raubfischjagd im Ettlinger Horbachsee wurde durch zwei vermisste Schwanenbabys eingeleitet. Foto: pixabay

Die Raubfischjagd im Ettlinger Horbachsee wurde durch zwei vermisste Schwanenbabys eingeleitet. Foto: pixabay

Raubfischjagd im Ettlinger Horbachsee auf Kosten der Steuerzahler

In der heimischen Bevölkerung herrscht nun großes Rätselraten, warum die Schwanenbabys verschwunden sind. Der Fischer hat dafür eine logische Erklärung: „Am Gewässer gibt es Nutrias. Es kann durchaus möglich sein, dass die Schwäne zu dicht an den Bau der Nager geschwommen sind. Diese haben daraufhin die Vögel attackiert und womöglich getötet.“ Doch es können auch noch weitere Täter in Betracht kommen: Füchse oder sogar ein Raubvogel könnten für das unerklärliche Verschwinden verantwortlich sein. Mit großer Sicherheit war es aber kein Raubfisch.

Die Bestände der Nutrias haben sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt. Foto: pixabay

Die Bestände der Nutrias haben sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt. Foto: pixabay

Dass Jungvögel von Raubfischen gefressen werden, ist nichts Neues. Das ist der natürliche Lauf der Natur. Doch dass eine ganze Stadt deswegen in Alarmstimmung gerät, ist etwas verwunderlich. Vermutlich haben die vielen besorgten Bürger und die daraus resultierenden Medienanfragen den Druck auf die Verantwortlichen der Stadt erhöht, die daraufhin die Aktion ins Leben riefen. Die Kosten dafür wurden von der Stadt übernommen.

Die ansässige Angelgemeinschaft Ettlingen, die den Horbachsee von der Stadt gepachtet hat, wird das sicherlich freuen. Denn sie beauftragen in der Regel alle vier Jahre den Fischer, der die Hegemaßnahmen an dem Gewässer durchführen soll. Dazu wird das Wasser abgelassen, die Fische eingefangen und in den Buchtzigsee umgesetzt. Nächstes Jahr wäre es wieder soweit gewesen, aber aufgrund der groß angelegten Raubfischjagd im Ettlinger Horbachsee wurden die Hegemaßnahmen vorgezogen und von der Stadt finanziert.

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