Gummiköder sind und bleiben die erfolgreichsten Köder auf Zander. Aber welche Gummifische eignen sich am besten? Welche Jigköpfe funktionieren auf Zander besonders gut? Und wie sollten die Köder geführt werden? Alles zum Einstieg ins Zanderangeln lesen Sie hier.
Inhalt: Zander mit Gummifisch
- Der perfekte Gummifisch für Zander
- Welcher Jigkopf ist der beste zum Zanderangeln?
- Wie zieht man einen Gummifisch richtig auf?
- Ist ein Stinger beim Zanderangeln erforderlich?
- Welche Schnur zum Zanderangeln?
- Wie wird ein Gummifisch montiert und eingehängt?
- So wird der Gummifisch richtig geführt
- Die perfekte Rute zum Gummifischangeln auf Zander
- Die richtige Rolle für Zander mit Gummis
- Hotspots: Wo beißen Zander am besten auf Gummifisch?

Bild: [M] Joshua Zettelmeier für den BLINKER; verw. Bilder: JP Danko/Stocksy/Adobe Stock; BLINKER; telletic
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Wie sieht der perfekte Gummifisch für Zander aus?
Wie lang sollte der Gummifisch zum Zanderangeln sein?
Die perfekte Länge für einen Gummifisch zum Angeln auf Zander liegt bei etwa 12 cm. Diese Größe ist nachweislich so gut wie immer fängig, so dass man damit absolut nichts falsch macht. Es gibt sicherlich auch Tage oder Phasen, wo die Gummis auch etwas kleiner oder größer sein dürfen. Kleiner als 10 cm sollten sie aber nicht sein. Stattdessen favorisieren manche Zanderangler sogar eher längere Gummis von 14 oder teileweise sogar 16 cm.

Bild: Schlichting
Die ideale Länge für Gummifische zum Zanderangeln liegt bei 10 bis 17 cm.
Welche Form fängt?
Von dünn und schlank bis hochrückig gibt es ganz unterschiedliche Gummifisch-Formen. Entscheidend ist, dass sich mit allen diesen so genannten „Shads“ Zander fangen lassen. Es ist also eher Geschmacksache, ob ein Gummifisch für Zander eher schlank wie ein Stint oder etwas hochrückiger wie ein Kaulbarsch ist. Und dann gibt es ja auch noch so genannte Creature-Gummis mit abstehenden Beinen. Die lassen sich genauso gut auf einen Jig ziehen.

Bild: AW
Gummifische gibt es in unzähligen Formen und Farben
Welche Schwanzform sollte der Gummifisch haben?
Der klassische Gummifisch auf Zander hat einen so genannten Schaufel- oder Tellerschwanz. Die haben den Vorteil, dass sie wackeln, sobald der Gummifisch in Bewegung ist. Manche Schaufelschwänze erzeugen so viel Aktion, dass sogar der komplette Gummifisch dadurch hin und her schwankt. Das erzeugt logischerweise maximale Druckwellen, die die Zander wahrnehmen können.
Und dann gibt es noch Gummifische, die einen V-förmigen Schwanz (V-Tail) oder einen keulenförmigen Schwanz (Pin-Tail) haben. Weil sich diese Schwanzformen deutlich weniger bewegen, werden diese Gummis als „No-Action-Shads“ bezeichnet. Der klassische Gummifisch zum Zanderangeln hat aber meistens den typischen Tellerschwanz.

Bild: Schlichting
Gummifische zum Zanderangeln haben in der Regel einen breiten Schaufelschwanz.
Welche Farbe sollte der Gummifisch haben?
Die Farbe vom Gummifisch auf Zander ist ein heiß diskutiertes Thema. Welche Farbe fängt, kann sowohl von der Laune der Fische, der Wassertrübung, der Jahreszeit oder dem Wetter abhängen. Deshalb gibt es nicht die eine einzige und immer fängige Farbe! Früher galten grelle Farben wie Weiß und Fluogrün als sehr erfolgreich. Inzwischen werden ganz viele Zander aber auch auf gedeckte Farben gefangen.
Es gibt heute es so unfassbar viele attraktive und auch fängige Farbvarianten bei Gummifischen, dass die Auswahl wirklich schwer fällt. Eine ultimative Farb-Empfehlung können wir hier deshalb nicht geben. Wichtig ist im Prinzip nur, dass man immer ein paar Gummifische in unterschiedliche Farben dabei hat, um während des Angelns auch mal wechseln und testen zu können.

