Angelverbot in Schutzgebieten der Ost- und Nordsee ist jetzt beschlossen

Nun ist amtlich: Seit heute, dem 28. September 2017, wurde durch Bundesministerin Hendricks (SPD) das Angelverbot in Schutzgebieten der Ost- und Nordsee abgesegnet. Dies betrifft alle Angelboote und Kutter, die in den ausgewiesenen Gebieten nicht mehr Angeln dürfen. Fischer hingegen dürfen weiterhin ihre Netze auslegen.

Das Angelverbot in Schutzgebieten der Ost- und Nordsee ist für alle Angler ein Schlag ins Gesicht. Foto: BLINKER/PB

Das Angelverbot in Schutzgebieten der Ost- und Nordsee ist für alle Angler ein Schlag ins Gesicht. Foto: BLINKER/PB

Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit Barbara Hendricks (SPD) hat am 22. September 2017, zwei Tage vor der Bundestagswahl, ein Angelverbot in Schutzgebieten der Ost- und Nordsee unterschrieben. Betroffen sind folgende Gebiete:

  • Borkum Riffgrund
  • Fehmarnbelt
  • Kadettrinne
  • Pommersche Bucht – Rönnebank
  • Sylter Außenriff

Bereits im Oktober letzten Jahres haben Angelkutterkapitäne einen Schutz- und Klagefond gegründet, um gegen das Angelverbot in den Schutzgebieten vorzugehen. Doch leider war dieser Versuch vergebens. Nun stehen nicht nur Existenzen auf dem Spiel, sondern auch die Freiheit des Angeln wird damit beschnitten.  „Wir haben dieses zur Kenntnis genommen. Ideologie hat gegenüber der Vernunft gesiegt. Jetzt gilt unsere ganze Anteilnahme den ohne Not in ihrer Existenz bedrohten Familien an der strukturschwachen deutschen Küste.“, so Lars Wernicke vom Organisationsteam Anglerdemo, die sich ebenso gegen das geplante Angelverbot stark gemacht haben.

In diesen ausgewiesenen Schutzgebieten der nord- und Ostsee gilt ab dem 28.09.2017 ein Angelverbot. Grafik DAFV

In diesen ausgewiesenen Schutzgebieten der nord- und Ostsee gilt ab dem 28.09.2017 ein Angelverbot. Grafik DAFV/AngelWoche

Fehlende Begründung für Angelverbot in Schutzgebieten der Ost- und Nordsee

„Ich weiß nicht, wie wir das überleben sollen“, sagt Kutterkapitän der MS „Südwind“, Willi Lüdtke gegenüber der Kieler Nachrichten. So wie er, sind auch viele andere Angekutter von dem Angelverbot betroffen. Sie haben gehofft, sie haben gebangt und am Ende letztendlich doch verloren. Die Gründe, warum das Verbot durchsetzt wurde, sind jedoch völlig unklar. Denn es wird damit in keiner Weise der Schutz der Meere gefördert, solange Fischer, Kreuzfahrt- und Containerschiffe über diese Schutzgebiete hinweg fahren und weiter durch Schadstoffeinträge und Fischfang die Gebiete nachhaltig schädigen.

Doch warum dieses Verbot nur uns Angler betrifft, dass weiß Frau Hendricks nur alleine. Vor allem wenn man bedenkt, dass aus eignen Reihen der SPD, genauer gesagt von Bettina Hagedorn, stellvertretende Landesvorsitzende der SPD Schleswig-Holstein, im April zur Fishing Masters Show auf Fehmarn eine offene Stellungnahme gab. Dort sprach sie sich gegen das Angelverbot aus. Nun, ein halbes Jahr später, hat auch dies nichts gebracht.

Auch der Deutsche Angelfischer Verband e.V. (DAFV) kritisiert diese Entscheidung auf seiner Homepage aufs Schärfste. Der DAFV sieht, dass in dem Diskussionsprozess der letzten eineinhalb Jahre das Ministerium sich bewegt hat, die Gebiete, in denen das Angeln verboten ist, deutlich verkleinert und auch zeitliche Begrenzungen gesetzt wurden. Es ist gleichwohl fraglich, ob für den Meeresschutz diese Verbote mehr sind als reine Symbolpolitik. Sachlich sind sie nicht begründet.

Der DAFV befürchtet, dass Angelverbote auch in den Schutzgebietsverordnungen der Länder Schule machen werden. Happach-Kasan, Präsidentin des Deutschen Angelfischerverband, möchte das Verbot nun genau prüfen und danach entscheiden, ob eine Klage vor dem Verwaltungsgericht Bestand hätte.

1 Kommentar1 Antwort

  1. Profilbild von fredipo

    Das Verbot ist nicht aus der Nase gezogen, sondern wurde durch die Tatsache hervorgerufen, dass es keinen Bestände mehr gibt. Viele Angler haben Verständnis dafür. In Ländern wie Portugal haben diese Zonen zu einem nachhaltigen Anstieg der Bestände geführt. Genauso wird es auch bei uns in ein paar Jahren sein. In den vergangenen Jahren haben die Kutterkapitäne die Bestände angefahren. Was zählte war die Kundenzufriedenheit und nicht die Waidgerechtigkeit. Selbst zu kleine Dorsche landeten in den Kisten. Laichdorsche wurden aus dem Wasser gezogen und schöne Fotos gemacht. Jetzt ist der Fisch weg und das Geheule groß. Kein Mitleid von meiner Seite.

    • Profilbild von teehawk

      Auf welchem weit entfernten Planeten lebt man, wenn man denkt, dass das selektive Entnehmen von einzelnen Dorschen durch Angler aus einem Schwarm auch nur annährend zum Aussterben dieser Fischart in der Ostsee führen kann???
      Gewerbliche Fischer mit Ihren Schleppnetzen und Reusen löschen mit einem Hol ganze Schwärme aus und dezimieren somit die Dorschbestände. Noch schlimmer, sie freuen sich über solch einen Fang auch noch riesig (siehe Video im Blinker-Artikel ca. 11:30 min https://www.blinker.de/angelmethoden/raubfischangeln/news/geplantes-aalangel-verbot-in-der-ostsee-2018/, auch der Kommentator versteht nicht welches „Verbrechen“ die Berufsfischer da begehen). Das ist für mich eine logische Tatsache, die man nicht weg diskutieren kann. Daher ist auch das einseitige Verbot für Angler und nicht für Berufsfischer absolut realitätsfremd und entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage.
      Ich vermute mal, dass die angesprochenen Schonbezirke in Portugal für alle gelten und nicht nur für Angler. Natürlich sind sie dann effektiv. Man sollte aber nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
      Eine Null-Quote für die Berufsfischerei für mind. 3 Jahre wäre die richtige Antwort auf die nicht nachhaltige Netzfischerei der letzten Jahre gewesen. Sollen sie doch auf nachhaltige Fischereimethoden umsatteln. Genügend Alternativen zum Netz gibt es ja wohl, die auch selektiver fischen können. Und wenn jetzt wieder Stimmen laut werden, dann würde Fisch ja viel teurer für den Endverbraucher werden. Ja und? Das wäre doch wünschenswert. Fische müssen so teuer sein, dass es weh tut, wenn man ihn wegwirft. Nur etwas wertvolles wird auch so behandelt…


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