Amurkarpfen – der „Rasenmäher“ unter den Fischen

Was fressen Amurkarpfen? Diese Frage stellen sich viele Angler, zumal sie doch Hinweise auf den besten Köder gibt. Fotograf Edwin Hartwich hat spannende Beobachtungen gemacht.

Amur frisst Grassamen

Die Graskarpfen schwimmen vor den Füßen und reißen Grassamen ab.

Vor einigen Jahren musste unser Angelverein einen großen Weiher abfischen. Unter den Fängen waren auch 75 Amurkarpfen dabei, die in einen Waldsee umgesetzt wurden. Dieser See war voll mit der Gelben Teichrose, sowie Iris und Gräser in der Uferzone. Schilf fehlte gänzlich.

Doch was fraßen die Amure in dem See? Das wollte ich herausfinden. In den ersten heißen Maitagen konnte ich schöne Schuppen- und Spiegelkarpfen beobachten, aber auch einige Graskarpfen. Sie hatten den Winter gut überstanden und sahen wohlgenährt und gesund aus. Doch was fraßen die Amure?

Das schmeckt jedem Amur: Blüten vom Iris Blatt

Bild: E. Hartwich

Grasblüten schmecken jedem Amurkarpfen gut.

Die Amurkarpfen-Gras-Diät

Anfang Juni war ich bei heißen Temperaturen wieder am See. Dort sah ich etwas Sonderbares. Ein Irisblatt schwamm aufrecht stehend, gegen die Windrichtung, tauchte etwas ab, kam wieder hoch und zog ganz langsam seine Bahnen.  Dann tauchte das Blatt ab. Komisch! Ein paar Tage später an gleicher Stelle. Schon beim leisen Pirschen bemerkte ich größere Aktivitäten nahe am Ufer. Indianermäßig gewann ich Meter für Meter und kam nun in Sichtweite.

Durch die Polbrille erspähte ich eine ca. 1 m langen Fischleib mit großen in der Sonne glänzenden Schuppen. Es war ein Graskarpfen von etwa 10 kg. Doch was ging hier vor? Der Amur versuchte einige Grasblüten, die am Ende der Halme ins Wasser hingen, abzureißen. Immer wieder öffnete sich sein Maul. Mit schüttelnden Kopfbewegungen gelang es dem Fisch Grassamen von den Halmen zu reißen. Ja, dieser Fisch war eindeutig beim Fressen.

Amur mit Grasblüten im Maul.

Auch große Amure werden von kleinen Grasblüten satt.

Grasblüten als neue Köder

Dann schwamm der Amur im Abstand an mir vorbei. Ein Teil des Grases hatte er noch im Maul. Dann verlor ich ihn aus den Augen. Nach kurzer Pause schwamm ein weiterer Graser das Gras an. Das gleiche Spiel wie zuvor. Ein paar Tage später konnte ich erneut zwei große Graser beim „Rasenmähen“ der Grasblätter beobachten.

Ich habe bislang zwei Amurkarpfen gefangen und zwar beide mit einem Brötchenstück. Doch nun steige ich auf Binsensamen mit Stiel um. Sobald ich erfolgreich bin, werde ich berichten.

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