Barschangeln mit Wurm: Erfolgstaktiken für beißfaule Fische

Ein Blick in die Blinker-Hitparade verrät: Immer noch werden fast die Hälfte aller kapitalen Fische mit Wurm gefangen. Vor allem der Tauwurm ist Köder Nummer 1. Wir zeigen Euch hier, wie vielfältig das Barschangeln mit Wurm sein kann.

Barschangeln mit Wurm ist besonders bei beißfaulen Fischen und viel beangelten Gewässern effektiv.

Bild: BLINKER/R.Schwarzer

Barschangeln mit Wurm ist besonders bei beißfaulen Fischen und viel beangelten Gewässern effektiv.

Moderne Barschangler diskutieren viel über Köderformen und -farben ihrer Gummifische. Dabei werden Naturköder wie der Tauwurm oft gar nicht erwähnt, denn Angeln mit Natur gilt als „old school“.  Doch ich habe die Erfahrung gemacht: An vielen Gewässern, an denen die Barsche tagtäglich mit Gummiködern konfrontiert werden, ist das Barschangeln mit Wurm oft die einzige Fanggarantie, um vor allem die größeren Barsche an den Haken zu bekommen. Besonders der Tauwurm punktet dann bei den kapitalen Exemplaren.

Finesse-Techniken zum Barschangeln mit Wurm

Als erstes kommt der Tauwurm bei mir beim Dropshotten zum Einsatz. Diese Finesse-Angeltechnik, bei der der Einzelhaken direkt ins Vorfach gebunden wird, lässt sich sowohl von Land als auch von Stegen oder vom Boot aus praktizieren. Bei letzterem fische ich vertikal, lasse also meine Montage senkrecht an der Reling ab. Für das Fischen vom Boot aus in großen Gewässern, braucht man ein Echolot, um die guten Barschstellen zu finden. Beim Barschangeln mit Wurm vom Ufer werfe ich aus und führe den Tauwurm dann mit der Rute zurück, die ich nach oben in der 10-Uhr-Stellung halte. So werden die Bisse bestens angezeigt.

So wird der Wurm zum Barschangeln angeködert:

Ich verwende drei unterschiedliche Arten, um meinen Tauwurm anzuködern:

  1. Ich steche den Wurm  mit dem Haken zweimal durch die Mitte.
  2. Ich ziehe den Wurm vom Kopf her zwei bis drei Zentimeter auf den Haken und lasse die Spitze herausschauen.
  3. Ich steche den Wurm zweimal mittig auf einen Jigkopfhaken.

Mit der ersten Anköderungsart lassen sich vor allem Flachwasserzonen nach Barschen absuchen. Der Wurm braucht nicht weiter beschwert zu werden. Ich befestige höchstens ein Bleischrot vor dem Haken, auf dem sich der Wurm ringelt.

Die zweite Version des Anköderns eignet sich für die klassische Dropshotmontage. Das Blei am Ende des Fluorocarbon-Vorfachs bleibt nach dem Wurf auf dem Grund liegen. Über die Rute wird der Tauwurm leicht angehoben, wobei er sich verführerisch ringelt. Die meisten Bisse kommen in der Ruhephase und sind deutlich über die geflochtene Schnur und die Rute spürbar.

Wenn die Fische ganz eng am Grund stehen und ich schneller fischen möchte, kommt der Wurm am Jighaken zum Einsatz. Dieser wird hebend und senkend geführt. Die Barsche packen meistens in der Absinkphase zu.

Zweimal durchstochen am Dropshot-System – so schmeckt der Wurm den Barschen.

Bild: BLINKER/Archiv

Zweimal durchstochen am Dropshot-System – so schmeckt der Wurm den Barschen.

Bleiwahl beim Angeln mit Wurm

Beim Dropshotten verwende ich drei Bleiformen: ein Kugelblei, ein Stab-Blei und ein Birnenblei. Diese halten meine Köder stabil am Gewässergrund.  Das Stab-Blei eignet sich auch an hindernisreichen Plätzen, weil es sich weniger schnell festhängt, als das kompakte Kugel- oder Birnenblei. Das Birnenblei kommt vor allem im Fluss zum Einsatz, wo es stabil am Grund steht, wenn es entsprechend schwer gewählt wird (25 bis 50 Gramm). Dies ist sehr wichtig,  um den Tauwurm so ruhig wie möglich präsentieren zu können.

Beim Angeln mit Dropshot sollte der Haken möglichst im rechten Winkel vom Vorfach abstehen. Dazu wird er direkt in die Schnur gebunden. Ich mache das am liebsten mit dem Palomarknoten. Wichtig ist, dass man nach dem Anknoten des Hakens das untere Ende der Schnur  noch einmal durch das Hakenöhr führt. So steht der Haken im rechten Winkel vom Vorfach ab. Das Vorfach binde ich aus 0,30er bis 0,40er  Fluorocarbon in einer Länge von 1,20 Meter.

