Grundkurs: Trolling auf Lachs

Das Trolling auf Lachs vor Rügens Küste begann vor mehr als zehn Jahren. Die Chancen, dort den ­König der Salmoniden zu fangen, stehen nach wie vor bestens, wie Frerk Petersen weiß. In einem Grundkurs gibt er seine Erfahrungen preis.

  • Trolling auf Lachs hat nichts an seinem Reiz verloren
  • Flexibilität ist bei der Fangzeit gefragt
  • keine festen Standplätze der Fische
  • Angeln im flachen oder tiefen Wasser ist abhängig von der Tagesform der Lachse
  • abseits des Trubels findet man mehr Ruhe und dabei erstaunlich häufig große Lachsansammlungen

Die Ostsee vor Rügen ist das Paradies zum Trolling auf Lachs. In der Saison zwischen Mitte Dezember und Anfang Juni schwimmen nördlich vom Kap Arkona durchweg so viele Lachse umher, dass selbst unerfahrene oder nicht gerade als Glückspilz geborene Schleppangler sich hier mit großer Wahrscheinlichkeit den Traum des Lebens erfüllen können. Vor etwa zehn Jahren wurde diese Silberader erstmals aufgespürt, und erst nach und nach wurde das volle Potenzial dieses Meeresgebietes erkannt. Die fast unglaublichen Fangmeldungen aus dem Gebiet zwischen Hiddensee und dem Königsstuhl wollen aber nach wie vor einfach nicht abreißen. Wer sich somit jetzt dazu entschließt, hier dem Traumfisch nachzujagen, kommt genau zur richtigen Zeit!

Der Autor Frerk Petersen (re.) gehört zu den erfahrensten ­Anglern beim Trolling auf Lachs in Deutschlands. Die Ostsee vor Rügen zählt zu seinen Lieblingsrevieren.

Der Autor Frerk Petersen (re.) gehört zu den erfahrensten ­Trollinganglern Deutschlands. Die Ostsee vor Rügen zählt zu seinen Lieblingsrevieren. Foto: F. Petersen

Boot im Wasser – die halbe Miete zum Trolling auf Lachs

Doch so einfach ist es gar nicht, einen Platz im Paradies zu ergattern. Besonders wer mit dem eigenen Boot anreisen möchte, wird schnell merken: Die besten Plätze sind heiß begehrt! Die Ausgangshäfen auf der Insel sind ein ziemlich enges Nadelöhr und Liegeplätze für das eigene Boot ein rares Gut. Viele reviererfahrene Lachsangler buchen die wenigen Plätze in den Marinas deshalb oft schon lange vorab als Dauerlieger. Tagesgäste haben dann oft das Nachsehen.

Das andernorts übliche Slippen ist auf Rügen schwierig und zum Teil nur mit geländegängigen Fahrzeugen machbar, oder die Parkmöglichkeiten in Hafennähe sind so limitiert, dass man mit dem Zugverband aus Auto und Bootstrailer überhaupt keinen Platz zum Abstellen findet. Und ein besonders früher Start oder ein spätes Ende der Ausfahrten scheitern dann zu guter Letzt häufig an den Öffnungszeiten der Parkplätze oder den Bürozeiten der Hafenmeister. Ich empfehle daher, einen Trip gleich für mehrere Tage zu planen und das Boot dabei möglichst fest in einen Hafen zu legen. So ist man mit der Planung der Ausfahrten flexibel.

Aufgrund der doch recht limitierten Liegeplätze nutzen viele Skipper inzwischen auch die etwas ungünstiger gelegenen Sportboothäfen für den Start ins Lachsglück. Was zählt schon eine etwas weitere Anfahrt in die Angelreviere, wenn man ansonsten gar nicht rauskommen würde! Die aussichtsreiche Saison vor Rügen beginnt direkt nach dem Ende der Lachsschonzeit am 15. Dezember und reicht bis in die ersten Tage des Juni hinein.

Das Boot liegt im Wasser, und die Vorbereitungen laufen. Während der Saison einen Liegeplatz zu ergattern, ist schon die halbe Miete.

Das Boot liegt im Wasser, und die Vorbereitungen laufen. Während der Saison einen Liegeplatz zu ergattern, ist schon die halbe Miete. Foto: F. Petersen

Das richtige Zeitfenster zum Trolling auf Lachs

Von Dezember bis Februar ist die Fischerei oft sehr gut, aber vergleichsweise wenige Angler nutzen dieses Zeitfenster. Das Witterungsrisiko ist im Winter größer, die Tageslängen sind kürzer und Luft und Wasser kälter als im Frühjahr. Zu dieser Zeit muss man auch schon einmal einen Ausfalltag in Kauf nehmen. Aber: Man muss sich die vorhandenen Fische dann auch nicht mit 50 oder noch mehr Booten im Revier teilen! Besonders eng wird es in den Häfen und auf dem Wasser ab der zweiten Märzhälfte und im April.

