Arapaima: Alles über den größten Raubfisch des Amazonas

Der Arapaima ist ein gewaltiger Raubfisch, der in den Gewässern Südamerikas lebt. Doch nicht nur seine Größe macht den Arapaima so faszinierend.

Jakub Vágner fing auf seiner Amazonas-Tour diesen mehr als zwei Meter langen Arapaima. Foto: Jakub Vágner

Bild: Jakub Vágner

Jakub Vágner fing auf seiner Amazonas-Tour diesen mehr als zwei Meter langen Arapaima.

Unter all den exotischen Fischen, die im Amazonas beheimatet sind, ist der Arapaima der größte. Mehr noch: Er gehört zu den größten Knochenfischen im Süßwasser. Mit Längen von über zwei Metern und einem Gewicht von mehr als 100 Kilogramm ist er ein gewaltiger Raubfisch. Doch rund um den Arapaima gibt es noch viele weitere wissenswerte Fakten.

Der Amazonas: Lebensraum des Arapaima

Der Arapaima (Arapaima gigas) ist vor allem im nördlichen Teil Südamerikas zu finden. Wer ihn fangen will, findet ihn vor allem im Amazonas und seinen Nebenflüssen. Als größtes Flusssystem der Welt erstrecken sich diese Gewässer über den Norden Brasiliens, Guyana, Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien. Einzig im Rio Negro, dem nördlichsten Nebenfluss, fehlen die Fische. Das Wasser enthält hier zu wenig Nährstoffe, als dass sie überleben könnten.

Außerdem gibt es Bestände in Thailand und Malaysia. Allerdings sind die Fische hier nicht heimisch, sondern wurden von Menschen in Seen eingeführt – als Zielfisch für Angler.

Länge und Gewicht des Arapaima

Wie eingangs erwähnt, kann der Arapaima eine Größe von über zwei Metern erreichen. Dabei werden die Fische bis zu 130 Kilogramm schwer. Der längste Arapaima maß 2,32 Meter und wog 133 Kilo. Zwar gibt es Größenangaben, die weit darüber liegen, doch diese sind mit Vorsicht zu genießen. Der Fisch von 4,5 Meter und 186 Kilogramm, den der Forscher Robert Hermann Schomburgk im Jahr 1836 beschrieben haben will, ist sehr unrealistisch. Allein das Verhältnis zwischen Länge und Gewicht geht nicht auf – ein Fisch dieser Größe müsste deutlich schwerer sein. Tatsächlich ist der Arapaima in Sachen Größe gut zu vergleichen mit dem Europäischen Wels und dem Beluga, die beide ebenfalls länger als zwei Meter werden können. Der größte Süßwasserfisch ist allerdings der Mekong-Süßwasserstechrochen. Inklusive Schwanz kann dieser eine Länge von bis zu 5 Metern erreichen.

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Aussehen, Jagdverhalten und Laichzeit

Ebenso eindrucksvoll wie seine Größe ist auch das Äußere des Arapaima. Der langgestreckte Körper ist überzogen von grün-silbernen Schuppen. Auf diesen wiederum finden sich rote, halbmondförmige Zeichnungen, die an einen Halbmond erinnern. Das Maul des Arapaima ist stark oberständig, woran sich bereits sein Jagdverhalten ablesen lässt. Die Fische jagen an der Oberfläche nach Beute. Dazu gehören andere Fische, Vögel, Insekten und sogar kleine Säugetiere – vor diesem Raubfisch ist im Amazonas so gut wie nichts sicher.

Der Arapaima hat ein stark oberständiges Maul. Alle 10 bis 15 Minuten kommt er an die Oberfläche, um Luft zu holen. Foto: Jeff Kubina / Wikimedia Commons

Bild: Jeff Kubina / Wikimedia Commons

Der Arapaima hat ein stark oberständiges Maul. Alle 10 bis 15 Minuten kommt er an die Oberfläche, um Luft zu holen.

