Buttlöffel: Diese Montage fängt sie alle!

Plattfische gönnen sich gegenseitig gar nichts. Viele Montagen nutzen den Futterneid von Flunder und Co. bereits – allen voran der Buttlöffel. Die hier vorgestellte Variante treibt das Spiel mit der Gier auf die Spitze.

Der Buttlöffel ist eine Bank in Sachen Plattfisch und bei Naturköderfans schwer angesagt

Bild: Blinker/SM

Der Buttlöffel ist eine Bank in Sachen Plattfisch und bei Naturköderfans schwer angesagt.

Ein Buttlöffel imitiert einen kleinen Plattfisch, der, wenn wir ihn langsam einkurbeln oder zupfen, nahe an einem Wattwurm schwimmt – in dem dann unser Haken ist. Die realen Artgenossen des Metallbutts schnappen ihm dem Wurm quasi vor der Nase weg und landen in unserer Fischkiste – Missgunst, die zum Schicksal wird.

Die räumliche Nähe von Buttlöffel und Wurm reicht aus, um den Neid zu nutzen und Plattfische zu fangen – obwohl der Buttlöffel bei Drift oder beim Einholen ja eigentlich vom Wurm wegschwimmt. Ein kurzer Seitenarm oberhalb des Löffels, den einige Buttlöffelfischer mittlerweile einknoten, dreht den Spieß um. Der Metallflachmann schwimmt nun zusätzlich auf einen Wurm zu. An heiklen Tagen ist das schon sehr erfolgreich und verführt so manchen beißunwilligen Nachläufer doch noch – und obendrauf gibt es immer mal wieder eine Dublette.

Buttlöffel: Mehr Freiheit für den Seitenarm

Der „Flounder-Dubletten-Lifter“ bringt noch eine zusätzliche Dynamik in das Prinzip des oberen Seitenarms. Er wird nicht fest eingebunden, sondern freilaufend mit einer Perle mit Kreuzbohrung (Cross Bead, gesprochen „Kross Biet“) oberhalb des Buttlöffels montiert. Der Kniff: Eine Auftriebsperle darunter sorgt dafür, dass der Wurm mal vom Locklöffel wegschwimmt und dann wieder schießt der Buttlöffel auf den Wurm zu. Ein Moment, dem Plattfische nur sehr schwer widerstehen können.

Beim ersten Testfischen im letzten Hochsommer – durch die warmen Wassertemperaturen keine ausgemachte Saison für tolle Fänge von Scholle und Flunder – bissen fast alle Fische genau in diesem auslösenden Moment  Unser Gastgeber „Schollenbrandi“, hatte mäßige Fänge vorhergesagt – am Ende lagen mit 22 Flundern und Klieschen einer der besten Jahresfänge in der Fischkiste.

Den Original Flounder-Dubletten-­Lifter, der von unserem Autoren Martin Liebetanz-Vahldiek entwickelt wurde, findet man auch fix und fertig im Fachhandel.

Bild: Blinker/Martin Liebetanz-Vahldiek

Den Original Flounder-Dubletten-­Lifter, der von unserem Autoren Martin Liebetanz-Vahldiek entwickelt wurde, findet man auch fix und fertig im Fachhandel.

Wattwurm im Fahrstuhl

Durch die Auftriebsperle, die etwa einen Zentimeter Durchmesser haben sollte, um ausreichend Auftrieb zu haben, geraten Wurm und Haken in eine Art Fahrstuhl. Nach Anheben der Montage mit der Rute sinkt der Buttlöffel wieder zurück zum Sand, der Seitenarm verweilt darüber und schwebt über Grund. Wie weit über Grund, reguliert ein Gummistopper als oberer Abschluss der Montage.

Wird nun eingekurbelt, nähert sich der Löffel dem Wurm wieder. Das bringt die umliegenden Butte richtig in Rage und sie versuchen im letzten Moment noch, an „ihren“ Wurm zu kommen. Ein Gummistopper als unterer Abschluss sorgt dafür, dass der Wurm ganz genau vor dem eisernen Plattfisch taumelt. Nach einem Fang rutscht dieser natürlich runter und muss vorm Auswurf neu positioniert werden. Der Seitenarm sollte einen Schnurdurchmesser von 0,45 Millimeter haben, damit dieser stabil absteht.