Bild: AW
Die Farbe „Green Tomato“ ist sehr beliebt und auch erfolgreich.
Welche Eigenschaften sollte der Gummifisch haben?
Wichtig ist, dass sich der Gummifisch auf Zander gut bewegt. Deshalb sollte das Gummi immer möglichst weich bzw. beweglich sein. Bei Gummifischen mit Schaufelschwanz ist das extrem wichtig, damit der Schwanz schon bei geringstem Tempo aktiv wackelt, also auch in den langsamen Absinkphasen!
Die meisten Gummifische arbeiten tatsächlich schon bei Schneckentempo perfekt. Es gibt aber auch Gummifische, die etwas schwerfälliger sind. Das sieht man allerdings erst beim Angeln. Da zählen somit also auch Erfahrungswerte. Als Einsteiger empfiehlt es sich daher, sich ein paar namhafte Gummifische zuzulegen. Damit kann man normalerweise nichts falsch machen.

Bild: Schlichting
Der Attractor von Profi-Blinker ist beispielsweise ein Gummifisch der immer gut arbeitet.
Welcher Jigkopf ist der beste zum Zanderangeln?
Welches Gewicht sollten Jigköpfe haben?
Beim Gewicht des Jigs gilt eine ganz wichtige Faustregel: Er sollte immer nur so schwer wie nötig und so leicht wie möglich sein. Wenn der Köder beschleunigt wird, muss er vom Grund abheben und durch das Gewicht des Jigs möglichst langsam und kontrolliert wieder zum Grund sinken. Und kontrolliert heißt, dass man dabei immer wissen muss, wo sich der Gummifisch für den Zander gerade befindet. Es ist elementar, dass man durch das Erschlaffen der Schnur und der Rutenspitze immer spüren oder sehen kann, dass der Köder auf den Grund aufsetzt!
Während das in stehenden Gewässern und bei Windstille relativ einfach ist, kann es bei Wind und Strömung deutlich schwieriger sein. Aber das ist reine Übungssache. Was da genau passiert, wird bei den Themen „Jiggen“ und „Faulenzen“ gleich genauer erklärt. In der Regel kommen Jigköpfe zwischen 10 und 20 g zum Einsatz. In flachen Gewässern können sie auch leichter sein. Und bei Wind und starker Strömung sind manchmal auch bis zu 30 g schwere Köpfe erforderlich.

Bild: AW
Am häufigsten kommen Jigköpfe in Gewichten von 15 bis 20 g zum Einsatz.
Welche Form sollten Jigköpfe für Zander haben?
Es gibt ganz viele Jigkopf-Formen, die zum Teil auch ganz spezielle Anforderungen erfüllen. Zum klassischen Zanderangeln mit Gummifisch ist man aber mit normalen Rundköpfen bestens gerüstet. Direkt am Jigkopf befindet sich meist auch ein so genannter Köderhalter. Das ist entweder ein gegossener Wulst oder ein Widerhaken auf dem Hakenschenkel. Es kann aber auch ein kleiner Draht mit Widerhaken sein.
Mit diesem wird der Zander-Gummifisch fest auf dem Hakenschenkel fixiert, damit er nicht beim Wurf oder bei Bissen nach hinten rutscht. Wird ein Gummifisch aber davon abgezogen, erzeugt der Widerhaken einen Riss im Gummi, sodass derselbe Gummifisch beim nächsten Aufziehen nicht mehr so gut hält. Kleiner Tipp: Mit einem Tropfen Sekundenkleber hält er wieder bombenfest.

