Fehmarnbelt: Angler reichen Klage ein

Gegen das Angelverbot in der Schutzzone im Fehmarnbelt wird nun am Verwaltungsgericht Schleswig gerichtlich vorgegangen.

Da alle Proteste bislang keinen Erfolg gegen das Angelverbot im Fehmarnbelt erzielt haben, wird nun Klage vor dem Verwaltungsgericht Schleswig eingereicht. Foto: BLINKER

Jetzt ist Schluss! Nach zahlreichen Protesten wie Unterschriftenaktionen und Angeldemos wird jetzt Klage gegen das Angelverbot im Fehmarnbelt beim Verwaltungsgericht Schleswig eingereicht. Initiator ist Thomas Deutsch vom Hochseeangelbetrieb MS Einigkeit in Heiligenhafen. Er klagt stellvertretend für alle Angler und Angelkutterbetriebe und möchte damit erreichen, dass das Angelverbot im Fehmarnbelt aufgehoben wird. Nachdem alle Protestmärsche erfolglos blieben, ist das ein Schritt, der jetzt endlich Bewegung in Sache bringen soll.

Denn das Angelverbot gilt nur für Angler, während Fischkutter, Kreuzfahrt- und Containerschiffe weiterhin über die Schutzgebiete hinweg fahren und durch Schadstoffeinträge und Fischfang die Gebiete nachhaltig schädigen.

Barbara Hendricks (SPD) hat am 22. September 2017, zwei Tage vor der Bundestagswahl, ein Angelverbot in Schutzgebieten der Ost- und Nordsee unterschrieben und durchgesetzt. Die Begründung liegt im Rückgang der Dorschbestände, die durch das Angelverbot geschützt werden sollen. Doch eine wissenschaftliche Begründung für das Angelverbot liegt nicht vor. Neben dem Fehmarnbelt wurden auch im Borkum Riffgrund, Kadettrinne, Pommersche Bucht – Rönnebank und dem Sylter Außenriff Schutzzonen eingerichtet, in den das Angel ganzjährig bzw. zu bestimmten Zeiten verboten ist.

In diesen ausgewiesenen Schutzgebieten der nord- und Ostsee gilt ab dem 28.09.2017 ein Angelverbot. Grafik DAFV

In diesen ausgewiesenen Schutzgebieten der nord- und Ostsee gilt ab dem 28.09.2017 ein Angelverbot. Grafik DAFV/AngelWoche

Rückgang des Angeltourismus

Besonders der Angeltourismus hat unter den Schutzzonen zu leiden. In Heiligenhafen gingen zum Beispiel die Buchungen der Kutterausfahren um 27 Prozent zurück. Das ist für die Kapitäne ein herber finanzieller Verlust, durch den auch schon einige Betriebe dichtmachen mussten. Neben dem errichten der Schutzzonen wurde auch das Bag Limit eingeführt. So durften in der Laichzeit nur drei Dorsche pro Tag und Angler gefangen werden und außerhalb der Zeit fünf. Auch das war ein wichtiger Grund, der für den Rückgang des Angeltourismus geführt hatte. Denn viele Kutterangler nehmen für diese „geringe“ Fangmenge nicht mehr so einen weiten Anreiseweg in Kauf.

Doch bezüglich des Bag Limits könnte es in diesem Jahr noch eine neue Entscheidung geben – und das zugunsten der Angler. Denn laut Forschungen hat sich der Bestand von 2016 durch die zahlreichen Maßnahmen wieder erholt und wird jetzt geschlechtsreif. Das bedeutet, es könnte eine Anhebung Fangmenge kommen. Während in diese Richtung etwas Bewegung ins Spiel kommt, bleibt eine Entscheidung bis zu einem Gerichtsurteil über die Schutzzonen abzuwarten.

1 Kommentar0 Antworten

  1. Profilbild von teehawk

    Meine Prognose: Gar nix wird passieren!
    Anscheinend können Politiker und Manager doch machen was sie wollen. Weder Anglerverbände noch Angelzeitschriften oder andere Interessenvertreter der Freizeitangler setzen sich für die Angler ein, sondern schauen einfach zu. Die Berufsfischerei dezimiert seit Jahrzehnten mit immer ausgeklügelteren Fangmethoden die Fischbestände (Schleppnetze, die über den Grund pflügen und einfach alles abrasieren, Schwärme, die umkreist und mit einer Art Staubsauger ins Boot gepumpt werden) und alle schauen zu. MSC-Siegel, die nicht die Tinte wert sind, mit der sie gedruckt werden, spielen dem Verbraucher vor, dass er ein gutes Gewissen beim Kauf haben kann, obwohl der Fisch aus gefährdeten Beständen stammt. Die vom MSC bezahlten Wissenschaftler vom Thünen Institut aus Rostock, veröffentlichen Statistiken, die so manipuliert werden, dass daraus gelesen werden kann, dass wir Angler genauso viel Fisch entnehmen wie die Berufsfischerei (so was von lächerlich). Erreichen aber damit, dass die Berufsfischerei 3mal soviel Fisch entnehmen darf, wie eigentlich geplant, auf Kosten der Freizeitangler.

    Mein Vorschlag: Verbot jeglicher Berufsfischerei für 3 Jahre. Verbietet dann jegliche Art von Fischerei, die ganze Schwärme auslöscht und zu viel Beifang erzeugt. Legt den Berufsfischern die selben Regeln auf, die ihr uns Anglern auferlegt: Der Fisch muss sofort nach dem Fang waidgerecht getötet werden! Da die aktuellen kommerziellen Fangmethoden unter dieser Bedingung nicht umsetzbar wären, würde sich das Problem von alleine erledigen…

    Folgen: Fisch wäre wieder ein wertvolles Nahrungsmittel und würde so behandelt werden, wie es ihm eigentlich gebührt. Wir hätten wieder viel Fisch in Nord- und Ostsee und auch größere Exemplare und nicht mehr nur den Kindergarten (40 cm Mindestmaß für einen Dorsch, wer nimmt den denn mit?). Na klar, es würde wohl die Berufsfischer in die Insolvenz treiben, aber das haben sie sich doch selber eingebrockt. Raubbau führt zum Verlust der Existenzgrundlage. Nur sollte man einschreiten, bevor es zu spät ist…


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