Wie soll man sich nun bei Wassertemperaturen von weit über 20 Grad als Angler verhalten? Ab 22 Grad sollte man das Hechtangeln einstellen, weil der Sauerstoffgehalt dann so niedrig ist, dass die Fische nach den Strapatzen eines Drills meist verstirbt. Außerdem gilt es zu bedenken, dass der Hecht ein Kaltwasserfisch ist. Daher sind Fischsterben durch Erschöpfung und Sauerstoffnot ab 22 Grad Wassertemperatur an der Tagesordnung. Vor allem die Großfische sind betroffen.
Luc stellt Hechtangeln temporär ein
Deshalb haben sich selbst so bekannte Angler wie Luc Coppens vom Westin Team eine Selbstbeschränkung zum Hechtangeln auferlegt, um den Bestand zu schonen. Auf seiner Facebookseite schreibt Luc, nachdem er bei einem Angelausflug mehrere tote Hechte bis 1,20 Meter gefunden hatte:
„Ich habe das Gefühl, dass die Hechte erst kürzlich gefangen wurden. Sie sind bei diesen hohen Wassertemperaturen extrem empfindlich. Die globale Erwärmung scheint ein Grund zu sein. Noch nie habe ich erlebt, dass es so früh im Jahr so heiß ist. Damit ist auch die Wassertemperatur immer noch sehr hoch, obwohl die extremen Lufttemperaturen mittlerweise etwas gesunken sind.“

Bild: Westin
Es muss nicht immer Hecht sein: auch Dickbarsche sind eine veritable Alternative.
Was also tun, wenn man beim Angeln auf andere Fischarten doch einen Hecht hakt? Die einzige Lösung: den Fisch neben dem Boot im Wasser abhaken. Ihn nicht messen oder Fotos machen, denn jede Sekunde, die der Hecht aus dem Wasser kommt, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass er nicht überlebt.
„Ich angle nicht mehr auf Hecht, bis die Wassertemperatur im September wieder ausreichend gesunken ist“. Und er ergänzt: „Ich hoffe, dass die Sportvisunie in den Niederlanden das Problem erkennt und sich eine Lösung einfallen lässt. Vielleicht sollte man ab einer bestimmten Wassertemperatur ein Hechtangelverbot einführen“. Auch die Teamangler anderer Firmen haben das Hechtangeln erst mal eingestellt.
Auf andere Fischarten ausweichen
Wer trotzdem unbedingt auf Hecht angeln will, sollte sein Gewässer mit Bedacht wählen. Statt kleiner Polder oder kleinsten Seen, sollte man an einem Stausee oder einem See fischen, der mindestens fünf Meter tief ist und in dem die Hechte dem warmen Oberflächenwasser in größere Tiefen entfliehen können. Oder man schließt sich Lucs´ Meinung an und angelt nicht auf Hecht, sondern auf andere Fischarten.
Auch interessant
- RaubfischangelnGroßes Hecht-Sterben im Steinhuder Meer
- Angeln allgemeinHitzetote Flossenträger: Fischsterben im Dechsendorfer Weiher