Bild: Schlichting
Jigköpfe gibt es in vielen verschiedenen Formen. Der klassische Rundkopf (vorne) ist immer richtig.
Wie sieht ein klassischer Jigkopf zum Zanderangeln aus?
Beim klassischen Jigkopf befindet sich der Kopf vorne fest am Haken. Und mit diesen Jigs ist man beim Zanderangeln auch gut beraten und kann eigentlich nichts falsch machen. Wenn ein Gummifisch für Zander auf den Hakenschenkel aufgezogen ist, bilden der Kopf und der Bereich des Gummifischen, in dem der Haken steckt, eine starre Verbindung. Nur der hintere Bereich des Gummifisches ist dann beweglich. Aber das reicht vollkommen aus.
Inzwischen gibt es aber auch Cheburashka-Jigs, bei denen der Kopf beweglich mit dem Haken verbunden ist. Der Haken versteift zwar auch den Gummifisch, aber durch den beweglichen Kopf hat der Köder trotzdem viel mehr Bewegungsspielraum und kann dadurch besser arbeiten.
Und dann gibt es inzwischen auch Jigköpfe, die mit einer Spirale in den Gummifisch gedreht werden. Die halten absolut super. Und weil die Spirale nicht weit in den Gummifisch hineingedreht wird, hat der Gummifisch maximalen Bewegungsspielraum. Bei dieser Kopform muss allerdings ein zusätzlicher Stinger verwendet werden. Dazu aber mehr im Stinger-Kapitel unten.

Bild: Schlichting
Damit der Gummifisch gut auf dem Jig hält, hat dieser Kopf einen Hakenhalter mit Widerhaken.
Aus welchem Material sind Jigköpfe?
Die meisten Jigköpfe sind noch aus Blei gegossen. Weil Blei aber nicht umweltfreundlich ist, werden viele Jigs inzwischen auch aus anderen und umweltfreundlicheren Legierungen hergestellt. Weil diese aber eine etwas geringere Dichte als Blei haben, sind sie bei gleichem Gewicht etwas größer. Das sind aber nur Feinheiten, die das Laufverhalten vom Gummifisch auf Zander kaum spürbar beeinflussen.
Immer mehr Jigköpfe sind inzwischen aber auch aus Tungsten bzw. Wolfram gefertigt. Das Material ist nicht nur umweltfreundlicher als Blei, sondern hat auch eine größere Dichte, so dass die Köpfe bei gleichem Gewicht kleiner sind. Weil das Laufverhalten des ganzen Köders dadurch etwas verbessert wird, werden die Köpfe sehr gerne verwendet.
Einziger Nachteil: Tungsten ist deutlich teurer als Blei oder andere gegossene Legierungen. So ein Jigkopf kann deshalb auch locker mal mehrere Euro kosten, so dass Abrisse richtig ins Geld gehen können.

Bild: Schlichting
Immer mehr Zanderangler verwenden bleifreie Jigköpfe.
Wie zieht man einen Gummifisch richtig auf?
Beim Aufziehen eines Jigkopfes kann man einiges falsch machen. Wichtig ist, dass der Haken mittig durch den Gummifisch gezogen wird und der Hakenbogen danach an der richtigen Stelle aus dem Gummi herausragt. Idealerweise legt man den Jig vorm Aufziehen auf den Gummifisch und markiert am Gummi die Stelle, wo der Haken später austreten soll.
Sollte der Haken zu kurz im Gummi sitzen, steht er zu weit vom Gummi ab, sitzt er zu lang im Gummi, wird der Zander-Gummifisch gestaucht. Beides ist nicht gut. Sollte ein erster Aufzieh-Versuch nicht gelungen sein, sollte man das Ganze auf jeden Fall korrigieren. Aber auch das ist reine Übungssache.

Bild: W.Krause
Bevor der Gummifisch auf den Jighaken gezogen wird, sollte der Jig am Gummiangelegt werden, um zu sehen, wo der Haken später sitzen soll.
Ist ein Stinger beim Zanderangeln erforderlich?
Ein Stinger wird scherzhaft auch als „Angst-Drilling“ bezeichnet. Das ist ein Drilling, der an einem kurzen Draht oder einem Stück Schnur hängt und am Ende eine kleine Schlaufe hat. Ein perfekter Stinger hat etwa die halbe Länge des Gummifisches. Deshalb sollte man immer zu den vorhandenen Gummifischen auch die perfekt passenden Stinger im Gepäck haben. Die kleine Schlaufe wird vorne über das Öhr des Jigkopfes gelegt oder mit in den Snap eingehängt. Der Drilling wird dann hinter dem Jighaken im Gummifisch fixiert.
- Durch die zusätzlichen Hakenspitzen wird somit die Bissausbeute deutlich verbessert.
- Aber gleichzeitig steigt natürlich auch das Hängerrisiko.
Viele Zander-Spezis angeln mit Gummifisch auf Zander grundsätzlich immer mit Stinger. Aber zwingend erforderlich sind Stinger nicht! Sie geben aber ein besseres Gefühl. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Nur bei Jigköpfen mit Schraubspirale sind Stinger notwendig, weil bei diesen Köpfen ja der Haken fehlt.

