Fischereigesetz in Hamburg: Senat fördert Anglerschaft

Hamburg setzt ein positives Zeichen für alle Angler. Neben einer Förderung für Meerforellen-Besatzmaßnahmen in der Alster sowie eine zentrale Anlaufstelle für Angler soll auch das Fischereigesetz in Hamburg überarbeitet werden.

Eine Novellierung des Fischereigesetz in Hamburg würde vor allem den Zandern zu Gute kommen. Foto: AW

Eine Novellierung des Fischereigesetz in Hamburg würde vor allem den Zandern zu Gute kommen. Foto: AW

In Hamburg bewegt sich etwas! Am Montag, den 27. August 2018 kam Wirtschaftssenator Frank Horch gemeinsam mit dem Vertreter der Fischereibehörde Martin Liebetanz-Vahldiek, sowie BLINKER-Chefredakteur Lars Berding zu Besuch an die Wohldorfer Schleuse der Alster, um dort das Projekt „Ansiedlung der Meerforelle in der Alster“ vom Angelverein Alster zu begutachten. Gewässerwart Frank Schlichting von der AngelWoche hat dort mittels Elektrofischerei eine Kontrollbefischung durchgeführt. Das Ziel war es, eine aus dem Meer aufgestiegene Meerforelle nachzuweisen. Denn Frank Schlichting besetzt seit zehn Jahren kleine Nebenbächen der Alster mit winziger Forellenbrut. Diese Fische sollen dann bei einer Länge von etwa 20 Zentimeter in die Nordsee wandern, um dann bei einer Länge von etwa 60 Zentimeter als laichbereite Fische wieder in die Alster zurückzukehren.

Senator Frank Horch lässt es sich nicht nehmen, bei der Kontrollbefischung auf dem Boot dabei zu sein. Foto: BLINKER/J. Radtke

Senator Frank Horch lässt es sich nicht nehmen, bei der Kontrollbefischung auf dem Boot dabei zu sein. Foto: BLINKER/J. Radtke

Meerforellen bis 20 Zentimeter Länge wurden schon viele in der Alster gefangen, aber bisher noch nie eine aufgestiegene Meerforelle. Und solch ein Fisch war das Ziel dieser Befischung. Eine Meerforelle kam leider nicht zum Vorschein, aber dafür diverse Quappen, Hasel, Grundlinge und sogar Bitterlinge. „Das Ziel unserer Kontrollbefischung war der Fang einer aus dem Meer aufgestiegenen Meerforelle. Wenn es geglückt wäre, hätte man meinen Freudenschrei bis zum Rathaus gehört“, so Frank Schlichting.

Finanziert wurde das Projekt bisher aus Vereinsbeiträgen des AV Alster. Das soll sich nun ändern! Martin Liebetanz-Vahldiek von der Fischereibehörde Hamburg kündigte an, dass dieses Projekt zukünftig aus den Einnahmen der Fischereiabgabe gefördert werden soll.

Von links nach rechts: Martin Liebetanz-Vahldiek, Senator Frank Horch, Gewässerwart Frank Schlichting und BLINKER Chefredakteur Lars Berding. Foto: BLINKER/J. Radtke

Von links nach rechts: Martin Liebetanz-Vahldiek, Senator Frank Horch, Gewässerwart Frank Schlichting und BLINKER Chefredakteur Lars Berding. Foto: BLINKER/J. Radtke

Änderung des Fischereigesetz in Hamburg

Neben der Förderung des Meerforellen-Projektes in der Alster gibt es weitere positive Entwicklungen. Senat und Fischereibehörde haben gemeinsam einen neuen Gesetzesentwurf des Fischereigesetzes formuliert. Bei der Entwicklung der Eckpfeiler des Entwurfes wurden Angelvereine, der Landesverband, Fischer und viele weitere Beteiligte mit einbezogen. In diesen Vorschlag wurden neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und die wirtschaftliche sowie soziale Relevanz der Angelei mit einbezogen. Besonders interessant für Angler dürfte dabei sein, dass nach dem Entwurf in Hamburg eine sogenanntes „Entnahmefenster“ eingeführt werden soll – Ein Konzept, welches laut Fischereiforschung für eine nachhaltige Bewirtschaftung von Fischbeständen wesentlich sinnvoller ist, als ein Mindestmaß allein.

