Ein Team von Fischereibiologen in Colorado setzte am frühen Freitag so viele Fische wie möglich vom Antero Stausee in umliegende Gewässer um. Sprecher der Colorado Parks and Wildlife (CPW) sprachen von einer gelungenen Aktion. Dabei waren ca. 1.000 Bachforellen mit Netzen und E-Fisch-Geräten gefangen worden, bevor sie in andere Gewässer umgesetzt wurden.
„Es gibt viele schöne Fische im Antero. Deshalb müssen wir sie einfach umsetzen“, betont Kyle Battige, einer der altgedienten Wasserbiologen. „Zwei Drittel der Fische waren Bachforellen mit Maßen zwischen 15 Zentimeter bis hinauf zu 73 Zentimeter (!) – es sind wirklich tolle Fische in dem Stausee“.

Bild: courtesy CPW
Wie gut, dass diese Bachforelle weiter wachsen darf.
E-Fischen zur Bestandserhaltung
Das Umsetzen von 981 Fischen, darunter große Regenbogenforellen und Cutthroat-Forellen sowie einer Tigerforelle und einem Tiger-Muskie geschah mit Hilfe von Elektrofanggeräten, nachdem die Beteiligten die Fische in den Auslauf des Antero getrieben hatten. Hier wurden auch Netze gespannt, damit man möglichst alle Fische erwischte. Die Fische wurden dann mit Lastwagen der Hatchery, einer Fischzucht zum Eleven Mile Stausee gebracht, einem großen See, der Teil der gleichen Seenkette war.
Dabei war die Operation schon seit April geplant, denn Denver Water (DW), der Wasserverband, dem der Antero Stausee gehörte, hatte angekündigt, dass der Stausee im Zuge eines Trockenlegungsplans abgelassen würde. Der Stausee war schon im Jahr 2002 im Zuge des gleichen Trockenlegungsplans abgesenkt worden, dann noch mal in 2015 wegen Instandsetzungsarbeiten.

Bild: courtesy CPW
Die Fische werden mit E-Fischgeräten gefangen und dann umgesetzt..
Wasserversorgung muss gesichert bleiben
Im Winter 2025/26 gab es das absolute Minimum an Schneeschmelze in Colorado. Hinzu kam eine extreme Hitzewelle im März. Und weil die Seen wieder aufgefüllt werden mussten, sollte der Antero Stausee abgelassen werden, während sein Wasser in den Cheesman Stausee gepumpt wurde. Dieser Stausee versorgt mehr als eine Millionen an Menschen in der Umgebung von Denver.
„Der Antero ist ein Trocken-Reservoir, aus dem wir unsere Kunden in Zeiten von langen Dürren mit Wasser versorgen. Indem wir das Wasser in Cheesman pumpen, gebrauchen wir das Wasser, das wir haben verantwortungsvoll“. So äußert sich Nathan Elder, vom Wasserverband. Nach der Verkündigung, den Antero trocken zu legen, plante das CPW die Umsetzaktion. Außerdem wurden bis zum 13. Mai die Mitnahmeregeln für geangelte Fische gelockert.

Bild: courtesy CPW
Tiger-Hecht aus dem Forellensee. Glücklicherweise kam beim Abfischen nur dieses einzige Exemplar zum Vorschein..
Licht am Ende des Tunnels
Ab Mai bleibt der Antero-Stausee für die Öffentlichkeit geschlossen. Zu der Zeit hatten Angelguides und Angler angefangen die Fischrettung in die Wege zu leiten. Mit dem Ablassen des Antero konnten auch unerwünschte Fischarten wie Sauger (Kanadische Zander), die mit den Forellen in Nahrungskompetenz stehen, beseitigt werdenen.
Der Verlust an Wasser bringt außerdem ein stärkeres Pflanzenwachstum hervor sowie Wasserinsekten und anderes Fischfutter. Der Ablass des Stausees ist zwar eine harte Maßnahme, aber der Atero wird zu seiner alten Form zurückkehren wie in früheren Zeiten, wenn Denver Water den See wieder füllen wird. Und dann wird der See auch wieder neu besetzt werden.
Auch interessant
- FliegenfischenBachforelle: Die rotgetupfte Salmonide im Steckbrief
- Angeln allgemeinSpöl/Schweiz: 12.000 Bachforellen mit Helikopter umgesiedelt