Durch sein oberständiges Maul nimmt der Arapaima jedoch nicht nur Nahrung, sondern auch Atemluft auf. Durch den geringen Sauerstoffgehalt in den Gewässern, die er bewohnt, hat sich die Schwimmblase dieses Fisches so entwickelt, dass sie ein lungenähnliches Gewebe besitzt. Daher kommt der große Räuber regelmäßig an die Wasseroberfläche, um mit einem lauten Schmatzgeräusch nach Luft zu schnappen. Nur so kann er im Amazonas überleben, wo andere Fische seiner Größe keine Chance hätten. Bis zu 24 Stunden können Arapaimas dank dieser Besonderheit ohne Wasser auskommen.

Die Laichzeit des Arapaima liegt im April und Mai. Die Fische werden im Alter von 4 bis 5 Jahren geschlechtsreich und legen Nester von bis zu einem halben Meter Durchmesser an. Beide Elternteile bewachen sowohl die bis zu 100.000 Eier als auch die Jungfische.

Überfischung brachte den Arapaima an den Rand des Aussterbens

Der Arapaima gilt unter Einheimischen als exzellenter Speisefisch. Sein Fleisch schmeckt hervorragend und ist nahezu frei von Gräten. Es ist auffallend rot gefärbt, woher auch sein Name herrührt. „Arapaima“ bedeutet in den Tupí-Guaraní-Sprachen „Roter Fisch“. Andere Namen sind „Pirarucu“ und „Paiche“.

Die Bestände des Arapaima sind durch Überfischung stark zurückgegangen. Dennoch führt der IUCN ihn nicht in der Roten Liste der gefährdeten Arten, da keine ausreichenden Zahlen vorliegen. Neben der Überfischung gehört die Verschmutzung der Gewässer zu den größten Faktoren für den Rückgang der Bestände.

In Peru gilt ein 10-jähriges Fangverbot im Naturschutzgebiet Imiria, nur die indigene Bevölkerung ist davon ausgenommen. Diese und weitere Maßnahmen zum Schutz der Fische haben bereits große Erfolge gezeigt. Gab es im Jahr 1999 nur noch eine kleine Population von 2.500 Fischen, ist diese bis 2017 wieder auf über 170.000 Exemplare angewachsen.

Ein Traumfisch vieler Angler

Der Arapaima ist der Traumfisch vieler Angler, die nach Südamerika kommen. Als besonders großer und kampfstarker Fisch empfiehlt es sich natürlich, entsprechend schweres Gerät zu verwenden. Spinnruten mit einem Wurfgewicht von 300 Gramm und widerstandsfähige Multirollen sind eine gute Wahl, um sich dieser Herausforderung zu stellen.

Angeln in Thailand: Arapaimas gehören zu den größten Süßwasserfischen der Welt. Sie können über zwei Meter lang werden und entwickeln eine enorme Kampfkraft, die einen Drill mehrere Stunden dauern lassen können. Foto: O. Portrat

Bild: O. Portrat

Arapaimas gehören zu den größten Süßwasserfischen der Welt. Sie können über zwei Meter lang werden und entwickeln eine enorme Kampfkraft, die einen Drill mehrere Stunden dauern lassen können.

Doch selbst, wenn ein Arapaima gelandet ist, sollte man seine Kraft keineswegs unterschätzen! Der Fisch hat Angler schon buchstäblich „umgehauen“. Das passierte einem britischen Angler vor einigen Jahren. Der Mann versuchte, den Fisch festzuhalten – und musste einen schweren Schlag mit der Schwanzflosse ins Gesicht einstecken.

Jemand, der sich mit dem Arapaima bestens auskennt, ist Jakub Vágner aus Tschechien. Im BLINKER 07/2022 findest Du ein umfangreiches Interview. Neben dem Angeln auf den Arapaima hat er noch viele weitere Geschichten über sein Leben als „Extrem-Angler“ zu erzählen. Hier geht es zur Ausgabe!


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