In einigen Gewässern wird dieses Instrument bereits seit einiger Zeit mit großen Erfolg eingesetzt. Dabei sollen zu kleine aber auch große Fische wieder in ihr Element zurückgesetzt werden – ohne dass dies strafrechtlich verfolgt werden kann. Zudem will das geplante Gesetz das freie Angeln im Hamburger Hafen durch zahlreiche Regulierungen und Erleichterungen weiterhin schützen und unterstützen. Insgesamt wird der Angelei durch den Entwurf deutlich mehr Bedeutung zugemessen – im positiven Sinne. Nach Informationen aus der BLINKER-Redaktion könnte der neue Entwurf sogar schon vor der nächsten Zanderschonzeit in Kraft treten.

Chefredakteur Lars Berding äußert sich folgendermaßen: „Hamburg und Angeln gehören zusammen! Die Hansestadt zeigt eindrücklich, dass Angler, Politik und Verbände Hand in Hand viel erreichen können. Die Novellierung des Fischereigesetzes, ein Angler-Infozentrum und ein Senator, der erkannt hat, dass 120.000 Angler keine Randgruppe sind – hoffentlich ein Vorbild für andere Bundesländer!“

Bereits Anfang 2017 wurde die Zanderschonzeit zum Schutz der Fischbestände massiv geändert. Auch diese Änderung beruht auf dem engagierten Einsatz von Martin Liebetanz-Vahldiek. Nun würde ein weiteres positives Zeichen in der Hansestadt mit einer möglichen Einführung eines „Entnahmefenster“ gesetzt. Wenn dieses neue Gesetzt verabschiedet werden sollte, könnte dies auch ein Zeichen für andere Bundesländer sein, die im besten Fall nachziehen und ihr Fischereigesetz anpassen. Sobald eine Entscheidung über den Antrag zur Änderung des Fischereigesetzes vorliegt, werden wir Euch hier informieren.

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Zusammenlegung der Fischerreibehörden, behindertengerechter Angelplatz und Angelbroschüre

Derzeit gibt es unterschiedliche Anlaufstellen für die mehr als 120.000 Angler in Hamburg. Das soll sich zukünftig ändern. Dafür soll in der Billwerder-Bucht ein Gebäude für alle Anliegen rund um die Fischerei in Hamburg bezogen werden. Dort können dann zum Beispiel wichtigen Sachen rund um den Fischereischein geklärt, Bootsangelkarten ausgestellt, Fischereiprüfungen sowie Informationen rund um das Angeln in Hamburg eingeholt werden. So hätten Angeltouristen eine zentrale Anlaufstele, wo sie alle ihre Anliegen klären könnten. Wann das Gebäude bezogen wird, steht noch nicht fest.

„Das Freizeitangeln ist heute die ökonomisch bedeutsamste Art der Fischerei in Hamburg. Das Freizeitangeln hat zudem wertvolle sozial und ökologische Aspekte. Beim Angeln können insbesondere Jugendliche in einer Großstadt die Begrenztheit ökologischer Ressourcen lernen.“, so Senator Frank Horch.

Außerdem wird der erste offiziell behindertengerechte Angelplatz am Hohendeicher See, im Stadtteil Ochsenwerder, errichtet. Es ist der erste Angelplatz für Angler mit Behinderungen, der im Stadtgebiet gebaut wird. Finanziert wird dieser aus den Einnahmen der Fischereiabgaben. Zudem können sich Angler zukünftig in einer ausführlichen Broschüre der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation in Hamburg über das Angeln in der Hansestadt informieren. Diese werden zukünftig in Angelfachgeschäften, Fischereibehörden und Touristen-Zentren ausliegen und können kostenlos mitgenommen werden.

Die Broschüre "Angeln in Hamburg" umfasst 39 Seiten und informiert Angler über die wichtigsten Fakten rund um das Angeln in der Hansestadt.

Die Broschüre „Angeln in Hamburg“ umfasst 39 Seiten und informiert Angler über die wichtigsten Fakten rund um das Angeln in der Hansestadt.

 

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