Katastrophe Hochwasser – Auswirkungen auf Mensch und Fische

Das derzeitige Hochwasser bedroht die Existenzen von vielen Menschen, darunter auch viele Teichwirte. Wie wirkt sich das Hochwasser auf die Fische aus?

Das Hochwasser hat den Wasserspiegel der Ruhr deutlich angehoben.

Bild: Martina Stenner

Das Wasser nimmt die Ufer ein: Die Ruhr in Herdecke vor ein paar Tagen.

Dieser Artikel soll die derzeitigen Ereignisse in einen informativen Kontext stellen und einen Ausblick auf die Zukunft nach der Flutkatastrophe geben. In keinem Fall möchte die Redaktion die Opfer dieser oder vergangener Katastrophen ignorieren oder gar verhöhnen. Wir sind in Gedanken bei all jenen, die in den vergangenen Tagen ihr Zuhause oder sogar Angehörige verloren haben.

Das derzeitige Hochwasser-Situation in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen bedroht die Existenz und das Leben vieler Bürger. Tausende Hektar an Flächen sind bereits oder werden in diesem Moment überschwemmt. Meist können die Betroffenen nichts anderes tun als zuzusehen, wie Wassermassen ihre Existenzgrundlage mit sich reißen. Für den Fischereisektor bedeutet Hochwasser aber ebenso eine Gefahr. Gerade Fischereien oder Teichwirte verlieren bei großflächigen Überschwemmungen viele ihrer Tiere, die von den Fluten mitgerissen werden. Die Schäden sind enorm.

Teichwirte befürchten 80 Prozent Verlust

Für die Fischerei Weißenfels am Alten Saalearm in Weißenfels ist 2013 der Worst Case eingetreten. In einem Artikel der Mitteldeutschen Zeitung wird über das Schicksal der etwas mehr als acht Hektar großen Anlage berichtet. Dort hat das Hochwasser vom Juni 2013 dem Unternehmen schwere wirtschaftliche Schäden zugefügt. Der Verlust belief sich auf den gesamten Forellenbestand von drei Tonnen, eine Tonne Forellensetzlinge sowie fast drei Tonnen Karpfen und 10,5 Tonnen Störe. Dazu kamen noch die Schäden an den Gebäuden und Zerstörung des Futters für einen Schaden von rund 335,000 Euro. Trotz alldem hat die Thüringer Fischerei sich wieder langsam aufbauen können.

Durch Soforthilfen der Landesverwaltung sowie Spenden der Kirchengemeinden und anderer Organisationen und Einzelpersonen konnten die Bestände größtenteils wieder aufgefüllt und notwendige Reparaturen oder Neuanschaffungen getätigt werden. Der diesjährige Starkregen hat im unterfränkischen Tretzendorf die Aurach über die Ufer treten lassen. Dabei seien bis zu 80 Prozent der Fischbestände aus den Teichen eines dort ansässigen Teichwirten gespült. Es besteht die Hoffnung, dass zumindest die Karpfen in der Lage sind, gegen die Strömung anzukämpfen.

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Flutkatastrophe – nach der Katastrophe die Chance?

Fast 90 Prozent der deutschen Fließgewässer sind begradigt, weshalb die Strömungen für die meisten Fische zu stark sind, um dagegen anzukommen. So werden ausgespülte Zuchtfische und Wildtiere von den Wassermassen gleichermaßen mitgerissen. Die meisten verenden, doch jene die es schaffen zu überleben, stehen plötzlich vor neuen Herausforderungen. Für eine Fischpopulation kommt Hochwasser einer Katastrophe gleich, da in der Regel ein Fischsterben nicht zu vermeiden ist. Dies ist jedoch nur ein kurzfristiger Effekt, da durch das neue Sediment zu viele Nährstoffe im Wasser sind, welche in Folge einen kurzzeitigen Sauerstoffmangel verursachen. Sobald sich aber die Population stabilisiert hat, gibt es durch die erhöhten Nährstoff-Werte auch mehr Nahrung und die Population kann so wieder wachsen.

Der Wasseraustausch, die fehlende Schifffahrt und der Fischfang begünstigen hierbei ebenso das Wachstum einer Population. Lediglich größere Schadstoff-Mengen können hier langfristige Schäden hervorbringen. Es ist jedoch fraglich, wie sehr Tiere aus Zuchtteichen in der Lage sind, sich anzusiedeln und sich an das neue Ökosystem anzupassen. Nach dem Hochwasser der Oder im Jahr 1997 wurden zum Beispiel verstärkt Steinbeißer und Stromgründlinge wahrgenommen, die die Oder als ihr neues, dauerhaftes Habitat angenommen haben.

Wenn sich der Himmel klärt – die Zukunft wird es zeigen

Das letzte große Hochwasser (2013) hat viele Opfer gefordert. Auch das Hochwasser 2021 hat sich als gnadenlos herausgestellt. Was wir aus den Ereignissen von vor acht Jahren gelernt haben, wird sich zeigen, sobald sich die Wolken lichten und wir auch aus ökologischer Sicht die Ausmaße der Fluten erkennen können.

Liebe Blinker-Leser! Falls ihr den Opfern des Hochwassers in bestimmten Gebieten helfen möchtet, so könnt ihr in den jeweiligen Regionalzeitungen oder in anderen lokalen Medien fündig werden. Sach- und Geldspenden werden gerne angenommen – in fast jedem Katastrophengebiet sind Spendenkonten eingerichtet.

Quellen: bpb.de, br.de, mz.de,  welt.de, zeit.de


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