Steckbrief Meeräsche

Wer im Sommer durch ein Hafenstädtchen schlendert, sei es am Mittelmeer, an der Nordsee oder in Irland, der sollte ruhig mal eine dicke Lippe riskieren

Wo und wann Wer im Sommer durch ein Hafenstädtchen schlendert, sei es am Mittelmeer, an der Nordsee oder in Irland, der sollte ruhig mal eine dicke Lippe riskieren. Denn Meeräschen sind nicht unfangbar, auch wenn viele Angler dieses Märchen immer noch glauben.
Ob nun die Dicklippige oder die ­Dünnlippige Meeräsche, man findet beide Arten in der warmen Jahreszeit in vielen Häfen West- und Süd­europas. Hier patrouillieren ganze Trupps direkt an den Kaimauern entlang, fressen winzige Schnecken, Krebschen und andere Kleintiere. Außerdem lieben Meeräschen die Häfen, weil sie sich hier sattfressen können an den Abfällen und Resten der Fisch­industrie.
Zusätzlich weiden die Fische Algen an Hafenbauten, Bootsrümpfen, Pfählen oder Tauen ab. Wer Meeräschen fangen will, muß sie zunächst beobachten und schauen, was sie fressen und das ist in vielen Häfen gar keine Schwierigkeit. Häfen sind also Topreviere für Meeräschen. Darüberhinaus findet man sie in anderen ruhigen, ufernahen Meeres-Teilen, beispielsweise in Buchten oder Flußmündungen. Manchmal ziehen die Schwärme auch weit die Flüsse hinauf.
Schönes Wetter ist zugleich Meeräschen-Wetter. Wenn es stürmt, dann sinken die Chancen, die herrlichen Kämpfer an den winzigen Haken zu kriegen. Bei Wind sucht man sich am besten eine geschützte Stelle, beispielsweise hinter einer Mole oder Kaimauer, und angelt dort. Wer will, kann sogar nachts im Schein einer Hafenlaterne auf Meeräschen angeln, ansonsten gelten die Morgenstunden als optimal. In der Nordsee sind die Monate Juli, August und September die beste Fangzeit. Ab Oktober, wenn das Wasser kühler wird, verschwinden die Schwärme; bis Mai/Juni tut sich dann nichts mehr.
Immer besser werden die Meeräschen-Fänge in den holländischen Küstengewässern, beispielsweise bei Zeeland und in der Oosterschelde, sowie in den Häfen von Hoek van Holland, Scheveningen oder Den Helder. In Deutschland hat man auf Amrum, Föhr und Helgoland Chancen, manchmal auch in den Häfen von Meldorf und Büsum. In der Ostsee gelingen dagegen allenfalls seltene Glücksfänge. Am längsten dauert die Saison im sonnigen Südeuropa: Bis in den Spätherbst hinein kann man hier sein Glück auf Meeräschen versuchen.

Ein Fisch, dem man ansieht, daß er gut in Form ist. Die Meeräsche ist ein Gegner, der den Angler im Drill schwitzen läßt. Der Europa-Rekord­­fisch (aus England) wiegt knapp 13 Pfund.

Ein Fisch, dem man ansieht, daß er gut in Form ist. Die Meeräsche ist ein Gegner, der den Angler im Drill schwitzen läßt. Der Europa-Rekord­­fisch (aus England) wiegt knapp 13 Pfund.

