Beim Brandungsangeln geht es meist um Weite – und dafür muss das Plattfisch Vorfach passen. Denn gerade am Tage, oder bei ruhigem Wetter sind oft hohe Wurfweiten nötig. Beim Angeln von Molen oder Stegen wiederum finden wir die Fische häufig näher vor den Füßen, dann sind sogar Finesse-Spielereien wie das Carolina-Rig eine spaßige Option zum Plattfischfang!
Plattfisch Vorfach: Die wichtigsten Montagen im Überblick
Einfach und gut – die klassische Variante

Bild: K&K/H. Dänekas
Das Standart-Plattfisch Vorfach kommt ohne viel Schnickschnack aus – perfekt für kürzere Wurfdistanzen.
Die klassische Plattfisch-Vorfach-Variante kann eigentlich fast überall eingesetzt werden: Nord-, Ostsee oder auch Norwegen. Dieses Plattfisch Vorfach kommt ohne viel Schnickschnack und auch ohne spezielle Bauteile aus. Es besteht aus ca. 0,60-0,80er Monofil für den Hauptteil der Montage und zwei Mundschnüren aus ca. 0,35–0,40mm dicker Mono. Die Hakengröße richtet sich vor allem nach dem Köder. Für einen einzelnen Watt- oder Seeringelwurm reicht Hakengröße 4-1, für 2 Würmer etwa 1/0-4/0. Wahlweise können Heringsfetzen oder Garnelen als Köder verwendet werden. Die Seitenarme werden entweder mit einem einfachen Seitenarmknoten befestigt, oder für mehr Flexibilität mit einem Wirbel.
Die untere Mundschnur läuft als langer Nachläufer hinter dem Blei, die obere sitzt kurz davor. Beim Binden muss nur darauf geachtet werden, dass sich die beiden Mundschnüre nicht ineinander verfangen können, indem man den richtigen Abstand wählt. Übliche Maße sind eine Gesamtlänge von etwa 100 cm, eine untere Mundschnur von 40 cm, und eine obere von 25 cm. Kleine bunte oder selbstleuchtende Perlen von ca. 6 mm Durchmesser bilden einen verführerischen Zusatzreiz vor dem Köder.
Bis zum Horizont: Das Weitwurf-Standardvorfach
Für besonders große Distanzen empfiehlt sich ein Weitwurf-Standardvorfach. Um den Luftwiderstand möglichst gering zu halten, kommt hierbei nur ein einzelner beköderter Haken zum Einsatz und auch auf übermäßige Deko vor dem Haken wird aus Gründen der Aerodynamik verzichetet. Ein langer Nachläufer wird mit einem Baitclip während des Wurfes fixiert, sodass extrem weite Würfe möglich sind.

Bild: Kutter & Küste
Das kurze Vorfach (70 cm) mit nur einer Anbissstelle über dem Blei ermöglicht Würfe weit über 100 Meter.
Auch bei diesem Weitwurf-Vorfach kann man übliche Schnurstärken von 0,60-0,80mm für den Hauptteil und ca. 0,35–0,40mm für die Mundschnur verwenden. Bei der Mundschnur passt eine Länge von ca. 50 cm. Der passende Haken ist zum Beispiel ein geschränkter 1/0er, und eine auftreibende Perle unterstützt als zusätzlicher Reiz. Das Vorfach bleibt beim Wurf stabil und punktet immer dann, wenn die Fische weit draußen stehen. Auch ist es ideal, wenn mit zwei Ruten gefischt wird.
Extratipp: Bait Clips mit Impact-Shields bieten zusätzlichen Köderschutz (besonders wichtig etwa bei weichen Wattwürmern) und stabilisieren das Rig in der Luft.

Bild: W. Krause
Impact-Shield: Der Haken wird einfach beim Auswerfen mitsamt Köder in den Clip eingehängt. Beim Auftreffen auf dem Wasser klinkt sich der Köder wieder aus. Der „Teller“ (Impact Shield) schützt den Köder.
Finesse-Technik: Carolina-Rig für Platten
Das Carolina Rig bringt man eigentlich viel mehr mit dem Barsch in Verbindung als mit Plattfischen. Doch auf Nahdistanz ist es auch für die flachen Gesellen eine super Montage. Das C-Rig setzt auf Glasperlen und Bullet Weights: Beim aktiven Einholen entstehen durch das Zusammenprallen von Kugel und Blei gut wahrnehmbare Geräusche, die Plattfische anlocken und neugierig machen.

Bild: Mats Korth
Ungewöhnlich aber super fängig: mit dem Carolina Rig gezielt auf Plattfisch.
Ein Carolina Rig führt den Köder verführerisch am Grund entlang und eignet sich nicht nur für Klieschen und Flundern, sondern auch mit frischen Sandaalen beködert für Steinbutt. Kunstköder wie Gummiwürmer, sind an Tagen, wenn die Fische aktiv sind, ebenso fängig. Die optimale Vorfachlänge beträgt maximal 50 cm, und es wird am besten aus FC oder Mono mit ca. 0,30–0,40mm Durchmesser gebunden. Bei den Haken passt ca. Größe 1/0 – entweder Offset oder klassisch.

Bild: Mats Korth
Kann nicht nur Barsch: Eine schöne Platte hat sich den künstlichen Wattwurm am Carolina-Rig geschnappt.
Das Doppelhaken-Vorfach für Brandung und Mole
Viele Brandungsangler bevorzugen Systeme mit zwei kurzen Anbissstellen. Denn hier kommt das beste aus zwei Welten zusammen: gute Weitwurfeigenschaften, und dennoch zwei Köder im Wasser. Dadurch, dass die Köder hier weiter vom Grund entfernt sind, spielen sie verführerisch im Wasser. Verwicklungen werden von 2 einfachen Drahtarm-Abstandshaltern zuverlässig verhindert. Meist werden hier etwas filigranere Komponenten eingesetzt: Die Mundschnüre bestehen aus 0,30er Monofil mit Butthaken der Größe 4–1.

Bild: Kutter&Küste
Das Molenvorfach wird mit 2 Drahtarm-Abstandshaltern und kurzen Mundschnüren gebunden.
Das Sbiro-Vorfach: Mehr als nur für Forelle!
Nicht nur am Angelsee kann man mit dem Sbirolino punkten, auch beim Plattfischangeln sind die Wurfgewichte super praktisch! Vom Boot ist das Plattfisch-Vorfach mit Sbirolino ebenso voll in seinem Element.
So wird die Sbiro-Montage gebaut: Das Wurfgewicht ist ein sinkender Sbirolino, dem ein langes Vorfach aus 0,30–0,40er Monofile (Je nach Rutenlänge sind bis zu 4,5m drin!) folgt. Der verhältnismäßig leichte Sbirolino ermöglicht lange Absinkphasen und ein lebhaftes Köderspiel in Grundnähe. Als Köder kommen zum Beispiel Gummiköder (wie Twister), Würmer oder auch Fischfetzen zum Einsatz. Die Sbirolino-Montage erlaubt natürlich nicht so große Wurfweiten wie eine schwere Brandungsmontage, punktet aber umso mehr auf nahe Distanz.

Bild: S. Rose
Um Abrisse beim Auswerfen zu vermeiden und die Hauptschnur zu schonen, kann das Sbirolino gut auf ein kurzes Stück dickere Monoschnur aufgezogen werden.
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