Steckbrief Petermännchen – Kreuzotter des Meeres

Achtung! Dieser Fisch ist nicht so harmlos wie die meisten anderen Bewohner unserer Gewässer. Das Petermännchen gehört mit zu den gefährlichsten Gifttieren Europas, denn es trägt mehrere Giftstacheln. Immer wieder kommt es zu Vergiftungen, auch in Deutschland.

Aufgrund seiner fiesen Giftstacheln ist das Petermännchen sehr gefährlich. Es gehört mit zu den gefährlichsten Gifttieren Europas. Foto: J. Radtke

Bild: J. Radtke

Aufgrund seiner fiesen Giftstacheln ist das Petermännchen sehr gefährlich. Es gehört mit zu den gefährlichsten Gifttieren Europas.

Das gewöhnliche Petermännchen gehört in die Ordnung der barschartigen Fische und es ist unter anderem ein Bewohner unserer Nord- und Ostsee. Der relativ farbenfroh aussehende Fisch vergräbt sich gerne in Sandböden und lebt für gewöhnlich in den Küstenzonen eines Gewässers. Der Fisch erreicht eine Maximallänge von knapp 50 Zentimetern, wobei die Durchschnittslänge zwischen 20 und 30 Zentimetern liegt. Er hat ein oberständiges Maul und auch die Augen sind nach oben gerichtet. Er ist grün-bräunlich gefärbt, wobei die Oberseite einen deutlich dunkleren Farbton annimmt, als die Unterseite. Häufig ist der Farbton dem Untergrund angepasst.

Die Flanken des Petermännchens sind von einer durchgehend hellblauen Musterung verziert. Gefährlich ist die typische Rückenflosse mit den großen Stachelstrahlen. Und zwar enthalten die 5 bis 8 Stacheln der Rückenflosse Gift und dienen dem Fisch als Abwehrwaffe. Gleiches gilt für einen kräftig gebauten Giftstachel, welcher sich am oberen Rand jedes Kiemendeckels befindet. Die kleinen Stacheln zwischen den Augen sind beim gewöhnlichen Petermännchen ungefährlich.

Die Giftstacheln der Rückenflosse und das giftige Ende der Kiemendeckel enthalten ein giftiges Drüsengewebe, das beim Stich freigesetzt wird. Foto: S. Rose

Bild: S. Rose

Die Giftstacheln der Rückenflosse und das giftige Ende der Kiemendeckel enthalten ein giftiges Drüsengewebe, das beim Stich freigesetzt wird.

Nahrung, Fortpflanzung & Lebensdauer

Das Petermännchen ist sehr gefräßig und ernährt sich meist von Garnelen, Grundeln, Sandaalen und Würmern. Bis zu den Augen im Sand vergraben, lauert der Fisch auf seine Beute. Die Laichzeit beginnt im Juni und hält bis April an. Zum Laichen begibt sich das Petermännchen gerne ins Flachwasser, aber normalerweise hält es sich im Sommer in einer Tiefe von 5 bis 15 Metern auf. Im Herbst schwimmt der Fisch dann in tiefere Zonen, in bis zu 150 Metern Tiefe kann es vorkommen. Das Petermännchen wird etwa 3 bis 5 Jahre alt.

Was tun, wenn ein Petermännchen sticht?

Da das Petermännchen zum Laichen gerne in flachere Gewässerzonen wandert, und sich die Laichzeit mit der „Badesaison“ in der Nord- und Ostsee überschneidet, ist die Gefahr beim Baden gestochen zu werden vergleichsweise besonders hoch. Auch als Beifang von unwissenden Anglern kommt es vergleichsweise häufig zu Stichen. Sollte ein Stachel die Haut durchbohren, wird ein giftiges Drüsengewebe freigesetzt. Das Gift verteilt sich im ganzen Körper und führt neben einer Schwellung und Rötung der Einstichstelle zu extremen Schmerzen. Dabei können andere Allgemeinsymptome, wie zum Beispiel Fieber und Kopfschmerzen begleitend auftreten.

Da dieser Fisch gerade zur Badesaison gerne zum Laichen ins Flachwasser kommt, werden die meisten Leute zu dieser Zeit gestochen. Aber auch Angler verletzen sich regelmäßig am Petermännchen.

Bild: BLINKER / Jürgen Scholz

Da dieser Fisch gerade zur Badesaison gerne zum Laichen ins Flachwasser kommt, werden die meisten Leute zu dieser Zeit gestochen. Aber auch Angler verletzen sich regelmäßig am Petermännchen.

Damit es aber gar nicht so weit kommt, gibt es ein paar Maßnahmen, die getroffen werden können. Mit Badeschuhen ist man beim Baden schon mal auf der sicheren Seite. Beim Angeln erfüllen Arbeitshandschuhe den gleichen Zweck, und man beugt potentiellen Stichen vor. Falls es doch zu einem Stich kommt, sollte der Stachel sofort entfernt und die Einstichstelle desinfiziert werden. Anschließend sollte die Stelle schnellstmöglich auf über 50 Grad erhitzt werden, beispielsweise mit heißem Wasser, oder einem Fön. Das giftige Drüsengewebe ist hitzeempfindlich und stirbt dadurch ab. Das kann die Wirkung des Giftes mildern, aber trotzdem sollte man nach einem Stich einen Arzt aufsuchen, der eine allergische Reaktion stoppen kann.

Verwertung

Auch wenn man es nicht denken würde, trägt ein Petermännchen sehr gutes Fleisch, und manche Angler gehen sogar gezielt auf diesen Fisch. Immerhin gehört er zu den Barschartigen und hat auch im Meer enge verwandte, die auch sehr beliebt in der Küche sind (Rotbarsch, Wolfsbarsch). Auch beim Schlachten sollte man zunächst Arbeitshandschuhe tragen: Die Stachelstrahlen und die Kiemendeckeldornen muss man nämlich mit einer scharfen Schere abschneiden und so „entschärfen“. Der weitere Verlauf ist unkompliziert. Das Fleisch ist ungiftig und kann ganz normal zubereitet werden. Ein Petermännchen soll wirklich sehr lecker sein!

Das Petermännchen soll wirklich sehr lecker sein. Nur muss man beim Verwerten auf jeden Fall aufpassen! Foto: S. Rose

Bild: S. Rose

Das Petermännchen soll wirklich sehr lecker sein. Nur muss man beim Verwerten auf jeden Fall aufpassen!

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