Wie und womit Meeräschen fängt man nicht einfach man überlistet sie. Fast alles, was sonst zum Meeresangeln dazugehört, sollte man beim Meeräschen-Angeln daheim lassen. Statt dessen verhalte man sich ähnlich, als wolle man im Süßwasser ein paar mißtrauische Döbel überlisten. Mit dieser Einstellung sollte es gelingen, früher oder später auch Meeräschen zu fangen.
Rute, Rolle und Schnur wähle man entsprechend fein. Die Schnur darf allerhöchstens 0,25 mm dick sein, besser sind 0,18 mm. Ganz wichtig ist, daß die Rolle mit einer sauber arbeitenden Bremse ausgerüstet ist. Daß man mit der dünnen Schnur keine mehrpfündige Meeräsche aus dem Wasser heben und eine Kaimauer hochhieven kann, versteht sich von selbst. Man muß vorher genau überlegen, wie und wo man einen guten Fisch landen will. Notfalls kann man die Meeräsche mit einer Köderfischsenke auf die Pier heben.
Bis es soweit ist, kann Zeit ­vergehen. Oft sind die Fische über­aus vorsichtig, sie fressen zwar das Futter (Brotflocken, Fischbrei, Teig), aber verschmähen den Köder am Haken. Der Köder sitzt auf einem kleinen Haken, höchstens Größe 8, lieber noch viel kleiner bis hinunter zu Größe 16. Man kann mit winzigen Brotflocken fischen, maiskorngroßen Fischstückchen, winzigen Nudelhäppchen, Maden und anderen Partikelködern. Hauptsache, die Köder sind klein. Anfüttern, am besten täglich immer am gleichen Platz, ist sinnvoll noch eine Parallele zum Süßwasserangeln.
Das Angeln mit Pose ist sicherlich eine gute Allround-­Methode, um Meeräschen zu überlisten. Geeignet sind feine Süßwasserposen, beispielsweise leichte Waggler. Normalerweise bietet man den Köder in einer Tiefe von ein bis zwei Metern an. In England benutzen Angler statt einer Pose manchmal auch eine kleine durchsichtige Wasserkugel. Vorteile: Man kann weiter auswerfen, die Kugel fällt kaum auf, und der Köder, der an einem längeren Vorfach vorne an die Wasserkugel geknotet ist, sinkt völlig unbebleit und somit langsam im Wasser ab. Schwierig ist es andererseits, die Bisse zu erkennen, vor ­allem auf Distanz.
In vielen Häfen kommt es nicht auf Wurfweite an, häufig sieht man die Fische sogar ganz nahe am Ufer oder an der Kaimauer stehen. Jetzt sollte man mit völlig freier Leine fischen. Also: weder Pose noch Blei. Nur die Schnur, einen winzigen Haken, den möglichst kleinen Köder. Man füttert an und senkt den Köder auf das Wasser. Der Köder verhält sich jetzt ähnlich wie das Futter und sinkt extrem langsam den hoffentlich hungrigen Meeräschen entgegen.
Der Schwarm vieler Urlaubs­angler: In Flußmündungen und Hafenbecken drängen sich im Sommer manchmal riesige Schwärme von ­Meeräschen.

Der Schwarm vieler Urlaubs­angler: In Flußmündungen und Hafenbecken drängen sich im Sommer manchmal riesige Schwärme von ­Meeräschen.

In Irland füttern Experten statt mit Teig einfach mit etwas Fischbrei an, in dem zusätzlich einige kleine gepulte Krabbenstückchen enthalten sind. Auf den Haken schieben sie ein Krabbenstückchen von der Größe eines Maiskorns und angeln dann wie beschrieben auf Sicht. Nimmt eine Meeräsche den Köder, dann muß man sofort anschlagen, sonst spuckt sie den Köder wieder aus, sobald sie den Haken an der ­Sache mitkriegt.
Apropos Sicht: Wenn man die Meeräschen auf Sicht angelt, dann sehen sie umgekehrt den Angler ebenfalls. Also gilt es, sich äußerst vorsichtig am Wasser zu verhalten, vielleicht hinzukauern oder gar hinzu­legen, um die vorsichtigen Fische zu überlisten. Auch das erinnert an die Pirsch auf ­Döbel.

Vorkommen

Von Afrika bis Skandinavien: Die Meeräsche ist weit verbreitet. 
Die Meeräsche im Fischlexikon


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ANGELSEE-aktuell 03/2019

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ANGELSEE aktuell ist das einzige Magazin im deutschsprachigen Raum für die stetig wachsende Zahl der Angler, die an Angelseen, auch Forellenteiche genannt, ihre Köder auswerfen.
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