Es ist offiziell: Im Tanaälv (Tana), einem der berühmtesten Lachsflüsse der Welt an der Grenze zwischen Finnland und Norwegen, wird es auch in diesem Sommer kein Lachsangeln geben. Wie die Behörden beider Länder mitteilten, sind die Lachsbestände nach wie vor viel zu schwach, um eine Freigabe der Fischerei zu rechtfertigen.
Die Entscheidung basiert auf den Verhandlungen zum Fischereireglement für den Grenzflussabschnitt des Tana. Da sich die Parteien im vergangenen Jahr nicht auf neue Bedingungen einigen konnten, gelten die strengen Regeln der Fischereiordnung von 2024 unverändert weiter.
Lachsbestände weiterhin in der niedrigsten Statusklasse
Nach Angaben des finnischen Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft ist die Situation für den Atlantischen Lachs nach wie vor kritisch. Zwar gibt es im Vergleich zum historischen Tiefpunkt im Jahr 2024 leichte Verbesserungen, doch die Laichbestände sind extrem schwach. Alle untersuchten Bestände werden derzeit in die niedrigste Statusklasse eingestuft.
„Gemäß der Fischereiordnung für den Grenzabschnitt des Tanaälv richten sich die Möglichkeiten für das Lachsangeln streng nach dem Zustand der Bestände in den Nebenflüssen“, erklärt Tapio Hakaste, beratender Beamter im finnischen Ministerium für Land- und Forstwirtschaft. „Die finnischen und norwegischen Behörden mussten leider feststellen, dass die Voraussetzungen für eine Eröffnung der Lachs-Saison aktuell nicht gegeben sind.“
Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt jedoch: Die Wissenschaftler registrieren eine steigende Zahl von Junglachsen (Smolts), die aus dem Meer in den Fluss zurückkehren. Dies macht Hoffnung auf eine langfristige Erholung des Reviers.
Angeln auf andere Fischarten bleibt erlaubt
Trotz des strikten Lachsverbots müssen Angler die Region nicht komplett meiden. Die Fischerei auf andere Arten im Tana ist weiterhin gestattet. Touristen haben die Möglichkeit, spezielle Angelkarten zu erwerben, um mit leichter Fliegenfischerausrüstung auf Arten wie Äschen, Forellen oder Meerforellen zu fischen.
Experten-Tipp von Michael Werner
„Machen wir uns nichts vor: Die Nachricht schlägt ein wie eine Abrissbirne in eine Fischtreppe! Der Tana war mal die absolute Traumadresse für Lachsangler. Aber die Natur ist in Not, das Verbot daher richtig. Mein Tipp für alle, die den Tana für diesen Sommer schon gebucht haben: Packt die leichte Bachrute und die feinen Trockenfliegen ein! Das Fischen auf kapitale Äschen und kampfstarke Forellen mit leichtem Gerät im Tana ist absolute Spitzenklasse und tröstet zumindest ein bisschen über die Lachssituation hinweg.
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