Als Haken für den Tauwurm verwende einen kurzschenkligen Karpfenhaken mit Öhr in der Größe 1 oder 1/0. Die sind so stark, dass sie auch bei Kapitalen nicht aufbiegen.

Der Palomarknoten lässt den Haken im rechten Winkel von der Hauptschnur abstehen.

Bild: BLINKER/Archiv

Der Palomarknoten lässt den Haken im rechten Winkel von der Hauptschnur abstehen.

Pose fürs Freiwasser

Wenn die Fische nicht direkt am Grund, sondern im Freiwasser stehen,  biete ich den Tauwurm an einer Posenmontage an. Ich verwende dazu Hechtposen mit einer Tragkraft zwischen 6 und 10 Gramm,  je nach Strömung und Wassertiefe. Die Rutenlänge  zum Posenangeln sollte zwischen 3 und 3,60 Meter liegen. Ganz wichtig: Die Ruten dürfen nicht zu hart sein, da Barsche ein weiches Maul haben und schnell mal ausschlitzen können. Am besten verwendet man Modelle mit Wurfgewichten zwischen 25 und 40 Gramm. Gekoppelt sind die Ruten mit Rollen der 2000er bis 3000er Größe, die mit 0,12er Geflechtschnur bespult sind. Als Haken kommt bei mir ein Standard Wurmhaken in den Größen 4 oder 6 zum Einsatz.

Auch an der Pose angeboten, ist der Tauwurm ein echter Barschgarant. Um die Würmer länger frisch zu halten, kann in die Dose etwas frisches Gras oder Moos gelegt werden.

Bild: BLINKER/Archiv

Auch an der Pose angeboten, ist der Tauwurm ein echter Barschgarant. Um die Würmer länger frisch zu halten, kann in die Dose etwas frisches Gras oder Moos gelegt werden.

Walking Dead

Eine Top-Fangmethode auf zickige Barsche ist das Angeln mit Walker-Blei und auftreibendem Tauwurm am Slow Death-Haken.  Walker Bleie haben eine besondere Form, die sie unanfällig gegen Hänger macht. Ihr Körper mit dem Winkel ist ideal, den Köder im Zeitlupentempo über den Grund zu führen.

  1. Bei der Barschmontage zieht man zuerst das Blei auf die Hauptschnur, dann folgen eine Perle und ein Wirbel, der ans Ende der Hauptschnur gebunden wird.v
  2. In dessen unteres Ende wird das Vorfach eingehängt. Dieses sollte die 50 Zentimeter nicht überschreiten, zumal sich noch ein Schwimmkörper auf dem Vorfach befindet, der dem Köder Auftrieb verleiht.
Die Montage mit einem Floating Jighead und einem halben Tauwurm am Haken.

Bild: BLINKER/Archiv

Die Montage mit einem Floating Jighead und einem halben Tauwurm am Haken.

André Pawlitzki mit der Walker-Blei Methode. Er verwendet als Auftrieb zwei Styroporkugeln am oberen Hakenende.

Bild: BLINKER/S.Kaufmann

André Pawlitzki mit der Walker-Blei Methode. Er verwendet als Auftrieb zwei Styroporkugeln am oberen Hakenende.

Fängiger Dreh beim Barschangeln mit Wurm

Mein Kollege zieht dazu eine Brandungsperle auf das Vorfach, die sich leicht verschieben lässt. Ans Ende bindet er einen Slow Death Haken. Dieser sorgt durch seine besondere verwundene Form dafür, dass der Köder beim Einholen rotiert und so für noch mehr Aufmerksamkeit unter Wasser sorgt.

Ich selber klebe mit Sekundenkleber zwei kleine Styroporkugeln oben am Hakenschenkel an. Das reicht völlig aus, um einen halben Tauwurm zum Auftreiben zu bringen. Außerdem gibt es am Markt auch „Floating Jigheads“ mit einem auftreibenden Kopf.

Als Köder kommt ein Tauwurm zum Einsatz, vor allem wenn die Barsche in den Wintermonaten wieder zickiger sind und an manchen Tagen Gummiköder völlig verschmähen. Geführt wird die Montage beim Barschangeln mit Wurm an einer mittelstarken Feederrute. Nach dem Auswerfen wartet man bis das Walker-Blei am Grund angekommen ist, dann beginnt man langsam mit dem Einholen. Bisse werden deutlich über die feine Feederspitze angezeigt. Bemerkt man einen Biss, senkt man kurz die Rute und setzt dann einen Anhieb. In 95 Prozent aller Fälle ist der Barsch dann gehakt.

Ein Slow Death-Haken verleiht der Montage einen fängigen Dreh.

Bild: BLINKER/S.Kaufmann

Ein Slow Death-Haken verleiht der Montage einen fängigen Dreh.

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