Stichwort: Osterferien. Nach dem 1. Mai bieten sich dann oft wieder erstaunlich entspannte Angelmöglichkeiten. Viele der regelmäßigen Schleppangler sind dann zudem bereits etwas „trollingmüde“ oder haben schon von der heimischen Regierung die „rote Karte“ gesehen. Somit gilt: Wer bei der Terminierung seiner Ausflüge etwas flexibel ist, der kann trotz des Lachsbooms diesem Vergnügen noch erstaunlich entspannt nachgehen.

Jetzt wird’s spannend! Lachse kämpfen bis zum Schluss, und besonders direkt vor dem Keschern tendieren sie zu langen Fluchten und gehen oft direkt vor der Landung verloren.

Jetzt wird’s spannend! Lachse kämpfen bis zum Schluss, und besonders direkt vor dem Keschern tendieren sie zu langen Fluchten und gehen oft direkt vor der Landung verloren. Foto: F. Petersen

Lachs-Köder – nur große Blechlappen?

Beim Lachsschleppen schwören viele Skipper auf den Einsatz großer Schleppblinker von etwa 15 Zentimetern Länge. Diese werden dann hinter einem Downrigger in drei bis 25 Metern Tiefe angeboten, oder hinter Scherbrettern dicht unter der Oberfläche gefischt. Es gibt eine ganze Reihe von Schleppanglern, die mehrere hundert Trollingblinker an Bord haben – fast alles große „Blechlappen“.

Heringe zählen zur Hauptbeute der Lachse in diesem Revier. Sollten diese jedoch gerade einmal nicht auf dem Speiseplan stehen, verlegen sich die Salme auch auf das Fressen kleinerer Beute. Vielfach ist man dann mit Standard-Schleppblinkern um 11 Zentimetern Länge mindestes genauso erfolgreich. Wenn viele kleine Fresslachse um vier bis sechs Kilo Gewicht im Gebiet herumpirschen, gibt es auf größere Blinker viele Fehlbisse. Am besten im Setup der Köder mischen und dann auf das erfolgreichste Format umstellen.

Es müssen nicht immer die XXL-Löffel in Kupferfarben sein.

Es müssen nicht immer die XXL-Löffel in Kupferfarben sein. Foto: Blinker

Die Weite des Reviers nutzen

Vor Rügen wurden zunächst die ufernahen Bereiche befischt, die in diesem Revier jedoch bereits 30 bis 35 Meter Tiefe aufweisen können. Mit der Zeit wurden dann auch weiter draußen liegende Reviere mit Tiefen bis zu 45 Metern erkundet. Heute schrecken die Profis nicht einmal mehr vor 20 Meilen Anfahrt in die Lachsreviere zurück – geeignete Boote vorausgesetzt. Später in der Saison kann man gelegentlich auch das andere Extrem beobachten: Dann werden selbst kapitale Lachse in weniger als 20 Metern Wassertiefe in Küstennähe gehakt.

Ungeachtet der Wassertiefe stellt sich die Frage, ob die Köder generell eher tief oder flach angeboten werden sollten? Hierauf gibt es keine pauschale Antwort. Werden an einem Tag die Fische ausschließlich an der Oberfläche gefangen, beißen sie wenige Tage später überwiegend in mehr als 20 Metern Tiefe. Wer seine Ruten also variantenreich auslegt und mehrere Wasserhorizonte ausprobiert, hat am Ende meistens die Nase vorn.

Ab in die Tiefe! An Downriggern werden die Köder nach unten befördert. Je nach Saison jagen die Lachse in unterschiedlichen Tiefen.

Ab in die Tiefe! An Downriggern werden die Köder nach unten befördert. Je nach Saison jagen die Lachse in unterschiedlichen Tiefen. Foto: F. Petersen

Feste, bekannte Fangplätze spielen vor Rügens Küsten ohnehin nur eine untergeordnete Rolle. Lachse ziehen auf ihren Beutezügen weit umher. Und so hat Suchen und Ausprobieren noch nie geschadet. Größere Ansammlungen von Trollingbooten können zwar darauf hindeuten, dass dort gerade Lachse gefangen werden. Abseits des Trubels findet man aber mehr Ruhe und dabei erstaunlich häufig Lachsansammlungen, die man dann ganz für sich alleine befischen kann. Auch ohne detaillierte Revierkenntnisse hat man somit immer gute Fangchancen.

Aber selbst vor Rügen gibt es keine Garantie, schon bei der ersten Ausfahrt das große Los zu ziehen. Wer jedoch zur richtigen Zeit ein paar Tage vor Ort mit offenen Augen im Revier seinen eigenen Weg sucht, wird schnell feststellen, dass sonderlich viel Anfängerglück hier nicht vonnöten ist. Lachs liegt hier einfach in der Luft – und vielleicht auch schon bald in ihrem Boot.

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