Angeln auf Zander im Stillwasser

Beim Zanderangeln denkt jeder sofort an große Flüsse wie Elbe, Rhein, Main oder Donau. Doch wer keinen Zugang zu Flüssen hat, kann seine Zander auch im Vereinssee fangen! Fotograf Waldemar Krause hat Achraf el Ghouti an einen Baggersee begleitet, um dort Zander im Stillwasser auf die Schuppen zu legen.

Im Stillwasser sind die Fische häufig größer als im Fluss. Den Angler freut’s!

Bild: W. Krause

Im Stillwasser sind die Fische häufig größer als im Fluss. Den Angler freut’s!

Vereinsgewässer wie alte tiefe Kiesgruben oder auch Naturseen können sehr gute Gebiete für Zander im Stillwasser sein. Voraussetzung dafür ist allerdings eine ausreichende Wassertiefe und eine starke Wassertrübung, denn der Zander ist ein lichtscheuer Geselle. Auch wenn diese Bedingungen erfüllt sind, ist der Zander nur selten in der Lage, einen selbsttragenden Bestand aufzubauen. Was die Zusammensetzung der Nahrung betrifft, ist die Brut gerade in der ersten Lebensphase sehr empfindlich und überlebt diese kritische Zeit meistens nicht.

Auch wenn dieser Umstand im ersten Moment als Nachteil erscheinen mag, hat er in der Praxis durchaus Vorteile für uns Angler. Wenn wir einen Stillwasser-Zander zum Biss bewegen können, ist es oft ein guter Fisch, der uns an den Haken geht, denn die meisten Vereinsgewässer werden nur mit recht großen Zandern besetzt, damit sie nicht gleich im Rachen großer Hechte verschwinden.

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Mit Google zu den besten Stellen

Auch im Vereinsgewässer gilt: Wer vorab einen Plan schmiedet, spart viel fischlose Zeit und ist am Ende immer erfolgreicher! Nur wer sich Gedanken über das Verhalten und die Standplätze der Stillwasser-Zander macht, wird auch mit Fisch belohnt. Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen spielen eine wichtige Rolle, weil man weiß: Irgendwann ist die Rute krumm, es ist nur eine Frage der Zeit.

Häufig kann man schon anhand von Google Maps steil abfallende Kanten und größere Flachwasserzonen auf dem Monitor des Rechners oder Handys erkennen und einen Screenshot davon machen. Ich markiere mir dann vorab die interessanten Bereiche und fische diese am Wasser intensiv ab. Ein Deeper (mobiles Echolot) kann auch sehr hilfreich sein, um Strukturen und Kanten zu orten, die sonst unentdeckt bleiben würden. Eine Tiefenkarte des Gewässers erleichtert die Stellenwahl enorm.

Ab an die Kante im Stehgewässer

Baggerseen sind meistens recht strukturlos. Sie ähneln in der Regel einer großen Salatschüssel. Die interessanten Stellen sind die steil abfallenden Uferkanten. Genau dort müssen wir die Zander suchen! Bei sonnigem Wetter wähle ich die Scharkante aus, bei der ich die Sonne im Rücken habe. Jetzt fällt ein großer Schatten über die Kante, und die Zander stehen genau in dieser dunklen Zone. Da dieser Bereich nicht groß ist, ergibt es wenig Sinn, unseren Köder in die Weiten des Gewässers zu werfen. Vielmehr müssen wir möglichst nah am Kantenverlauf fischen. Um diese parallelen Würfe optimal auszuführen, ist es vom Vorteil, selber dicht an der Abruchkante zu stehen.

Achraf befischt die Kante in seinem Baggersee parallel zum Ufer. Kanten gehören zu den heißesten Spots für Zander im Stillwasser!

Bild: W. Krause

Achraf befischt die Kante in seinem Baggersee parallel zum Ufer. Kanten gehören zu den heißesten Spots für Zander im Stillwasser!

In meinem Vereinsgewässer verlaufen diese Kanten nicht immer in Ufernähe. Ich überwinde die Flachwasserzone mit Hilfe einer Wathose. Manchmal sind es nur fünf Meter, die ich waten muss, um eine perfekte Wurfposition zu erreichen. Aber Achtung! Denken Sie bitte immer daran, dass diese Kanten oft steil in die Tiefe abfallen. Sicherheit geht vor! In einigen Baggerseen befinden sich auch noch die von den LKWs und Baggern benutzten Transportstraßen. Auch diese teilweise mitten durch den Baggersee führenden Kanten bieten den Räubern geeignete Standplätze und sollten ebenfalls gründlich beangelt werden.

Drei Gummis für die Zander im Stillwasser

Bei den Ködern setze ich völlig auf Gummifische. Grundsätzlich verwende ich drei Arten: Action.Shads, Low-Action-Shads und No-Action-Shads.

Einen No-Action-Shad mit Gabelschwanz (oben) setzt Achraf beim Dropshotten ein. Der Action-Shad mit dem großen Schwanzteller kommt auf aktive beiß­freudige Fische zum Einsatz.

Bild: W. Krause

Einen No-Action-Shad mit Gabelschwanz (oben) setzt Achraf beim Dropshotten ein. Der Action-Shad mit dem großen Schwanzteller kommt auf aktive beiß­freudige Fische zum Einsatz.

Der Action-Shad sorgt mit seinem großen Schaufelschwanz unter Wasser für starke Druckwellen. Zander können die Bewegung auch aus weiter Entfernung mit ihrem Seitenlinienorgan wahrnehmen. Diesen Shad verwende ich, wenn die Fische aktiv und in Beißlaune sind. Meistens fische ich dieses Gummi aber nicht direkt am Grund. Vielmehr leiere ich den Köder ganz gleichmäßig durch das Freiwasser ein, wo sich die aktiven Zander bei der Jagd aufhalten.

Den Low-Action-Köder setze ich am häufigsten ein. Mit seiner schmalen, länglichen Körperform und dem kleinen Schaufelschwanz erzeugt er nur mäßigen Druck und wird vom Zander komplett eingesogen. Dieser Universalköder kommt bei mir das ganze Jahr über zum Einsatz. Je nach Laune der Zander führe ich den Gummifisch mal aggressiv gejiggt oder eher
stupide geleiert über den Grund.

Ein erster Zander aus dem Stehgewässer ist gelandet. Dieses Mal auf einen Low-Action-Shad in Grün/Orange.

Bild: W. Krause

Ein erster Zander aus dem Stehgewässer ist gelandet. Dieses Mal auf einen Low-Action-Shad in Grün/Orange.

Der No-Action-Shad genießt durch sein geringes Köderspiel nur wenig Vertrauen bei vielen Anglern. Aber genau wegen seiner minimalen Vibration ist dieser Köder häufig ein richtiger Fischbringer! Und das nicht nur im Winter, sondern das ganze Jahr hindurch. Gerade an der Dropshot-Montage kann ich den No-Action-Shad besonders attraktiv anbieten.

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