Bild: Schlichting
Stinger sollte man immer ausreichend und in verschiedenen Längen griffbereit haben.
Wie werden Stinger hergestellt?
Fertig zu kaufende Stinger sind meist aus Stahldraht oder dickem Mono und mit Quetschhülsen gecrimt. Das wird aber nicht gemacht, weil Stahl bisssicherer ist und Crimps besser halten, sondern weil sich damit die kleinen Schlaufen einfacher und auf den Millimeter genau für den Zander-Köder herstellen lassen. Denn so kleine Schlaufen, wie sie bei Stingern erforderlich sind, lassen sich nur ganz schwer von Hand knoten. Da Zanderzähne aber nicht schnurgefährlich sind, könnte man sich Stinger auch aus geflochtener Schnur selber knoten. Ohne Hilfsmittel ist das relativ schwer. Mit den passenden Knoten-Tools ist das dagegen schnell gemacht.

Bild: Schlichting
Stinger zum Zanderangeln können auch aus geflochtener Schnur geknotet werden
Welche Schnur zum Zanderangeln?
Nahezu jeder Zanderangler angelt heutzutage mit einer geflochtenen Schnur. Meist in Durchmessern zwischen 0,10 und 0,17 mm. Ganz wichtig ist dabei: Je dünner die Schnur, desto geringer ist der Wasserwiderstand. Und je geringer der Wasserwiderstand, desto besser sinkt der Gummifisch auf Zander zum Grund. Mit einer möglichst dünnen Schnur können somit auch leichtere Jigköpfe verwendet werden. Man sollte nicht unterschätzen, wie groß der Wasserwiderstands-Unterschied zwischen einer 0,10er und einer 0,15er sein kann!
Und mal ehrlich: Selbst eine dünne 0,12er Geflochtene hat doch ausreichend Tragkraft, sodass man damit nicht nur jeden Zander sicher drillen kann, sondern auch viele Hänger gelöst bekommt. Also lieber etwas dünner angeln.

Bild: AW
Zum Zanderangeln mit Gummifisch kommen geflochtene Schnüre zwischen 0,10 und 0,17 mm zum Einsatz.
Was ist eine laute Schnur?
Auf was viele Angler, die es mit Gummifisch auf Zander versuchen, einen sehr großen Wert legen, sind „leise“ Schnüre. Das heißt, dass sie möglichst keine Geräusche machen, wenn sie durch die Ringe gleiten. Es gibt viele geflochtene Schnüre, die so grob geflochten sind, dass sie dabei richtig Krach machen. Das nervt nicht nur den Angler, sondern wird auch auf den Köder übertragen.
Besser sind deshalb geflochtene Schnüre mit weicher und geschmeidiger Oberfläche, die nahezu geräuschlos durch die Ringe gleiten. Mit etwas Übung kann man bei einer Schnur schon beim Kauf sehen oder es zumindest mit den Fingern spüren, ob sie zu Geräuschentwicklungen neigt oder nicht.

Bild: AW
Garantiert leise: Die geflochtenen GTP-Schnüre von Stroft.
Welche Schnurfarbe?
Bei vielen Zanderanglern befinden sich ganz auffällige Schnüre auf den Rollen. Und zwar deshalb, weil man über eine gut sichtbare Schnur besser erkennen kann, wo sich der Köder gerade befindet. Und bei Windstille kann man über eine auffällige Schnur, die auf dem Wasser schwimmt, sogar die Bisse erkennen. Während man bei anderen Raubfischen eher dunkle Schnüre verwendet, kommen beim Angeln mit Gummifisch auf Zander deshalb auch gerne knallgelbe, weiße oder orange Schnüre zum Einsatz.

Bild: AW
Gelbe, geflochtene Schnur: Ideal zum Zanderangeln.
Wie wird ein Zander-Gummifisch montiert und eingehängt?
Da Gummifische ständig Grundkontakt haben und geflochtene Schnüre bei scharfkantigen Untergründen sehr leicht beschädigt werden können, wird zwischen Hauptschnur und Köder immer ein etwa 100 cm langes Stück monofile Schnur als Abriebschutz montiert. Idealerweise natürlich aus Fluorocarbon, weil das Material im Wasser nahezu unsichtbar ist. Je nach Gewässergrund werden dabei Durchmesser zwischen 0,25 und 0,45 mm verwendet. Mit einer 0,35er ist man eigentlich immer auf der sicheren Seite.
Die monofile Schnur wird direkt an die geflochtene Hauptschnur geknotet. Der doppelte Grinner-Knoten ist dafür ideal. Man kann aber auch die kleinen Vorfachringe von Stroft verwenden und die zwei Schnüre von beiden Seiten mit klassischen Blood-Knoten fixieren.