Aufbau des Dubletten-Lifters.

Bild: Blinker/JTSV

Aufbau des Dubletten-Lifters.

Buttlöffel aufhübschen nicht nötig

Für den Haken unterhalb des Löffels gilt: Richtig ist was fängt! Gelb, Rot, Grün, Pink, Perlmutt – den Farbvarianten sind keine Grenzen gesetzt. Spinnerblätter sorgen für zusätzliche Reize. Beim Butt-Lift-­Haken sollte auf Perlen verzichtet werden. Diese behindern nur das freie Auf und Ab des kurzen Seitenarms.

Als Köder kommen wie gewohnt Wattwürmer oder Seeringelwürmer zum Einsatz. Allerdings liegen durch die Tagesfangbegrenzung für Dorsch künstliche Köder für Kliesche und Kollegen voll im Trend. Klar, denn niemand weiß, wie schnell fünf Dorsche gefangen sind oder ob überhaupt. Geht’s mal schnell, sind Plattfische der Plan B.

Bei jeder Ausfahrt Wattwürmer an Bord zu haben, ohne zu wissen, ob diese benötigt werden, ist aufwändig und belastet zudem auch möglicherweise unnötig den Geldbeutel. Würmer aus Gummi und sogar Fell und Federn passen jedoch in jede Köderbox.

Herzstück des ­Dubletten-Lifters ist der obere, frei laufende Seitenarm.

Bild: Blinker/Martin Liebetanz-Vahldiek

Herzstück des ­Dubletten-Lifters ist der obere, frei laufende Seitenarm.

Klassische Buttlöffel-Montage

Löffel’ Dir ’nen Butt!Bei einer Plattfisch-Tour auf der Ostsee ist der fast schon legendäre Buttlöffel ein absolutes Muss. Ob man den Köder mit einem schweren Birnenblei zum Grund bringt oder mit einem Buttlöffel, kann im Fangerfolg ziemlich drastische Unterschiede ausmachen. Denn während das graue Blei ziemlich langweilig über den Grund schlurt, hüpft, springt und blinkt der Buttlöffel durch seine spezielle Form und die Führung und weckt so die Aufmerksamkeit der Platten.

Voraussetzung, um mit dem Buttlöffel zu punkten, ist hindernisfreier Grund. Über Sand-, Lehm- oder Kies geht das prima, während es bei größeren Steinen oder Kraut schnell Hänger gibt. Als natürliche Köder haben sich vor allem Watt- und Seeringelwürmer etabliert.

Buttlöffel plus „Glitzerkram“ wie ein Spinnerblatt vor dem Haken macht die Montage noch fängiger.

Bild: Blinker/S.Rose

Buttlöffel plus „Glitzerkram“ wie ein Spinnerblatt vor dem Haken macht die Montage noch fängiger.

Das richtige Gerät zum Angeln mit Buttlöffel

Größe und Gewicht des Buttlöffels richten sich nach dem Angelplatz. Wenn es vom Ufer mit einer langen kräftigen Federrute auf Beutezug geht, reichen meist Löffel zwischen 40 und 60 Gramm aus. Die lassen sich an einer 4000er Stationärrolle mit 10er geflochtenen Hauptschnur und einem kurzen 40er Monovorfach weit auswerfen und langsam mit kurzen Stopps über den Grund zupfen.

Vom Kleinboot oder Kutter aus sind Strömung und Wind bei der Gewichtswahl entscheidend. Je nach Drift des Bootes werden Löffel zwischen 60 und 170 Gramm eingesetzt, immer so, dass gerade noch Grundkontakt gehalten werden kann, denn dann spielt der Buttlöffel am besten. Ruten um die 3 Meter mit kräftigem Rückgrat und feiner Spitze in Kombi mit 4000 bis 5000er Stationärrollen oder kleinen Multis, gefüllt mit 12er Geflochtener eignen sich gut. Das maximal 25 Zentimeter lange 40er Monovorfach kann vor dem Haken mit Lockperlen und einem Spinnerblatt zusätzliche Reize schaffen.

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