Steganlagen sind weit mehr als Liegeplätze für Boote. Unter Wasser entstehen hier Lebensräume, die sich im Frühsommer besonders schnell entwickeln. Zwischen Pfählen und Booten sammeln sich Nahrung und Kleinfische, während Licht und Schatten ideale Jagdbedingungen schaffen. Kein Wunder also, dass Barsche diese Plätze jetzt regelmäßig aufsuchen.
Pintail fängt sie ALLE!
DER Stegbarsch-Köder No. 1 ist für mich ein No-Action-Shad. Im besten Fall ein Pintail. Wenn man diesen schwerelos oder mit ganz wenig Gewicht angelt, sieht er aus wie ein kleiner lebender Fisch. Man kann ihn langsam angeln, aber zackig beschleunigen. Und das ist oft genau der Move, der die Barsche triggert.

Bild: Dietel
Die Köder hier im Detail. Auffällig ist die unauffällige Anköderung direkt am Hakenöhr, ohne Snap oder Wirbel.
Ich angle die Sticks gern am superleichten Jigkopf (ca. 1 g) oder mit einem kleinen Nailsinker (0,3 bis 0,9 g). Die Köder werden unter stetigem Zupfen eingekurbelt (Midstrolling), langsam gekurbelt oder getwitcht – je nachdem, was die Barsche sehen wollen. Beide Montagen kann man auch sehr gut unter die Stege skippen oder zwischen Boote feuern, wo die Barsche auf ihre Beute lauern.
Licht-Schatten-Strategie an Steganlagen
Merke: Der Barsch kommt gerne aus dem Schatten! Denn vom Dunkeln ins Helle sieht man auch als Fisch besser als anders herum. An Stegen geht es also immer darum, die Barsche aus dem Schatten zu locken bzw. sie im Schatten anzuangeln. Je nach Sonnenstand gibt’s also gute Stegseiten und schlechte. Auch Boote werfen nur zu einer Seite einen Schatten. Das sind die ganz heißen Zonen. Hier müssen unsere Köder als erstes hinfliegen. Je näher wir an die Fische herankommen mit unserem Köder, desto größer die Wahrscheinlichkeit auf einen Biss. Gute Würfe liefern oft die besten Fische.

Bild: Dietel
Oben im Boot döst der Angler und unter ihm fühlen sich die Barsche im Schatten sicher.

Bild: Dietel
Und wieder ein top Steg-Barsch! Die Sache funktioniert in diesem kleinen Yachthafen sehr gut.
Feines Gerät für präzises Angeln
Steganlangen ziehen nicht nur Fische, sondern auch Angler an. Der Angeldruck ist oft beträchtlch. Bedeutet: Die Fische kennen das Spiel. Heißt: Wer zu dick angelt, wird ausgeschlossen aus dem Barsch-Game. Außerdem operieren wir ja auch mit absoluten Leichtgewichten. Diese spielen am Finesse-Gerät einfach besser. Ruten mit 5 bis maximal 10 g Wurfgewicht liefern die nötige Kontrolle für präzise Würfe und feine Präsentation. Dazu kommen dünne Geflechte (maximal 0,10er), feine Vorfächer (maximal 0,20er) und feine, scharfe Haken. Auf Einhänger verzichte ich komplett.
Fairplay an der Steganlage
So verlockend die Spots auch sind – wir sind zu Gast hier. Die Bootsbesitzer lieben ihre Boote genauso wie wir unser Tackle, und das sollte man respektieren. Deshalb lieber auf Köder mit Drillingen verzichten – die hängen schneller im Boot als im Fisch. Mit dem Softbait und Einzelhaken bist Du deutlich sicherer unterwegs. Gerade bei Wind gilt: Erstmal defensiv werfen und den Versatz durch die Böen einberechnen in die Flugbahn. So gibt’s dann auch keinen Ärger im Hafen. Am Ende wollen wir Wasserratten ja alle alles, aber bloß keinen Stress. Ok: Ich revidiere. So ein bisschen Stegbarsch-Stress wollen manche Wassersportler schon …

Bild: Dietel
Und da ist auch schon der „Steg-Barsch“! Ein guter Fisch und bestimmt nicht der letzte.
Weitere Tipps und Tricks zum Thema Barsch auch auf: www.barsch-alarm.de
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