Bild: AW
Der doppelte Grinner-Knoten ist ideal, um eine geflochtene Hauptschnur mit einem Mono-Vorfach zu verbinden.
Snap oder Wirbel?
Da Gummifische sich nicht um die eigene Achse drehen und somit keinen Drall erzeugen, ist kein Karabinerwirbel erforderlich. Ein ganz normaler Karabiner (Snap) reicht vollkommen aus. Man könnte den Gummifisch theoretisch auch direkt an die Schnur knoten. Aber das ist unpraktisch, wenn man den Köder häufiger wechseln möchte.

Bild: AW
Der Gummifisch hängt an einem Karabiner. Die Schlaufe des Stingers ist einfach über das Öhr gelegt worden.
Angeln auf Zander mit Gummifisch: Die Köderführung
Was ist Jiggen?
Beim Zanderangeln soll der Köder über den Grund hüpfen. Beim Jiggen wird das mit einem Zupfer der schräg erhobenen Rutenspitze gemacht. Durch den intensiven Zupf-Impuls der Rutenspitze hüpft der Gummifisch dabei relativ steil nach oben und sinkt dann wieder zum Grund. Sobald der Gummifisch angezupft wurde, wird sofort etwas Schnur eingeholt, damit der Gummifisch nicht an lockerer, sondern an gespannter Schnur zum Grund taumelt. Denn ganz viele Bisse kommen gerade in dieser Absinkphase. Bei lockerer Schnur würde man diese Bisse gar nicht mitbekommen.
Im Sommer dürfen Gummifische auch gerne mal 100 bis 150 cm weit hüpfen und dabei maximal 50 bis 75 cm vom Grund aufsteigen. So bleiben sie immer im Fressbereich der Zander. Und es kann auch nicht schaden, nach jedem Zupfer eine kleine Pause von ein bis zwei Sekunden zu machen, weil auch auf liegende Gummifische Bisse kommen können. Im Winter sieht die Sache allerdings anders aus: Da müssen die Sprünge mit maximal 50 cm deutlich kleiner ausfallen.

Bild: Schwarzer
Beim Jiggen wird der Gummifisch mit erhobener Rute über den Grund gezupft.
Was ist Faulenzen?
Das Faulenzen unterscheidet sich vom Jiggen dadurch, dass der Gummifisch nicht durch das Zupfen der Rutensitze in Bewegung gesetzt wird, sondern durch das Kurbeln der Rolle. Je nach Übersetzung kann schon eine halbe Umdrehung ausreichen, manche Zanderangler drehen die Kurbel aber auch bis zwei Mal. Auch hier sollten die Sprünge in der warmen Jahreszeit maximal zwischen 100 und 150 cm lang sein und eine Höhe von 75 cm nach Möglichkeit nicht überschreiten. Und im Winter reichen schon kleinste Hüpfer von 30 bis 50 cm Länge.
Weil der Impuls durch die Rollenumdrehung nicht so stark ist, hebt der Gummifisch nicht so steil vom Grund ab, sondern gleitet schräg nach oben. Die Laufkurve beim Faulenzen ist also eine ganz andere als beim Jiggen. Die Rute wird dabei waagerecht oder leicht schräg nach oben gehalten. Weil man dabei automatisch auch in der Absinkphase des Gummifisches Köderkontakt hat, bekommt man dabei alle Bisse wunderbar mit.
Und weil das gleichzeitig auch eine deutlich bequemere Angelart ist als das Jiggen, wurde die Methode von Jörg Strehlow, der sie perfektioniert hat, als faulenzen benannt.

