Magnetfischen: Gezieltes Angeln auf Metallschrott

Magnetfischer sind nicht auf Fisch aus, sondern auf alten Metallmüll. Das gibt es zu wissen über den neuen Trend Magnetfischen.

Der Schaufelarm eines Spielzeugbaggers? Angler verbinden mit diesem Schrott wohl am ehesten verlorene Haken, doch beim Magnetfischen freut man sich über so einen Fang. Foto: AngelWoche / R. Schwarzer

Bild: R. Schwarzer

Der Schaufelarm eines Spielzeugbaggers? Angler verbinden mit diesem Schrott wohl am ehesten verlorene Haken, doch beim Magnetfischen freut man sich über so einen Fang.

Seit einigen Monaten zieht sich ein sonderbarer Trend entlang der deutschen Gewässern: Magnetfischen heißt der neue Sport. Statt mit der Rute stehen Menschen mit einem stabilen Seil am Wasser, an dessen Ende weder Blinker noch Haken befestigt sind, sondern ein starker Magnet. Damit ziehen sie auch keine Fische aus dem Wasser, sondern Schrott – und zwar jede Menge davon.

Mit dem Magnetfischen anzufangen ist denkbar einfach. Es braucht nur einen starken Magneten, den man online bereits für 20 Euro bekommt, eine Öse, die man am Magneten festmachen kann, und ein reißfestes Seil. Schon kann es losgehen. Die „Beute“ sind dann meist Münzen, Schrauben, Fahrräder oder Einkaufswagen. All diese Dinge, an denen so mancher Angler schon den einen oder anderen Köder verloren hat, sind die Schätze dieser Magnetfischer.

Magnetfischen ist eine rechtliche Grauzone

Aber man muss aufpassen, denn ganz erlaubt ist dieses Hobby nicht. Bundesweit gibt es kein Verbot für das Magnetfischen, aber jedes Bundesland regelt dieses Thema anders. In Hamburg zum Beispiel ist das Magnetfischen als eine „Sondernutzung“ klassifiziert, ähnlich wie das Fischen. Daher ist das Magnetfischen in Hamburg genehmigungspflichtig. Außerdem braucht es für die Entnahme von Gegenständen eine Erlaubnis des Gewässereigentümers. Das kann ein durchaus bürokratischer Prozess sein, und dieser Aufwand ist es einigen Magnetfischern dann doch nicht wert.

Hauptgründe für diese Regelungen ist demnach auch der Naturschutz; ein Thema, mit dem man als Angler meist vertraut ist. Laien jedoch sind die Regeln nicht immer ganz klar. Magnetangler sind daher angehalten, sich vor ihrer Unternehmung beim lokalen Angelverein zu erkundigen. Aber das ist nicht der einzige Grund.

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Dieses Hobby kann auch gefährlich sein

Was so in einem Teich oder Fluss seit Jahrzehnten schlummert, kann an Land wirklich gefährlich werden. So ist es nicht unüblich, dass Magnetfischer Munition oder sogar Sprengsätze aus den Weltkriegen hervorholen. Manche Magnetangler sind allerdings gerade auf solche Funde aus. Doch Vorsicht: Solche Funde mitzunehmen, ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit hohen Bußgeldern bestraft werden kann. Man ist also dazu angehalten, bei solchen Fängen, die Polizei zu informieren.

 

Umweltschutz motiviert zum Magnetfischen

Der Gedanke, beim Magnetangeln einen Schatz zu finden, ist wahrscheinlich immer irgendwo dabei. Aber die meisten Angler treibt wohl eher die Neugier und der Nervenkitzel. Man kann nie wissen, was am magnetischen Haken hängt, bis man es aus dem Wasser gezogen hat. Viele betreiben das Hobby auch einfach nur aus dem Gedanken des Umweltschutzes, da sie mit ihren Magneten Müll aus dem Wasser ziehen wollen, den andere schon lange vergessen haben.

Quelle: hamburg.de, magnetfischen.info, kreisbote.de

Die neuesten Kommentare

02.08.2021 15:40:27
Wichtig zu erwähnen wäre gewesen, das bei Munition und Sprengsätzen, die mitgenommen werden ein Verstoß gegen das Waffengesetz bzw. sogar gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vorliegt.Solche Verstöße sind eben keine Ordnungswidrigkeit, sondern Straftatbestände.Dann hat man schon schnell einmal eine Vorstrafe.Grüße
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