Bild: AW
Beim Faulenzen wird der Gummifisch über eine schnelle Drehung der Rolle in Bewegung gesetzt.
Wie wichtig ist der Köderkontakt?
Sowohl beim Jiggen als auch beim Faulenzen gilt: Der Köderkontakt ist das A und O. Nur, wenn man durch ausreichendes Gewicht des Köders gewährleistet, dass er kontrolliert über den Grund hüpft und man durch gespannte Schnur ständigen Kontakt zum Köder hat, sieht und spürt man auch alle Bisse an der Rutenspitze.
Die typischen Zanderbisse werden übrigens als „Tocks“ bezeichnet, weil sie sich genauso anfühlen. Sobald man ein paar Zander gefangen hat, weiß man, was damit gemeint ist. Ganz wichtig ist, dass jeder kleinste Tock oder Zanderkontakt sofort angeschlagen werden muss. Denn an schwierigen Tagen kann es sein, dass Zander den Gummifisch genauso schnell wieder ausspucken, wie sie ihn eigesaugt haben. Man muss also immer konzentriert sein und bei einem Biss blitzschnell reagieren.

Bild: Schlichting
Beim Zanderangeln mit Gummifisch muss beim kleinsten Biss sofort angeschlagen werden.
Welche Rute ist die beste zum Gummifischangeln auf Zander?
Bei durchschnittlichen Jigkopfgewichten von 20 g plus Gummifisch werden hauptsächlich Ruten mit Wurfgewichten von 30 bis 50 g verwendet. Weniger Wurfgewicht sollten sie auf keinen Fall haben! Eher sogar mehr. Viele Zanderangler angeln mit 40 bis 60 g oder sogar mit 60 bis 80 g. Weil man die Bisse ja spüren und sehen soll, dürfen die Ruten nicht so weich sein. Ideale sind deshalb steifere, also „schnelle“ Modelle.
Bei der Länge haben sich 2,70 m als sehr gut erwiesen. Es gibt aber auch Verfechter von 3,00 m, weil man damit etwas mehr Wurfweite erreichen kann. Und andere bevorzugen nur 2,40 oder sogar 2,20 m, weil die Ruten bequemer zu handeln sind. Das Thema Rute hat also auch ganz viel mit Geschmacksache zu tun.

Bild: Schlichting
Beim Zanderangeln mit Gummifisch kommen Ruten mit Wurfgewichten von 30 bis 80 g zum Einsatz
Welche Rolle für das Angeln auf Zander mit Gummifisch?
Ganz wichtig ist es, dass Rute und Rolle beim Zanderangeln harmonieren und gut ausbalanciert sind. Meist sind es Rollen in der 3000- bis 4000er-Klasse. Denn wenn man den ganzen Tag ermüdungsfrei jiggen oder faulenzen möchte, muss das Gerät passen. Alle Rollen, die zu den genannten Ruten passen, fassen grundsätzlich auch genügend 0,10er bis 0,17er Schnur, wobei 100 bis maximal 150 m vollkommen ausreichen. Da nahezu jedes Modell aber mehr Schnur fasst, muss stattdessen immer noch eine monofile Füllschnur aufgespult werden.
Dass die Bremse vernünftig eingestellt sein soll und richtig arbeitet, ist selbstverständlich. Die Übersetzung der Rolle ist eigentlich egal. Mit jeder gängigen Rolle, die größenmäßig zur Rute passt, kann man wunderbar auf Zander angeln.

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Die Rolle muss perfekt mit Schnur gefüllt sein.
Wo beißen Zander am besten auf Gummifisch?
Am häufigsten wird in Flüssen auf Zander geangelt. Klassische Reviere sind Flussabschnitte mit Buhnen und Steinpackungen. Man kann davon ausgehen, dass sich an fast jeder Buhne auch Zander fangen lassen. Mal rauben sie direkt vor der Steinpackung, mal im Buhnenkessel und an nächsten Tag direkt an der Strömungskante. Das muss man ausprobieren.
Manche Angler suchen sich eine gute Buhne und beangeln sie so lange, bis die Zander dort beißen. Andere machen Strecke und gehen von Buhne zu Buhne und suchen die Zander. Das macht jeder so, wie es ihm am besten gefällt. Thema Steinpackung: In manchen Gewässern gibt es beim Zanderangeln mit Gummifisch viele Hänger und Abrisse. Das muss man teilweise leider mit einplanen.

Bild: AW
Ein Fluss mit Buhnen: Das ideale Zander-Revier!
Wie und wo aktuell Zander gefangen werden, kann man sehr schön an den vielen Fangmeldungen bei den AngelMasters verfolgen.
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